Rock’n’Roll gegen Rassismus: Die Band Kärbholz begeisterte als Freitagsheadliner ihre Fans auf dem 13. Rage against Racism in Duisburg-Rheinhausen. Foto: alx

Heavy Metal als Statement

Metal-Fans sind paradox. Einerseits gelten sie als konservativ und können seit 40 Jahren die Diskussion führen, ob Keyboards etwas im Metal verloren haben. Andererseits bilden sie eine sehr offene und tolerante Szene. Unpolitisch geht es da meist zu. Gegen Fremdenfeindlichkeit aber darf man ein Zeichen setzen! Das Festival Rage against Racism hat sich in den letzten Jahren zum Pflichttermin für viele Fans gemausert. Eine vielseitige Bandauswahl und die lockere Atmosphäre lockten auch diesmal – trotz Hagelschauer – Tausende nach Duisburg-Rheinhausen.

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Böse tun, um Gutes zu tun: Das Duisburger Metal-Festival Rage against Racism garantiert seit 2003 Party und Toleranz. Bild: alx

Nazis niederrocken

Am vergangenen Wochenende setzten 15 Bands und mehrere tausend Metalfans im Duisburger Jugendzentrum Die Mühle ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit: Seit 2003 steht das Umsonst-und-draußen-Festival „Rage against Racism“ für Toleranz und eine geile Party.

 

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"Europa, was ist das?", fragt sich die junge Afrikanerin Khady. Foto: tims

Jenseits des Grenzzauns

Das Gastspiel vom Theater Gegendruck im Bahnhof Langendreer erzählt die tragische Geschichte einer jungen Afrikanerin auf ihrem Weg nach Europa. Trotz der Brisanz und der Aktualität des Themas kommt die Authentizität zu kurz und die wirklichen Spannungsmomente fehlen. Auch wenn die Dialoge zum Teil herzzerreißend sind.
 
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Geschichten, Getränke, Anekdoten und Livemusik: Whisky­lesung im Kulturhaus Thealozzi. Foto: Johannes Rüter

Wortakrobatik in acht Akten

Am 20. Mai lud das Kulturhaus Thealozzi zum „Ferrückten Bogramm“ ein. Musiker verschiedener Genres und Wortakrobaten mit Anekdoten, Satiren und kleinen Schauspielereien boten in acht Acts einen bunten Einblick in die Kreativschmieden des Ruhrgebiets. 
 
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Rap als Rettung

Wenn die Realität die filmische Darstellung einholt: „Der Dokumentarfilm „Sonita“ zeigt nicht nur einen inspirierenden Ausweg aus  der Frauenunterdrückung. Das Projekt von Regisseurin Rokhsareh Ghaem Maghami wird sicher auch unter FilmemacherInnen für kontroverse Diskussionen sorgen.

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Der aktuelle Roman von Heinz Strunk: "Der goldene Handschuh". Cover: Pressearchiv Rohwohl-Verlag

Hitze, Honka, HSV!

Heinz Strunk, dem Alkohol und Glücksspiel nie ganz abgeneigt, ist seit März auf Lesetour mit seinem neuen Buch „Der Goldene Handschuh“ über die skurrilste Kneipe Hamburgs. Er will dabei mehr erzählen als einfache Anekdoten.„Falls sich jemand wundert, dass ich nur aus einer losen Zettelsammlung vorlese, dem sei gesagt, dass Autoren, die direkt aus ihren Büchern vortragen, mit Vorsicht zu genießen sind! Das ist meistens ein Zeichen von Schwäche“, beginnt Strunk seine Lesung über sein aktuelles Buch. 

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Deutschland im Disput: Das Berliner Maxim Gorki Theater inszeniert „The Situation“. Foto: Ute Langkafel MAIFOTO

Viele Stücke bilden ein Ganzes

Zum mittlerweile 40. Mal heißt es: Vorhang auf für den Text. Denn bei den Mülheimer „Stücke“, wie das Theaterfestival genannt wird, steht nicht die Inszenierung im Vordergrund, sondern die literarische Leistung des Autors oder der Autorin. DarstellerInnen als Werkzeuge also, um der Jury ihre Arbeit zu erleichtern. Diese kürt am Ende den besten Dramaturgen oder die beste Dramaturgin. 
 
