Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111
:bsz: Hey, Yara! Aus wem besteht eigentlich das Referat für Kultur und Internationalismus und was macht ihr eigentlich?
Yara Mattes: Wir sind relativ viele, da Sport und E-Sports wieder offiziell in Kultur zurück gegliedert wurden. Wir nennen uns jetzt intern KESI. Kultur, E-Sports, Sport und International. Wir sind eigentlich für alle internationalen, kulturellen Veranstaltungen der Studierendenschaft auf dem Campus verantwortlich, inklusive dem Sommerfest, Iftar – Das sind unsere größten Veranstaltungen – die ja leider dieses Jahr ausgefallen sind. Letztes Jahr haben wir ja beispielsweise angefangen eine Fandom-Quizreihe zu machen. Das war (quasi) mein kleines Baby. Dann noch Poetry-Slams; früher waren auch Comedy-Slams dabei, die dann leider so nicht mehr stattfinden konnten, weil die Leute zu teuer geworden sind. Die sind dann irgendwann berühmt geworden! Die Leute von RebellComedy waren damals da und dann sind sie bekannt geworden. Und dann wurd‘s teuer. Und die Zeit fehlte dann auch.
Das E-Sports macht seine Veranstaltungen. Wir versuchen den Campus attraktiver zu machen. Das ist natürlich in Corona-Zeiten schwierig.
Wie viel Handlungsspielraum habt ihr denn? Konntet ihr über das Corona-Semester überhaupt Veranstaltungen anbieten?
Naja, es geht. Ich hab‘ das Gefühl wir hatten die Chance auch mehr; also zum Beispiel ich und Anne, aus unserem Referat, haben einen Häkelkurs angeboten an der Uni. Das war ein offenes Treffen und da waren vielleicht drei, vier Leute. Das war nichts Großes, wir waren sogar draußen und haben uns gedacht: „Okay, es ist Sommer, wir stellen einfach ein paar Bänke vor das KulturCafé.“ Wir waren wirklich nicht viele Leute; wir konnten Abstand einhalten und alles und trotzdem kam dann die Nachricht von der UV (Univerwaltung): „Nee, ist jetzt doch zu gefährlich.“ Wir haben erst gefragt, ob wir dürfen, dann wurde uns gesagt: „Okay, unter Einhalt der Regelungen kein Problem. Ist durchführbar.“ Und dann: „Okay, dürft ihr jetzt doch nicht mehr; ist doch zu gefährlich“.
Ist dann natürlich ätzend, wenn man sieht, was die Uni macht. Ich glaube deren Tanzkurse finden wieder statt, aber wir dürfen unsere Häkeltreffen nicht mehr machen.
Wir haben uns ein paar Onlineformate angeguckt, beispielsweise vom Boskop, aber bei uns geht es viel um die persönliche Komponente; dass man vor Ort ist, dass man Leute kennenlernt, dass man Studis zum Campus holt.
Jetzt haben wir uns aber ein Internationales Projekt überlegt, das wir digital machen können.
Wie sieht dieses Internationale Projekt aus?
Da haben wir schon viele Rückmeldungen. Da geht es um Rassismus am Campus. Studierende können anonym – oder auch per Mail – berichten, was ihnen widerfahren ist; sei es mit Dozent:innen oder Kommiliton:innen; Alltagsrassismus einfach. Und wir haben ein paar Einsendungen und wollen daraus ein Videoformat machen, um zum Nachdenken anzuregen. Man denkt ja immer so: „Ach, Campus; weltoffen; hier passiert sowas ja nicht.“
Wir wollen mit Berichten aus dem Umfeld beginnen, damit das Projekt anlaufen kann. Wir werden die Berichte dann beispielsweise vorlesen, aber immer ohne Namen und/oder Studiengang der Betroffenen.
Hat Euer Projekt auch etwas mit der neuen Regelung zu religiösen Feiertagen – und den verbundenen Befürchtungen der nachteiligen Behandlungen bei Nachschreibeterminen – zu tun?
Nee. Die Idee gibt es schon länger, aber das kam jetzt noch dazu. Wir finden die Regelung gut und ganz toll; haben im Senat auch dafür gestimmt. Aber einige bei der internationalen Liste haben die Befürchtung, dass beispielweise, wenn der Dozent nicht weiß, dass man Moslem ist (und es dadurch erfährt) sie vielleicht dadurch schlechter behandelt werden. Dass vielleicht dadurch ganz viele das sogar nicht in Anspruch nehmen würden, weil sie die Befürchtung haben, danach anders behandelt zu werden.
