Der unpolitische AStA

Der unpolitische AStA

Die StuPa-Wahl ist vorbei, die SiegerInnen stehen fest: genauso die Erkenntnis, dass erneut eine parteiferne Liste die meisten Stimmen hat: Die NAWI schaffte es auch dieses Mal, stärkste Liste zu werden und selbst wenn der jetzige AStA-Vorsitzende und gleichzeitige Spitzenkandidat der NAWI, Martin Wilken, schon im letzten Jahr in einem WAZ-Interview von einem „Trend zu unpolitischen Listen“ gesprochen hatte, müssen die etablierten und parteinahen Listen wie GHG, Jusos, JuLis sowie Piraten und  RCDS (diesmal nicht angetreten) hinterfragen, wie es zu diesem „Trend“ kommen konnte.

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Leben im Schnelldurchlauf

Leben im Schnelldurchlauf

Eine Woche und es ist Weihnachten. In vierzehn Tagen ist das Jahr rum. Mal wieder ging alles so schnell. Trank man noch vor gefühlten zwei Wochen Bier in der warmen Abendsonne, hetzt man nun zwischen zwei Tassen Glühwein durch die Kälte und sucht Weihnachtsgeschenke. Wieso vergeht die Zeit eigentlich jedes Jahr wie im Flug? Und wieso lernen wir nichts dazu, wenn uns diese Tatsache doch jeden Dezember aufs Neue stört?

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Soll umstrittener Journalist Ehrenprofessor bleiben?

Soll umstrittener Journalist Ehrenprofessor bleiben?

In der :bsz-Ausgabe 1021 waren an dieser Stelle zwei kontroverse Gastbeiträge von Karsten Finke (Grüne Hochschulgruppe (GHG)) und Kolja Schmidt (Jusos) zum GHG-Antrag auf Aberkennung der Ehrenprofessur des umstrittenen Bochumer Journalisten Peter Scholl-Latour (9. März 1924 – 16. August 2014) zu lesen. Inzwischen hat das Studierendenparlament (StuPa) mit zehn Ja- und drei Nein-Stimmen über den Antrag entschieden, der angesichts von 16 Enthaltungen jedoch als nicht angenommen gilt.

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joop

Frage der Kultur

Der Umgang mit Beschäftigten, wie ihn ein verstorbener Prof. am Imperial College schilderte (siehe Seite 4), ist an sich schon schockierend. Die unbeantwortete Frage, wie direkt der auf Prof. Grimm ausgeübte Druck mit seinem Tod zusammenhing, macht es umso tragischer. Ob dies ein Einzelschicksal ist oder Symptom einer fehlgeleiteten Philosophie, bleibt Ansichtssache. Es bedarf jedoch keiner Toten, um das Credo der unternehmerischen Hochschule zu hinterfragen.

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alx

Vom Band zum Arbeitsamt

Das Opelwerk, ein Sorgenkind Bochums und ein Stück Ruhrgebietsgeschichte geht zu Ende. Seit Jahren gab es Überkapazitäten bei der Herstellung und nun schließen sich die Tore, doch ab 2016 soll der Konzern wieder schwarze Zahlen scheiben. Zeit, sich besinnlich zu stimmen?

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Illustration: ck

Ein Mann. Ein Hemd. Eine Mission.

Nach mehr als zehn Jahren Missionsdauer und einer Reisestrecke von etwa 7,1 Milliarden Kilometern erreichte die Raumsonde Rosetta Mitte November den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, um einen Lander (Philae) auf diesem abzusetzen. Mittlerweile wissen wir, dass die Mission ein Erfolg war. Und wir wissen auch, dass man neben Anerkennung und Bewunderung für wissenschaftliche Leistung auch etwas anderes ernten kann – den Zorn einiger Heulsusen, die ihrer Empörung auf Twitter freien Lauf lassen.

 
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Freie Verhütung für freie Frauen!

Freie Verhütung für freie Frauen!

Die „Pille danach“ wird dank einem Beschluss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zukünftig rezeptfrei in Apotheken erhältlich sein. Das ist medizinisch sinnvoll – und gesellschaftlich ein Sieg der weiblichen Selbstbestimmung über den konservativen Moralismus.

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alx

Richtig dosierte Verhütung

Männer haben meist nur indirekt mit der Entscheidung zu tun, wenn Frauen „die Pille danach“ wählen. Vielleicht riss das Kondom oder beide waren nicht ganz – gegebenenfalls doch – bei der Sache. Plötzlich kommt dann das Erwachen und die Situation ist ungewollt. Schnell sein heißt es, wenn die Entscheidung klar ist. Der Termin beim Arzt kostet wertvolle Zeit und ist lästig. Gute Gründe für den rezeptfreien Verkauf gibt es also, aber meiner Meinung nach überwiegen dennoch die Nachteile.

