Copy me – I want to travel

Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im High-Tech-Kapitalismus

Copy me – I want to travel so lautet der Titel eines Songs von Bernadette La Hengst. In ihm ruft die Idee dazu auf, die Leute mögen sie kopieren, sie sei kollektiv und möchte gerne reisen… Das Lied ist künstlerischer Ausdruck aktueller gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um geistiges Eigentum. Durch dessen Formierung sollen bislang noch nicht durch die Warenform organisierte Sphären dem privaten Eigentumsregime unterworfen werden. Im Vortrag soll die theoretische Grundlegung geistigen Eigentums, die in den aktuellen Debatten meist stillschweigend vorausgesetzt beziehungsweise naturalisiert wird, analysiert werden. Auf dieser Grundlage sollen in der Folge häufig aufgeworfene Fragen diskutiert werden: Ist geistiges Eigentum durch den technischen Fortschritt gefährdet? Sind alternative Produktionsweisen wie Freie Software oder Open Access die (Wissens)Produktionsweisen der Zukunft und weisen gar über herrschende Verhältnisse hinaus? Wie reproduzieren sich WissensarbeiterInnen angesichts solcher Produktionsweisen?

Dr. Sabine Nuss ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Zum Thema erschien ihr Buch „Copyright & Copyriot. Aneignungskonflikte um geistiges Eigentum im informationellen Kapitalismus“ (Münster 2006)
Sven Ellmers

Sinnfreie technische Neuerungen

Das AKAFÖ bietet nun schon seit geraumer Zeit die Möglichkeit, den Mensaplan der Woche per E-Mail zu abonnieren. Sehr praktisch, da man so schon freitags planen kann, wann man mit wem in der nächsten Woche wo essen gehen will.
In den Ferien hielt hier sogar eine neue Technik Einzug: RSS, eine eigentlich tolle Methode, um anonym und jederzeit Daten abzurufen. Die RSS-Feeds lassen sich nun für alle Mensen und Cafeterien abonnieren, so dass man täglich auf dem Laufenden ist. Der Vorteil dieses Feeds verschwindet aber sehr schnell wieder, denn anstatt dass einfach der Inhalt der Mail als Feed zur Verfügung gestellt wird, bekommt man nun wirklich täglich neue Einträge zu lesen. Leider zeigen diese jedoch nicht das Angebot des Tages, sondern jeweils einen Eintrag für Bistro, Sprintertheke und die anderen Ausgabestellen. Diese verweisen wiederum einzeln auf die Wochenübersicht auf der AKAFÖ-Homepage. Also nichts mit Feedeintrag speichern und offline lesen beziehungsweise tollen Service genießen. Nachdem man den Feed erstmal abonniert hat, fragt man sich doch auch recht schnell nach dem Sinn dieser Geschichte und abonniert in der Flucht vor dem Unsinn wieder die wöchentliche E-Mail.
FF

Reform, Reform, Reform

Wenn man sich die bsz der letzten vier Jahre ansieht, so stellt man fest: vor der Reform ist nach der Reform, ist vor der Reform. Auch diese Ausgabe erscheint einmal mehr in einem neuen alten Layout, mit neuen alten Schwerpunkten, mit einer neuen Redaktion. Wie in jedem Jahr nutzt der AStA seine Mehrheiten, um die Redaktion, das Statut und sowieso alles zu reformieren, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Es ist die Aufgabe des AStA als Herausgeber der bsz, den Rahmen zu stecken, in dem sich die Redaktion bewegen kann. Und da es an der Ruhr-Uni häufig komplette AStA-Wechsel gibt, ändert sich auch die bsz beinahe jährlich. Nun sind Reformen im Pressewesen nicht ungewöhnlich. Die „FAZ“ hat jetzt bunte Bilder auf dem Titel, die „Welt“ ein neues Layout und die „New York Times“ streicht Stellen zugunsten der Aktienrendite. Der große Unterschied aber ist, dass all diese Zeitungen profitabel sein müssen – das muss die bsz nicht. Deshalb müsste ein gutes und kontinuierliches Konzept machbar sein. Über den eigenen Schatten zu springen und Zugeständnisse zu machen, scheint für die Asten der vergangenen Jahre aber nicht möglich gewesen zu sein: Jedes Jahr wussten sie es doch wieder besser – und alle müssen sich an eine neue bsz gewöhnen.
Trotz ständiger Rotation der Personen und Konzepte ist der AStA nie zufrieden mit seiner Zeitung. Und um ehrlich zu sein, dass muss er auch nicht! Wir, die Redakteure und Redakteurinnen der BSZ haben einen anderen Adressaten: Euch, die Studierenden an der RUB und unsere Leserinnen und Leser in der Stadt.
sjn, rvs

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