Deswegen wollen wir über den AStA den Antrag machen, dass man das über uns als Stelle weiterleitet: „Da ist ein Feiertag lieber Dozent, könnten Sie bitte versuchen Ihre Klausur doch noch um einen Tag zu verschieben?“ So ähnlich. Wir wollen versuchen die Anonymitätsgrenze zu wahren. Aber das ist noch nicht ganz durchgesprochen, das ist erst mal nur ein Vorschlag von ein paar Leuten von uns. Wie gesagt, wir finden es echt super, dass das jetzt möglich ist, aber wir haben ein wenig Angst, dass das jetzt die Tür für Diskriminierung einen Spalt aufmacht. Wenn man aber sagt [dieser Feiertag] ist mir wichtig – man möchte aber nicht sagen, welcher Religion man zugehörig ist – dann muss man für die Student:innen als AStA auch versuchen einzustehen. Zumindest muss man Lösungsmodelle anbieten und das für jede:n einfach und niedrigschwellig wie möglich machen. Ich finde bei Religionsfreiheit müssten Hürden nicht groß sein.
Ihr habt ja jetzt auch den Gender-Doppelpunkt eingeführt, um größere Inklusion zu gewährleisten!
Ja! Das war auch ein bisschen ein harter Kampf. Die Sache ist, das ist halt noch super unbekannt und es ist unglaublich schwierig, dafür Quellen zu finden. Die Quellen, die ich dazu immer gefunden hatte, waren Journalist:innen auf Twitter. Klar, im Endeffekt kann man sich ein Sprachausgabe-Programm runterladen und das einfach selber hören. Und das haben die anderen Referent:innen dann auch gemacht; für gut befunden; und durchgestimmt. Klar, die Umgewöhnung ist schwierig. Aber es hat halt kein Grund dagegengesprochen und hat sogar den Vorteil inklusiver zu sein.
Das Gespräch führte :Christian Feras Kaddoura
]]>Als offizielle Vertretung der Studierendenschaft und mit einem Haushalt von 21 Millionen Euro hat der AStA viel Verantwortung. Wer ist eigentlich die Vorsitzende und was macht sie?
]]>Der diesjährige AStA ist daher nicht durch prinzipielle Umwälzungen, Skandale, politische Aktionen oder großangelegte Projekte aufgefallen. Von außen könnte man meinen, es sei still geworden. Das war nicht immer so. Vorherige ASten hatten mit Finanzproblemen zu kämpfen, mit kontroversen Aussagen in der Lokalpresse oder auch mit mangelnder Kommunikation nach innen und außen. Die Verbesserung der internen und externen Kommunikation hat sie zu einem ihrer Ziele gemacht. Als Folge berichtet sie von einer produktiveren Kommunikation unter anderem mit dem Rektorat. Beschwerden und Anfragen von Studierenden werden innerhalb weniger Tage beantwortet. Im StuPa hat sie zu Beginn ihrer Amtszeit marathonartig eine Liste zuvor nicht bearbeiteter Anfragen beantwortet. Der Preis dafür ist eine ständige Bereitschaft. „Am besten ist man zwischen 9 und 16 Uhr erreichbar“, so Yara. Tagsüber ist sie daher im Büro erreichbar und erledigt „Verwaltungskram“, nachts widmet sie sich Kulturprojekten oder schreibt. Das macht es schwierig, in der Position des AStA-Vorsitz gleichzeitig ihr Studium weiterzuführen. Im Nachhinein wäre es wohl besser gewesen, ein Urlaubssemester einzulegen, wie sie zugibt.
Einen wesentlichen Grund für den reibungsloseren Ablauf im AStA sieht Yara allerdings auch in einer besseren internen Zusammenarbeit, die durch einen kleineren Vorstand zustande kommt: „Wir sind ein gut eingespielAtes Team. Jeder kennt die Eigenheiten des anderen und kann sich darauf einstellen.“ Sie selbst neigt beispielsweise dazu, manche Dinge zu vergessen. „Oft muss mich Max dann erinnern, dass noch etwas zu machen ist.“ Um auch weiterhin eine gute Teamarbeit zu ermöglichen, ist ihr zudem die Förderung von noch jungen Semestern wichtig. Daher nimmt sie Referent*innen beispielsweise in Senatssitzungen mit, weißt sie in Arbeiten ein oder überlässt ihnen eigenständig Aufgaben. Somit soll für die kommenden Jahre eine funktionierende Personalstruktur geschaffen werden. Nach ihrer Amtszeit kann sie sich vorstellen, erneut ein Referat zu übernehmen, diesmal das Kulturreferat. Denn auch nach einem Jahr als Vorsitzende hat sie weiterhin Spaß an der Hochschulpolitik. Natürlich hängt dabei viel von den kommenden Wahlen für das Studierendenparlament im Dezember ab.