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Anfragen aus der braunen Ecke

Anfragen aus der braunen Ecke

Eine geschmacklose Provokation der Partei „Die Rechte“ im Dortmunder Stadtrat sorgt für Aufsehen: Vergangene Woche fragte Dennis Giemsch, Ratsvertreter der „Rechten“, nach der Anzahl der in Dortmund lebenden BürgerInnen, die dem jüdischen Glauben angehören.

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Knappe AStA-Mehrheit für  Carsharing-Vertrag

Knappe AStA-Mehrheit für Carsharing-Vertrag

Auf der jüngsten Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) am 18. November beschlossen die AStA-tragenden Listen mit nur 16 Ja-Stimmen, den lange kontrovers diskutierten Kooperationsvertrag mit dem Dumping-Anbieter Citeecar zu unterzeichnen. Die Bewertung der Entscheidung fällt höchst unterschiedlich aus: „Wir sehen es kritisch, mit diesem Unternehmen zu kooperieren, da es nicht sehr seriös wirkt“, sagt selbst der Jungliberale Linus Stieldorf zur :bsz über jene Firma, die das Unternehmenskonzept von Ryanair zum Vorbild hat. Noch weiter geht Franziska Pennekamp von der Grünen Hochschulgruppe (GHG): „Der Vertrag mit Citeecar ist ein großer Fehler. Wir hoffen, dass dieser schnell wieder ausläuft.“ Das könnte frühestens ein Jahr nach Unterzeichnung der Fall sein. Die GHG habe bereits einen Antrag auf Beitritt zum Verein ruhrmobil-E e. V. gestellt, um künftig verstärkt Elektrofahrzeuge an die RUB zu holen.

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Anwesenheitspflicht doch nicht Kokolores

Nachdem :bsz-Redakteur Marek in der letzten Ausgabe die Abschaffung der Anwesenheitspflicht in Lehrveranstaltungen begrüßt hat, erreichte uns die Reaktion eines Lesers. Dieser findet, dass die Anwesenheitspflicht durchaus einen Sinn hat.

„Lieber Marek,

Du hast Recht – zumindest stellenweise.

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Anwesenheitszwang ist einfach Kokolores

Anwesenheitszwang ist einfach Kokolores

Dafür wurde lange gefochten: Die Anwesenheitspflicht für Univeranstaltungen ist von Gesetzes wegen abgeschafft. Der AStA, die Fachschaften und alle Studierenden jubeln und feiern – Denkste! Eine nicht unbeträchtliche Zahl von HochschülerInnen sieht diese Errungenschaft für ein selbstbestimmtes Studium kritisch und will die Pflicht zur physischen Präsenz zurück. Im Folgenden werden die drei häufigsten Argumente für den Anwesenheitszwang beschrieben und begründet, warum sie Schwachsinn sind. Denn keine Anwesenheitspflicht bedeutet nicht Abwesenheitspflicht!

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PiratInnen suchen Kurs

PiratInnen suchen Kurs

„Wir gehen nicht im Groll, aber mit einer Schwermut, die wir zunächst verarbeiten müssen“, heißt es in einer am Elften Elften veröffentlichten Stellungnahme der Piraten-Hochschulgruppe zu ihrem Rückzug aus der amtierenden AStA-Koalition. Neben einer „Enttäuschung über die Arbeitsatmosphäre“ ist dort von einer offensichtlichen Unzufriedenheit mit den „Ergebnissen der politischen Arbeit“ im AStA die Rede; aber auch an Selbstkritik wird nicht gespart: „Letztlich ist es aber auch eine Enttäuschung, unseren eigenen Ansprüchen und Zielen nicht gerecht geworden zu sein.“

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Kompetitives Essen

Kompetitives Essen

Ich muss zugestehen, dass ich kein großer Campus-Esser bin und vermutlich auch keiner werde. Der Mensa konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Da war mir die selbstgeschmierte Stulle stets lieber, als mit den hungrigen Massen in einer langen Schlange zu stehen. Ähnlich verhält es sich beim Bistro, welches ich bisweilen nur sporadisch zum Kaffeetrinken aufsuchte. Auch das Q-West, neben der Cafete im SSC die jüngste Campus-Gastronomie des Akafö, habe ich bisher noch nicht von innen gesehen. Nun, eigentlich doch, denn in der vergangenen Woche nahm das universitäre Restaurant am kulinarischen Wettstreit der Kabel-Eins-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ teil.

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Kommentatorin: Birthe Kolb

„Schlimmste Anomalie des 21. Jahrhunderts“

Ein Mensch, der staatenlos ist, existiert praktisch nicht – deshalb ist es verwunderlich, wenn die UNO in einem neuen Bericht zum Thema Staatenlosigkeit davon ausgeht, dass weltweit etwa zehn Millionen Menschen offiziell zu keinem Staat gehören; denn wie soll man jemanden, der nicht existiert, statistisch erfassen können? Eine neue Kampagne der UNO soll nun auf diese Problematik aufmerksam machen.