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Eine humanistische Utopie aus der Antike und die Realität: Die diesjährigen Ruhrfestspielen legen einen Schwerpunkt auf die Migrationskrise. Foto: ©Bettina Stöß

Jubiläum mit Denkanstößen

Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen feiern ihren 70. Geburtstag und luden am Sonntag zu einem großen Volksfest ein. Bis zum 19. Juni können die BesucherInnen das Theaterfest erleben und werden dabei mit verschiedenen Themen von der Antike bis zur aktuellen Migrationskrise konfrontiert. Alles unter dem Motto „Mittelmeer – Mare Nostrum?“

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Atemberaubende Lichtshow: Optisch hat die Mayday auch für Nicht-RaverInnen was zu bieten. Foto: i-motion

Ein Metaller auf der Mayday

Rund 20.000 Raver und Raverinnen feierten ihren Tanz in den Mai nun zum 25. Mal auf ihre eigene Weise: Seit einem Vierteljahrhundert steht die Mayday in den Westfalenhallen für die Essenz der Technopartys. Unser Redakteur Marek, dessen Jahreshöhepunkt eher ein Festival wie Wacken ist, war vor Ort, um sich ein Bild vom Event zu machen.

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Euphorische Worte im Jubiläumsjahr: Anglistik-Professor Roland Weidle. Foto: ksz

Die RUB als Shakespeare-Zentrum

Obwohl sie ihren Hauptsitz in Weimar hat, wird Bochum stets als inoffizielles Zentrum der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft genannt. Spätestens am vergangenen Wochenende wurde der Campus diesem Titel gerecht. Als Schauplatz der alljährlichen Frühjahrestagung konnten Studierende, Lehrende und Literaturliebhabende in die Welt des berühmten Dichters und Dramatikers eintauchen. Jedenfalls in einen Teil davon.

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Die fiesen Fratzen der Welt: Ruijters Comic zeigt, dass Bosch seine Dämonen nicht im Jenseits zu suchen brauchte. Foto: avant-Verlag

Höllische Wimmelbilder

Die Menschen in seiner Heimatstadt erfüllten ihn mit Abscheu. Trotzdem konnte er ’s-Hertogenbosch einfach nicht verlassen. Aber die groben Gebräuche der Leute, die Doppelmoral der Pfaffen, die Lügen und Betrügereien der Handelsreisenden inspirierten Hieronymus Bosch auch zu seinen kranken Wimmelbildern der Hölle. So erzählt es jedenfalls Marcel Ruijters in seinem Comic „Hieronymus Bosch“, der pünktlich zum 500. Todesjahr des niederländischen Malers auf Deutsch erschienen ist.

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Zwischen Liebe und Hass: Partner- Innen​wahl aus rein wirtschaftlichen Motiven macht nicht ausnahmslos glücklich. Foto: alx

PartnerInnensuche in der russischen Provinz

„Lieben, lachen und es lassen“ hieß es am Freitag im Musischen Zentrum. Unter der Regie von Sebastian Bös inszenierten Michael Georgi, Lea Ger­stenkorn und Georgios Pavlidis Anton Tschechows Werk „Der Heiratsantrag“. Charaktere am Rande der Vernunft und ZuschauerInnen mittendrin. Am Ende blieb vom Original nur ein Gerüst, erweitert um zeitgemäße Interpretationen.

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Widerstand in der Grauzone

Der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) bringt, kuratiert von Imke Arns und Jens Kabisch, Figuren des digitalen Widerstands ins Dortmunder U und schafft einen aktuellen Themenbezug zu den Panama-Papers. Bis zum 14. August können die BesucherInnen die Rechtsfrage stellen und für sich selbst beantworten. Handeln AktivistInnen, WhistleblowerInnen, HackerInnen und VigilantInnen rechtsstaatlich oder kreieren sie durch das Internet einen rechtsfreien Raum?

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