Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Weißer Ring | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 09:05:14 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Weißer Ring | BSZ https://bszonline.de 32 32 Wo kann ich mir Hilfe suchen? https://bszonline.de/2019/05/29/wo-kann-ich-mir-hilfe-suchen/ https://bszonline.de/2019/05/29/wo-kann-ich-mir-hilfe-suchen/#respond Wed, 29 May 2019 07:53:56 +0000 https://bszonline.de/2019/05/29/wo-kann-ich-mir-hilfe-suchen/ Beratung. Hier sind einige Anlaufstellen für Dich, wenn Du auch von Stalking oder anderen Arten von Belästigung und Nötigung betroffen bist.

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Beratung. Hier sind einige Anlaufstellen für Dich, wenn Du auch von Stalking oder anderen Arten von Belästigung und Nötigung betroffen bist.

An der Ruhr-Universität Bochum:

 

AStA Lebensberatung

Bei dieser Stelle kannst Du diskret und offen Deine Themen ansprechen. Es wird gemeinsam nach einer Lösung zu Deinen individuellen Anliegen, persönlichen Lebenssituationen oder Herausforderungen im Alltag gesucht. Auch wenn die Lebensberatung selbst nicht auf das Thema Stalking spezialisiert ist, so kann sie Dich an andere Stellen weiterleiten. Wende Dich an lebensberatung@asta-bochum.de.

 

Psychologische Beratung

Die psychologische Beratung bietet Erstgespräche sowie Einzelgespräche oder Selbsthilfegruppen an. In diesen professionell geführten und vertrauensvollen Gesprächen dürfen Studierende offen über ihre Probleme reden. Es werden Lösungswege entwickelt und neue Perspektiven eröffnet. Beratungstermine können persönlich zu den Öffnungszeiten des Sekretariats abgesprochen werden: ruhr-uni-bochum.de/zsb/zeiten.

 

Zentrale Gleichstellungsbehörde

Durch die Gleichstellungsbeauftrage soll die Chancengleichheit von Frauen und Männern sowohl strukturell als auch individuell gewährleistet werden. Sie sieht sich als erste Anlaufstelle für ratsuchende Studierende und Beschäftigte. Um einen fairen Umgang miteinander zu gewährleisten, wird mit verschiedenen internen und externen Stellen zusammengearbeitet. Schreibe einfach eine Mail an gleichstellungsbuero@rub.de.

 

Externe Beratungsstellen

 

Stop Stalking

Diese Stelle richtet sich explizit an betroffene und stalkende Personen. Menschen, die stalken, bietet Stop-Stalking die Möglichkeit, sich jemandem mitzuteilen und einen Ausweg aus diesem Verhalten zu finden. Betroffene Personen werden über Stalking informiert, beraten und es werden individuelle Lösungen gefunden. Auch bei rechtlichen Maßnahmen werden sie unterstützt. Alles geschieht hierbei anonym, kostenfrei und ohne Verpflichtung. Weitere Informationen findest Du unter stop-stalking-berlin.de.

 

Der Weisse Ring

Diese Stelle hilft Personen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind. Die auf Stalking spezialisierten ehrenamtlichen Ansprechpartner*innen bieten einen kostenlosen Hilfecheck für eine psychotraumatologische Erstberatung an. Auch bei juristischen Fragen kann geholfen werden. Ebenso werden die Betroffenen bei Gerichts- und Behördenterminen begleitet. Weitere Informationen sowie den Kontakt findest Du unter weisser-ring.de/praevention/tipps/stalking. Zudem gibt es eine App, die bei der Dokumentation von Stalking-Taten unterstützt. Diese findest Du im App-Store unter „NO STALK“.

 

Opferschutz Bochum/NRW

Der Opferschutz Bochum und NRW verfolgen eine betroffenenorientierte Justizpolitik. Sie bietet Informationsangebote für Betroffene von Straftaten, die über ihre Rechte und Hilfsangebote aufgeklärt werden wollen, an. Auch wenn der*die Opferschutzbeauftragte der Stadt meistens nicht auf Stalking spezialisiert ist, bietet er*sie eine erste Beratung, kann an Stellen weiterleiten und rechtliche Fragen beantworten. Die Mailadresse in Bochum lautet opferschutz.Bochum@Polizei.nrw.de oder die NRW-weite poststelle@opferschutzbeauftragte.nrw.de.

