Keine Gute-Nacht-Geschichte für Herrn Castrillo: Auf den Beschluss von Fahrpreiserhöhungen seitens des Verkehrsbetriebs Bogestra Anfang der 70er Jahre reagierten Studierende in Bochum und Umgebung mit der Protest-Aktion „Roter Punkt“ und riefen in verschiedenen Städten zu Demos auf.
Hasardspiel trotz Hypotheken
Von der Peloponnes bis in den Pott – Krisenstimmung überall. Griechenland hat nicht nur weiterhin jede Menge Schulden. Die linken HoffnungsträgerInnen von SYRIZA haben sich durch ihre Koalition mit den ANEL-RechtspopulistInnen zusätzlichen eine...
Finanzjongleure ohne Mathekenntnisse
Die Kommunen im Ruhrgebiet kämpfen seit Jahren mit steigenden Sozialkosten, sinkenden Steuereinnahmen und daraus resultierender, massiver Verschuldung der Städte und Gemeinden. Dank riskanter Devisengeschäfte mit der Schweizer Nationalbank (SNB) müssen Bochum, Essen und Co. jetzt noch mehr zurückzahlen. Doch nicht nur sie werden von der starken Währung belastet: Auch ausländische Studierende in der Schweiz kämpfen mit horrenden Mensapreisen in den Universitäten. Wieso ist der Franken so stark und was hat das mit Bochum zu tun?
Fragile Spekulationsblase?
Mitte des 17. Jahrhunderts sorgte die Tulpenzwiebel in den Niederlanden für einen regelrechten Boom unter SpekulantInnen, AnlegerInnen und all jenen, die vom schnellen Geld träumten. Dies änderte sich jedoch mit dem großen Tulpen-Crash von 1637, als die Spekulationsblase schließlich platzte und die Preise für das ehemals begehrte Gewächs um 95 Prozent fielen. Heute muss dieses Ereignis als Vergleich für ein anderes Phänomen herhalten. KritikerInnen sehen in den Bitcoins, einer Internetwährung, die seit Jahren gegen Skandale und einen dubiosen Ruf kämpft, eine historische Parallele.
Bald gähnende Leere im Meere?
Der Sushi-Boom, nicht nur in Deutschland, dürfte einigen Anteil daran haben: Die Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten steigt seit Jahren. Sie wird befriedigt mit einer Jahresproduktion von knapp 145.000 Tonnen. Die Folgen sind so absehbar wie erschreckend: Wenn es mit der Überfischung wie bisher weitergeht und auch die Politik weiterhin die Ratschläge der Wissenschaft in den Wind schießt, gibt es laut der Naturschutzorganisation WWF in 40 Jahren keine Fische mehr im Meer.
Vom Atlantischen zum Plastifischen Ozean
Wie zynisch: Wenn der Mensch die Meere schon ihrer Fische, Krabben und Weichtiere entledigt (siehe oben), dann pumpt er die See doch mit etwas anderem wieder voll: mit Müll. Besonders Plastikmüll macht den marinen Ökosystemen zu schaffen: Es gibt ihn massenweise, er ist nicht biologisch abbaubar und zerfällt in wenige Millimeter große Teilchen, die in den Nahrungskreislauf gelangen.
Wenn Bergkuppen enthauptet werden
Die schleppende Energiewende und der Ausstieg aus der Atomindustrie macht Deutschland immer mehr abhängig von einem doch scheinbar aus der Mode gekommenen Brennstoff, der Steinkohle. Und dieser stammt längst aus Übersee: Die USA (10,5 Mio Tonnen/Jahr), Russland (10) und Kolumbien (8) füttern die hungrige deutsche Wirtschaft mit dem fossilen Brennstoff, der unter sehr zweifelhaften Bedingungen gewonnen wird.
Reis zum Frühstück und Chinesischkurs an Silvester
Erst am 19. Februar beginnt in Taiwan und China das neue Jahr. Dann wird das Jahr der Ziege das des Pferdes ablösen. In meinem Auslandssemester in der taiwanesischen Hauptstadt Taipei habe ich schon mal den westlichen Jahreswechsel zum Anlass genommen, um ungewohnte Essgewohnheiten, außergewöhnliche Unterrichtsmethoden, sowie unsere wichtigsten Feiertage Weihnachten und Neujahr hier genauer unter die Lupe zu nehmen.
Es ist Silvester, 17:30 Uhr am Abend. Ich sitze an meinem Schreibtisch und lerne für meinen Chinesischkurs. Trotz 15 Grad Außentemperatur ist es kalt. Das liegt an der hohen Luftfeuchtigkeit und daran, dass es in Taiwan keine Heizungen in den Wohnungen gibt. Somit ist die Außentemperatur gleich auch der Innentemperatur. In einer halben Stunde muss ich los zum Kurs.
