Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Tierschutz | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:48:54 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Tierschutz | BSZ https://bszonline.de 32 32 Tierfreund:innen gesucht! https://bszonline.de/2022/09/16/tierfreundinnen-gesucht/ https://bszonline.de/2022/09/16/tierfreundinnen-gesucht/#respond Fri, 16 Sep 2022 15:24:13 +0000 https://bszonline.de/2022/09/16/tierfreundinnen-gesucht/ Unser Bochumer Tierheim in Langendreer platzt aus alle Nähten. Nun müssen Konsequenzen gezogen werden.   

 
 
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Unser Bochumer Tierheim in Langendreer platzt aus alle Nähten. Nun müssen Konsequenzen gezogen werden.

Viele große und kleine Tiere landen aus unterschiedlichen Gründen im Tierheim. Auf der einen Seite gibt es Tiere, die nur schweren Herzens abgegeben werden: Besitzerin oder Besitzer hat eine Allergie gegen Tierhaare entwickelt oder manchmal passt es zwischen Herrchen, Frauchen und Hund oder Katze nicht, sodass die Besitzer:innen sich dazu entscheiden, ihre tierischen Begleiter:innen abzugeben. Dies passiert meistens schweren Herzens und mit schlechtem Gewissen.  

Andererseits landen viele Tiere saisonbedingt in der Auffangstation in Bochum. Gerade im Winter, wenn Tiere für gute Weihnachtsgeschenke gehalten wurden, und im Sommer zur Feriensaison, wenn es leichter ist, den geliebten Papagei abzugeben, anstatt einen Fütterer oder eine Fütterin zu organisieren, ist die Abgebungsrate der besten Freunde des Menschen erhöht. In den aktuellen Zeiten kommen Risikofaktoren, wie die hohe Inflation hinzu, welche das Beisammensein der Tiere mit ihren Halter:innen gefährden. Die Lebenserhaltungskosten der Tiere steigen an und sind für einige Menschen nicht mehr tragbar. Die einzige Konsequenz: das Tier abgeben oder aussetzen. Dieses Schicksal trifft momentan viele Tiere. Dies spiegelt sich in der Notlage des Bochumer Tierheims wieder.  

 Zehn Anfragen pro Woche erreichen das Tierheim momentan, sodass sich die Betreiber:innen des Tierheims, die Mitglieder des Tierschutzvereins Bochum Hattingen und Umgebung e. V., dazu entschließen mussten, einen Aufnahmestopp einzuführen. Denn bei diesen Anfrager:innen handelt es sich nicht etwa um Personen, die bereitwillig eines oder mehrere Tiere bei sich Zuhause aufnehmen wollen. Im Gegenteil. Mit 60 Tieren, darunter Hunde, Katzen, Kleintiere, Exoten und Vögel, die auf ein neues Zuhause hoffen, sind die Kapazitäten des Tierheims allerdings ausgeschöpft. Normalerweise unterstützen sich die Tierheime in der Umgebung gegenseitig, aber die Situation ist in anderen Heimen die Gleiche. Viele der Tiere sind außerdem noch nicht bereit, vermittelt zu werden – sie sind entweder noch zu jung oder müssen sich von einer Erkrankung erholen, von der sie noch gesund gepflegt werden müssen. Dass das Tierheim nun einen Aufnahmestopp einführen musste, ist ein drastischer Schritt, welcher die Not von ausgesetzten und ungeliebten Haustieren in Bochum zweifellos verstärken wird – gerade jetzt, zur Zeit der Sommerferien. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Lage in den nächsten Monaten wieder normalisiert.   

Ihr wollt das Tierheim unterstützen? Auf der Website findet Ihr weitere Informationen: www.tierheim-bochum.de/. Das Tierheim wird von dem genannten Verein privat finanziert. Es ist größtenteils auf Spenden angewiesen, 

die auch in der aktuellen Notlage helfen können. Darüber hinaus können Interessierte ehrenamtlich im Tierheim mithelfen oder sogar eine Tierpatenschaft abschließen. Außerdem ist es möglich, Mitglied im Tierschutzverein zu werden oder etwas auf dem „virtuellen Flohmarkt“ des Tierheims zu erstehen. Falls Ihr Euch angesprochen fühlt, lest Euch gerne ein.                                                                                                                                                                                

:Rebecca Voeste

 
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Den grünen Gürtel der Welt erhalten https://bszonline.de/2018/11/26/den-gruenen-guertel-der-welt-erhalten/ https://bszonline.de/2018/11/26/den-gruenen-guertel-der-welt-erhalten/#respond Mon, 26 Nov 2018 17:57:52 +0000 https://bszonline.de/2018/11/26/den-gruenen-guertel-der-welt-erhalten/ Naturschutz. Den Regenwald vor dem Abholzen und Tiere vor der illegalen Jagd schützen — das lässt sich nicht mit einem Kasten Bier retten. Zwei Studentinnen der RUB wollen auf ihr Biologie-Projekt aufmerksam machen und Sammeln für den guten Zweck.

