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Winter is coming. Es wird wieder kalt und dunkel in Deutschland. Und hier in Remscheid, im Städtedreieck des Bergischen Landes, wird der Winter stets noch um einiges unbehaglicher als im Ruhrgebiet. Hätte ich in diesem Jahr also doch nach Bochum ziehen sollen, anstatt mir weiterhin das Bergische Mehr an Regen und Kälte, Eis und Schnee zu geben? Oder anstatt mir mehrmals wöchentlich einen über zwei Stunden langen Weg mit Bus und Bahn zuzumuten? Nein, ich wohne schon ziemlich gerne an diesem regnerischen dunklen Ort, der von Bergen und Wäldern umgeben ist. Das Bochumer Studierendenleben kommt durch die räumliche Entfernung zwar noch kürzer als es das bei mir ohnehin schon tun würde, doch bereits die im Vergleich zum Ruhrpott-Ballungsraum bessere Luft gleicht das wieder aus. Also bleibe ich in Bochum lokalistisch gesehen lieber ein Fremdarbeiter und Fremdstudierender, anstatt die Wohnungsknappheit weiter zu verschärfen.

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Bild: Die Plakate sorgten für Gesprächsstoff an der RUB., Die Prostitutionsdebatte erreicht die RUB Foto: Patrick Henkelmann

Prostitution ist momentan ein heftig umstrittenes Thema in den Medien. Und Alice Schwarzer meldet sich am lautesten zu Wort, wenn es um (Zwangs-)Prostitution geht – doch macht sie das tatsächlich zu einer Expertin? Am 12. November lud das internationale Frauenforum „Migra!“ Mechthild Eickel von der Bochumer Prostituierten-Beratungsstelle Madonna e.V. an die RUB ein, um über „Sexarbeit und Migration“ zu referieren. Auf Alice Schwarzer und deren Kreuzzug gegen die Prostitution ist Eickel nicht gut zu sprechen.

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Bild: Lächeln dank Luxus: Bischof Tebartz-van Elst., Der Limburger Bischof Tebartz-van Elst erhitzt (noch immer) die Gemüter Foto: Christliches Medienmagazin pro

Seit einigen Wochen beschäftigen sich Medien und Öffentlichkeit mit dem Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Die Baukosten der neuen bischöflichen Residenz des Bistums Limburg sorgen für Wirbel in der katholischen Kirche. Offenkundige Maßlosigkeit und realitätsfremde Bauvorhaben prallen gegen das christliche Grundverständnis vieler Bürgerinnen und Bürger. Auch in Bochum sorgt das Verhalten des Bischofs für Kopfschütteln.

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Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof der römisch-katholischen Diözese Limburg, steht immer mehr als mutmaßlicher Verschwender und Lügner in der Kritik. Tebartz-van Elst soll über Jahre hinweg gezielt verschleiert haben, dass die Kosten für den Neubau seines Bischofssitzes auf dem Limburger Domberg nicht 5,5 Millionen betrugen, sondern im zweistelligen Millionenbereich liegen.

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Bild: Melbourne 2012: Papua und UnterstützerInnen demonstrieren für ein unabhängiges West-Papua., Indonesiens Gewaltherrschaft in West-Papua Foto: Wikimedia Commons / Nichollas Harrison

Um die 3.000 schwer bewaffnete Polizisten und Soldaten bewachen in tropischem Klima das Areal der größten Goldmine der Welt. Jedes Jahr werden mehrere Milliarden Dollar durch das dort geförderte Gold und Kupfer verdient. Jeden Tag werden dort hunderttausende Tonnen giftige Rückstände erzeugt, welche die Gewässer und das Grundwasser in der Umgebung vergiften. Trotz der starken Bewachung wagen sich regelmäßig kleine Gruppen von Rebellen aus dem nahe gelegenen Dschungel, um Sabotageakte und Anschläge gegen die Mine durchzuführen. Ihren gefährlichsten Gegner stellen die Spezialeinheiten des Militärs dar, von denen sie schon seit langem gnadenlos gejagt werden. Ein schmutziger Krieg wird geführt, in dem verzweifelte Rebellen mit Speeren, Bögen und Jagdgewehren gegen eine moderne Armee samt Elitetruppen, Hubschraubern und Flugzeugen kämpfen. Ein Konflikt mit geringer Intensität, von dem kaum jemand in Europa etwas weiß, der aber bereits über 100.000 Todesopfer gefordert hat. Ein Konflikt zwischen den Interessen eines Staates und der Existenz indigener Völker.

