An den Zufahrten zur Ruhr-Uni riecht es nach Lack, denn die großen Wände der Unterführung sind legale Flächen, die besprüht werden dürfen. Das Akafö-Kulturbüro boskop hat einen Graffitiworkshop organisiert und die Sprühmöglichkeiten vor der eigenen Tür genutzt: Vier Mädels und drei Jungs griffen zur Sprühdose und gestalteten gemeinsam ein großes Wandbild.
Postapokalypse daheim
Aus irgendeinem Grund befinden sich die letzten Überlebenden einer weltweiten Katastrophe ausgerechnet immer wieder in den Vereinigten Staaten. Dort haben sie nicht verderbende, weil mit Chemie vollgepumpte Lebensmittel und Schusswaffen sowie Munition zuhauf. Dmitry Glukhovsky verlegte die Postapokalypse in die Moskauer Metro und für Deutschland gab es bislang Gudrun Pausewangs warnendes „Die letzten Kinder von Schewenborn“. Seit einem halben Jahr wissen wir aber auch, was uns in Deutschland, oder vielmehr in Bayern 100 Jahre nach dem „Großen Sterben“ erwartet. Anna Mocikat erzählt in „MUC“ die Reise von Pia aus ihrem ins Mittelalter zurückgeworfenen Alpendorf in die legendäre Stadt MUC.
Wird die Studiobühne zum Kindheitstraum?
Hat nicht jedes Kind einmal den Traum, dass die Spielsachen zum Leben erweckt werden? Dass sie sprechen können und wir live miterleben, wie ihre Welt funktioniert? Theaterwissenschaftsstudentin Caroline Königs zeigt kommendes Wochenende im MZ ihr zweites Theaterstück und erfüllt sich diesen Traum.
Gangnam und Gayageum
Von der Stange nach London
Am vergangenen Sonntag fand die zweite Deutsche Weltmeisterschaft im Polesport in Dortmund statt. 60 TeilnehmerInnen, darunter drei Männer, nahmen dieses Jahr daran teil.
Seit 2009 gibt es die International Pole Sport Federation (IPSF) und seit 2014 nimmt auch Deutschland an diesen Meisterschaften teil.
Es geht Rotunde in NRW!
Am Wochenende zelebrierte der Poetry Slam in der Bochumer Rotunde sein 10-jähriges Jubiläum mit knapp 230 Zuschauern. Darüber hinaus ist auch ganz NRW in Auf-Ruhr: Der Wahlbochumer Jason Bartsch ist zum Landesmeister gekrönt worden und am 8. Mai findet der Wettstreit um den U-20 Ruhrpokal im Schauspielhaus Bochum statt. Gefeiert wurde der Geburtstag des Slams – bei im Vorfeld ausverkauftem Haus – mit den Größen der Szene.
Wird die Unibibliothek bald digitalisiert?
An anderen Universitäten ist es bereits durchaus üblich: Bestimmte Bücher sind nicht nur in der üblichen gedruckten Form verfügbar, sondern an Computerarbeitsplätzen auch digital lesbar. Nach einer Klage eines Verlags gegen die TU Darmstadt, die so vorging, entschieden der Europäische Gerichtshof und schließlich der Bundesgerichtshof: Solche „digitale Leseplätze“ sind rechtens. Auch an der RUB wird nun darüber diskutiert, Drucke zu digitalisieren.
Zusammen kreativ sein
Los ging es mit guter Laune und viel Glitzer: In entspannter Atmosphäre lud das zwölf-köpfige Zeitzeug_Team am 23. April zur Soirée im Freibad. Junge KünstlerInnen stellten sich hier zum Teil erstmals mit ihren Projekten der Öffentlichkeit. Ein buntes Potpourri bestehend aus vier Programmpunkten plus Rahmenprogramm gab einen Vorgeschmack auf das im November stattfindende studentische Theaterfestival.
Die KünstlerInnen von „Mofas Traumlabor“ (Moritz Anthes, Fabian Neubauer und Claire Carnin) feierten mit einer audio-visuellen Performance ihren ersten Auftritt: Posaune und Piano webten den Klangteppich, auf den live kreierte Bilder projiziert wurden. Overhead-Projektor, Pinsel, Tusche, Wasser, Strohhalm, Sterne, Klarsichtfolie, Papiertücher und vor allem viel Kreativität – mehr brauchte es nicht. Mal fröhlich-verspielt, mal düster-bedrohlich aber vor allem der ständigen Veränderung unterworfen konkurrierten oder harmonierten die Entwürfe der Malerin Claire mit den Instrumenten. Deren Spiel miteinander und mit verschiedensten Variationen von dissonant und schwer verdaulich über melancholisch, jazzig bis hin zu plaudernder Kaffeehausmusik ging mit den Bildern eine (alb)traumhafte Verbindung ein.
Eye eye eye!
Ian (Michael Pitt, „Boardwalk Empire“) ist Doktorand der Biologie und seit Jahren vernarrt in Augen. Er fotografiert und sammelt die einzigartigen Motive leidenschaftlich. Eines Tages trifft er auf einer extravaganten Party – während er mit einem mysteriös verkleideten Mädel rummacht – auf ein ganz besonderes Exemplar, das sein Leben verändern wird.