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Naturschutz. Den Regenwald vor dem Abholzen und Tiere vor der illegalen Jagd schützen — das lässt sich nicht mit einem Kasten Bier retten. Zwei Studentinnen der RUB wollen auf ihr Biologie-Projekt aufmerksam machen und Sammeln für den guten Zweck.

Der mittlerweile emeritierte Professor Eberhard Curio gründete vor über 20 Jahren die „Phillipine Initiative for Enviromental Conservation“ (PhilinCon). Ein Projekt, das sich bis heute für den Natur- und Umweltschutz auf den Philippinen einsetzt. „Das ursprüngliche Ziel war, den Korallenschnabel-Hornvogel vor dem Aussterben zu bewahren“, sagte Sofia Zeisig, Biologie-Studentin an der Ruhr-Uni. Über ein Spezialmodul in der Tropenbiologie, das unter der Leitung von Curio war, kam sie zu dem Projekt auf den Philippinen. Mittlerweile liegt der Fokus nicht mehr nur auf dem Hornvogel, sondern hat sich auf den Schutz des Regenwaldes erweitert, denn dieser Biodiversitätshotspot ist durch den illegalen Holzschlag gefährdet. Rund acht Prozent des ursprünglichen Waldes sind noch vorhanden und an dieser Stelle spielt der Hornvogel eine wichtige Rolle, er nimmt als Samenverbreiter eine wichtige Rolle bei der Wiederaufforstung ein.

Der Grund für die Entstehung der „Phillipine Initiative for Enviromental Conservation“: der Korallenschnabel. Bild: Sofia ZeisigHilfe vor Ort …

In Bochum und Panay wird Hand in Hand zusammengearbeitet. Eberhard Curio und Christian Schwarz, Doktorand und Manager des Projektes, fahren regelmäßig auf die Philippinen, um nach dem rechten zu sehen. „Wir stellen den Einheimischen Arbeitsplätze zur Verfügung“, erzählt Sofia. Denn sieben festangestellten Waldrangern, vier Stationsmitarbeitern, sechs „Porter“, die hausmeisterähnliche Tätigkeiten übernehmen oder den Rangern helfen, einem Tierarzt und jeweils einem Organisations- und Komiteemitglied arbeiten vor Ort gegen die Abholzung und für den Schutz und die Kultivierung bedrohter Tierarten.  Auf Panay versuchen die Mitarbeiter*innen aber auch, den Wilderern eine alternative zum illegalen Jagen zu bieten, indem sie nachhaltigere Lebensstile zeigen oder Nutztiere und Pflanzen zum Tausch gegen Waffen und Kettensägen zur Verfügung stellen.

… und in Bochum

Das Team rund um Eberhard Curio, Christian Schwarz rundet Biologin und Grafikerin Helga Schulze sowie die engagierten Biologiestudentinnen Tabea Wulms und Sofia Zeisig ab. Die beiden machen in und rund ums Ruhrgebiet auf das Projekt aufmerksam. „Wir sind auf die Idee gekommen im Sommer an Straßenfesten und im Winter auf Wintermärkten auf unsere Organisation aufmerksam zu machen, Spenden zu sammeln und Kuchen und andere Leckereien wie vegane Kekse und andere Goodies zu verteilen“, erwähnte Sofia abschließend.

:Abena Appiah

Wer sich gerne über die Organisation und dem Projekt genauer informieren möchte, findet „PhilinCon“ am  
• 1. Dezember im Tierheim Bochum  
• 8. und 9. Dezember bei „Anis und Zauber, der vegane Wintermarkt“ in Duisburg
• 20. und 21. Dezember auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt im Haus der Guten Tat, Standnummer 401.

Der Grund für die Entstehung der „Phillipine Initiative for Enviromental Conservation“: der Korallenschnabel. Bild: Sofia Zeisig

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Alles für die Katz’ https://bszonline.de/2018/01/08/alles-fuer-die-katz/ https://bszonline.de/2018/01/08/alles-fuer-die-katz/#respond Mon, 08 Jan 2018 13:32:37 +0000 https://bszonline.de/2018/01/08/alles-fuer-die-katz/ Tierschutz. Mit Beginn des neuen Jahres ist die Katzenschutzverordnung für Bochum in Kraft getreten. Diese hat zum Ziel, eine Überpopulation zu vermeiden und Krankheitsübertragungen einzudämmen.

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Tierschutz. Mit Beginn des neuen Jahres ist die Katzenschutzverordnung für Bochum in Kraft getreten. Diese hat zum Ziel, eine Überpopulation zu vermeiden und Krankheitsübertragungen einzudämmen.