:Maike Grabow

Tipps für Betroffene

• Dokumentiere alle Geschehnisse. Sammle Beweise, Chatverläufe, Nachrichten, Anrufe, Begegnungen etc. Dabei hilft Dir zum Beispiel die App „NO STALK“.

• Wende Dich an eine Beratungsstelle. Einige findest Du auf dieser Seite. Informiere auch Deine Familie, Freund*innen und Arbeitskolleg*innen.

• Rufe bei Vorkommnissen die Polizei, erstatte Anzeige und lasse ein Protokoll aufnehmen.

• Teile dem*der Stalker*in mit, dass Du keinen Kontakt mehr mit ihm*ihr möchtest. Führe kein letztes Gespräch, ignoriere die Person und antworte auch auf keine Nachrichten.

• Meide Begegnungen mit Deiner*m Stalker*in.

• Mache Dir bewusst, dass du nicht allein bist, dass es nicht Deine Schuld ist und es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu suchen.

 

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Gefahrenvermeidung und richtiger Umgang im Notfall https://bszonline.de/2017/03/13/gefahrenvermeidung-und-richtiger-umgang-im-notfall/ https://bszonline.de/2017/03/13/gefahrenvermeidung-und-richtiger-umgang-im-notfall/#respond Mon, 13 Mar 2017 17:26:01 +0000 https://bszonline.de/2017/03/13/gefahrenvermeidung-und-richtiger-umgang-im-notfall/ Kooperation. Tag der Gewaltprävention an der RUB als Zusammenarbeit aus Weisser Ring e. V. und AStA soll aufklären und Interessierten helfen, sich vor Übergriffen zu schützen.

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Für den 22. März ist an der RUB ein Tag zu dem Thema „Gewaltprävention“ geplant. Die Zusammenarbeit vom AStA der RUB und dem Weissen Ring widmet diesen Tag allen Leuten, die Interesse daran haben, herauszufinden, wie man sich vor (sexuellen) Übergriffen schützt und wie man sich aus ihnen befreit, falls es nötig sein sollte.

Am Mittwoch stehen im UFO der RUB verschiedene Verbände und Organisationen zu unterschiedlichsten Themen beratend zur Verfügung. Polizei, BoGeStra, Seniorinnen- und Seniorenverbände sind mit Ständen vertreten, aber auch die Tischlerinnung Bochum zur Haus- und Wohnungssicherung oder Fachpersonen zum Datenschutz werden anwesend sein und Fragen beantworten.

Für die eingeladenen Kinder von umliegenden Kindergärten (zum Beispiel vom Lennershof) und die UniKids vom Akafö wird eine Puppenbühne angeboten um altersgerecht aufzuklären.

Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung wird das Atrium sein, die umliegenden Räume werden thematisch sortiert den BesucherInnen präsentiert. Für kleine Snacks sorgt das Akademische Förderungswerk (Akafö), Getränke werden vom AStA angeboten.

Daniel Greger, AStA-Referent für Hochschul-, Bildungs- & Sozialpolitik und Organisator der Veranstaltung freut sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit vom Weissen Ring und der Studierendenvertretung der Ruhr-Uni. „Alle, bei denen ich wegen Untersützung angefragt habe – zum Beispiel bei  der Hörsaalvergabe wegen eines Raums oder beim Akafö wegen Verpflegung und Snacks – waren sehr positiv und hilfsbereit“, lobt Greger die Kooperation mit der Uni.

Zusammenarbeit auf neuem Level

Begonnen hat die Zusammenarbeit mit dem Weisser Ring 2015 mit Einführung der AStA-Selbstverteidigungskurse, die auf Anregung einer RUB-Studentin in das AStA-Angebot aufgenommen wurden. Der erste Kurs war gut besucht, ausschließlich von weiblichen Studierenden, obwohl sich der Kurs an alle Studierenden richtete. Aus den Kursen wurden Stimmen laut, nach denen man sich wünschen würde, dass mehr Männer teilnähmen, um einer real erfahrbaren Situation näher zu kommen und vor allem auch die Kraft des Gegenübers einschätzen zu lernen. Die Kritik kam an, der letzte Kurs war bei 12 Mitgliedern gemischtgeschlechtlich besetzt. Um die Auslastung zu steigern, soll der nächste Kurs nicht zum Semesterbeginn starten, sondern erst im Mai. Der Inhalt der Kurse geht auf die asiatische Kampfkunst Wing Tsun zurück, die „weniger auf Kraft als auf Schwung und Angriffe auf Gelenke“ abziele, so der AstA-Referent. Das mache die gelehrten Inhalte auch bei physisch deutlich überlegenen GegnerInnen anwendbar.

