Anfang Oktober wurden fünf neue Universitäten und Hochschulverbände als Exzellenzuniversitäten ausgezeichnet. Darunter ist auch die Ruhr-Universität Bochum innerhalb des Ruhr Innovation Lab. Was das Innovation Lab ist und wieso Studierende nicht viel von der Förderung merken werden erfährst Du hier.

Die Freude bei Martin Paul und Manfred Bayer, Rektoren der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund, ist riesig, als der Wissenschaftsrat das Ruhr-Innovation-Lab zur Exzellenzuniversität ernennt. Am 02. Oktober zeichnete der Rat in Bonn neue Exzellenzuniversitäten aus. In Deutschland können sich insgesamt zwölf Universitäten und drei Hochschulverbände eine Exzellenzuni nennen. Dazu gehört jetzt auch die RUB.

Die TU Dortmund und die RUB bewarben sich zusammen auf die Auszeichnung unter dem Namen „Ruhr Innovation Lab“. Ende 2025 gründeten die beiden Unis im Ruhrgebiet das Innovation Lab mit dem Ziel neue Wege für die Forschung zu eröffnen. Dadurch soll ein neuer „Experimentierraum“ geschaffen werden, in dem Innovation einen festen Platz hat, so heißt es auf der Homepage des Labs. Die beiden Unis haben sich entschieden, diesen Weg Richtung Exzellenzuniversität gemeinsam zu gehen, um die langjährige Zusammenarbeit der beiden weiterhin zu stärken.

Die Bundesregierung rief die Exzellenzstrategie 2005 ins Leben. Dies geschah als Antwort auf das Lissabon-Programm der Europäischen Union. Die EU legte in diesem Programm fest, dass Staaten mehr in Bildung und Wissenschaft investieren müssen. Damit Universitäten sich für die Exzellenzstrategie bewerben können, müssen sie einige Voraussetzungen erfüllen: Wichtig ist, dass die Forschung und die Wissenschaftler:innen innovativ und effizient arbeiten. Dazu gehört auch, dass die Uni selbst ein leistungsorientiertes Umfeld schaffen muss. Zusätzlich muss die Universität bzw. der Verband Exzellenzcluster einreichen. Dies sind große Forschungsprojekte, die dann innerhalb der Exzellenzstrategie gefördert werden können. Als Verband musste das Ruhr Innovation Lab drei einreichen: RESOLV, CASA und Color meets Flavor. Grob zusammengefasst geht es bei diesen Forschungsprojekten um das Verstehen und Steuern physikalischer Prozesse (Salvation), Sicherheit im digitalen Zeitalter und Wechselwirkungen von Elementarteilchen.

Bei der Exzellenzstrategie steht die Förderung von Forschung im Vordergrund; ca. 15–28 Millionen Euro stehen dem Ruhr Innovation Lab als Hochschulverband zu. Darüber hinaus soll eine Exzellenzuniversität allein durch den Titel an internationaler Anerkennung gewinnen, was bei der Anwerbung neuer Wissenschaftler:innen helfen kann. Da das Geld in die Forschung und nicht in die Lehre fließt,  dürfte die Auszeichnung der RUB als Exzellenzuni für Studierende keinen merkbar positiven Unterschied beim Thema Geld machen. Das Gegenteil könnte in Zukunft der Fall sein. Aktuell weist der Haushalt der Ruhr-Universität ein finanzielles Defizit von ca. 27 Millionen Euro auf. Die Ruhr-Universität setzt derzeit einen Sparplan um – Financial Stability 2035 – damit dieses Defizit langsam ausgeglichen werden kann. Achim Dilling, Kanzler der RUB, beteuert aber, dass die Universität nicht an allen Ecken permanent sparen wird, sondern, dass durch die Sparmaßnahmen die finanzielle Existenz der RUB auch in der Zukunft gesichert werden soll.

:dla