„Viele Katzen verelenden, vielfach unbemerkt, weil sich die Katzen in Verstecke zurückziehen“, erklärt Sebastian Pewny, Mitglied der Grünen im Rat und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Sicherheit und Ordnung. Er hat die neue Katzenschutzverordnung auf den Weg gebracht. Diese sieht vor, dass nicht nur freilebende Katzen, sondern auch sogenannte Freigänger, also Katzen, die eineN HalterIn haben, aber Freigang im Stadtgebiet genießen, kastriert, gekennzeichnet (durch Tätowierung oder Chip) und registriert sein müssen. Für fortpflanzungsfähige Katzen gilt ein Auslaufverbot.
„Ausgehend von wissenschaftlichen Schätzungen zur Populationsdichte von Katzen ist für Bochum eine Population von 58.000 Freigängerkatzen und 9.000 bis 10.000 verwilderten Hauskatzen anzunehmen“, erklärt Pewny. Aus diesem Grund sind viele Katzenjunge von Beginn an unterernährt und immungeschwächt. Außerdem tragen sie die Parasitenkrankheit Toxoplasmose, die sich auch auf den Menschen überträgt und vor allem für Schwangere gefährlich ist. 

Übergreifender Tierschutz

Auf diese Weise wird nicht nur den Katzen geholfen, sondern auch andere Tierarten werden vor dem Aussterben bewahrt. „Eine Freigängerkatze erlegt im Schnitt 33 Singvögel im Jahr, eine verwilderte Katze 50 Singvögel. Hinzu kommen Reptilien, Amphibien und Kleinsäuger“, erklärt Pewny. Da die Zahl der erlegten Tiere über der des jährlichen Nachwuchses liege, könne dies zum Aussterben einzelner Tierarten führen. Die rot-grüne Koalition sei sich der aus der unkontrollierten Populationsvergrößerung resultierenden Problematiken bewusst gewesen und habe Tierschutzverbände sowie -vereine in ihrem Bestreben, eine Populationsverringerung zu erzielen, unterstützen wollen.
Die vorliegende Verordnung gewährleistet zudem Rechtssicherheit für aktive Vereine, die auf Grundlage ebendieser nun auch Freigängerkatzen in Unkenntnis des Besitzers/der Besitzerin kastrieren dürfen. Vor der Verordnung war dies ein Fall von Sachbeschädigung. Die Kombination aus Kastrations- und Kennzeichnungspflicht hat sich bereits in vielen Gemeinden und Städten bewährt.
Pewny resümiert: „Ich denke, wir haben damit allen Katzenliebhabern und insbesondere den vielen ehrenamtlichen Helfern in den Tierschutzvereinen den Rücken gestärkt und sind in Sachen Tierschutz in Bochum einen Schritt weiter gekommen. Sie fragen wie ich zu der Verordnung stehe? Ich liebe sie so sehr, wie ich auch Katzen liebe!“

:Tobias Möller

 
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Obdach für Igel https://bszonline.de/2017/01/09/obdach-fuer-igel/ https://bszonline.de/2017/01/09/obdach-fuer-igel/#respond Mon, 09 Jan 2017 15:24:59 +0000 https://bszonline.de/2017/01/09/obdach-fuer-igel/ Bochumer Tierschützerinnen sind überlastet: Über 100 Igel wurden im letzten Jahr über den Igelnotruf in Obhut der Ehrenamtlichen gegeben. Keine von ihnen hat die Kapazität, all die Schützlinge zu päppeln, gesund zu pflegen und wieder aus zu wildern. Die Forderungen nach einer Wildtierauffangstation werden lauter.

 
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Bochumer Tierschützerinnen sind überlastet: Über 100 Igel wurden im letzten Jahr über den Igelnotruf in Obhut der Ehrenamtlichen gegeben. Keine von ihnen hat die Kapazität, all die Schützlinge zu päppeln, gesund zu pflegen und wieder aus zu wildern. Die Forderungen nach einer Wildtierauffangstation werden lauter.

Der Arbeitskreis Umweltschutz e. V. (AkU) ist überlastet. Die fünf ehrenamtlichen Helferinnen, die sich um verletzte Wildtiere kümmern, sind ausgelastet. 102 verletzte Igel konnten sie im letzten Jahr versorgen. Im Oktober war der Andrang so groß, dass Almuth Riedel, eine der Helferinnen, einen Aufnahmestopp ausrufen musste. Die Kapazitäten waren erschöpft. 

Nun wird abermals die Forderung nach einer Wildtierauffangstation in Bochum laut (die nächstgelegene ist das Schneckenhaus in Grevenbroich). Dabei geht es nicht nur um Igel. Auch andere Tiere, denen im Tierheim nicht geholfen wird, sollen dort versorgt und später wieder freigelassen werden. Darunter auch Eichhörnchen, Feldhasen, Wildkaninchen, Mader, Füchse und Wildvögel (darunter Eulen, Greif- und Sindvögel). 

