Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Studium | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 05 Mar 2026 21:02:19 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Studium | BSZ https://bszonline.de 32 32 Wenn der Kopf „Nein“ sagt https://bszonline.de/2026/03/12/wenn-der-kopf-nein-sagt/ https://bszonline.de/2026/03/12/wenn-der-kopf-nein-sagt/#respond Thu, 12 Mar 2026 08:00:00 +0000 https://bszonline.de/?p=26026 Zwischen Klausuren, Abgaben, der Regelstudienzeit und dem BAföG-Amt bekommen wir das Gefühl, dass wir um jeden Preis funktionieren müssen. Leidet man unter Migräne, kann das Studium so schnell zu einer enormen Belastung werden. Gleichzeitig kann sie niemand wirklich nachweisen. Die unerträglichen Schmerzen sind nämlich unsichtbar – bis sie alles sichtbar überschatten.

Die Sonne scheint und spiegelt sich in den Fenstern, der Campus ist voller Leben. Ich bin gerade auf dem Weg in die Universitätsbibliothek, um vor dem nächsten Seminar noch an einer Präsentation zu arbeiten. Eigentlich wollte ich sie gestern fertigstellen, doch ich konnte mich einfach nicht konzentrieren. Der Blick auf den leuchtenden Bildschirm war wie eine Überstimulation für meinen Kopf. Das erste Warnzeichen, dass mich bald ein Migräneanfall erwartet.

Noch während ich laufe, bemerke ich einen Lichtfleck in meinem Sichtfeld. Eine Halluzination? Oder habe ich unbewusst zu lange die Reflexion der Sonne beobachtet? Doch schon kurz darauf wächst der Lichtfleck – ein Symptom einer temporären neurologischen Störung im Gehirn – und mit ihm die Gewissheit, dass ich noch ungefähr 20 Minuten Zeit habe, bevor ich stechende Kopfschmerzen kriege. Die werden mich für die nächsten vier Stunden ausknocken – wenn ich Glück habe. Habe ich Pech, hält dieser Zustand bis zum nächsten Tag an und wird von Übelkeit und Erbrechen begleitet.

Was ich hier beschreibe, ist der Anfang eines Migräneanfalls. Dabei wird zwischen Migräne mit und ohne Aura unterschieden. Diese „Aura“ variiert in ihren Symptomen und fasst eine breite an neurologischen Störungen und Ausfällen auf. Dazu zählen Seh- und Sprachstörungen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Taubheitsgefühle, die bis zur Lähmung einer Körperhälfte führen können.

Migräne durchläuft vier Phasen. Es beginnt mit der Prodromi-Phase, bei der Symptome wie zum Beispiel Reizbarkeit, Lichtempfindlichkeit oder Muskelsteifheit Tage vor dem eigentlichen Anfall auftreten. Darauf folgt die Aura-Phase mit Plus- und Minus-Symptomen, die bis zu einer Stunde vor der eigentlichen Migräne einsetzt und unter anderem motorische sowie visuelle Störungen auslöst. Plus und Minus beschreibt dabei, ob es sich um neurologische Ausfälle handelt oder ob eine zusätzliche Reizerscheinung – wie die Lichtflecken, die ich sehe – hinzukommt. Sind die Symptome abgeklungen, setzt die Kopfschmerzphase mit pochenden und pulsierenden Schmerzen ein, die sich von Stunden über Tage ziehen können. Zum Schluss erreicht man die Erholungsphase, die sich in Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten und dem Gefühl, man hätte Watte im Kopf, äußert.

Seit meinem 13. Lebensjahr leide ich an Migräne und gehöre damit zu den rund 18 Millionen anderen Deutschen, die laut der Schmerzklinik Kiel mit dieser Gehirnerkrankung und ihren Folgen zu kämpfen haben. Migräne ist laut der Weltgesundheitsorganisation eine der weltweit häufigsten neurologischen Erkrankungen und zählt zu den führenden Ursachen für Einschränkungen im Alltag bei jungen Erwachsenen. Besonders betroffen ist die Altersgruppe zwischen 15 und 49 Jahren – also genau die Lebensphase, in der Ausbildung, Studium und Berufseinstieg stattfinden.