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Grüne Hochschulgruppe beantragt Aberkennung seiner Ehrenprofessur: Peter Scholl-Latour. - Foto: wikimedia commons

Warum ihm keine Ehre gebührt!

Peter Scholl-Latour war ein mutiger junger Mann. Sein Onkel ist im KZ Sachsenhausen wegen seiner jüdischen Herkunft ermordet worden. 1944 schloss er sich der französischen Partisanenarmee an, um gegen Nazideutschland zu kämpfen. Warum also lasse ich ihm nicht seine Ruhe? Im Herbst 2014 wollte die FDP-Fraktion in Bochum Scholl-Latour die Ehre zukommen lassen, eine Straße nach ihm zu benennen. Daraufhin beschäftigte ich mich näher mit ihm. Am Ende sah die FDP den Antrag als erledigt an – wohl auch aus der Angst, Applaus von ganz Rechts zu erhalten.

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Grüne Hochschulgruppe beantragt Aberkennung seiner Ehrenprofessur: Peter Scholl-Latour. - Foto: wikimedia commons

Bochumer: Franzose: Weltbürger!

Peter Scholl-Latour polarisiert. Es wird diskutiert, ihm die Ehrenprofessur abzuerkennen – auf Antrag der Grünen, ohne schriftliche Begründung und (besonders geschmackvoll!) drei Monate nach seinem Tode. Klingt so absurd wie die geforderte Verbannung von Kant aus den Lehrplänen der HU Berlin im Sommer, weil er „Rassist war“. Die Argumente gegen Scholl-Latour werden die altbekannten sein: Er habe ein stereotypes Islambild verbreitet, sich bei Einzelfakten geirrt und sei ein Egomane gewesen. Über „frustrierte deutsche Orientalisten“, die ihm seine Auflagenstärke missgönnten, konnte er nur schmunzeln (vgl. RUBENS 59).

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Für 50 Euro zum Mars

Im Sattel, am Steuer und auch in der Luft: Dies könnte die zukunftsweisende Leitlinie des amtierenden AStA für die nächsten Jahre sein. Denn wenn nach der erfolgreichen Mobilisierung der Studierenden durch das immer dichtere Metropolrad-Netz mit der angestrebten Citeecar-Kooperation – zumindest einer solventeren Klientel – auch der Segen der Automobilität zuteil werden sollte, bleibt nur noch der Weg in die Luft, um endgültig abzuheben… Abwegig wäre dies keineswegs – gibt das Billigflug-Unternehmen Ryanair doch das „unternehmerische Leitbild“ für das betriebsrat(s)lose Dumping-Geschäftsmodell der bundesweit billigsten Carsharing-Firma Citeecar vor (die :bsz berichtete).

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PKK-Verbot aufheben!

PKK-Verbot aufheben!

Wegen der Belagerung der Stadt Kobanê durch den Islamischen Staat (IS) finden momentan zahlreiche Demonstrationen statt. Von kurdischen und linken Gruppen wird dabei auch die Aufhebung des hierzulande seit 1993 bestehenden Verbots der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gefordert. Diese Forderung ist in zweierlei Hinsicht vernünftig: Für den Kampf gegen den IS – und für den Friedensprozess in der Türkei.

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alx

ObamaCare im StuPa

Es war die dritte von vier Sitzungen, die benötigt wurde, um letztlich doch noch zu den haushaltstragenden Themen zu kommen. So wurde der Nachtragshaushalt 2014/2015 vorgestellt und die Entlastung des letzten AStA (Zusammenschluss von GEWI, NAWI, IL und Jusos in den Jahren 2013/2014) verkündet. Durch letztere bestätigt das StuPa die Arbeit und die Ausgaben der jeweiligen Studierendenvertretung. Neben den anderen großen Themen wie Citeecar und der geforderten Aberkennung der Ehrenprofessur Peter Scholl-Latours († 16. August 2014) gab es noch einen ganz besonderen Auftritt.

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Liquid Democracy

Liquid Democracy

Die Bilanz der Listen im Studierendenparlament (StuPa) fällt fast einhellig aus: Parlamentarismus auf Hochschulebene sei ein wichtiges Instrument zur Kontrolle der AStA-Arbeit und – wie auch die am AStA beteiligten Jusos es formulieren – „ein hohes Gut“; selbst wenn eine sinnvolle Umsetzung derzeit nur teilweise möglich sei, wie es die Liste B.I.E.R. auf den Punkt bringt: „Denn kontrollieren kann man nur, worüber man informiert wird“, sagt Denise Welz. „Liquid democracy erschöpft sich nicht in dem Bereitstellen von Kühlgetränken auf Sitzungen, lieber AStA, auch wenn das ja mal ein Anfang wäre, sondern heißt auch transparentes Handeln und Kommunizieren“, appelliert sie satirisch an die Verantwortlichen.

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