Das liebe Geld

Erstmals formuliert wurde die Forderung nach der Auffangstation noch unter Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. Seither wird sie regelmäßig wieder ausgesprochen. „Die Stadt Bochum hat kein Geld“ sei die Antwort, die man auf die Forderung bekäme, sagt Almuth Riedel, die zurzeit acht Igel versorgt. „Man bekommt schon einen anderen Blick auf Investitionen wie das Musikforum. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich denke ‚Mensch, davon hätte man 20 Jahre lang eine Wildtierauffangstation betreiben können.’“ 

Welche Kosten an der ehrenamtlichen Hilfe hängen, wird häufig unterschätzt: pro Igel werden etwa 25 Euro nur für Tierarzt und Futter ausgegeben. Über Spenden könne der AkU das decken. Darin seien aber weder Pflege (Käfig reinigen, Medikamentengabe, Füttern der Baby-Igel) noch Zeit, Strom (Wärmelampen für die Kleinen) oder Unterbringung enthalten. Das bliebe an den Privatpersonen hängen und sei inzwischen zu einer zu großen Belastung geworden. 

:Kendra Smielowski

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Reportage: I shot the roe deer … https://bszonline.de/2017/01/09/reportage-i-shot-roe-deer/ https://bszonline.de/2017/01/09/reportage-i-shot-roe-deer/#respond Mon, 09 Jan 2017 15:20:48 +0000 https://bszonline.de/2017/01/09/reportage-i-shot-roe-deer/ SelbstversorgerInnen? Tierschutz? 374.084 Menschen in Deutschland waren 2015 jedenfalls im Besitz eines Jagdscheins. Tendenz steigend, auch der Frauenanteil. Redakteurin Andrea hat Jagende bei der Arbeit begleitet.

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SelbstversorgerInnen? Tierschutz? 374.084 Menschen in Deutschland waren 2015 jedenfalls im Besitz eines Jagdscheins. Tendenz steigend, auch der Frauenanteil. Redakteurin Andrea hat Jagende bei der Arbeit begleitet.

Irgendwo in einem Buchenwald in Hessen. Wir befinden uns auf einer Drückjagd. Während einige JägerInnen sich in dem Waldstück positioniert haben, machen fünf Helfende mit Stöcken in einer Linie Lärm, um das Wild in die Richtung der Jagenden zu drücken. Dies stellt eine schonendere Methode dar, würden doch bei einer Treibjagd Tiere womöglich dauerhaft vertrieben. Immer wieder werden Rufe laut, mehrere Rehe springen gar nicht so weit weg von mir den Abhang hinab. Plötzlich: Zwei Schüsse. Ein Reh wurde erlegt.

Jagd als Tierschutz

Man muss nicht nach Hessen, um zu jagen. Auch in Bochum gibt es einen eigenen Jagdverband (Kreisjägerschaft Bochum e. V.), welcher Teil des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ist, der wiederum beinahe 300.000 Mitglieder zählt. 

Tierschutz ist für den DJV an oberster Stelle. So steht auch in der Satzung der Bochumer JägerInnen, dass die Aufgabe des Vereins darin bestehe, „Naturschutz, Umweltschutz und die Landschaftspflege“ sowie Volksbildung, Wissenschaft und Tierschutz zu fördern. 

Der DJV sieht den Punkt des Tierschutzes gewährleistet, denn „bei der Jagd gilt auch der allgemeine Grundsatz des Tierschutzrechtes, dass Tieren vermeidbare Qualen zu ersparen sind“. Der Deutsche Tierschutz kritisiert dies jedoch. So fordert der Präsident des Bundes, Thomas Schröder, das Überdenken der gängigen Jagdpraxis, da durch diese die Tiere unnötig leiden würden. Als Beispiel nennt er die Hasenjagd: „So ist der Schuss auf den Hasen in der Sasse (Kuhle) als nicht waidgerecht anzusehen, obwohl er meist leichter anzubringen und für das Tier somit mit weniger Leiden verbunden wäre, als wenn das Tier aufgescheucht wird und sich schnell bewegt.“ 

Gesundes Wildbret?

Anders als bei der Drückjagd ist die Ansitzjagd umso ruhiger. Alleine werde ich auf einen Hochsitz gesetzt, die Aufgabe: Zähle die Rehe, die du siehst. Es ist ruhig. Und kalt. Und es sind vier. Simon*, der ebenfalls das erste Mal bei solchen Jagden dabei ist, resümiert: „Man lernt die Natur von einer ganz anderen Seite kennen. Alleine auf einem Hochsitz in völliger Stille zu sitzen ist ein besonderes Gefühl.“ 

