Frank Deppe veröffentlichte zuletzt „Autoritärer Kapitalismus. Demokratie auf dem Prüfstand” und war bis 2006 als Professor für Politikwissenschaft an der Phillips-Universität Marburg tätig. In seinem Vortrag mit Diskussion wird es um den autoritären Kapitalismus und die Zukunft der Demokratie gehen. Zudem soll betrachtet werden in wie weit demokratische Bewegungen von unten der autoritären Wende entgegenwirken können.

Im Sommer 2013 hielt das „Plenum Bärendelle“ eine leerstehende Hauptschule in Essen besetzt. Nach der Räumung wurden gegen die im Haus verbliebenen 37 BesetzerInnen Verfahren wegen Hausfriedensbruch eröffnet. Von diesen Verfahren wurden 15 eingestellt. Das „Netzwerk X“ hat sich von Beginn an mit den Anliegen des Plenums solidarisiert. Die Einnahmen des Soli-Festivals mit Musik und Literatur werden für etwaige Prozess- und Vergleichskosten und/oder Freiraum-Kampagnen im Ruhrgebiet zur Verfügung gestellt.

Der Kongress des Bochumer Kunstgeschichtlichen Instituts vereint zwei Felder kultur- und kunstgeschichtlicher Stadtforschung: die gebaute und die dargestellte Ordnung des Urbanen. Konkrete bauliche Zusammenhänge interessieren eine „Bildwissenschaft“ oder textlich basierte Disziplinen weniger. Umgekehrt werden Bild- oder Schriftmedien für die Analyse von Baulichkeiten selten genutzt. Künstlerische Interventionen erscheinen isoliert als ein drittes Feld, das wissenschaftlich noch zu wenig mit der Architektur, den Bildern von der Stadt oder den Texten darüber in Verbindung gebracht wird.

Weitere Programminfos unter www.kunstgeschichte.rub.de/ tagung-stadt

Tim Köhler vom AStA-Vorstand läd Studierende und Interessierte zum runden Tisch ein. Gemeinsam soll eine Kampagne für Toleranz und Vielfalt geplant werden. Alle Gäste sind dazu eingeladen ihre Ideen zu Aktivitäten und deren Umsetzung einzubringen. Wer es nicht zum Treffen schafft, kann sich auch per E-Mail an uniohnevorurteile@ asta-bochum.de einbringen.

Bild: Der Marketing-Charakter ist konformistisch – offenkundig oder pseudo-individualistisch., Der Gesellschaftscharakter bei Erich Fromm – Teil II Quelle: wikimedia commons, lumaxart, CC-BY-SA v.2.0

In unserer heutigen spätkapitalistischen Gesellschaft droht dem Menschen eine beinahe totale Entfremdung. Wo der sich ständig selbst verkaufende Marketing-Charakter vorherrscht, erlebt sich der Mensch nicht als Individuum mit Geist und Gefühlen, sondern existiert als sozio-ökonomisch bestimmte Abstraktion: er ‚ist‘ sein Job, sein Status und sein Eigentum. Fragen nach dem Sinn des Lebens und weite Teile des menschlichen Potentials werden in der Marketing-Gesellschaft unter dem Streben nach Konsum und Status verschüttet.

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Bild: Erich Fromm – ein Humanist und Gegner der Entfremdung., Der Gesellschaftscharakter bei Erich Fromm – Teil I Quelle: DeviantArt, CynderLover4196, CC-BY-ND v.3.0

Das kapitalistische Wirtschaftssystem führt zur Entfremdung des Menschen – allerdings geschieht dies heutzutage teilweise in einer anderen Form als früher. Zu Lebzeiten von Karl Marx herrschte die offene Ausbeutung der Arbeitenden vor, die dadurch an den Rand des Existenzminimums gebracht wurden. In unserer spätkapitalistischen Gesellschaft gibt es dagegen zwar mehr Absicherung, doch droht den Menschen durch das ständige Sich-selbst-Verkaufen dafür eine noch stärkere Entfremdung. Ohne die Analyse der Entfremdung, ihrer Formen und ihrer Auswirkungen lassen sich die immer offenkundiger werdenden gesellschaftlichen Probleme nur eingeschränkt verstehen. Eine diesbezüglich hervorragende, kritische Betrachtung unserer Gesellschaft findet sich in den Werken von Erich Fromm (1900 bis 1980). Der deutsch-jüdisch-amerikanische Soziologe, Psychoanalytiker und Philosoph Fromm machte die Aufklärung über die Entfremdung der modernen westlichen Gesellschaft zum Kern seines Lebenswerks.

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Stell Dir vor, in Deiner Vorlesung sitzt einer der führenden rechtsextremen Kader im Lande und keiner weist Dich darauf hin. Nicht unwahrscheinlich, dass Du Dich dann schon bald zusammen mit einem der stellvertretenden Vorsitzenden der Partei Die Rechte in einer Arbeitsgruppe wiederfindest; und ohne Böses zu ahnen, offen­barst Du in seiner Gegenwart vielleicht sogar Deine politische Gesinnung als BefürworterIn von Mindestlöhnen oder einer liberalen Flüchtlingspolitik offener Grenzen. Und weil man ja in Arbeitsgruppen auch unter JuristInnen solidarisch miteinander umgehen sollte, gibst Du ihm eventuell noch Deine Vorlesungsmitschriften, um ihn für die bevorstehende Klausur zu unterstützen. Dumm nur, dass Du darin eine Telefonliste mit den Daten Deiner Mitstudierenden der örtlichen DGB-Jugend oder der AG Migrationspolitik vergessen hast, die Du am selben Wochentag immer besuchst. Dass diese Daten nun in den Händen von Rechtsextremen gelandet sind, ist echt blöd gelaufen…

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Stell Dir vor, in Deiner Vorlesung sitzt einer der führenden rechtsextremen Kader im Lande. Oder ein verurteilter Kinderschänder. Eine Steuerhinterzieherin, ein Vegetarier oder eine Jüdin. Und keiner weist Dich darauf hin. Das ist der Normalfall – und sollte auch der Normalfall bleiben. Denn jeder Mensch hat das Recht, sich zu bilden und bilden zu lassen – ohne Wenn und Aber.

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