Trotzdem wird Migräne oft unterschätzt oder als „starke Kopfschmerzen“ verharmlost. Dabei geht Migräne deutlich weiter als das: Trotz Warnzeichen lässt sich ihr Auftreten schwer bestimmen. Setzt sie ein, pulsiert sie so lange im Kopf, bis man seine ganzen Pläne für den Tag absagen muss. Arbeiten oder Lernen funktioniert dann erst einmal nicht mehr. Die Migräne gestaltet Alltag und Freizeit, man selbst muss sich an sie anpassen. Gerade in stressigen Lebensphasen wie zum Beispiel am Ende des Semesters, mit wenig Schlaf, viel Bildschirmzeit und einem Kopf voller Sorgen, kommt sie sehr ungelegen.

Im Studium bedeutet das: Referate absagen, Prüfungen verschieben, Seminardiskussionen verpassen. Während Kommiliton:innen sich spontan zum Lernen in der Bibliothek verabreden, muss man selbst erst einmal abwägen: Wie hell ist es dort? Wie laut? Werden Lärm und Licht wieder einen Anfall auslösen? Selbst scheinbar banale Entscheidungen können zur Risikoabwägung werden. Migräne zwingt einen zur ständigen Selbstbeobachtung. Das kostet Kraft, noch bevor der eigentliche Schmerz beginnt.

Das Nervensystem von Migränepatient:innen ist ständig in einem erregten Zustand; es ist auf Hochspannung und verarbeitet Reize schneller als gewöhnlich. Ein Migränegehirn hat man also von Geburt an, es ist vererbbar. Bei den meisten beginnt die Migräne mit dem Einstieg in die Pubertät, Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Laut der Schmerzklinik Kiel – eine Klinik, die sich auf die Therapie von chronischen neurologischen Schmerzen spezialisiert hat – ist ein Migräneanfall unter anderem abhängig von bestimmten Umweltfaktoren. Dazu können Schlafmangel, Wetterumschwünge, hormonelle Veränderungen, verpasste Mahlzeiten und Überanstrengung gehören. Faktoren, die den meisten Studis unter uns nicht fremd sind. 

Und doch fühlen sich viele – auch ich – schlecht, wenn sie gezwungen sind, eine Frist zu verschieben oder sich krankzumelden. Denn für Menschen, die nicht betroffen sind, ist Migräne schwer nachzuvollziehen. Auch Ärzt:innen finden keine Auffälligkeiten. Oft verstärkt wird das schlechte Gewissen dadurch, dass es einem ein paar Stunden später doch wieder gut geht.

Mit der Zeit lernt man, Strategien zu entwickeln: ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, genug Wasser, Pausen von Bildschirmen. Manche führen ein Kopfschmerztagebuch, um Trigger besser zu erkennen. Andere arbeiten mit Medikamenten wie den verschreibungspflichtigen Triptanen, die spezifisch für die Behandlung von Migräne entwickelt wurden, bis hin zu vorbeugenden Behandlungsformen. Letztere können beispielsweise Entspannungstechniken oder Ausdauersport sein, die dabei helfen, die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren.

Doch selbst mit guter Prävention bleibt Migräne unberechenbar. Sie lässt sich managen, aber nicht kontrollieren. Gerade deswegen hilft es, darüber offen mit Dozent:innen zu kommunizieren. In der Regel haben sie Verständnis für unsere Situation und unterstützen uns dabei, eine Lösung zu finden. Manchmal kann auch ein Nachtteilausgleich die richtige Antwort sein, auch wenn der Prozess vielleicht Überwindung kostet.

Migräne ist eine ernstzunehmende Erkrankung, für die sich niemand schlecht fühlen sollte.

Sie zwingt uns, Grenzen zu akzeptieren, die andere nicht sehen. Und vielleicht ist genau das die größte Herausforderung im Studium: nicht der Leistungsdruck, nicht die Prüfungen, sondern das ständige Abwägen zwischen Anspruch und Gesundheit.

Die Sonne auf dem Campus wird auch morgen wieder scheinen. Und ich werde wieder in die Bibliothek gehen. Mit dem Bewusstsein, dass Rücksicht auf sich selbst keine Schwäche ist – sondern eine Notwendigkeit.

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Sieht doch „normal“ aus! https://bszonline.de/2024/01/04/sieht-doch-normal-aus/ https://bszonline.de/2024/01/04/sieht-doch-normal-aus/#respond Thu, 04 Jan 2024 19:19:52 +0000 https://bszonline.de/?p=24728 Content Note: In diesem Text geht es um verschiedene Er- krankungen, die für Außenstehende nicht offensichtlich sichtbar sind.

In Zeiten von Mental Health Awareness sind wir immer noch  sehr  klassisch,  was „gesund“ ist und was eben„nicht“. Das sorgt immer wieder für Erklärungen und Outings von Menschen, die es nicht immer unbedingt wollen.