Ein ganz anderes Verhältnis erhalte man auch zum selbsterlegten Fleisch, welches Wildbret genannt wird. Durch ihre Ausbildung sind Jagende geschult und auch dazu verpflichtet, das erlegte Fleisch auf Unregelmäßigkeiten zu untersuchen: Falls keine vorhanden sind, kann das Fleisch in kleinen Mengen an weitere Endverbrauchende oder Kleinbetriebe weiterverkauft werden. Eine Aktion des DJV hat indes ergeben, dass mindestens 50.000 Vereinsmitglieder auch zur Selbstversorgung jagen. Alex, der ebenfalls bei einer Jagd war und nun selbst den Jagdschein machen möchte, merkt an: „Ich denke, Ernährung mit Fleisch wird bewusster, sobald man weiß, was dahintersteckt, vor allem, wenn man es selber geschossen hat.“

:Andrea Lorenz

*Name von der Redaktion geändert

 
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Veni, vidi, Veggie! https://bszonline.de/2016/11/14/veni-vidi-veggie/ https://bszonline.de/2016/11/14/veni-vidi-veggie/#respond Mon, 14 Nov 2016 16:12:51 +0000 https://bszonline.de/2016/11/14/veni-vidi-veggie/ Vegane Ernährung ist nicht mehr länger eine Randerscheinung – sie ist fest in den Mainstream integriert. Der neue Film „Im Namen der Tiere“ hat sogar unseren Redakteur Benni zum Vegetarier werden lassen – zumindest vorübergehend. Wir haben Studis an der RUB gefragt, was sie von dem vegan lifestyle halten und wie sie das Angebot an der RUB und in der Umgebung finden.

 
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Vegane Ernährung ist nicht mehr länger eine Randerscheinung – sie ist fest in den Mainstream integriert. Der neue Film „Im Namen der Tiere“ hat sogar unseren Redakteur Benni zum Vegetarier werden lassen – zumindest vorübergehend. Wir haben Studis an der RUB gefragt, was sie von dem vegan lifestyle halten und wie sie das Angebot an der RUB und in der Umgebung finden.

Clara, 21:

“Vegan macht aus ökologischer Sicht bestimmt Sinn. Ich selber war fünf Jahre lang Vegetarierin, aber ich mag Fleisch einfach zu gerne, um darauf verzichten zu können.“

Arina, 30:

„Wenn Leute so leben möchten, ist mir das egal. Ich habe selber drei Jahre lang vegetarisch gelebt, aber es ist schwierig, auf Fleisch zu verzichten. Fast überall sind tierische Produkte drin.“

Svenja, 28:

„Ich lebe seit einem Jahr vegan. Ich war aber vorher schon Vegetarierin, seit ich 13 bin. Das Angebot an der Uni nehme ich eigentlich nie wahr, ganz selten gehe ich zu dem Biobäcker im CampusCenter. Aber meistens bringe ich mir was von Zuhause mit.“

Tugce, 21:

„Ich bin keine Vegetarierin, bin da in meiner Meinung aber auch recht frei. Ich finde es okay, wenn Leute vegan oder vegetarisch leben. Das Angebot an der Uni halte ich für in Ordnung. Aber gegen eine Erweiterung habe ich auch nichts.“

Laurin, 22:

„Ich bin für vegane und vegetarische Angebote. Trotzdem sollte man bedenken, dass vegane Ernährung gerade bei Kindern schwierig ist, besonders für die Knochen im Wachstum. Aber bei Studis ist das ja egal, da kann man das Angebot auch erweitern.“

Anton, 31:

„Ich bin selber kein Veganer oder Vegetarier, aber ich esse wenig Fleisch. Das Angebot in der Mensa ist ziemlich gut. Ich, als Fast-Vegetarier, werde da immer gut satt und ich denke, dass die RUB da vergleichsweise gut aufgestellt ist.“

Coco, 22:

„Ich denke, dass das Angebot in Dortmund besser ist. Ich selber bin seit vier Jahren Veganerin. Hier an der RUB gehe ich selten in die Mensa – was mir da fehlt ist ein veganes Tagesangebot, wie der Sprinter zum Beispiel. Wer isst schon gern jeden Tag Nudeln? Das ist schon doof.“ (Anm. d. Red.: tatsächlich gibt es ein veganes Gericht pro Tag)

Andrea, 28:

„Ich bin Fleischverfechterin! (lacht) Mir ist egal, was andere machen, solang sie mich nicht nerven. Ich denke, Fleisch ist normal. Ich esse aber nur so einmal die Woche Fleisch, weil ich so eine Tierliebhaberin bin. Und dann auch nur aus guter Haltung – Massentierhaltung ist scheiße. Dass das Angebot weiter ausgebaut wird, ist für mich völlig okay. Ich habe ja selber drei Jahre vegetarisch gegessen.“

Sandra, 27:

„Ich seh das wie Andrea. Ich war selber auch drei Jahre Vegetarierin. Dann habe ich erst wieder angefangen, Fisch zu essen. Das war dann aber irgendwie auch nur halbherzig und dann hab ich auch wieder Fleisch gegessen. Tja, was soll ich sagen, am Ende wohl wegen fehlender Disziplin.“

 

Tierfrei auf dem Campus

Vegan ist schon lange kein Trend mehr, sondern ein Lifestyle. Besonders unter Studis etabliert sich dieser mehr und mehr. Mittlerweile ist veganes Essen an der RUB fast überall zu bekommen. Damit keine Studis hungrig auf dem Campus umherwandeln müssen, verraten wir Euch, wo Ihr Essen ohne tierische Zusätze findet.

