Die „perfekte“ Mutter: Es jedem Recht machen und dabei auch noch glücklich aussehen müssen.

Dann lieber auf Kinder verzichten?

Die israelische Soziologin Orna Donath hat mit ihrer Studie „Regretting motherhood: a sociopolitical analysis“ in Deutschland einen Nerv getroffen. Sie spricht über ein hierzulande bisher tabuisiertes Thema: Die Reue, Mutter geworden zu sein. Reue gab es bisher im Kontext Mutterschaft in der Mittel- und Oberschicht nur als die einmal vermeintliche Reue darüber, unter Umständen kinderlos geblieben zu sein.

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Wir brauchen nicht noch mehr Kinder: Knallt das Vieh ab!

Eltern sind Arschlöcher

Ich möchte spontan 3,5 Kilogramm Kotze aus meinem Leib herauspressen, wenn ich mir ansehe, was die Menschen auf dieser Erde so treiben. Das könnte vom Gewicht her (und ein bisschen vom Aussehen, schleimig und unförmig) ein Neugeborenes sein. Und dann kommt es mir glatt noch einmal hoch. Denn ein Kind in die Welt zu setzen, ist ein Akt größtmöglichen Egoismus.

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Katar deckt ein: Ein Tisch voller orientalischer Köstlichkeiten — leider nur als Plastik.

Feed your Planet

Wie sieht die Expo 2015 mit dem Thema „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ in Mailand eigentlich so aus? Diese Frage stellte ich mir schon vergangenes Jahr im Dezember und buchte sogleich eine möglichst günstige Reise dorthin. Mailand ist zwar bekannt für seine BankangestelltInnen, aber vor allem für Mode. Dank der Weltausstellung ist Milano jetzt auch dafür in aller Munde.
 
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Duell der Ansichten. Karikatur: ck

Wer hat Angst vorm bösen Bursch?

Burschis bei der Blaupause! „Man sollte mit härteren Bandagen dagegen vorgehen und damit drohen, die Blaupause zu boykottieren, wenn Burschenschaften Stände bekommen.“ So wird die Grüne Hochschulgruppe im Protokoll der StuPa-Sitzung vom 26. März zitiert. Nun haben trotzdem drei „Burschenschaften“, wie Studentenverbindungen oft fälschlicherweise zusammenfassend genannt werden, ihre Stände bei der BlauPause und „es gibt keine rechtliche Handhabe, sie der Veranstaltung zu verweisen“, wie AStA-Vorsitzender David Schmidt (NAWI) erklärt. „Wenigstens“ habe man erreichen können, dass die Landsmannschaft Ubia Brunsviga Paleomachia, die Prager Burschenschaft Arminia und das Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum ihre Stände alle gesammelt in der Nähe der Polizei und der Veranstaltungsaufsicht haben. „Wenn die nur einen Krümel gegen die Regeln verstoßen, werden sie direkt rausgeschmissen“, sagt Daniel Greger (GEWI) vom AStA-Vorstand.

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Gärtner der Freundschaft: AAV-Vorsitzender Azat Ordukhanyan (rechts) pflanzt Bäume in Bochum. Foto: Armenisch-akademischer Verein 1860 e. V.

„Ein grünes wachsendes Fundament für unsere Zukunft“

Von Gärten und Prinzessinen
„Wir haben bewusst 155 Bäume genommen und nicht einhundert“, erklärt Azat Ordukhanyan, Vorsitzender des Armenisch-akademischen Vereins 1860 e. V. (AAV) aus Bochum, „denn damit zeigen wir: Unsere Freundschaft ist älter und wichtiger als ihre Unterbrechung vor hundert Jahren.“

Die Armenischen Platanen, Walnussbäume, Trauerweiden, Fliedern und Aprikosenbäume wurden eigens aus dem Kaukasusland herbeitransportiert und sollen im Laufe des Jahres an Kulturstätten, Schulen und Friedhöfen, an denen Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter gedacht wird, in Bochum und bundesweit gepflanzt werden. Am 18. April wurden bereits 50 Bäume auf der Bochumer Schmechtingwiese unweit des Bergbaumuseums gepflanzt; acht weitere stehen im Tierpark. Damit werde Bochum zu einem internationalen Freundschaftsgarten. In der armenischen Hauptstadt Jerewan wurde auf Ordukhanyans Initiative hin bereits ein Pendant errichtet.