:Stefan Moll
Weg vom offenen AStA hin zu alt Bewährtem: trotz einigen alten Gesichtern will sich der neue AStA vom vergangenen unterscheiden. Angefangen bei einem Koalitionsvertrag verspricht Vorsitzende Yara Mattes bessere Servicezeiten für Studierende und mehr Veranstaltungen auf dem Campus. Ebenso sollen kleine Makel des KulturCafés ausgebessert werden um den Studierenden eine bessere Partylocation auf dem Campus zu geben. Welche Veränderungen noch in dieser Amtsperiode erfolgen und wie jede*r Studierende für Verbesserung in jeglichen studentischen Belangen beihelfen kann, erfahrt Ihr beim Lesen des Hauptartikel.
:Die Redaktion
Zum Artikel geht es hier.
]]>Mit der Mehrheit gehen die Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure (NAWI), die internationale Liste (iL), die Liste der Rechtswissenschaft (ReWi), die Liste der Geistes-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften und die Jungen Liberalen an der RUB (JuLis) in eine gemeinsame Koalition und wurde so am 28. Februar vom StuPa mit der Aufgabe des AStA anvertraut – der Vertrag ist bereits online anzuschauen.
„Gute Veranstaltungen“, das möchte die neue AStA-Vorsitzende Yara Mattes von der internationalen Liste als Kriterium des AStA sehen. Dabei sollen die Veranstaltungsreihen „Politiker*innen im Hörsaal“ und die „Greenweek“ in einem ähnlichen Konzept weitergeführt werden. „Im politischen und ökologischen Bereich habe ich große Hoffnungen, dass es gute Veranstaltungen geben wird. Das wird unseren AStA dieses Jahr auszeichnen“, so die neue Vorsitzende. Mit neuen Referent*innen wird in dieser Periode verstärkt außerdem auf das Referat der Infrastruktur gesetzt. Die Campussanierung und vor allem die Instandsetzung des Q-Ost – der Bereich vor den N-Gebäuden – wird durch das Referat begleitet.
„Ich glaube, dass im vergangen Jahr viel wegen schlechter Kommunikation schief gelaufen ist“, fasst Mattes in Anlehnung an das NRW-Ticket und die Vorfälle im StuPa zusammen (:bsz 1189). Dies soll dieses Jahr durch Erneuerungen vermieden werden. Beispielsweise mussten alle Referent*innen sich schriftlich verpflichten, mindestens alle drei Tage ihre E-Mails zu prüfen. Auch verpflichtende Servicezeiten und Ansprechzeiten der jeweiligen Referate wurden eingeführt. Damit solle der AStA ständig besetzt sein und Anfragen regelmäßig beantwortet werden. Zurzeit bearbeitet der neue AStA die liegengebliebene Arbeit, besonders die IFG-Anfragen (Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen – einzusehen unter fragdenstaat.de), auf. „Die Aufarbeitung ist schon zeitaufwendig und man will das ja auch ordentlich machen. Dies läuft halt alles parallel zur Einarbeitung der neuen Referent*innen“, sagt Mattes. Die neuen Referent*innen sollen nämlich nicht ins „kalte Wasser geworfen“ werden, denn hier gibt es eine kleine Änderung. Ein AStA-Reader von etwa 30 Seiten, der den Neuen AStA-Arbeitsablauf, die Organisation von Veranstaltungen und wichtige Informationen mit an die Hand gibt, wurde bereits erstellt und verteilt.
„Mehr W-LAN am Campus“ war ein Versprechen vieler Listen – dabei sei aber auch die Hilfe der Studierenden gefragt. „Das ist ein Problem, für das wir uns einsetzen können“, so die Vorsitzende und Geschichtsstudentin, doch dafür müsste der W-LAN Melder viel häufiger benutzt werden. „Wir arbeiten nu einmal mit Anregung und Beschwerden und die Studierenden sollen sich bitte an uns wenden“.
Bei politischen Protesten, wie beispielsweise gegen das neue Hochschulfreiheitsgesetz, setzt der neue AStA weiterhin auf die Zusammenarbeit mit dem Protestplenum, das sich auch aus Teilen der Opposition formiert. „Mich freut es, wenn es mit einer aktiven Opposition ein Gegengewicht zum AStA gibt – denn so wie wir eine Bringschuld haben, müssen sie auch eine Kontrollpflicht bringen. Das bleibt hoffentlich auch so.“
:Sarah Tsah
]]>