Das KulturCafé

Mit veganem Salat und belegten Baguettes und Brötchen ist das  KulturCafé eine der ersten Anlaufstellen für VeganerInnen.  

Die Caféten

Die Cafeterien in den Gebäuden bieten zumindest Brötchen mit veganem Aufstrich oder veganem (Fleisch-)Ersatz. Zusätzlich findet man dort vegane Soja-Trinkschokolade. In der Caféte des Studierenden Service Center (SSC) gibt es noch täglich eine vegane Suppe für wenig Geld. Und manchmal ist sogar der Henkelmann vegan.

Café insgrüne

Im CampusCenter bietet das Café insgrüne Kaffeespezialitäten mit Sojamilch an. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Biobackwaren, die alle vegetarisch und zu 50% sogar komplett ohne tierische Zusätze sind.

Mensa

Vegetarische Bolognese mit Vollkornnudeln ist immer vegan. Dennoch muss man etwas Glück haben, wenn man in der Komponente auf tierfreies Mittagessen hofft.

Q-West

Im Q-West könnt Ihr schon für 2,80 Euro eine vegane Pizza erhalten. Es lohnt sich aber auch, nach anderen Gerichten Ausschau zu halten, denn hin und wieder gibt es auch dort andere vegane Gerichte.

 
:Sarah Tsah & 
:Kendra Smielowski 
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Batmans FreundInnen brauchen Dich! https://bszonline.de/2016/10/31/batmans-freundinnen-brauchen-dich/ https://bszonline.de/2016/10/31/batmans-freundinnen-brauchen-dich/#respond Mon, 31 Oct 2016 16:20:34 +0000 https://bszonline.de/2016/10/31/batmans-freundinnen-brauchen-dich/ Herbst ist Fledermauszeit, zumindest für UmweltschützerInnen. Der Arbeitskreis Umwelt (AkU) sucht in Bochum engagierte HelferInnen, welche die faszinierenden Tiere nicht bloß als Halloweendeko mögen, sondern mitmachen, wenn es an die Bestandsaufnahme geht. In Bochum leben mindestens acht verschiedene Fledermausarten, auch um die RUB, im geplanten Naturschutzgebiet am Kalwes. Die häufigsten Arten sind der Große Abendsegler, die Rauhaut-, die Wasser- und die Zwergfledermaus. Wir haben uns erklären lassen, was der AkU mit den Tieren macht und warum.

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Herbst ist Fledermauszeit, zumindest für UmweltschützerInnen. Der Arbeitskreis Umwelt (AkU) sucht in Bochum engagierte HelferInnen, welche die faszinierenden Tiere nicht bloß als Halloweendeko mögen, sondern mitmachen, wenn es an die Bestandsaufnahme geht. In Bochum leben mindestens acht verschiedene Fledermausarten, auch um die RUB, im geplanten Naturschutzgebiet am Kalwes. Die häufigsten Arten sind der Große Abendsegler, die Rauhaut-, die Wasser- und die Zwergfledermaus. Wir haben uns erklären lassen, was der AkU mit den Tieren macht und warum.

:Die Redaktion

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Ein Herz für Fledermäuse https://bszonline.de/2016/10/31/ein-herz-fuer-fledermaeuse/ https://bszonline.de/2016/10/31/ein-herz-fuer-fledermaeuse/#respond Mon, 31 Oct 2016 16:09:33 +0000 https://bszonline.de/2016/10/31/ein-herz-fuer-fledermaeuse/ Freiwillige vor: Der seit 1983 in Bochum aktive Arbeitskreis Umweltschutz Bochum e. V. (AkU) benötigt momentan HelferInnen für den Fledermausschutz im Kalwes-Wald neben der RUB. Mit Euch und einem ganzen Bündel an Maßnahmen sollen die seltenen, nützlichen Tiere geschützt werden. 

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Freiwillige vor: Der seit 1983 in Bochum aktive Arbeitskreis Umweltschutz Bochum e. V. (AkU) benötigt momentan HelferInnen für den Fledermausschutz im Kalwes-Wald neben der RUB. Mit Euch und einem ganzen Bündel an Maßnahmen sollen die seltenen, nützlichen Tiere geschützt werden. 

„Die Studierenden sollen Interesse an Natur- und Umweltthemen haben und bereit sein, sich für die Lösung aktueller gesellschaftlicher Fragestellungen im Natur- und Umweltbereich sowohl auf lokaler (zum Beispiel Durchführung praktischer Naturschutzmaßnahmen) als auch auf globaler Ebene (zum Beispiel Klimaschutz, Agenda 21) zu engagieren“, so der Erste Vorsitzende des AkU und Initiator des Aufrufs, Ingo Franke.