Dieser Satz hatte sich in mein Hirn gebrannt: „Sie sehen doch gar nicht behindert aus und zwei Sätze bekommen Sie einwandfrei raus!“ Danke, liebe Dozentin, der mein Behindertenausweis für einen Zugang zu einer Wärmflasche während einer Klausur nicht gereicht hatte. Warum? Ich rezitiere mal KIZ: „Ich bin ein Spast!“ Klar, vielleicht hätte ich vor ihr verkrampfen müssen. Damit sie mir noch besser glauben kann. Was machen dann Menschen, die ADHS haben? Am besten lasst Ihr Euer Gegenüber nicht aussprechen, tanzt die ganze Zeit rum und fangt mit jedem Satz ein neues Thema an! Weil alle AD(H)S-ler:innen krass hyperaktiv sind. Ja, die Geschichten sind so einfach, es macht ja nur Sinn, chronische Erkrankungen und Behinderungen zu akzeptieren, wenn sie krass zu sehen sind. Doch was ist, wenn ich Euch sage, dass es Menschen im Rollstuhl gibt, die auch laufen können. Das erlebe ich nämlich auch oft, dass dann gesagt wird: „Wenn du doch laufen kannst, warum ein Rollstuhl?“ Warum muss die behinderte Person sich verteidigen müssen? Können Menschen mit Behinderungen nicht einfach leben? Ach, da ist das nächste Problem „einfach leben“, denn unsere deutsche Gesellschaft ist so aufgestellt, dass Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen nicht mitgedacht werden. Schauen wir nach Neuseeland: Dort ist Gebärde eine Amtssprache. Das fördert nicht nur, dass Menschen die grundsätzlich erstmal „nicht gebärden müssten“ die Sprache lernen. Es würde auch eine Einheitlichkeit mitbringen. Dank einigen Menschen hat sich zumindest die Untertitelfunktion im Internet etabliert. Doch einige Social Media-Plattformen überlassen das immer noch dem einzelnen Menschen. Heißt: Wenn Du auf Instagram die automatisierten Untertitel nicht freigegeben hast, haben die Menschen, die gehörlos sind eben Pech. BTW! Untertitel ergeben GRUNDSÄTZLICH Sinn, da die meisten Storys ohne Sound schauen. Aber ist ja am Ende nicht schlimm, denn wir lieben Parallelgesellschaften. Und des- wegen gehen wir auch direkt davon aus, wenn ein Mensch in einem öffentlichen Raum ist, dieser auch erstmal „gesund ist“. Krank, behindert, beeinträchtigt sind doch nur diese, die in Behindertenwerkstätten arbeiten oder gar in betreuten Wohnheimen wohnen. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 778.090 Kinder geboren rund 257.600 von ihnen waren bei der Geburt

Schwerbehindert. FUNFACT: Viele Menschen, die mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung leben, bekommen diese erst im Laufe des Lebens. Aber das passt nicht in unser Normdenken. Was aber in unser Normdenken passt? Das Ext- remisieren! So können Menschen mit Depressionen nicht neben Dir auf dem Konzert stehen, Menschen die gehörlos sind, neben Dir im Club tanzen, Menschen mit AD(H)S Doktorarbeiten schreiben, Menschen mit Essstörungen nur sehr schlank sein. Ja, ist schon doof, mal abseits der „Norm“ zu denken. Klar, nicht alle um einen herum müssen von einer Krankheit betroffen sein, aber wenn sie es ansprechen, solltest Du es vielleicht nicht gleich absprechen. Ja, Ich bin ein Spast. Ja, ich spiele Basketball. Ja, ich verkrampfe oft. Möchte ich grundsätzlich anders behandelt werden? Nein! Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen geht es primär um gesellschaftliche Akzeptanz. Und keine Stigmatisierung, die in Übergriffigkeit endet, weil ein Mensch im Rollstuhl ja unbedingt überall hingeschoben werden möchte und das am besten, ohne zu fragen. Wenn Du wirklich helfen willst, dann lass Deinen E-Roller nicht im Weg stehen oder wenn du welche siehst, die den Gehweg blockieren, stell sie zur Seite. Achte doch einfach auf die Umwelt, damit sie so barrierefrei ist, wie es nur geht. Alle können helfe.