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Bild: Schwule Blutspender – leider ausgeschlossen., Die absurde Diskriminierung beim Blutspenden Grafik: ph/mar

Blutkonserven sind auch hierzulande Mangelware. So benötigen nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) 80 Prozent der Bevölkerung einmal im Leben eine Blutkonserve, während nur drei bis vier Prozent der EinwohnerInnen regelmäßig Blut spenden. Im Sommer kommt es in Krankenhäusern bereits häufig zu Engpässen bei der Versorgung mit Blutkonserven, wegen denen nicht-lebenswichtige Operationen verschoben werden müssen. Die Bereitschaft Blut zu spenden nimmt weiter ab und die Gruppe der regelmäßigen SpenderInnen überaltert zunehmend. All die Kampagnen und Aufrufe zum Blutspenden haben diese Entwicklung bisher leider nicht aufzuhalten vermocht. Umso absurder, dass homosexuelle und bisexuelle Männer in Deutschland pauschal von der Blutspende ausgeschlossen werden.

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In Apples Zulieferfabriken in China herrschen weiterhin teilweise gesetzeswidrige und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Dies berichtet ein Report der NGO China Labor Watch (CLW), welcher in dieser Woche veröffentlicht werden soll.

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Bild: Lohnende Lektüre: Marx und Fromm., Karl Marx und sein Menschenbild – Teil III Foto: Patrick Henkelmann

Die entfremdete Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem bewirkt nach Karl Marx zwangsläufig auch die Entfremdung des Menschen von seinen Mitmenschen – was schließlich zu einer insgesamt entfremdeten und inhumanen Gesellschaft führt. Ausdruck dieser Entfremdung ist für Marx das Verhältnis, in dem der Mensch zu den anderen Menschen steht. In der entfremdeten Arbeit stehen die Arbeitenden unter der Herrschaft der KapitalistInnen (siehe Teil I in :bsz 964). Das Produkt dieser Arbeit gehört nicht den Arbeitenden selbst, sondern den KapitalistInnen – sie sind der „Herr“ des Produktes, das den Arbeitenden als eine sie wirtschaftlich knechtende Macht gegenübersteht. Die entfremdete Arbeit bewirkt daher nicht nur das Verhältnis der Arbeitenden zum Akt und Produkt ihrer Produktion, sondern auch das Verhältnis, in welchem die KapitalistInnen zu diesen sowie zu den Arbeitenden stehen. Marx betrachtet diese Verhältnisse als das Wesen des „Privateigentums“, welches eine notwendige Folge der entfremdeten Arbeit ist.

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Bild: Arbeit und Natur: Im Kapitalismus entfremdet., Karl Marx und sein Menschenbild – Teil II Foto: koi

Nach Karl Marx’ Analyse führt die Entfremdung der menschlichen Arbeit im kapitalistischen Wirtschaftssystem nicht nur zur Entfremdung der Arbeitenden von ihrer Arbeit und den Produkten ihrer Arbeit, sondern auch zu ihrer Entfremdung von der Natur und sogar von ihrem Menschsein an sich. Mit diesen beiden Formen der Entfremdung wird die in der :bsz 964 begonnene Betrachtung von Marx’ Analyse der Entfremdung des Menschen als Folge der kapitalistischen Produktionsweise nun fortgesetzt. Als Primärquelle dienen dabei wieder die zu Marx’ Frühschriften gehörenden „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte aus dem Jahre 1844“, in welchen die entsprechenden Gedankengänge des Philosophen und Ökonomen besonders gut nachzuvollziehen sind.

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Bild: Karl Marx (1861) – ein Humanist und Gegner der Entfremdung., Karl Marx und sein Menschenbild – Teil I Foto: Wikimedia Commons

Im 20. Jahrhundert beriefen sich revolutionäre Gruppierungen wie die russischen Bolschewiki oder die Anhängerschaft Mao Zedongs auf das Werk des deutschen Philosophen und Ökonomen Karl Marx (1818 bis 1883) und strebten in ihrem Selbstverständnis zum Wohle der Menschen den Fortschritt und den Kommunismus an. Wo diese Gruppierungen oder ihre Ableger gewaltsam an die Macht gelangten, errichteten sie jedoch totalitäre Systeme, von denen einige zu den inhumansten und mörderischsten Regimen der Menschheitsgeschichte gehören. Die Konterfeis von Karl Marx und Friedrich Engels fanden sich in den ‚roten‘ totalitären Staaten allgegenwärtig neben denen von Personen wie Lenin, Stalin oder Mao. Diese propagandistische Vereinnahmung durch den Bolschewismus wurde in der westlichen Welt größtenteils unhinterfragt übernommen und erschwert oder verstellt bis heute leider vielen Menschen den Zugang zu Karl Marx’ tatsächlichem Denken. Dabei hat Marx bereits 1844 in seinen – bedauerlicherweise erst 1932 veröffentlichten – „Ökonomisch-philosophischen Manuskripten“ gar vor solch einem „rohen Kommunismus“ gewarnt, wie er später im Bolschewismus verwirklicht wurde.

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