Forschung. Die Zählbarkeit solcher Substantive wird bei der Tagung „The Count-Mass Distinction. A Linguistic Misunderstanding“ untersucht.
Organisiert wird die Tagung vom Sprachwissenschaftlichen Institut der RUB unter Leitung von Prof. Tibor Kiss. Es finden Vorträge von WissenschaftlerInnen aus Europa und Amerika statt. Studien aus der theoretischen Linguistik sowie experimentelle Arbeiten werden vorgestellt und diskutiert. Auch Studierende und DoktorandInnen aus anderen philologischen Fächern werden teilnehmen. Die Forschungsgruppe der RUB „Accounting for the Foundations of Mass“, gefördert durch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung, beschäftigt sich bereits seit 2013 mit diesem Thema. Das Projekt ist eine Kooperation mit Prof. Francis Jeffrey Pelletier, University of Alberta. „Ein wesentliches Ergebnis ist das Bochum English Countability Lexicon (BECL), das Zählbarkeitsklassifikationen für über 10.000 Nomen anbietet“, berichtet Prof. Tibor Kiss, „so zeigt es auf, wie komplex der Phänomenbereich ist.“ BECL werde von vielen WissenschaftlerInnen genutzt.
Was bedeutet Zählbarkeit?
Der Sprachwissenschaftler erklärt: „Zählbarkeit sieht auf den ersten Blick wie ein simples Phänomen aus (man zählt, was gezählt werden kann) und wird entsprechend auch gerne in Grammatiken als Grundlage für andere Regeln verwendet.“ Doch damit sei die Zählbarkeit nicht erklärt. Was in einer Sprache zählbar sei, muss es in einer anderen nicht sein. „In der theoretischen Linguistik glaubt man, der Zählbarkeit auf die Spur zu kommen, indem man Bedeutungsatome ansetzt, die unbestimmt sein können. *Mensch* ist dann zählbar, weil es *Menschenatome* gibt, also einzelne Menschen.“ Jedoch gebe es auch Substantive, die eigentlich nicht zählbar sind, obwohl sie Atome enthalten, aber wenn man sie so behandle als ob, dann bedeuten sie etwas anderes. „Besteck besteht aus Messer, Gabel, Löffel etc. Das Substantiv Besteck ist nicht zählbar, aber wenn man es als ein zählbares verwendet, dann bedeuten *drei Bestecke* eben nicht Löffel, Gabel und Messer, sondern drei Sets aus Löffel, Gabel und Messer.“ Das einfache Konzept sei ein komplexes Feld. Mit dieser Tagung soll die Forschung an der RUB nicht enden. Weitere Informationen gibt es unter count-and-mass.org/becl2018/.
:Maike Grabow
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