:Abena Appiah

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Inflation who? Don’t know her. https://bszonline.de/2022/11/12/inflation-who-dont-know-her/ https://bszonline.de/2022/11/12/inflation-who-dont-know-her/#respond Sat, 12 Nov 2022 11:09:25 +0000 https://bszonline.de/2022/11/12/inflation-who-dont-know-her/ Weg mit den ganzen Fachbegriffen! Ich habe mir dieses Inflationsding so verständlich wie möglich von VWL-Brain Yanki Yilmaz erklären lassen. Yilmaz ist nach langer Zeit nicht nur die zweite Finanzerin of Color vom AStA an der Ruhr-Uni Bochum (RUB), sondern auch Expertin, wenn es um Wirtschaft, Soziales und alles, was mit Geld zu tun hat, geht.   

 
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Weg mit den ganzen Fachbegriffen! Ich habe mir dieses Inflationsding so verständlich wie möglich von VWL-Brain Yanki Yilmaz erklären lassen. Yilmaz ist nach langer Zeit nicht nur die zweite Finanzerin of Color vom AStA an der Ruhr-Uni Bochum (RUB), sondern auch Expertin, wenn es um Wirtschaft, Soziales und alles, was mit Geld zu tun hat, geht.   

bsz:  Yanki, Inflation hier, Inflation da – überall ist dieses Wort zuhören, doch was genau bedeutet das eigentlich?  

Yanki: Zunächst bezeichnet Inflation nur die anhaltende Veränderung eines Preisniveaus, weshalb die Inflationsrate auch „Preisänderungsrate“ genannt wird. Die Inflationsrate wird mittels des Verbraucherpreisindexes gemessen, welcher versucht, einen typischen Warenkorb – kann man sich auch als Einkaufskorb vorstellen – mit den am häufigsten nachgefragten Waren und Dienstleistungen abzubilden. Dieser „Einkaufskorb“ wird mal teurer und mal billiger, was von den Preisen und dem aktuellen Wert deines Geldes abhängt. Eine anhaltende Preissteigerung ist eine positive Inflationsrate. Diese kommt zustande, wenn gesamtwirtschaftlich mehr nachgefragt wird als angeboten. Man bekommt also für das gleiche Geld weniger Güter und Dienstleistungen.  

 

Ah ok, das passiert gerade! Die Angebote sind viel weniger und damit die Kosten abgedeckt werden können werden die Preise erhöht. Welche Ursachen gibt es denn so dafür? 

Yanki: Es kann sehr viele Ursachen für die aktuellen Preisveränderungen geben. Man möge sich daran erinnern, was während der Pandemie alles passiert ist: Das Warenangebot war drastisch gesunken und die Nachfrage nach bestimmten Gütern wurde umso größer. Die Bevölkerung hat angefangen zu „hamstern“, weshalb das bereits reduzierte Angebot stark ausgeschöpft wurde und es zu Lieferengpässen bei bspw. Klopapier oder Mehl kam. Das hat sich alles dann in den hohen Preisen widergespiegelt. Natürlich kommt aktuell zu der Pandemie und dem nun modifizierten Angebot die Kriegslage in der Ukraine hinzu. Das Angebot wird wieder knapper, gerade im Hinblick auf die Energieversorgung. 

 

Solche Wirtschaftskrisen wiederholen sich – warum ist das so und wie können sie vermieden werden? 

Yanki: Man kann sich die Wirtschaftsentwicklung wie eine Welle vorstellen, die mal höher und mal tiefer ist und sich Hoch- und Tiefphasen ständig im Wechsel befinden, deren Länge meist schwer einzuschätzen sind. Deshalb sollte man trotz Umstände versuchen, positiv und sicher zu bleiben, denn es warten bessere Zeiten auf uns. Vermieden können Finanz- und Wirtschaftskrisen also nicht. Allerdings könnte man Erkenntnisse aus den Erfahrungen ziehen, die für die kommenden Krisen von Nutzen sein könnten. 

 

Wie könnte sich Inflation auf den Studi-Alltag auswirken?  

Yanki: Die Inflation betrifft ja nicht nur einzelne Personengruppen, sondern die gesamte Volkswirtschaft. Dennoch ist es für diejenigen, die kein geregeltes Einkommen haben und zudem auf die Verfügbarkeit günstiger Grundnahrungsmittel oder einer preiswerten Energieversorgung angewiesen sind, besonders schwierig. Dazu zählen halt besonders Studierende. Man kann sich die gewohnten Güter, wie zum Beispiel Sonnenblumenöl, Eier, Brot, Wurst und Käse, nicht mehr leisten und auf ein Mal sieht das tägliche Frühstück ganz anders aus.  

