Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 World Press Photo | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:57:04 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg World Press Photo | BSZ https://bszonline.de 32 32 Keine leichte Kost https://bszonline.de/2018/06/11/keine-leichte-kost/ https://bszonline.de/2018/06/11/keine-leichte-kost/#respond Mon, 11 Jun 2018 16:43:13 +0000 https://bszonline.de/2018/06/11/keine-leichte-kost/ Fotografie. Emotional: Die aktuelle „WORLD PRESS PHOTO“-Ausstellung macht seit dem 9. Juni Station im Dortmunder Depot.

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Fotografie. Emotional: Die aktuelle „WORLD PRESS PHOTO“-Ausstellung macht seit dem 9. Juni Station im Dortmunder Depot.

Verschleierte, gesichtslose Mädchen vor schwarzem Hintergrund: Alle sind maximal 20 Jahre alt, wurden von der Terrororganisation Boko Haram entführt und als lebende Sprengstoffwaffen eingesetzt. Die von Adam Ferguson Fotografierten konnten fliehen. Die Jüngste von ihnen ist gerade einmal 14 Jahre alt.

Die „WORLD PRESS PHOTO“-Wanderausstellung zeigt die 150 besten Pressefotografien des vergangenen Jahres. Das inhaltliche Spektrum umfasst Sport, Umwelt bis hin zu Reportagen und harten Fakten. Jeweils die besten drei FotografInnen in den Sparten Einzelfoto und Fotoserie werden von den InitiatorInnen präsentiert. Die dazu an die Hand gegebenen Texte erleichtern die Einordnung in den Kontext.  

 

Jahresrückblick

Die Bilder hängen nicht in einer chronologischen und nicht immer in einer inhaltlichen Reihenfolge. Auch eine völlig freie BesucherInnenführung lässt den GästInnen den Raum, sich den Werken auf ihrer eigenen Weise zu nähern. Nichtsdestotrotz: Wenn man an den Bildern, die beispielsweise den Terroranschlag in London im März 2017 zeigen, vorbeigeht, erscheinen sie wie ein Jahresrückblick, der nichts mit den Gute-Laune-Varianten im Fernsehen zu tun hat. Die ausgezeichneten Motive warnen und mahnen: vor der voranschreitenden Zerstörung von Biotopen, vor dem Elend Geflüchteter, vor Gewalt und Krieg. Doch gleichzeitig zeigen sie auch: Der Mensch kann es anders. So dokumentiert Anna Boyiaizis mit ihren Bildern Frauen vom Sansibar-Archipel, die endlich schwimmen lernen dürfen. Die islamisch-konservative Gesellschaft dort missbilligt normalerweise das Schwimmen. Ami Vitales Fotostrecke für „National Geographic“ hingegen rückt Mensch und Tier in den Vordergrund und zeigt, wie sich Menschen im Reservat für Elefanten einsetzen. Eine Ausstellung, die betroffen macht, aber auch davon absieht, die Hoffnung aufzugeben. Die Ausstellung kann bis zum 1. Juli täglich ab 11 Uhr im Kulturort Depot in Dortmund besucht werden. Studis zahlen 4 Euro Eintritt. Infos unter tinyurl.com/worldpressdepot.

              :Andrea Lorenz

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Oscars für Lichtbilder in Dortmund https://bszonline.de/2017/05/15/oscars-fuer-lichtbilder-dortmund/ https://bszonline.de/2017/05/15/oscars-fuer-lichtbilder-dortmund/#respond Mon, 15 May 2017 16:31:32 +0000 https://bszonline.de/2017/05/15/oscars-fuer-lichtbilder-dortmund/ Journalismus. Die World Press Photo Ausstellung ist im Depot in Dortmund zu Gast. Die Wanderausstellung zeigt die besten Pressebilder des vergangenen Jahres.

 

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Journalismus. Die World Press Photo Ausstellung ist im Depot in Dortmund zu Gast. Die Wanderausstellung zeigt die besten Pressebilder des vergangenen Jahres.