ZEIT:PUNKT

22. März, ab 10 Uhr, UFO, RUB. Eintritt frei

Mehr unter asta-bochum.de

:Kendra Smielowski

INFO:BOX

WEISSER RING – Gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten e. V. ist der vollständige Name der Hilfsorganisation, die mit dem AStA die anstehende Veranstaltung ausrichtet. Seit seiner Gründung 1976 setzen sich die inzwischen 3.200 ehrenamtlichen HelferInnen für Opfer von Übergriffen und Straftaten und deren Angehörige ein. Deutschlandweit ist die Hilfsorganisation in 420 Außenstellen vertreten. Der 1991 von der Hilfsorganisation ins Leben gerufene „Tag der Kriminalitätsopfer“ am 22. März wird seither genutzt, um mit Kampagnen zur Prävention und Aufklärung (beispielsweise zur Wohnungssicherung oder Datenschutz aber auch zu den Themen K.O.-Tropfen und Zivilcourage) auf Straftaten und deren Vermeidung hinzuweisen. 

Neben den speziellen Kampagnen bietet der Verein eine Online‑Beratung und ein Notfall-Telefon für Betroffene an.

Weitere Informationen zu Weisser Ring e. V. findet Ihr auf www.weisser-ring.de; Soforthilfe bekommt Ihr unter der Notfall-Telefonnummer 116 006. 

 

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Wie sicher ist unsere Uni? https://bszonline.de/2015/11/02/wie-sicher-ist-unsere-uni/ https://bszonline.de/2015/11/02/wie-sicher-ist-unsere-uni/#respond Mon, 02 Nov 2015 16:45:49 +0000 https://bszonline.de/2015/11/02/wie-sicher-ist-unsere-uni/ Im Wintersemester kommen viele von uns im Dunkeln zur Uni und gehen im Dunkeln. Ist man an dem Campus wirklich sicher?  Sei es auf einer Party, im Wohnheim oder schlicht auf schlecht beleuchteten Wegen oder Haltestellen – oft ­genug widerfahren den Studierenden unange­nehme Übergriffe. Die :bsz informiert in dieser Ausgabe über mögliche Hilfe am Campus.

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Im Wintersemester kommen viele von uns im Dunkeln zur Uni und gehen im Dunkeln. Ist man an dem Campus wirklich sicher?  Sei es auf einer Party, im Wohnheim oder schlicht auf schlecht beleuchteten Wegen oder Haltestellen – oft ­genug widerfahren den Studierenden unange­nehme Übergriffe. Die :bsz informiert in dieser Ausgabe über mögliche Hilfe am Campus.

Ehrenamtliche Hilfe am Campus

Die :bsz hat mit einigen Studis gesprochen, die wir auf der Uni-Brücke antrafen, um zu erfahren, ob sie wüssten, wo sie Hilfe nach einem Übergriff bekämen. Das Ergebnis war erschreckend: Von 20 befragten Studierenden wusste gerade mal eine Studentin, an wen sie sich wenden könnte. Acht von den Befragten wurden schon mal belästigt, davon drei sexuell.

Wie kann die Universität ihren Studierenden besser vermitteln, wo sie sich nach solchen Belästigungen Hilfe suchen können? Oder wie kann die Uni ihren Campus sicherer gestalten?

Eine Studentin, die in den Medien nicht genannt werden möchte und selbst mit einer Waffe bedroht und sexuell genötigt wurde, wandte sich an den AStA der Ruhr-Uni, mit der Bitte, den Weißen Ring in die RUB zu integrieren. Daniel Greger, Vorstandsmitglied im AStA aus der GeWi-Liste nahm sich dieser Idee an.

Zurzeit steht der AStA im Gespräch mit dem Weißen Ring: Geplant ist bis zum Ende dieses Jahres, der Hilfsorganisation einen ruhigen Raum im Studierendenhaus zur Verfügung zu stellen. Studis werden so die Möglichkeit haben, während der Sprechstunden persönlich mit VertreterInnen des Weißen Rings Kontakt aufzunehmen.

Was macht man beim Weißen Ring?