 

Ok, das war alles sehr informativ, und auch eine hard pill to swallow – Gibt es denn keine Aussicht auf Besserung? 

Yanki: So wie viele Krisen im Leben ist diese Zeit auch nur ein temporärer Zustand. Daher sollten wir uns darum bemühen, die aktuellen Herausforderungen nicht allzu negativ zu betrachten, sondern den Lerneffekt, den wir aus den zahlreichen täglichen Erfahrungen ziehen, gemeinsam mit unserer neuen Selbstorientierung positiv für unsere Zukunft zu verwerten. Wenn wir uns in unser zukünftiges Ich hineinversetzen und auf die heutige Zeit zurückblicken, so können wir stolz darauf sein, diese überstanden zu haben. 

 

dieses Interview führte :Nathalia Rodriguez

 

Hier ein paar Spartipps von Finanz-Expertin Yanki Yilmaz: 

 

1. Identifiziere deine Fixkosten und variablen Kosten, d.h. notiere dir diejenigen Kosten, die du unabhängig von deinem Einkommen hast, wozu bspw. Miet-, Strom- und Internetkosten zählen, und berechne den Teil, der übrig bleibt. Erstelle eine Liste mit den für dich notwendigsten Konsumgütern, die du damit finanzierst. Das restliche Geld könnte man wahlweise anlegen bzw. für schlechte Zeiten oder Ziele zur Seite legen. 

 

2. Konsumiere möglichst vorausschauend, achte also auf Angebots- und Rabattaktionen. Oft sind Eigenmarken von Lebensmittel- oder Drogeriemärkten günstiger. Als Studierende profitiert man an vielen Stellen von diesem Status. So ist im Sozialbeitrag eine Schauspielhausflat, mit der man Vorstellungen kostenlos besuchen kann, und ein nextbike-Beitrag, mit dem man sich für eine Stunde Räder an den Stationen ausleihen kann. 

 

3. Und nachhaltig leben! Wer sich kein Fahrrad ausleihen und lieber das eigene, das kaputt ist und ewig im Keller rumliegt, nutzen möchte, kann es bei der AStA Fahrradwerkstatt vorbeibringen und wieder in Fahrt bringen. Kleidung recyclen, im RepairCafé Altgeräte funktionsfähig machen und anderen glücklichen Leuten weiterverkaufen, mit den Zutaten im Kühlschrank und vom foodsharing kreativ werden – die Möglichkeiten sind unendlich! Denn langfristig ist alles, was für den Planeten gut ist, auch gut für einen selbst.  

 

4. Der AStA bietet eine Sozialbeitragsübernahme an, um hilfsbedürftigen Studierenden über die Runden zu helfen. Den Antrag kann man auf unserer Webseite asta-bochum.de/sozialberatung finden. Auch sind wir sehr froh über unsere Kooperation mit foodsharing, die uns regelmäßig mit bunten Lebensmitteln beliefern, die für unsere Studierende im AStA-Flur (Studierendenhaus) bereitgestellt werden. Vorbeischauen lohnt sich also auf jeden Fall!                                                                                                                                                                                                                                                                          

:naro

 

 

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Studium ohne Schulabschluss https://bszonline.de/2022/05/15/studium-ohne-schulabschluss/ https://bszonline.de/2022/05/15/studium-ohne-schulabschluss/#respond Sun, 15 May 2022 19:00:51 +0000 https://bszonline.de/2022/05/15/studium-ohne-schulabschluss/ Geflüchteten Ukrainer:innen soll ermöglicht werden, ohne Schulabschluss zu studieren und ihr Studium fortzusetzen.
Warum der Beschluss nichts weiter als die Doppelmoral der deutschen Flüchtlingspolitik verdeutlicht: 

 

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Geflüchteten Ukrainer:innen soll ermöglicht werden, ohne Schulabschluss zu studieren und ihr Studium fortzusetzen.
Warum der Beschluss nichts weiter als die Doppelmoral der deutschen Flüchtlingspolitik verdeutlicht: 

Die Kultusministerkonferenz hat eine Sonderregel beschlossen – Damit den ukrainischen Schüler:innen und Student:innen kein Nachteil entsteht, dürfen diese in Deutschland studieren bzw. ihr Studium fortsetzen. Die Schüler:innen, die aufgrund der Flucht nicht an ihren Abschlussprüfungen teilnehmen konnten, müssen sich dazu einfach an ihrer Wunschhochschule bewerben.  