Noch bis zum 28. Mai zeigt der Dortmunder Kulturort Depot in Kooperation mit DEW21 die World Press Photo Ausstellung. In dieser Wanderausstellung werden insgesamt 150 Pressebilder gezeigt. Diese wurden von der World Press Photo Foundation, einer unabhängigen, gemeinnützigen 

Organisation mit dem Ziel, die Arbeit professioneller PressefotografInnen zu unterstützen, ausgezeichnet. Die Wanderausstellung wird in mehr als 80 Städten auf der ganzen Welt gezeigt und die Wahl zum Pressefoto des Jahres gilt als weltweit höchste Auszeichnung unter FotografInnen.

Insgesamt sind acht Kategorien ausgezeichnet worden: Reportage, Alltagsleben, Sport, Harte Fakten, Natur, Menschen, Allgemeine Nachrichten und Langzeitprojekte. In allen acht Kategorien wird sowohl ein Einzelbild als auch eine Fotoserie prämiert und ausgestellt. Wichtig ist hierbei, dass die Fotos nicht bearbeitet worden sind. Was trotzdem noch erlaubt ist und was nicht, weiß Jan Schmitz, der durch die Ausstellung führt: „Man darf Kontrast oder Farbe verändern, daher gibt es beispielsweise auch einige schwarz-weiß-Serien. Das geht alles. Aber es darf nichts wegretuschiert werden.“

Siegerbild

Das Siegerbild des 60. World Press Photo Award heißt „Ein Attentat in der Türkei“ und zeigt Attentäter Mevlüt Mer Altintas, der kurz zuvor den russischen Botschafter Andrej Karlow in Ankara bei einer Ausstellungseröffnung mit einer Schusswaffe getötet hat. Wutentbrannt, den Zeigefinger zum Himmel gestreckt, die Waffe nach unten haltend steht der Attentäter vor dem Opfer, das leblos am Boden liegt. Die Jury des World Press Photo Award begründete die Entscheidung damit, dass das Foto ein explosives Bild sei und den Hass in unserer Zeit zum Ausdruck bringe, während KritikerInnen der Jury vorwerfen, so zur Glorifizierung von Attentätern beizutragen. Der Attentäter sei in „seiner“ Pose abgebildet worden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Mai Sonntag bis Mittwoch von 11 bis 19 Uhr, Donnerstag von 11 bis 20 Uhr sowie Freitag und Samstag von 11 bis 22 Uhr im Kulturort Depot in Dortmund zu sehen. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

:Andreas Schneider

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Die Lesenden in Platons Höhle https://bszonline.de/2017/05/15/die-lesenden-platons-hoehle/ https://bszonline.de/2017/05/15/die-lesenden-platons-hoehle/#respond Mon, 15 May 2017 16:14:20 +0000 https://bszonline.de/2017/05/15/die-lesenden-platons-hoehle/ Kommentar. Fotografie in Krisengebieten. Voyeurismus oder doch nötige Abbildung der Realität? Ich wage mich an eine erkenntnistheoretische Annäherung.

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Kommentar. Fotografie in Krisengebieten. Voyeurismus oder doch nötige Abbildung der Realität? Ich wage mich an eine erkenntnistheoretische Annäherung.

Besucht mensch die World Press Photo 2017 Ausstellung, sieht er vor allem eins sehr häufig: Schmerz, Tod und Leid. Darstellungen von roher Gewalt und Verzweiflung dominieren die Siegermotive. KritikerInnen werfen FotografInnen in Krisengebieten immer wieder vor, ihre Bilder seien distanzlos, voyeuristisch und vulgär, während die FotografInnen beteuern, mit ihren Werken nur die Realität abzubilden und diese sei nun mal geprägt von roher Gewalt und Entmenschlichung. 

Was ist eigentlich Realität?

Eng gekoppelt an diese Diskussion ist die Frage nach Realität. Existiert eine objektive Außenwelt, von der alle Wahrnehmungen herrühren, wie John Locke und andere EmpiristInnen postulieren? Oder lebt jeder in seiner eigenen Welt, 

konstruiert aus Sinnesreizen und Gedächtnisleistung jedes einzelnen Individuums, wie die KollegInnen aus dem radikalen Konstruktivismus behaupten? 

