Finale der Utopie: Die :bsz sprach noch einmal mit Jens und Tim über den Weg zu einer entpolitisierten Uni, Party-Verbote und die letzten gallischen Dörfer.
Finale der Utopie: Die :bsz sprach noch einmal mit Jens und Tim über den Weg zu einer entpolitisierten Uni, Party-Verbote und die letzten gallischen Dörfer.
Im Rahmen des großen RUB50-Jubiläumswochenendes fanden neben der RUB50-Gala, der BlauPause und dem offziellen Festakt auch die Alumni-Treffen der einzelnen Fakultäten statt. Dort trafen sich die ehemaligen „Zöglinge“ der RUB, um gemeinsam den 50. Geburtstag ihrer Alma Mater zu feiern. Neben Postern, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen gab es ein Wiedersehen mit alten Bekannten – bei sonnigen 33 Grad.
Bei der BlauPause steht noch jede Menge Arbeit an: Dieser Meinung ist zumindest der „Unterstützungskreis Politikverbot“ bezüglich der zahlreichen politischen Gruppen, die am 6. Juni ihre Tische aufklappen werden. Wir sprachen mit Tim und Jens über die dort vertretenen Burschis, ein :bsz-Verbot und eine mögliche Allianz mit der Uni-Verwaltung.
Jede Hochschule hat ihr eigenes Süppchen zu kochen. Das gilt auch für ihre Studierendenschaften. Manchmal aber tut es Not, dass alle Studierenden in ganz NRW an einem Strang ziehen, etwa wenn es darum geht, unsere Interessen gegenüber der Politik zu vertreten. „Studentische Meinungen werden leider immer noch viel zu wenig beachtet“, sagt Michael Schema aus Köln, der am vergangenen Mittwoch an der RUB zum Koordinator des Landes-ASten-Treffens gewählt wurde.
Im Juni 2014 sorgte die Übermalung des Wandgemäldes „Träume, Ängste, Hoffnungen“ am Flachbau vor NA 02 durch den Schriftzug „HOPE“ für Aufsehen. Ursache war die Übermalung des 1979 entstandenen Werks des Bochumer Künstlers Bernd Figgemeier auf Beschluss der Univerwaltung. Maßgeblich sei gewesen, dass die Kunst „nicht offiziell registriert“ war. Ein Jahr später, am 50. RUB-Jubiläumstag (6. Juni), sollte im Rahmen einer Malaktion das Wandgemälde wiederherstellt werden – doch das Rektorat ruderte zurück.
Auf keine Widerstände gestoßen: So schätzen Jens und Tim vom „Unterstützungskreis Politikverbot“ die bisherige Resonanz ihrer Flugblattverteilung ein, mit der sie die Vertreibung aller politischen Strukturen auf dem Campus fordern. Wir sprachen mit ihnen über Linksextremismus, Bücherverbannung und die taktische Wichtigkeit eines langsamen Bewusstseinsprozesses.
Je näher die BlauPause rückt, umso heftiger wird die Burschenschaftsfrage diskutiert. Das StuPa fasste den folgenden Beschluss: „Das Studierendenparlament lehnt Burschenschaften, Studentenverbindungen und Corps entschieden ab.“ Das Protestplenum macht mit Flugblättern Stimmung gegen die Verbindungen. Die Fachschaften stimmten am Montag (Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest) in der FSVK über einen offenen Brief zum Thema ab. Eindeutig Stellung bezog auch die Studizeitung der Uni Duisburg-Essen mit der Schlagzeile: „RUB bietet Burschen Bühne“.
Sie ist eine zentrale Einrichtung der RUB, nicht nur im geografischen Sinne: Die Universitätsbibliothek steht in der Mitte der Uni, ist aber auch Dreh- und Angelpunkt wissenschaftlicher Arbeit – für Studis aller Fachbereiche. Geleitet wird die UB von einem Direktor oder einer Direktorin (derzeit Dr. Erda Lapp). Daneben gibt es aber auch einen Beirat, in dem zwei von 14 Mitgliedern Studierende sind. Einer davon ist Moritz Fastabend.
„Ich finde, es gibt kein höheres Gut als das Buch in dieser Welt“, erklärt der 25-jährige SoWi-Student. Und weniger idealistisch, sondern konkreter: „Meine Motivation ist es, mich für studentische Belange in einer, gerade für Studierende, wichtigen Institution wie der UB einzubringen, um den Ideen der Studis Gehör zu verschaffen.“
Die Aufgabe des Beirates ist es, die Fakultäten und anderen Einrichtungen der Uni dabei zu unterstützen, der Bibliothek auf die Finger zu schauen. Darüber hinaus unterstützt der Beirat die Leitung der UB sowie die der Fachbibliotheken „in allen grundsätzlichen Bibliotheksangelegenheiten“.
Moritz wurde wie alle Mitglieder des aktuellen Beirats erst im Februar vom Senat (siehe Akronymicon IX in :bsz-Ausgabe 1028) gewählt. Das Gremium tagt etwa drei- bis viermal im Jahr. Die Sitzung, die Moritz bisher erlebt hat, „war sehr interessant, gerade vor dem Hintergrund, dass ich einen Blick hinter die ‚Kulissen‘ der UB werfen konnte“.
Die studentischen VertreterInnen sind in diesem Gremium in der Unterzahl. Mit sieben VertreterInnen stellen die ProfessorInnen die Hälfte der Mitglieder. Die zweite Hälfte verteilt sich auf drei wissenschaftliche MitarbeiterInnen, zwei MitarbeiterInnen aus Technik und Verwaltung und auf zwei Studierende. „Von Seiten der anderen Mitglieder wurde mir signalisiert,“ sagt Moritz, „dass die studentische Stimme da immer gerne gehört wird.“
Die vierzehn Mitglieder „sollen nach Möglichkeit“ die vier Bereiche G, I, N und M repräsentieren, ist auf der Internetseite des Beirates zu lesen. So müssen der „Geisti“ Moritz und Haandan Yasak aus der Medizin auch die anderen Fachbereiche vertreten.
Der Beirat der Hochschulbibliothek unterstützt die Arbeit der Direktorin sowohl der Unibibliothek als auch der Fachbibliotheken und beaufsichtigt die Arbeit der Bibliothek. Er besteht aus 14 Mitgliedern, die vom Senat der RUB gewählt werden, darunter sieben ProfessorInnen und zwei Studierende.
Derzeit sind Moritz Fastabend (SoWi, moritz.fastabend@rub.de) und Haandan Yasak (Medizin, haandan.yasak@rub.de) Euer Ansprechpartner bzw. Eure Ansprechpartnerin.
Vergangene Woche bezog der AStA der Ruhr-Universität auf Facebook zu einem Vorfall Stellung: Eines seiner Mitglieder hatte im Studierendenhaus (SH) „Ausländer raus!“ gerufen. Anlass für die Stellungnahme war die Öffentlichmachung jenes Ausrufs durch ein Mitglied des Hochschulinformationsbüros der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW-HIB) auf Twitter.
Mit einer Aktion hat der „Unterstützungskreis Politikverbot“ vor zwei Wochen einen Diskurs über die Einschränkungen von Politik auf dem Campus angestoßen. Dass die Univerwaltung politischen Gruppierungen Räume verweigere, kritisierte zuletzt auch die „Schwarze Ruhr-Uni“ (siehe :bsz 1029). Gegenüber der :bsz berichtet der SDS (Sozialistischer Demokratischer Studierendenverband) über ähnliche Erfahrungen mit der Raumvergabe für politische Organisationen.