Die Kultusministerkonferenz geht sogar so weit, dass die Sonderregel auch für diejenigen gilt, die ihr Abitur gemacht haben, aber keinen Nachweis darüber vorweisen können.  

Nach einem Plausibilisierungsverfahren steht dem Studium nichts mehr im Weg. Ein zunächst löblicher Beschluss, der die Integration von geflüchteten Ukrainer:innen fördert und ihnen richtigerweise die Möglichkeit bietet, trotz all den Nachteilen ein möglichst normales Leben in Deutschland zu führen und Anschluss zu finden. 

Doch der neue Beschluss der Kultusministerkonferenz versetzt viele Deutsche und Menschen mit Migrationshintergrund in Aufruhr. Die Sonderregel gilt nämlich nicht für alle. Wer nämlich aus einem anderen Kriegsgebiet als der Ukraine geflüchtet ist, kann diesen Vorteil nicht genießen. Chancengleichheit steht hier keineswegs an erster Stelle.  

Viele haben ihre Kritik an der Sonderregel über Social Media geäußert, indem sie ihre Gleichstellungszeugnisse oder die ihrer Eltern veröffentlicht haben. Der erfolgreiche Abschluss eines zehnsemestrigen Medizinstudiums wird einem Realschulabschluss gleichgesetzt, abgeschlossene Universitätsabschlüsse oder Schulabschlüsse werden nicht anerkannt. Menschen aus anderen Ländern wird „pauschal geringere Lernfähigkeit und Kompetenz“ unterstellt. Nicht wundern, wenn die Reinigungskraft im Büro, der Taxifahrer oder die Aushilfe im Supermarkt nachweislich ein abgeschlossenes Medizinstudium in Syrien oder Afghanistan vorweisen kann. Denn afghanischen, irakischen, syrischen oder anderen Akademiker:innen, die in Deutschland Schutz suchen, wird nicht derselbe Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu Bildung angeboten, wie Ukrainer:innen. Währenddessen unterliegen erworbene Berufsqualifikationen von Ukrainer:innen in vielen Bereichen nicht einmal einem Anerkennungsverfahren, ausgenommen sind reglementierte Berufe. Gleichzeitig wird der Bildungsstand von anderen Flüchtlingen nicht anerkannt und ist oftmals gar nichts oder weniger wert. Nicht-ukrainische Flüchtlinge werden schlichtweg dazu gezwungen, von null anzufangen, gleichzeitig wird ihnen immer wieder unterstellt, nicht gebildet genug zu sein. Dass nicht jedem Menschen, unabhängig von tatsächlichen Qualifikationen, der Zugang zum Studium geschenkt werden soll, ist natürlich klar und das fordert auch keiner. Gefordert wird, dass Flüchtlinge aus anderen Ländern nicht wie Menschen zweiter oder dritter Klasse behandelt werden sollen. 

Aber auch viele deutsche Bürger fühlen sich von dem Beschluss benachteiligt und besonders Abiturient:innen bangen um zukünftige Studienplätze. Viele Studiengänge unterliegen nach wie vor den Zugangsbeschränkungen, die jetzt für viele Ukrainer:innen anscheinend entfallen. 

Die Kritik an dem Beschluss der Kultusministerkonferenz sollte keineswegs als Hass gegenüber Ukrainer:innen gedeutet werden, sondern ist Kritik an der vorherrschenden diskriminierenden (Flüchtlings-)Politik. Für viele ist der Beschluss nichts weiter als ein „Schlag in die Fresse“. Ein Zeichen dafür, dass die Solidarität mit Flüchtlingen nicht von ihrer Notlage, sondern von ihrer
Nationalität abhängig ist.                    

    :Miena Momandi

 
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Priorisieren – aber richtig. https://bszonline.de/2022/04/03/priorisieren-aber-richtig/ https://bszonline.de/2022/04/03/priorisieren-aber-richtig/#respond Sun, 03 Apr 2022 15:04:58 +0000 https://bszonline.de/2022/04/03/priorisieren-aber-richtig/

Kommentar. Über‘s Studium vergessen wir schnell mal, dass das Leben aus mehr besteht, als Seminaren, endlosen Vorlesungen und stundenlagem Lernen. Ein Plädoyer dafür, die Uni Uni sein zu lassen und darüber, dass Studieren nun wirklich nicht das Wichtigste ist. 