Gäbe es eine eindeutige, objektive Außenwelt, wäre jedes Foto, obwohl es natürlich kuratiert und nur eine Momentaufnahme mit einem bestimmten Ausschnitt ist, eine Stichprobe aus der Gesamtheit der Realität. Je mehr dieser Bilder der/die BetrachterIn nun sieht, desto besser wird seine Annäherung an die wirkliche ‘echte‘ Realität. Oder anders gedacht: Würde man unendlich viele Fotos aus allen Zeiten und Perspektiven sehen, hätte man die ‘echte‘ Realität gesehen. In diesem Fall müsste natürlich alles dokumentiert werden, um die Realität nicht zu verfälschen. Sowohl abgetrennte Leichenteile auf verlassenen Straßen in zerstörten Geisterstädten als auch ballspielende lachende Kinder in der untergehenden Abendsonne von Aleppo, auf der Krim oder in einem anderen Krisengebiet während einer Feuerpause. 

Aber können wir diesem Anspruch genügen? Wenn wir niemals die Gesamtheit abbilden und so die Realität, sofern es diese überhaupt gibt, immer verfälschen durch die Auswahl der abgedruckten Bilder oder durch den Bildausschnitt. Dabei laufen wir als JournalistInnen Gefahr eine Realität für andere zu konstruieren. Ganz im Sinne des Höhlengleichnisses von Platon, sehen unsere LeserInnen immer nur ein Abbild, einen Schatten der Realität. Womöglich sogar nur einer einzigen Realität von vielen möglichen. Ist es dann noch gerechtfertigt Fotos von entstellten Körpern oder abgetrennten Köpfen zu zeigen? Fotos die so zur Objektifizierung dieser Schicksale beitragen?

Positivbeispiele 

Ich sage „ja!“ Ich sage, scheiß auf die erkenntnistheoretischen Diskussionen. Selbst, wenn durch Fotos eine Wirklichkeit in den Köpfen anderer konstruiert wird, zeigen sie was in Krisengebieten passiert. Mit intensiven Bildern kann in der Öffentlichkeit etwas ausgelöst werden, um politisch etwas zu bewegen – so wie etwa vor 50 Jahren das Bild des napalmversehrten Mädchens Phan Thị Kim Phúc im Vietnamkrieg. Und Krieg ist immer scheiße – für SoldatInnen, für ZivilistInnen, für Familien und für Kinder. Egal in welcher Realität.

 

:Andreas Schneider

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Harte Kost vom Feinsten https://bszonline.de/2015/06/22/harte-kost-vom-feinsten/ https://bszonline.de/2015/06/22/harte-kost-vom-feinsten/#respond Mon, 22 Jun 2015 17:11:00 +0000 https://bszonline.de/2015/06/22/harte-kost-vom-feinsten/ Unruhen in der Ukraine, verschwundene und abgestürzte Flugzeuge, Krieg um Kobanê – das Jahr 2014 brachte in verschiedenen Teilen der Welt Tod und Leid über die Menschen. Mitten im Geschehen riskierten dabei nicht nur die JournalistInnen, sondern auch FotografInnen ihr Leben – die besten Presseaufnahmen zeigte das Dortmunder Depot nun im Juni.

Die „World Press Photo Foundation“ kürt jedes Jahr die herausragendsten Pressefotografien in verschiedenen Kategorien – von Naturaufnahmen über Langzeitprojekte bis hin zu den härtesten Aufnahmen aktueller Geschehnisse. Über 150 Bilder zeigte die dazugehörige Ausstellung, die in den vergangenen Wochen im ehemaligen Straßenbahndepot Dortmund gastierte. Die meisten Werke ließen sich jedoch nur schwer verdauen. Zurück blieb ein ordentlicher Klumpen im Magen.

Harte Fakten

Relativ weich mutete zunächst der Einstieg an. Das Bild des Jahres 2014 begrüßte direkt am Eingang die BesucherInnen: Eine sinnliche Szene, die ein homosexuelles Paar in einem abgedunkelten St. Petersburger Zimmer zeigt. Ein Foto, das mit seiner Intensität ein Statement gegen die Homophobie in Russland setzt.

