Viel bewegte sich vergangene Woche. Zwei Kulturveranstaltungen zogen über 1.500 Kleinkunstbegeisterte an die RUB – und das abends nach Vorlesungsende.
Poetik und Pointen
Die Vorverkaufskarten der Solo-Show „Du hast dich voll verändert“ von Özcan Cosar waren innerhalb eines Tages vergriffen, die Schlange an der Abendkasse war lang. So war das Audimax mit circa 1.500 ZuschauerInnen am vergangenen Mittwoch proppenvoll – und die Show kam auch gut an, sodass sich das Warten gelohnt haben dürfte. Am darauffolgenden Tag fand der zweite Campus Slam des Semesters statt, der das Publikum im ebenfalls ausverkauften KulturCafé genauso überzeugte wie sein großer Bruder im Audimax.
Übernachten zwischen Hanfblättern und Geschlechtsteilen
Die Kunstakademie unserer Landeshauptstadt ist im Umbruch. Die Bildhauer Kiecol und Rebecca Warren gehen nach diesem Semester und die Lehrstühle der BildhauerInnen Rosemarie Trockel, Tony Cragg und Richard Deacon werden demnächst ausgeschrieben. Unter dieser traurigen Nachricht musste der Rundgang vergangene Woche jedoch nicht leiden. Die klassische Form von Malerei oder Fotografie ist fast verdrängt, die Studis suchen nach Alternativen und toben sich aus.
Zwischen Parmaschinken und Schopenhauer
Die Leiterin der Studiobühne des Musischen Zentrums, Karin Freymeyer, möchte mit einem Stück des belgischen Autors Tom Lanoye ein politisches Statement setzen. Die Studiobühne will sich damit den europäischen Krisen zuwenden. In „Festung Europa“ wird der Frage nachgegangen, wie der vielbeschworene Zusammenhalt der Menschen gesteuert werden soll, wenn Angst vor Entindividualisierung und Vorurteile noch immer den Kontinent beherrschen.
Die Endzeit geht weiter
Weite Teile der Welt sind verwüstet, radioaktiv und unbewohnbar. In MUC, dem ehemaligen München, regiert ein Theokrat über einen Haufen Überlebender des „Großen Sterbens“ vor 100 Jahren. Doch die Armee von Utilitas, dem alten Frankfurt, steht schon vor den Toren … Anna Mocikat spinnt in „MUC – die verborgene Stadt“ die Endzeit-Saga weiter.
DiCaprios Rache
Mit „The Revenant“, der am 6. Januar 2016 in den deutschen Kinos startete, setzt Leonardo DiCaprio als Hugh Glass zum erneuten Sprung auf den Oscar als Bester Hauptdarsteller an – und das mit viel Anlauf. Der Film ist in elf weiteren Kategorien nominiert, darunter Bester Film, Bester Nebendarsteller (Tom Hardy) und Beste Regie (Alejandro G. Iñárritu).
Kleinkunst trifft Braukunst
Das Reinheitsgebot von 1516 wird dieses Jahr am 23. April 500 Jahre alt. Einst von den bayrischen Herzögen Wilhelm IV. und Ludwig X. erdacht, um uns vor schlechtem Biere zu schützen, erfüllt es uns heute immer noch mit Stolz, wenn andere Nationen von unserem flüssigen Gold schwärmen.
Eiskalte Stimmung in Düsseldorf
Die Kunstakademie unserer Landeshauptstadt präsentiert so früh wie noch nie zuvor den Rundgang, bei dem die Studierenden ihre Semesterarbeiten vorstellen. Obwohl die Vorlesungszeit bis Mitte Februar geht, findet die Ausstellung bereits vom 27. bis zum 31. Januar statt.
Bier: allgegenwärtig & allgegenbillig
Wir schreiben das Jahr 2022. Es ist Weihnachtszeit – und gleichzeitig Fußball-WM in Katar. Weihnachtsmärkte sind gleichzeitig Fanmeilen. Der Bierkonsum erreicht nie geahnte Ausmaße, die weltweiten Biervorräte sind erschöpft, Hopfen wird zu höheren Kursen als Gold gehandelt – mit diesem apokalyptischen Szenario konnte der Essener Heavy-Metal-Poetry-Slammer Micha-El Goehre den 1. Dortmunder Bier-Slam am vergangenen Donnerstag für sich entscheiden.