Der Arbeitskreis führt vor allem praktische Naturschutzarbeit durch, die sich in der Erhaltung von örtlicher Flora und Fauna äußert. Gleichfalls werden zweimal im Monat Schulkinder an Tiere, Pflanzen und Umweltschutz herangeführt. Mit Ständen und Pressearbeit verbreitet der AkU Informationen zu Natur- und Umweltschutz. Nächtliche Exkursionen bringen TeilnehmerInnen beispielsweise die in Bochum beheimateten Fledermäuse näher. 

Hier können wir nicht anhalten! Das ist Fledermausland!

Mit dem Herbst beginnen vor allem Fledermäuse im Mittelpunkt des Engagements des AkU zu stehen. Jetzt werden die kleinen Tiere (tagsüber) aus den für sie angebrachten Kästen entnommen, vermessen und beringt, bevor sie später im Jahr ihre Winterquartiere aufsuchen. Die Winterschlafplätze in alten Stollen und Bahntunneln werden auf Besatz überprüft. Die Quartiere sind durch bauliche Maßnahmen, durch rauchende Menschen oder Lagerfeuer in den Bauwerken gefährdet. Der Rauch kann die Winterschlaf haltenden Tiere in Panik versetzen, weshalb sie viel Energie verbrauchen, die sie benötigen, um durch den Winter zu kommen.

„Im Frühjahr kümmern wir uns auch um wandernde Amphibien, aber die Fledermäuse sind eindeutiger Schwerpunkt im Bereich Artenschutz“, sagt Ingo Franke. So werden einzelne Tiere mit Minisendern, die die Tiere nicht behindern, ausgestattet, um neue Winterquartiere in Baumhöhlen zu finden und diese in Zukunft in den Schutz mit einbeziehen zu können. Gelegentlich werden auch geschwächte oder verletzte Tiere gepflegt, um sie so schnell wie möglich wieder in die freie Natur zu entlassen. An der planungsrelevanten Tiergruppe können zum Beispiel Biologie- und GeographiestudentInnen praktische Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben sammeln. 

Vielfältige Möglichkeiten

Euer Einsatz und Eure Kenntnisse zur Unterstützung des Arbeitskreises sind gefragt. JedeR mit dem, was er oder sie am besten kann: EineR klettert die Leiter hoch, um Fledermäuse aus den Kästen zu holen; der/die Nächste bringt Kindern die Natur näher. JedeR mit soviel Energie oder Zeit, die er oder sie einzusetzen bereit ist. Der Arbeitskreis freut sich, Euch mittwochs um 19:30 Uhr im Umweltzentrum in der Alsenstr. 27 in Bochum begrüßen zu können. 

:Eugen Libkin

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ALF frisst keine Katzen https://bszonline.de/2014/01/07/alf-frisst-keine-katzen/ https://bszonline.de/2014/01/07/alf-frisst-keine-katzen/#respond Tue, 07 Jan 2014 21:00:48 +0000 https://bszonline.de/2014/01/07/alf-frisst-keine-katzen/ Tierschutzbund, PETA, Pelzboykott, als VegetarierIn oder VeganerIn der „Fleischeslust“ entsagen, Hunde aus spanischen Tierheimen nach Deutschland bringen, Fleischereibetriebe blockieren, die Tierschutzpartei – der Kampf um Tierschutz und Tierrechte hat wie jede Bewegung unterschiedliche Formen und Ausprägungen. Mitte Dezember wurden drei LKWs einer Wurstfabrik in Bochum-Hamme angezündet und mit den Schriftzügen „Fleisch ist Mord“ und „A. L. F.“ versehen. Letzteres steht für Animal Liberation Front. Spätestens seit diesem Brandanschlag ist es (wieder) Zeit, sich mit Motiven und Methoden der Tierbefreiungsfront auseinanderzusetzen.

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Tierschutzbund, PETA, Pelzboykott, als VegetarierIn oder VeganerIn der „Fleischeslust“ entsagen, Hunde aus spanischen Tierheimen nach Deutschland bringen, Fleischereibetriebe blockieren, die Tierschutzpartei – der Kampf um Tierschutz und Tierrechte hat wie jede Bewegung unterschiedliche Formen und Ausprägungen. Mitte Dezember wurden drei LKWs einer Wurstfabrik in Bochum-Hamme angezündet und mit den Schriftzügen „Fleisch ist Mord“ und „A. L. F.“ versehen. Letzteres steht für Animal Liberation Front. Spätestens seit diesem Brandanschlag ist es (wieder) Zeit, sich mit Motiven und Methoden der Tierbefreiungsfront auseinanderzusetzen.