 
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Kommentar. Über‘s Studium vergessen wir schnell mal, dass das Leben aus mehr besteht, als Seminaren, endlosen Vorlesungen und stundenlagem Lernen. Ein Plädoyer dafür, die Uni Uni sein zu lassen und darüber, dass Studieren nun wirklich nicht das Wichtigste ist. 

Morgens sitzt Ihr ab 9 Uhr an Euren für Euer Studium zu erledigenden Aufgaben. Abzüglich der kurzen Essenspausen und des erzwungenen obligatorischen Spaziergangs um den Block – denn irgendwie müsst Ihr Euer Hirn mit frischem Sauerstoff versorgen und Eure verkrampfte Körperhaltung auflockern, oder nicht? – klemmt Ihr Euch an einem durchschnittlichen Wochentag rund zehn bis zwölf Stunden hinter den Lernstoff. Ende? Frühestens um 1 Uhr nachts und es folgt ein unruhiger Schlaf und ein unruhigeres, von düsteren Gedanken durchzogenes Erwachen. Vielleicht sitzt Ihr schon in der Mausefalle mit der dicken Aufschrift „Burn-Out” und wartet darauf, dasssie zuschnappt; das würde Erholung bedeuten. Das würde bedeuten, alles gegeben zu haben, das würde heißen: „Ich darf mir eine gerechtfertigte Pause gönnen, schließlich habe ich mich selbst in Grund und Boden gestampft, um allen Anforderungen gerecht zu werden, mich gequält und versucht und versucht.” Leistungsgesellschaft ahoi, liebe Grüße an dieser Stelle.   

Viele von Euch, von uns, vergessen, dass wir uns selbst zu dieser Misere verdammen. Wieso nicht einfach mal zwei, drei Klausuren schieben? Wieso erlauben Wir es Uns nicht, nicht in Regelstudienzeit durch die Semester zu rasen? Wir können und Wir dürfen zu jedem Zeitpunkt einen Gang zurückschalten; hier mal ein Urlaubssemester beantragen, um die Welt und ihre Vielfalt statt öder Seminarräume zu sehen, dort mal ein Essay nicht pünktlich abgeben, weil Oma Gertrud Geburtstag feiert und sich wünscht, ihre Lieblingsenkelkinder bei sich zu haben. Und Oma Gertrud hat vielleicht noch fünf gute Jahre, wir hingegen 80, die wir noch mit unserem Essay zubringen könnten, wenn wir es wollen würden.  

 Tut Euch den Gefallen und erhebt Euer Studium nicht zur Priorität Nummer Eins! Wir alle wollen einen exzellenten bis guten Abschluss hinlegen – das ist ja wohl klar, aber: Werdet Ihr Euch in 30 oder 40 Jahren eher mit Freude an die durchbüffelten Wochen und die folgende gute Note in der Klausur (einer von vielen) zurückerinnern, oder an den Spontantrip nach London? Die fünf Eiskugeln am Badesee? Oma Gertruds Himbeerkuchen? Vergesst ob des ganzen Drucks und teilweise selbst induzierten Stresses nicht, dass Ihr jung seid. Und zwar so jung, wie Ihr es nie wieder sein werdet und so frei, wie vermutlich erst wieder zur Rente – oder falls Ihr das große Geld macht, wobei Freiheit subjektiv ist und eine Grundsatzdiskussion zu weit führen würde. Ich meine: Freiheit im Sinne von tun-und-lassen-können-was-ich-will, und zwar nicht nur, wann und wie ich es will, sondern auch das Glück zu haben, die nächste Klausur verschieben, die nächste Deadline verlängern zu können, weil mir danach ist. Weil ich erleben will. Schiebt das Lernen auf, nicht die Urlaube, die Partys, die Freunde, die Menschen, das Lachen, die Hobbys, die Gesundheit.   Hinterher wird es relativ unwichtig sein, ob Ihr sechs oder zehn Semester gebraucht habt. Hört auf, Euch von Leistungsdruck und Stress in die Enge treiben zu lassen. Ihr habt in der Hand, wie Ihr studieren wollt. Entscheidet Euch für Euer Wohlergehen.  Manchmal, da kommt der:die eine oder andere an den Punkt und schmeißt sein:ihr Studium. Schockierte Reaktionen ringsherum, Hände werden über dem Kopf zusammengeschlagen – acht Semester Lehramtsstudium hingeworfen, und wofür?! Für’s Glücklichwerden, dafür. 