Erdrutschsieg der NAWI
Seit Samstag steht das Ergebnis der aktuellen Wahl zum Studierendenparlament (StuPa) fest: Die Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure (NAWI), die mit acht von 35 Sitzen bereits aus der letzten StuPa-Wahl im Januar als stärkste Gruppierung hervorging, konnte noch einmal drei Mandate zulegen und kam auf fast 30 Prozent der Stimmen sowie elf Sitze. Wie im Vorjahr siegte die NAWI an sechs von zehn Wahlurnen auf dem Campus und verbesserte ihre Ergebnisse in der I- und N-Reihe sowie im MA-Gebäude deutlich. Auch insgesamt gewann die amtierende AStA-Koalition drei Sitze hinzu und steigerte sich von 18 auf 21 Mandate. Theoretisch würden nun drei der zuletzt fünf Koalitionslisten genügen, um einen AStA zu bilden.
Von Campussanierung und Deutschkursfinanzierung
In der letzten Ausgabe haben wir Euch die Positionen der zehn aktuell fürs Studierendenparlament (StuPa) kandidierenden Listen in drei zentralen Fragen vorgestellt. Zu einem weiteren wichtigen Thema herrscht weitgehende Einigkeit: Fast alle Listen lehnen auch nach dem jüngsten Vorstoß der Hochschulrektorenkonferenz, eine Debatte über nach dem Studium zu entrichtende Gebühren loszutreten, jede Form von Studiengebühren (S) weiterhin konsequent ab. Divergenter sind die Positionen zum Hochschulentwicklungsplan III (H), der insbesondere das fragwürdige Konzept einer ‚unternehmerischen Hochschule‘ vorantreibt, sowie zur kosten- und prestigeträchtigen Campus-Sanierung (C):
Von (Campus-)Mobilität und -Kultur bis zur Hochschulzukunft
Die :bsz hat sämtliche zur StuPa-Wahl antretenden Listen gebeten, ihre Positionen zu insgesamt sieben Themenkomplexen mitzuteilen. Als Schwerpunkte kristallisierten sich Mobilität, Campuskultur und Hochschulzukunft heraus. Hier die nun die ungekürzten Antworten der Listen (der Redaktion als ‚Wahlkampf-Slogan‘ zugegangene Repliken sind kursiviert):
(Selbst)Therapie à la Goethe
Dichter, Politiker, Naturwissenschaftler – und zwar in allem einer der bedeutendsten seiner Zeit. Johann Wolfgang von Goethe war zweifelsohne ein vielseitiger Mensch. Doch auch er blieb nicht von Ängsten und seelischen Abgründen verschont. Wie seine autobiografischen Schriften und brieflichen Korrespondenzen zeigen, musste er sich sein ganzes Leben lang mit psychischen Problemen auseinandersetzen. Dies gelang ihm erstaunlich gut – ohne jegliches Fachwissen therapierte er sich nämlich selbst.
Repression gegen Grenzüberschreitung
Am Vorabend des 9. November brachen vom Berliner Maxim-Gorki-Theater aus einhundert AktionskünstlerInnen und PolitaktivistInnen rund um das Zentrum für politische Schönheit zu den Außengrenzen der EU auf. 14 Kreuze zum Gedenken an die ‚Mauertoten‘ an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Ost- und Westberlin wurden am 25. Jahrestag des Mauerfalls für die Aktion ‚entliehen‘ und an drei Orten entlang der EU-Grenze aufgestellt: am Grenzzaun der spanischen Enklave Melilla in Marokko, in Griechenland sowie in Bulgarien. Dies entfachte eine breite mediale Debatte darum, was (politische) Kunst darf und was nicht. Erklärtes Ziel der AktivistInnen war es zudem, den europäischen Grenzzaun einzureißen, um so für den „Ersten Europäischen Mauerfall“ zu sorgen. Die beiden politischen AktivistInnen Kathrin und Jan waren mit dabei und berichten im Interview mit Gastautor Philipp Adamik für die :bsz.
Winterliche Tristesse
Spätestens nach der Zeitumstellung im Oktober merken wir es alle: Die Tage werden erheblich kürzer. Mit etwas Pech betreten und verlassen wir den Campus, wenn es noch oder schon wieder dunkel ist. Manche Menschen sind in den Herbst- und Wintermonaten darüber hinaus jedoch besonders antriebslos – die saisonale Depression ist weder Einbildung noch extrem selten. Doch glücklicherweise müssen Betroffene nicht auf Antidepressiva zurückgreifen. ExpertInnen empfehlen stattdessen ganz viel Licht.