Die Anfänge der ALF sind bereits in den 70er Jahren in England zu suchen. 1971 gründete der Jurastudent Ronnie Lee eine Gruppierung zur Sabotage von Tiertötungen zu „Sport“-Zwecken, der Jagd. Aus dieser ging 1976 die Animal Liberation Front hervor. Ihr erklärtes Ziel: die Abschaffung jeglicher Ausbeutung von Tieren durch den Menschen.
Heute ist die ALF ein weltweites Netzwerk von einzelnen AktivistInnenzellen. „Die“ ALF gibt es also nicht; jede Person, Gruppe oder Organisation, die nach dem Credo der Front handelt, darf sich als Teil dieses Netzwerks bezeichnen. Deswegen ermittelt nach Angaben der WAZ auch immer noch der polizeiliche Staatsschutz im Falle der Anschläge auf die Bochumer Wurstfabrik. Ein BekennerInnenschreiben gibt es nicht, wiewohl die Aktion auf den Webseiten der „zentralen“ ALF sowie auf UnterstützerInnen-Seiten dokumentiert wurde – anonym natürlich.

Wer sich an Tieren bereichert, dem/der wird wirtschaftlich geschadet

Besagtes Credo fasst das Netzwerk in drei Prinzipien zusammen. Erstens: „Ziel von Aktionen sind alle, die von Tierausbeutung profitieren.“ Das sind nicht nur Fleischereien, sondern auch Bauernhöfe, Geschäfte, die Pelze verkaufen und Restaurants, die Fleischgerichte anbieten oder Labors von Firmen und Universitäten, in denen an Tieren geforscht wird. Zweitens: Ziel der Aktionen sei es, „die Grausamkeiten, die hinter verschlossenen Türen gegen Tiere begangen werden“, „durch gewaltfreie direkte Aktionen und Befreiungen an die Öffentlichkeit“ zu bringen.

KritikerInnen – auch aus dem Tierrechtsspektrum – stellen den Nutzen solcher Aktionen wie jüngst in Bochum in Frage. So bestehe bei jedem Brandanschlag die Gefahr, dass Menschen zu Schaden kommen. Daher die dritte Grundregel: „Alle notwendigen Vorkehrungen müssen getroffen werden, um keinem Tier, menschlich und nicht-menschlich, zu schaden.“ Und tatsächlich behaupten zahlreiche Quellen, dass noch nie ein Mensch bei einer ALF-Aktion verletzt worden sei.

Was allerdings die Verhältnismäßigkeit angeht, so herrschen gespaltene Meinungen. Die bekannte Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) lobt die Aufklärungsarbeit der Tierbefreiungsfront und sieht sie als „einen wichtigen Teil der heutigen Tierrechtsbewegung, genauso wie es die Weiße Rose und die französische Resistance als Widerstandgruppen früherer Schlachten im Sinne sozialer Gerechtigkeit taten.“

C.L.I.T. – Commando Laufenlassen inhaftierter Tiere

Andere, gemäßigtere TierrechtlerInnen wiederum sehen das Handeln als kontraproduktiv an. Für Rückhalt in der Bevölkerung sorgen illegale Aktionen selten. In den Medien fällt so schnell das Wort „Terrorismus“, insbesondere in Österreich und den Vereinigten Staaten (wo militanter Tierschutz vom Staat scharf verfolgt wird) liest man immer wieder von „Ökoterrorismus“. In der Popkultur werden TierbefreierInnen oft als lächerliche TräumerInnen und Trottel dargestellt, etwa in dem Film „Jay und Silent Bob schlagen zurück“, wo eine Diebinnenbande eine Aktion der Organisation C.L.I.T. (Commando Laufenlassen Inhaftierter Tiere) inszeniert, um von einem Diamantenraub abzulenken.

Das Selbstverständnis der BefreiungsfrontlerInnen ist natürlich ein anderes. Andre Gamerschlag, Pressesprecher von Die Tierbefreier e. V., einer Organisation aus Dortmund, die die ALF in Presseund Justizdingen unterstützt, sagte der WAZ, dass die AktivistInnen aus einem „Ohnmachtsgefühl heraus handeln, weil sie die Situation so schrecklich finden“. Angesichts der Zustände in Massentierhaltung und Massenfleischproduktion erscheine Sachbeschädigung als eine „legitime Protestform“.

Illegaler Freiheitskampf weltweit

Viele Staaten sehen das anders. In den USA tritt die ALF noch militanter auf als in Deutschland und wird entsprechend beobachtet und verfolgt. In Österreich ist der Verfassungsschutz den TierrechtlerInnen auf der Spur, speist mitunter auch V-Leute in die Gruppierungen ein, um Sabotageaktionen auf Privatunternehmen zu verhindern. Der deutsche Geheimdienst erwähnt Tierrechtsorganisationen in seinem aktuellen Bericht nicht, allerdings kam es etwa 2005 durchaus vor, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die Büros von Die Tierbefreier e. V. in Bochum, Mülheim an der Ruhr und Hamburg durchsucht haben.

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