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Luxusgut Realität: Immer weniger Kinder entdecken ihre Umwelt mit all ihren Sinnen, schließlich geht das per Bildschirm auch bequem von zu Hause aus. Foto: mb

Wenn Realität nur mehr Luxus ist

Kennt Ihr auch diese Leute, die nur vorm Rechner sitzen und ihren Mitmenschen lediglich ein paar Mal die Woche in Form des Pizzaboten begegnen? Oder jene, die permanent in sozialen Netzwerken abhängen und ihr Smartphone immer in Sicht- oder Spürweite haben müssen? Die digitale Revolution hat uns zweifelsohne fest im Griff – bei manchen mündet das bis in die Internetabhängigkeit. Über dieses neue Phänomen informierte und diskutierte der Psychotherapeut und Ambulanzleiter der LWL Klinik Bochum, Bert te Wildt, letzte Woche Dienstag im BlueSquare.

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Das zweite Selbst: Mensch und Telefon verschmelzen zum Cyborg. Illustration: ann/mar

Schleichende Hassliebe

Der Smartphon(e)ismus hat mittlerweile so gut wie jede/n erwischt. Selbst die letzten willensstarken SmartphonegegnerInnen sind angesteckt worden – und manche bereuen es. Man sieht sie nun genauso wie die anderen alle fünf Minuten auf ihr Gerät blicken und es wieder zurück in die Hosentasche stecken. Es wird neben das Mittagessen gelegt, mit ins Bad und ans Bett genommen. Was bedeutet diese Omnipräsenz des Smartphones im Alltag eigentlich?

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Alltag in Neu-Delhi: Artisten zeigen gewagte Akrobatik im Slum. Fotos: Kai Bernhard/Manuel Pachurka

„I love to live here“

Neu-Delhi. Die Kathputli Colony ist seit mehr als 50 Jahren das Zuhause von zahlreichen ArtistInnen, MusikerInnen, PuppenspielerInnen und anderen Künstlergruppen. Etwa 2800 Familien sind es, die dort leben; darunter finden sich weltberühmte KünsterInnen oder gar SchauspielerInnen aus Bollywood-Filmen. Trotz ihres Erfolgs leben sie in einem Slum – der wiederum der Regierung ein Dorn im Auge ist.

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Lässig: Indische Familie mit Roller. Foto: Kai Bernhard / Manurel Pachurka

Slums, Buddha und Bollywood?

Durch Neu-Delhis Straßen pilgern und die vielen neuartigen Eindrücke auf Video festhalten – was wie nach einem teuren Privaturlaub klingt, durften RUB-Studierende vergangenen Februar hautnah erleben. Neben dem simplen Touri-Programm stand jedoch auch der interkulturelle Austausch mit Einheimischen und der Abbau gängiger Klischees über das Land von Buddha und Co. im Vordergrund.

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Radeln für den Weltfrieden: AktivistInnen protestierten am vergangenen Montag gegen den weltweiten Militarismus. Foto: alx

Den Frieden finden

Der weltweite Militarismus erlebt eine neue Blütezeit: Militäreinsätze nehmen seit Jahren zu, mit Waffen- und Rüstungsgeschäften werden Milliarden-Gewinne erzielt. So forderte Bundespräsident Joachim Gauck, „dass unser Land eine Zurückhaltung, die in vergangenen Jahrzehnten geboten war, vielleicht ablegen sollte.“ Die militaristische Propaganda war auch in diesem Jahr Anlass für Tausende Menschen, sich den Ostermärschen für den Frieden anzuschließen (siehe Bericht und Interviews u. a. mit Sevim Dağdelen sowie Kommentar zum Thema).

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Stand des Essner Friedens-Forums. Foto: alx

Das „Wie?“ entscheidet

Friedensbewegungen sind wichtig für unser Land. Nicht nur, weil sie uns an friedliche Lösungen erinnern, wenn gewaltsame Handlungen naheliegend erscheinen, sondern auch, weil dadurch die Menschen zusammenkommen und diskutieren. Der Ostermarsch bewirkt genau das. Er hat tausende Menschen in Deutschland dazu bewegt, ihre Meinung durch Anwesenheit und Protest zu auszudrücken. Auch auf den Montagsdemos wird sich engagiert. Allerdings sind diese nicht immer frei von Weltanschauungen, mit paranoiden und extremen Tendenzen, die humanistischem Denken entgegenstehen.

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Sie gehen jedes Jahr auf die Straßen: Die AktivistInnen der Ostermärsche. Foto: alx

Marschieren mit dem Fahrrad

Seit den 60er Jahren finden deutschlandweit die jährlichen Ostermärsche statt, deren TeilnehmerInnen sich zu pazifistischen und antimilitaristischen Werten bekennen. Aber solche Friedensbewegungen haben es zurzeit nicht leicht. Die großen Medien konnotieren Gespräche mit den umstrittenen „neuen Montagsdemos“ kritisch und schenken ihnen nur wenig Aufmerksamkeit.  Die Friedensbewegung innerhalb des Ruhrgebiets startete dieses Jahr am Karfreitag. Sie zog von der Urananreicherungsanlage in Gronau bis nach Dortmund, wo sie am Montag an den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren erinnerte. :bsz-Reporter Alexander Schneider war beim Fahrradmarsch am Sonntag von Essen bis Bochum mit dabei.