Fit mit jedem Tipp!
Mit dem Herbst kommen auch schon die triefenden Nasen und Hustenattacken – meistens ausgerechnet neben Euch in der U-Bahn oder im Bus. Es muss Murphys Gesetz sein, dass sich gerade die erkälteten Menschen immer neben Euch setzen müssen. Um besser durch die Erkältungswelle zu kommen, hat die Redaktion eigene Erfahrungen ausgetauscht und die effektivsten sowie kostengünstigsten für Euch zusammengestellt.
Ist die Lennershof-Siedlung doch noch zu retten?
Ein Gespenst geht seit nunmehr sechs Jahren um in Bochum-Querenburg; während die Ruhr-Universität mit dem „Gesundheitscampus“ nach Westen expandiert, soll im Rahmen des „Masterplans Universität-Stadt“ auch östlich der RUB mit dem „Campus-Quartier Lennershof“ ein großes Areal für „universitäre Einrichtungen“ erschlossen werden – und dabei auf bestehende Siedlungsstrukturen kaum Rücksicht genommen werden. Gegenüber den ein- bis zweigeschossigen Wohngebäude im Plangebiet, die laut Bebauungsplan „nicht mehr den aktuellen Wohnbedürfnissen“ entsprechen, wird durchschnittlich eine doppelte Geschosshöhe angestrebt. Zudem sollen Bürogebäude und sogar ein Hotel für GastdozentInnen („Boarding House“) in dem Wohngebiet angesiedelt werden, wenn es nach den ursprünglichen Plänen des Investors VBW (Verein für Bauen und Wohnen) sowie der Stadtverwaltung ginge. Doch aktuell erhielt die Planung einen nachhaltigen Dämpfer: Bezirksvertretung und Planungsausschuss legten das Ganze einstweilen auf Eis, während ausgerechnet ein Ausschussmitglied der Grünen, Martina Foltys-Banning (zugleich Mitglied im VBW-Aufsichtsrat) an der Planung festhalten will.
Hilfe, ich bin ein Konsument, holt mich hier raus
Sterbehilfe für Opel: Kluge Köpfe beschäftigten sich bei der Abschlusskonferenz des Detroit-Projekts im Schauspielhaus mit der Frage, wie es nach der Schließung des Opel-Werks in Bochum weitergehen kann. Alle waren sich einig: Es gibt eine Welt ohne Wachstum. Das zeigte vor allem der Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech in seinem Vortrag.
Wir sind die Jungs von der Opel-Stadt
Heimat und Maloche: Die Arbeitsschichten werden allmählich ins Schauspielhaus verlegt: Denn mit dem Revue-Stück „Wir Kinder von Opel“ sowie den anschließenden Filmvorführungen „Ein Werk verschwindet“ und „Arbeit.Heimat.Opel“ lud man zur über dreistündigen Reflexionsarbeit darüber ein, was das Opel-Werk eigentlich für die Stadt bedeutet.
Eine Fabrik wird verramscht
Als Trikotsponsor für den VfL hat die Klamottenkette KiK ja irgendwie einen Bezug zur Stadt. Dass nun aber die Industrieanlagen des Bochumer Opel Werks I wie am Wühltisch den Besitzer wechseln sollen, mutet doch etwas befremdlich an: Mit „Complete Clearance – Everything must go!“ wirbt Industrieanlagen-Vermarkter Maynards für die tollen Industrieroboter-Schnäppchen. Nach Schließung des Werks will Opel sogar selbst Hand an den Abriss legen, um für den Logistik-Riesen DHL Platz zu machen.
Und täglich grüßt der Judgement Day
Was wir mit Charlie Chaplin gemeinsam haben: Die Zumutungen der digitalisierten Gesellschaft machen uns müde und die Technik befördert orwellsche Kontrollverhältnisse. Aber auch das StuPa meckert über bestehende Intransparenz . Gute alte Zeiten...
Durch das Hintertürchen
Seit 2011 ist es bei vielen Android-Geräten möglich, eine optionale Verschlüsselung für die eigenen Daten zu aktivieren. Allerdings wissen viele NutzerInnen gar nicht, dass es diese Option überhaupt gibt. Bereits im September 2014 berichtete die Washington Post von Plänen des Suchmaschinen-Riesen Google, die Verschlüsselungsoption in zukünftigen Generationen von Geräten, die mit dem hauseigenen Android-Betriebssystem laufen, standardmäßig zu aktivieren. Für den Chef des FBI, James Comey, scheint dies jedoch ein Schritt in die falsche Richtung zu sein.



















