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Zeichentrick und Comics tragen mittlerweile eine äußerst lange Geschichte. Je nachdem, wie man Hieroglyphen oder Höhlenmalereien einzuordnen vermag, tragen sie sogar eine äußerst, äußerst lange Geschichte! Dabei haben Comics den Menschen schon immer als kleine lustige Sonntags-Sketche, entertainende Held*innengeschichten oder Ratgeber für das alltägliche Leben gedient. Heute bieten sie vorallem den großen Blockbuster-Stoff für die Kinoleinwände, aber dennoch lesen und kaufen weiter viele Menschen weltweit Comics, Mangas und Graphic Novels. Sie begleiten das Leben, erzählen weiter von dem Kampf zwischen Gut und Böse, geben uns Moralvorstellungen mit auf den Weg, lassen uns fassungslos die Seiten umblättern oder rühren uns zu Tränen. Und manchmal mischt das Medium Comic im Kampf gleich selbst mit.
Denn auch zu Zeiten des zweiten Weltkriegs haben die Menschen schon in millionenfacher Auflage Comics gelesen. Im Kampf gegen Nazi-Deutschland und Japan sollten sie dann zu einem wichtigen Propaganda-Instrument werden. Egal ob Superman, Daredevil, Captain America, Donald Duck, Flash Gordon oder Prinz Eisenherz: Sie alle haben in ihren Comicpanels einen direkten oder indirekten Kampf gegen das Dritte Reich geführt. Eine Ausstellung mit rund 100 seltenen, bis überwiegend noch nie ausgestellten Originalzeichnungen und Dokumenten zu diesem Thema befindet sich seit dem 13. Oktober unter dem Namen „Nimm das, Adolf – Zweiter Weltkrieg im Comic“ im schauraum: comic + cartoon in Dortmund. Direkt gegenüber vom Ausgang des Haupbahnhofs in Richtung Innenstadt. Die Ausstellung ist jeden Tag, außer montags, von 11 bis 18 Uhr geöffnet (donnerstags und freitags bis 20 Uhr). Der Eintritt ist frei.
Innerhalb der Ausstellung liegen auch ein paar der wenigen Beispiele deutscher Comics aus Zeiten des zweiten Weltkriegs aus wie der Familien-Strip „Vater und Sohn“ von Erich Ohser, der damals schon Adolf Hitler bei anstehenden Reichstagswahlen helfen sollte. Und das alles obwohl Comics im allgemeinen vom dritten Reich als „primitiver Stumpfsinn“ abgetan werden sollten. Sie tadelten damals vorallem die Sprechblase als verdummend und waren der Meinung, dass Untertexte unter den Bildern mehr Gehalt haben würden. Die deutsche Propaganda sprach dem Hörfunk da eine höhere Wirkmächtigkeit zu und nutzte lieber den „Volksempfänger“. Aber dies ist nur einer von vielen interessanten Fakten, die Ihr der Ausstellung entnehmen könnt. In dieser Galerie könnt Ihr außerdem erfahren, woher die Nazi-Zombies auf einmal kamen, welche düstere Vergangenheit sich leider hinter Tim und Struppi verbirgt und warum wir alle ein klein bisschen zivilen Ungehorsam im Sinne Spirous schätzen sollten.
Bei „Nimm das, Adolf“ gibt es alles von glorifizierenden Held*innengeschichten bis Kriegs- und Anti-Kriegs-Comics, Satire-Magazinen, Sonntags-Sketchen und legendären Comic-Klassikern wie „Daredevil battles Hitler“. Auch Sitzsäcke und ein Tisch mit ausliegenden Comics zum lesen findet Ihr in der Ausstellung, also bringt ruhig etwas Zeit mit, um ein bisschen zu entspannen und zu lesen. Oder Ihr habt grad ein paar Minuten am Dortmunder Hauptbahnhof totzuschlagen, weil mal wieder irgendeine Bahn ausfällt. Hier könnt Ihr jedenfalls Geschichte lesen. Und für manche Studis, könnte die Ausstellung ganz bestimmt interessanten Stoff für ein Hausarbeitsthema darstellen.
:Christian Feras Kaddoura
]]>Es begann mit einer Idee, die der damalige Direktor des Musischen Zentrums gar nicht wirklich ernstgenommen hatte, erzählt Stefanie Böhmer. Vor fünf Jahren stellte sie das studentisch organisierte Sinfonische Blasorchester (SBR) zusammen. Das Projektorchester unter der Leitung von Uwe Kaysler füllte eine Lücke im Pott: Heute sind aus 50 Musikant*innen 80 geworden und auf den Semesterabschlusskonzerten gehen im Audimax die Sitzplätze aus. Am Wochenende ist es wieder soweit: Das SBR lädt am Samstag um 19 Uhr, am Sonntag um 16 Uhr, unter dem Motto „Kleine Helden – Große Legenden“ zum Sommerkonzert ein. Die musikalische Heldenreise führt unter anderem nach Mittelerde. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor Beginn; wer sicher einen Platz will, sollte früh sein.
„Ich kenne kein vergleichbares sinfonisches Blasorchester in der Bundesrepublik, das bei einer Aufführung 1000 bis 1500 Gäste versammeln kann“, sagt Uwe Kaysler, der das SBR bereits seit der Gründung als Leiter und Dirigent begleitet. Der Erfolg des Laienorchesters, das semesterweise probt, generiere sich vielleicht auch aus dem bunten Programm. Die Genres seien abwechslungsreich, ein Blasorchester lasse sich schön „anschauen“ und sei kurzweiliger sowie anschlussfähiger als das Symphonieorchester, glaubt auch Böhmer. So stehe das Konzert dieses Jahr zum Teil unter dem „Herr der Ringe“-Stern; anlässlich des Jubiläums warte auch eine kleine interaktive Überraschung im Foyer. Die Gäste werden außerdem in die Welten von Pocahontas und Superman entführt. Klassisch wird es mit der literarisch musikalischen Komposition „Also sprach Zarathustra“; jazzig mit einem Medley aus dem Musical „Chicago“; rockig mit „I’d Do Anything For Love“ von Meat Loaf.
Jedes Jahr reichen die beteiligten Studierenden aus Bochum und Umgebung Liedvorschläge ein, so kommt es dazu, dass dieses Jahr auch unbekanntere Lieder irischer und jiddischer Herkunft inszeniert werden. „Je mehr man in dieses Projekt eintaucht, desto überzeugter ist man von den Arrangements. Von den wunderschönen, seltenen Melodien“, sagt Kaysler. Er weist darauf hin, dass die ganze Arbeit abseits der musikalischen Darstellung vom studentischen Organisationsteam getragen wird.
Als Stefanie Böhmer mit Kommiliton*innen das SBR gründete, schrieb sie gerade ihre Bachelorarbeit; nun promoviert sie im zweiten Semester. Damit das Orchester ein Projekt „von und für Studis“ bliebe, müsse sich vor allem das Orga-Team in den nächsten Jahren erneuern. Engagierte Musiker*innen seien also immer gern gesehen.
:Marlen Farina
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