Rock gegen Kolonialismus
Poetisch und politisch: Die grönländische Rockband Sumé sang freche Hymnen der Unabhängigkeitsbewegung gegen das Königreich Dänemark. Inuk Silis Høegh setzt der Band mit einem Dokumentarfilm ein spannendes Denkmal.
Morgenland zur Abendstund‘
Kaum eine Woche vergeht, ohne dass die Beziehung zwischen Israel und Palästina von aggressiven Aktionen belastet wird. Der sogenannte Nahostkonflikt, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen Arabern und Juden entstand, ebnete zahlreichen Kriegen seinen Boden....
Schauspielunterricht für Kids
Mit dem neuen Jahr startet auch ein neues Projekt im blauen Würfel der Innenstadt. Unter der Leitung von Theaterwissenschaftsstudentin Caroline Königs wird das Impro-Theater für Kinder seit dem 6. Januar immer am ersten Mittwoch des Monats angeboten.
Science-non-Fiction
Innovationen prägen unser Leben, egal ob es das Rad, Antibiotika oder das IPhone sind. Was es alles für Neuerungen und Erfindungen dieses Jahr noch geben wird, ist nicht mit Gewissheit zu sagen, genauso wie die Frage wie diese ankommen werden. Vielversprechende Ansätze, die neue Möglichkeiten aufstoßen können, zeigt Euch dafür dieser kurze Überblick.
Sprachgericht gegen das Schweigen
Wenn Beate Zschäpe unmenschlich von Liebe faselt, bleibt nur die menschliche Wut: In der Premiere von Elfriede Jelineks „Das schweigende Mädchen“ in Dortmund wird zur Mobilmachung des heiligen Zorns geblasen.
Schaulustige bei neuem Hochschulsport
„Es ist wie Trash-Filme gucken – sinnlos, aber man kann nicht anders, als weiter schauen“. Tim Szlafmyca war einer von vielen Verwunderten, die sich am 13. Dezember zum Freundschaftsspiel zwischen den Ruhr Phoenix und den Bonner Rheinos auf dem Kunstrasen hinter der G-Reihe einfanden. Doch keine der konventionellen Sportarten konnte man da bewundern: Gespielt wurde Quidditch. Der aufstrebende Ballsport aus der Harry Potter-Welt erfreut sich immer größerer Beliebtheit – auch an der RUB. Doch wie funktioniert dieses neuartige Spiel ohne magische Elemente?
Alternativlos aktuelle Altpunker
Wenn man trotzdem lacht
Comedy, die flasht
Darf man jetzt lachen? Mehr als einmal konnten sich die BesucherInnen des fünften Comedy Flashs am 24. November im KulturCafé das fragen. Die Stars des Abends, Dave Davis, Hany Siam, Simon Stäblein, Ususmango und auch Moderator Benaissa (Foto) übertraten mit ihrer „Ethnocomedy“ mehr als einmal die Grenzen der politischen Korrektheit – und brachten damit zum Lachen und Nachdenken.
„Plötzlich blind“
Theater ohne Mittel (ToM) präsentiert in diesem Wintersemester ein No-Budget Musical; zur Freude aller kann die :bsz sagen, dass das Ensemble besser singen kann als manch andere SchauspielerInnen. „blind.“ heißt das Groschenmusical und erzählt die mysteriöse Geschichte eines Regisseurs, der plötzlich sein Augenlicht verliert, dabei sind es nur noch drei Monate zur Premiere seines neuesten Stücks.
Forest-Folk trifft Todesmetall
Den Herbst gebührend verabschieden – das schafften die OrganisatorInnen des Leafmeal-Festivals vergangenen Freitag im Dortmunder FZW. Verschiedenste Stilrichtungen trafen auf zwei Bühnen aufeinander, sodass alle LiebhaberInnen experimenteller Gitarrenmusik zufrieden ins Wochenende starten konnten.
Als das Studio zum Schlafplatz wurde
Studis erinnern sich an ihre sinnlosesten Geschenke, die schönsten Pannen werden aus dem Archiv herausgekramt und zahlreiche RUB-Alumni gratulieren: Mit einer Sondersendung hat der RUB-Campussender CT das radio am vergangenen Freitag seinen 18. Geburtstag gefeiert. Doch die studentischen RadiomacherInnen haben außer des Jubiläums auch noch einen weiteren Grund, sich zu freuen.





