Cordula Raith ist seit vier Jahren ehrenamtliches Mitglied des Weißen Rings. Ihre Hauptaufgabe ist die Betreuung der Opfer. Darüber hinaus ist sie Landesjugendbeauftragte des Weißen Rings für den Bereich Westfalen/Lippe.

Logo Weißer RingGenaue Zahlen, wie viele Opfer es an der Uni im Jahr gibt, lassen sich nicht nennen, denn alle paar Wochen melden sich RUB-Studis bei ihr und berichten, was ihnen passiert ist. „Jedenfalls gab es zahlreiche Fälle von Stalking, Körperverletzungen und sexuellen Übergriffen“, so Cordula.
Sie  organisiert nicht nur Treffen für Opfer, sondern auch einen Selbstverteidigungskurs. Sie selbst trainiert seit zwölf Jahren Kickboxen und findet es wichtig, sich verteidigen zu können.

Kommentar

Ist es wirklich so schlimm?

Es passiert oft genug, dass sich Frauen und Männer nicht sicher sind, ob sie Opfer einer sexuellen oder einer Gewalttat wurden. Es gibt auch das Phänomen, das TäterInnen dem Opfer einreden, daran Schuld zu sein, oder die betroffenen Personen sind selbst überzeugt, dass sie schuld an der Tat seien.

„Hätte ich die Person nicht angeschaut, dann wäre sie nicht auf mich aufmerksam geworden“, „Ich dramatisiere das Ganze bestimmt“  oder „Ich hätte vorsichtiger sein sollen“ sind häufige Sätze, die Opfer nach Übergriffen immer wiederholen.

Viele Opfer trauen sich aus Scham nicht, über die Taten zu sprechen, dabei sind Hilfsorganisationen schweigepflichtig.

Sexuelle Belästigung beginnt insbesondere dann, wenn diese auf das jeweilige Geschlecht abzielt. Sie gilt heute zum Beispiel in Europa als Diskriminierung und ist im Arbeitsrecht etwa rechtswidrig.

Als sexuelle Belästigung gelten unter anderem sexistische und geschlechtsbezogene Entwürdigungen und Handlungen sowie unerwünschte körperliche Annäherung, zum Beispiel Äußerungen wie „Geile Titten, zeig mal mehr davon!“

Schulen und Hochschulen definieren sogar die anzügliche didaktische und methodische Verwendung von Unterrichtsmaterialien als sexuellen Übergriff.

Angst ist rational

Egal, was andere Personen im Umfeld sagen, wenn jemand Angst hat, weil er/sie von jemanden belästigt wurde, ist es kein Kavaliersdelikt mehr. Niemand sollte sich das Recht nehmen, Personen sexuell zu belästigen – ob auf dem Campus, bei der Arbeit oder in der Disco.

Angst zu haben ist ein völlig normaler Zustand in solchen Augenblicken, doch ist es wichtig, sich nicht von der Angst beherrschen zu lassen – und sichstattdessen Hilfe zu suchen.

:Katharina Cygan

Infobox

Anonyme Hilfe im Nu

Am 24. September 1976 wurde in Mainz der gemeinnützige Verein Weißer Ring gegründet. Dieser hilft von Kriminalität betroffenen Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion.

Der Weiße Ring zählt mehr als 3.000 ehrenamtliche OpferhelferInnen in bundesweit 420 Außenstellen. AnsprechpartnerInnen aus Bereichen wie Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien stehen den Opfern zur Verfügung. Finanziert wird der Verein unter anderem durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Staatliche Zuschüsse nimmt der Weiße Ring nicht in Anspruch.

Die OpferhelferInnen werden durch ein mehrstufiges Seminarprogramm darauf vorbereitet, professionell zu helfen.

Kontakt:

Bundesweit kostenfreies Opfer-Telefon: 116 006

Internet: www.weisser-ring.de

AnsprechpartnerIn Bochum:  Stephanie Ihrler; Telefon: 0234/413398

Was gibt es sonst?

Bis der Weiße Ring am Campus anzutreffen wird, gibt es  weitere Anlaufstellen.

Die Lebensberatung des AStA ist die erste Anlaufstelle für Studierende und MitarbeiterInnen der RUB sowie deren Angehörige, wenn es um Herausforderungen im Alltag geht.

Die Beratung erfolgt vertraulich, anonym und ist kostenfrei. Ansprechpartner ist Sebastian Flack in SH 018.