Komfort- und Armutszonen
Ausgerufene Themen können bei Filmfestivals auf unterschiedlichste Weise umgesetzt werden: ironisch, spielerisch, kritisch. So beispielsweise beim diesjährigen Internationalen Frauenfilmfestivals, das vom 14. bis 19. April in Dortmund stattfand. Komfort war der Themenschwerpunkt, der auf der Leinwand abgearbeitet wurde – nicht selten mit der Kehrseite der Medaille: Denn neben Fragen nach utopischen und anderen Lebensentwürfen gab es auch kritische Beiträge über Armut und Ausbeutung. Hier eine Auswahl der Festivalbeiträge.
Rock, Metal … oder doch lieber Hip-Hop?
Die Festivalsaison hat begonnen! NRW wird also wieder zur Spielwiese des vielseitigen Musiksommers. Neben den großen Rock- und Elektrofestivals findet Ihr im Ruhrpott sowie dem Rest des Bundeslandes auch andere Veranstaltungen, die Euch etwas zu bieten haben. Damit Ihr nicht den Überblick verliert und etwas verpasst, erinnern wir Euch an die Festivals von Ende April bis Ende Mai.
Im MZ wird’s metaphysisch
Physik und Philosophie sind eine seltene Fächerkombination. Mit Hilfe dieser Bachelor-Kombo kann die junge Regisseurin Maria Sojka das Stück „Kopenhagen“ nach Michael Frayn nach ihren eigenen Idee neu aufleben lassen. Darin philosophieren Physiker über die Atombombe.
Moon Studios überraschen mit liebevoll gestaltetem Jump ’n’ Run
Es scheint sie doch noch zu geben – diese besonderen Spiele, die einen ohne monatliche Gebühren und nervige Zusatzinvestitionen an den Bildschirm fesseln. Mit „Ori and the Blind Forest“ haben die EntwicklerInnen der Moon Studios einen Titel abgeliefert, der mich nicht nur wunderbar unterhält, sondern auch an längst vergangene Zocker-Zeiten erinnert.
„Sworcery“: Das Spiel, dem Mit-Glied egal ist
Die feministische Medienkritikerin Anita Sarkeesian klagte bis dato mit ihrer Youtube-Videoreihe „Tropes vs Women in Video Games“ mit ganz sichtbar erhobenem Zeigefinger, der auch mal zur aggressiven Moralkeule mutierte, Sexismus in Computerspielen an. Nun will sie es auch mit einem guten Beispiel versuchen und stellte am 31. März den ersten positiven Charakter vor: Die Skythin aus „Sword and Sworcery“.
Studis inszenieren wieder!
Immer den Credit Points für den Optionalbereich hinterherzulaufen oder für diverse Uni-Verwaltungen Formanträge nachzutragen, ödet einige von Euch an. Darum ist das Musische Zentrum so wichtig für uns. Hier könnt Ihr Euch frei entfalten und etwas auf die Beine stellen.
Bruce Willis rettet die Ruhr-Uni
Ein Coup, der die Kulturlandschaft in Bochum beleben soll: Das Schauspielhaus nimmt „Transfomers“-Regisseur Michael Bay unter Vertrag. In der nächsten Spielzeit wird er ab Oktober mit einer Aufführung von Shakespeares „Macbeth“ sowie mit einer Bühnenadaption seines Blockbusters „Armageddon“ vertreten sein, worin ein Asteroid auf die Ruhr-Uni zusteuert.
Permanente Bildungsrevolution im Ruhrgebiet
Pauken statt Pütt: In seinem autobiographischen Schmöker „Ein Anti-Heimat-Roman. Bildungsreisen durch ein unbekanntes Land 1943–2014“ eröffnet Willi Bredemeier den Wandel des Ruhrgebiets von der Bergbau- und Industrieregion zur Informations- und Bildungsgesellschaft. Er liefert detaillierte Einblicke in Nachkriegszeit, Strukturwandel und Studierendenrevolte.
Die Entdeckung der Vielfältigkeit
Der Pott hat neben seinen Theatern noch mehr zu bieten: Kinokultur. Wer Filme nicht in Konsumpalästen großer Kommerzhaie sehen will, findet hier im Ruhrgebiet Elysium. Und das auch ohne 3D-Brille zu fairen Preisen. Urig samtige Filmsäle, engagierte Initiativen und liebevoll hergerichtete Spielstätten auf Vereinsbasis sind eure Alternativen. Wir machen eine Tour.
„Eigentlich sind das verlorene Menschen“
Nichts als Nihilismus? Der Dostojewski-Blick auf Terrorismus und Instrumentalisierung: Die :bsz war bei den Proben von TheaterTotal für das Dostojewski-Stück und sprach mit den jungen DarstellerInnen.
Metal für Mutti
Gespannt war ich wohl: Ich besuchte mein erstes sogenanntes Unplugged-Konzert in der Christuskirche. Die Zeit: Samstag Abend. Die Band: Die Apokalyptischen Reiter. Das Konzert war nicht schlecht, überhaupt nicht. Es war nett. Doch genau das ist das Problem, schließlich ist „nett“ bekanntermaßen der kleine Bruder von „scheiße“. Warum tun Bands so etwas? Warum finden Menschen das gut?
Eine sympathische Anbiederung
Junge Designerin performt Faulheit in Buchform. Keine erschöpfende Abhandlung, aber sehr geeignet, wenn man etwas Wertiges und Witziges verschenken will.




