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Hier könnte schon bald der Strom für das Studierendenhaus produziert werden: Der AStA plant ein Pedalkraftwerk. Darstellung: joop

AStA erfindet das Rad neu

Leihfahrräder, Car-Sharing, VRR-Verhandlungen – wenn es um die Mobilität der Studierenden geht, scheut der AStA der Ruhr-Uni Bochum weder Kosten noch Mühen. Der neueste Coup ist ein Verleihdienst für Fahrrad-Rikschas. Auch ein Pedalkraftwerk steht zur Debatte.

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Seilbahn für Bochum

In der vergangenen Woche hat die politische Liste Die Stadtgestalter ihr Konzept eines modernen Nahverkehrs für Bochum vorgestellt: Eine Seilbahn soll die Innenstadt mit der RUB, mit Langendreer und dem Ruhr-Park verbinden. Für nur 36 Millionen Euro (vergleichbar mit den Kosten für ein total unumstrittenes Konzerthaus) werde, so die Stadtgestalter, die U35 entlastet, gewinne die Stadt an Attraktivität und neue Unternehmen an den Standort des ehemaligen Opelwerks gelockt. Offen sein für neue Ideen, heißt es. Deshalb haben wir uns nach weiteren Alternativen umgesehen.

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Fels in der Brandung? Der neue EZB-Turm in Frankfurt.

„Bürgerrechte hin oder her“

In der Nacht zum 18. März brachen von Köln und anderen nordrhein-westfälischen Städten mehr als 500 Blockupy-AktivistInnen nach Frankfurt auf, um die Eröffnungsfeier des neuen Gebäudes der Europäischen Zentralbank zu verhindern. In den frühen Morgenstunden erreichte der Konvoi eine Nebenstraße in Frankfurt. Die AktivistInnen eilten von dort zu einem der fünf Blockadepunkte. An ihrem Punkt, der Osthafenbrücke am Main gegenüber dem EZB-Neubau, wurden sie bereits von mehreren Hundertschaften und Wasserwerfern der Polizei erwartet. Noch vor sieben Uhr standen sich beide Blöcke wie in einem Schachspiel im Schatten der Europäischen Zentralbank gegenüber. 

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Gut gelaunt nimmt der frischgewählte AStA-Vorsitzende David Schmidt die Amtsgeschäfte auf. Foto:ck

Die Ablösung ist da

:bsz Stellt euch mal kurz vor. David Schmidt: Ich bin David Schmidt, 20 Jahre alt und studiere im dritten Semester Chemie Bachelor of Science. In meiner Freizeit segele ich oder engagiere mich bei der freiwilligen Feuerwehr Bochum, spiele Gitarre, lese und...

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Jan Heinrich von der NAWI übernimmt im neuen AStA-Vorstand das Finanzreferat. Foto: mar

Die neue Spitze stellt sich vor

Die Wahl des Studierendenparlaments der Ruhr-Uni liegt bereits zweieinhalb Monate zurück, in seiner Sitzung am 25. Februar hat der neue AStA jetzt auch endlich einen neuen Vorstand gewählt. David Schmidt und Jan Heinrich bilden eine NAWI-Doppelspitze. Die Koalition aus NAWI, Jusos, GEWI, IL und REWI haben insgesamt 21 der 35 StuPa-Sitze.

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Berlin: 50.000 Menschen demonstrierten am 17. Januar gegen TTIP. Foto: Dirk Loose

TTIP und CETA – Abkommen, die uns alle angehen

Das zwischen EU und USA verhandelte Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) ist als Dauerthema in den Medien. Es geht um Lebensmittelsicherheit, Tierschutz, Umweltschutz und Arbeitsplätze in einem Markt, der 800 Millionen VerbraucherInnen in Europa und Nordamerika umfasst. Ständig kommen neue Details der geheimen Verhandlungen an die Öffentlichkeit, wie zum Beispiel die geplante Privatisierung des Gesundheitswesens. Im Januar brachten die möglichen Auswirkungen von TTIP auf den Agrarmarkt in Berlin 50.000 DemonstrantInnen auf die Straße. Doch nicht nur TTIP sondern auch das von der EU mit Kanada verhandelte CETA-Abkommen birgt Gefahren.

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