In der Oase findet Ihr diverse Selbsthilfegruppen. Ob soziale Ängste oder Depressionen: Täglich von 11 bis 20 Uhr könnt Ihr auf dem Buscheyplatz 3 jemanden finden, der Euch berät.

Die Psychologische Beratung der RUB findet Ihr in SSC, im Raum 105/109. Sie hilft bei allen persönlichen Anliegen und Problemen, die den Studienerfolg behindern oder gefährden.

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Der Weiße Ring – ein unbekannter Helfer https://bszonline.de/2014/04/14/der-weisse-ring-ein-unbekannter-helfer/ https://bszonline.de/2014/04/14/der-weisse-ring-ein-unbekannter-helfer/#respond Mon, 14 Apr 2014 14:46:27 +0000 https://bszonline.de/2014/04/14/der-weisse-ring-ein-unbekannter-helfer/ Gewaltverbrechen geschehen täglich. Es stellt sich nur die Frage, wann genau ein Verbrechen anfängt. Sind es schon Jugendsünden auf dem Schulhof, wenn man jemanden schubst, oder wenn wirklich eine blutige Verletzung oder Wunden zu sehen sind? Doch was ist mit seelischen Wunden, die nicht zu sehen sind?

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Gewaltverbrechen geschehen täglich. Es stellt sich nur die Frage, wann genau ein Verbrechen anfängt. Sind es schon Jugendsünden auf dem Schulhof, wenn man jemanden schubst, oder wenn wirklich eine blutige Verletzung oder Wunden zu sehen sind? Doch was ist mit seelischen Wunden, die nicht zu sehen sind?

Die Polizei NRW verkündete 2013 in ihrer Statistik im jährlichen Bericht zur Kriminalitätsentwicklung die Fallzahlen von verschiedenen Delikten. Im vergangenen Jahr sind allein 46.983 Gewaltverbrechen registriert worden. Nicht zu vergessen ist die Anzahl der Opfer, die sich aus Angst nicht bei der Polizei gemeldet haben. Dabei bleibt es bei vielen Gewaltverbrechen nicht bei bloßen äußeren Verletzungen des Opfers: Sie überschneiden sich häufig mit sexuellem Missbrauch und Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung.
Die Zahl der aufgeklärten Delikte von 2013 beträgt 24.078, fast die Hälfte der Gewalttaten konnten gelöst werden. Vertritt man aber eine andere Philosophie, so sind 50 Prozent der Täter weiterhin ohne Strafe davongekommen.

Hilfe für Opfer

Äußere Verletzungen können schnell verarztet werden und nach einer Weile verheilen sie. Doch wer hilft bei einer seelischen Blessur?

Jeder Mensch verarbeitet Stresssituationen anders. So stellen die einen eine Strafanzeige und sind beruhigt, dass sich die Polizei darum kümmern wird; andere hingegen haben Angst davor. Damit diese Ängste nicht das Leben erschweren, wurde am 24. September 1976 in Mainz zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten der gemeinnützige Verein ‚Weißer Ring‘ gegründet. Dieser hilft in Deutschland unabhängig vom Geschlecht, Alter, Religion und dergleichen von Kriminalität betroffenen Menschen. Der Weiße Ring zählt mehr als 3.000 ehrenamtliche OpferhelferInnen in bundesweit 420 Außenstellen. Ansprechpartner aus allen möglichen Bereichen wie Politik, Justiz, Verwaltung, Wissenschaft und Medien stehen den Opfern zur Verfügung. Finanziert wird der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Geldbußen und testamentarischen Zuwendungen. Staatliche Zuschüsse nimmt der Weiße Ring dabei nicht in Anspruch.

Die Ziele des Vereins

Der Weiße Ring möchte Opfern von Kriminalität und Gewalt wieder Hoffnung geben. Der Verein sagt aus, dass schon hunderttausende Betroffene durch den Einsatz bei der Bewältigung ihrer schwierigen Lebenslage mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Er übernehme damit eine Lotsenfunktion und zeige fallbezogen auch die für Opfer oft nur schwer erkennbaren Unterstützungsmöglichkeiten auf und kritisiert die oft fehlende leicht zugängliche Information, die ein Betroffener bräuchte.