Ein Blick nach rechts ließ geschlachtete Kaimane und deren abgezogene Haut erkennen, während links das ungesunde Grau von Chinas verschmutzter Umwelt die Wände dominierte. Bereits in den ersten Minuten machte die Ausstellung klar, worum es hier geht: Um qualitativ hochwertige Fotografie, die – statt schön sein zu wollen – die Realität abbildet und hinterfragt. Dass deren Motive vor menschlicher Grausamkeit strotzen, ist ein trauriges Zeugnis unserer Gegenwart.

 

Tod und Gewalt in Kiew: Die Realität der eingefangenen Szene der Verwüstung auf dem Maidan ließ die BesucherInnen fassungslos zurück. Foto: mb

Bis hin zu Übelkeit und Atemnot

Die Fotos bildeten größtenteils das Geschehen des vergangenen Jahres ab. So verwunderte es nicht, dass es unmöglich schien, die Ausstellung als eine Sammlung künstlerisch hochwertiger Bilder um ihrer Ästhetik wegen zu betrachten.

Ausgemergelte Flüchtlinge in überfüllten Booten, verstreutes Gepäck auf der Wiese neben einem toten, noch angeschnallten Flugzeuginsassen der Maschine der Malaysia Airlines, von Scharfschützen getroffene junge RebellInnen auf dem Maidan – das frische Blut auf vielen Bildern traf die BetrachterInnen mit der gleichen Wucht ins Gesicht wie die schmerzverzerrte Mimik der Abgelichteten. Die unverhohlene Realität der Szenen ließ den Atem stocken und die Übelkeit hochkriechen – das heutige Weltgeschehen ist offenbar nichts für schwache Nerven.

Diese intensive Wirkung auf die RezipientInnen spricht allerdings für die FotografInnen, die zweifellos bewundernswerte Arbeit inmitten von Tod und Verzweiflung geleistet haben. Doch dieser Verdienst verblasst durch die schockierenden Motive, genauso wie andere prämierte Werke aus Kategorien wie Natur und Alltagsleben. Zu stark lastet die düstere Stimmung von Krieg, Katastrophen und düstere Gesellschaftskritik auf dem Depot.

Nichtsdestotrotz – oder gerade deshalb – sind die „World Press Photos“ ein sehenswertes Muss. Nicht nur hochkarätiger Fotojournalismus, sondern eben ein Schlag, der aufrüttelt. Und definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Foto: mbDas Salz der Erde

Im Anschluss an die Ausstellung zeigte das Kino Sweet Sixteen – ebenfalls im Depot beheimatet – den von Wim Wenders gedrehten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado. Ähnlich eindrucksvoll wie die gekürten Presseaufnahmen muteten auch diese bewegten Bilder an.

Salgado bereiste in den letzten Jahrzehnten als sozialer Fotograf verschiedenste Winkel der Welt und fing menschliches Leid in seinen einzigartig gestalteten Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein. In einer intimen Interviewsituation teilt er mit den ZuschauerInnen, wie er die Geschehnisse erlebt und inwieweit er sie verarbeitet hat. Eine umfassende Auswahl seiner Werke wird chronologisch eingeblendet, zu jedem einzelnen Bild weiß er auf sympathische Art und Weise eine Geschichte zu erzählen.

Doch der Abenteurer wird im Verlauf des Erzählens merklich belasteter – er lässt sich anmerken, wie ihn die hautnah erlebte Misere so vieler Menschen gezeichnet und mitgenommen hat. Vor ungefähr zehn Jahren zog er daraus eine Konsequenz: Sein nächstes Projekt sollte von den noch verbliebenen schönen Dingen auf der Erde handeln. So entstand sein aktueller Bildband „Genesis“, der die unentdeckten Schätze der Natur auf atemberaubende Weise in ein monochromes Gewand hüllt. Sichtlich gerührt schwärmt Salgado von den Kostbarkeiten unseres Planeten – und fügt mit einer bitteren Traurigkeit hinzu, dass wir Menschen nun diese im Begriff seien zu zerstören.

Desillusioniert und doch inspiriert verließ man als ZuschauerIn das gemütliche kleine Kino Sweet Sixteen. Genauso kritisch wie Salgados Weltsicht dürfte auch die von jenen FotografInnen sein, deren aufrüttelnde Werke den „World Press Photo-Award“ verdient haben.

:Melinda Baranyai

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