Geschulte Mitglieder

Die Opferhelfer des Weißen Ringes werden durch ein mehrstufiges Seminarprogramm darauf vorbereitet, professionell zu helfen. Eine davon ist Stephanie Ihrler, die seit 18 Jahren Mitglied und derzeit Leiterin der Außenstelle Bochum ist. „Wir haben in Bochum mehrere hundert Mitglieder und 10 Mitarbeiter, die sich um Opferfälle kümmern. Die von uns betreuten Opfer sind allen Alters und Geschlechts und von diverser Gewaltkriminalität betroffen“, erklärt Ihrler.

Zu den Hilfsmöglichkeiten des Weißen Rings zählen unter anderem menschlicher Beistand und persönliche Betreuung, Übernahme von Anwaltskosten, insbesondere zur Wahrung von Opferschutzrechten im Strafverfahren und Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz, Gewährung von Rechtsschutz sowie finanzielle Unterstützung von tatbedingten Notlagen.

Jung und engagiert

Cordula Raith ist Juraabsolventin der RUB und seit circa 2,5 Jahren ehrenamtlich beim Weißen Ring tätig. Dazu kam sie über Stephanie Ihrler. Ihre Hauptaufgabe ist die Betreuung der Opfer. Darüber hinaus ist sie Landesjugendbeauftragte für den Bereich Westfalen/Lippe.
„Ich kümmere mich vorwiegend um die jungen Mitarbeiter und versuche, den Weißen Ring bei jungen Leuten bekannter zu machen und diese für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen. Außerdem möchte ich die jungen Leute für unser Hilfsangebot sensibilisieren, falls sie Opfer geworden sind. Deshalb möchte ich die Vielfalt an Universitäten und der FHS‘ in Bochum nutzen, um die jungen Leute anzusprechen. Außerdem ist geplant, an Schulen tätig zu werden“, so Raith. Desweiteren erklärt sie, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter die Opferbetreuung übernehmen können. Sie selbst betreut einige Opfer, bei denen sie sich regelmäßig nach dem Wohlbefinden erkundigt.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Betreuung“

Eines der Opfer, um die sich Raith kümmert, ist Nine S. „Die Polizei hat mich über den Weißen Ring informiert“, erzählt Nine. Nach zwei Tagen hatte sie Kontakt mit dem Verein, anschließend ein Treffen mit Cordula. „Ich kann mich immer bei ihr melden, wenn ich jemanden zum Reden brauchte. Ich bin sehr zufrieden mit der Betreuung“, so Nine.

Raith organsiert nicht nur Treffen, sondern auch einen Selbstverteidigungskurs. Sie selbst trainiert seit zwölf Jahren Kickboxen und findet es wichtig, sich verteidigen zu können. „Der Kampfsport gibt mir Selbstsicherheit – mich hat noch nie jemand blöd angemacht“, erzählte Cordula nach ihrem Training.

„Wir sind keine Opfer,…

…sondern die, die uns angreifen“, wiederholte häufig der Selbstverteidigungstrainer Albert Langaso, der nach der Anfrage von Cordula Raith sofort zustimmte, die Frauen und Mädchen, die die Hilfe des Weißen Rings in Anspruch nahmen, zu trainieren. „Ich finde es wichtig und gut, dass diese Frauen die Hilfe selbsttätig in Anspruch nehmen“, so der Trainer. Mit Handtaschen und deren Inhalt, wie Handys und Stiften, zeigte Langaso den anfangs ängstlichen Mädchen und Frauen, wie sie sich damit zur Wehr setzen können. Er selbst übt seit Jahren Filipino Martial Arts (philippinischer Stockkampf) aus und nutzte daraus Elemente bei der Selbstverteidigung.

Der Kurs fand im Verein „Lanna Martial Arts“ in Bochum statt. Dieser wurde von den jungen Brüdern René und Ulli Schick vor fünf Jahren gegründet. Beide sind erfolgreiche Kickboxer und haben mehrmals den Titel des Deutschen Meisters erhalten. „Wir fanden, dass es eine gute Sache ist, den Betroffenen zu helfen. Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre, so dass die Frauen sich hier wohlfühlen können“, sagt René Schick, der für einen Selbstverteidigungskurs gemeinsam mit seinem Bruder Ulli eine ganze Halle für drei Frauen zur Verfügung stellte.

:bsz-Infobox

Weitere Informationen findet Ihr im Netz unter:

www.weisser-ring.de

Eine bundesweite Opfer-Telefonnummer ist folgende: 116 006

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