            :Rebecca Voeste

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How to Bachelorarbeit: Eine Anleitung https://bszonline.de/2022/02/08/how-bachelorarbeit-eine-anleitung/ https://bszonline.de/2022/02/08/how-bachelorarbeit-eine-anleitung/#respond Tue, 08 Feb 2022 20:44:51 +0000 https://bszonline.de/2022/02/08/how-bachelorarbeit-eine-anleitung/ Für viele Studierende erscheint sie als die letzte, größte und angsteinflößendste Herausforderung – wir geben Euch heute Tipps zur Bewältigung der Bachelorarbeit.  

 
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Für viele Studierende erscheint sie als die letzte, größte und angsteinflößendste Herausforderung – wir geben Euch heute Tipps zur Bewältigung der Bachelorarbeit.  

Um das Schreiben an der Bachelorarbeit kursieren berühmt-berüchtigte Horrorgeschichten: Stundenlanges Sitzen bis in die frühen Morgenstunden, kein Schlaf, ein Nervenzusammenbruch nach dem anderen und am Ende ist man nur noch ein Schatten seiner selbst, der mit zitternden Fingern die gebundene Bachelorarbeit abgibt. Kommt Euch das bekannt vor? Na? Nicht selten wird in Coming-of-Age-Filme der Eindruck vermittelt, die Bachelorarbeit entziehe Euch jeglichen Lebenswillen. Natürlich ist vielen von Euch klar, dass dies nicht der Realität entspricht. Anderen vielleicht aber auch nicht und die Sorge um die Bachelorarbeitsphase lässt Euch jetzt schon nicht mehr ruhig schlafen. Wir haben da ein paar simple Ratschläge, um möglichst entspannt durch die Bachelorarbeit zu schlittern.  

Es ist offensichtlich: Wer sich gut vorbereitet, hat auch gute Chancen, die Monate, welche die Abschlussarbeit in Anspruch nimmt, ganz locker zu überstehen. In manchen Studiengängen wird Euch sogar Vorbereitungszeit zur Verfügung gestellt, in anderen wiederum nicht und Ihr habt für die reine Textproduktion nur um die sechs Wochen. Wenn Ihr Menschen seid, die alles auf den letzten Drücker fertigbringen, solltet Ihr für die Vorbereitung besonders viel Zeit einplanen: Fangt gut und gerne zwei Monate vor der Anmeldung zur Bachelorarbeit an, Euch mit Eurem Thema intensiv auseinanderzusetzen. Dazu gehört auch beispielsweise Literaturrecherche und frühzeitige Sprechstundenbesuche bei Euren Betreuer:innen.  

 

Wenn Ihr massig Zeit einplant, stellt Ihr außerdem sicher, Euch während der Bachelorarbeitsphase Pausen nehmen zu können. Ich selbst habe beispielsweise im Oktober angefangen, zu recherchieren und erst Anfang Dezember bis Mitte Januar geschrieben und konnte dadurch jedes Wochenende blau machen. Diese Pausen braucht Ihr auch!  Euch wird der Kopf von Eurem Thema schwirren – Ihr werdet oft genug an Eure Belastungsgrenzen stoßen und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Dementsprechend: Achtet auf Euch! Bleibt bei einer gesunden Schlafroutine, geht raus, esst gut. Gesunder Körper, gesunder Geist. 

An der Bachelorarbeit hängt ein Rattenschwanz. Na klar, das geht auf die Psyche – das wissen wir alle. Aber wie sehr, das erfahrt Ihr erst, wenn Ihr dran sitzt. Ich habe viel dafür getan, um gut durch meine Schreibzeit zu kommen: an manchen Tagen habe ich auch nur zwei Stunden an der Abschlussarbeit gesessen, weil mehr „nicht ging“. Und das ist okay, solange Ihr – und ich kann es nicht oft genug betonen – Zeitpuffer einplant. Womit ich aber nicht gerechnet habe, ist, dass ich auf einmal Sachen hinterfragt habe, bei denen es mir vorher nie in den Sinn gekommen wäre, darüber nachzudenken. An einem Abend war ich mir nach drei Jahren Studium auf einmal unsicher, ob ich richtig zitieren kann. Es könnten Zweifel auf Euch zukommen, mit denen Ihr niemals rechnen würdet.  

Es kann überaus hilfreich sein, Euch einen Schlachtplan zu überlegen. Das muss kein bis ins kleinste Detail durchgetakteter sein. Manchmal ist es besser, Wochenziele aufzustellen, um eine Orientierung zu haben. Jeden einzelnen Tag könnt Ihr sowieso nicht zu hundert Prozent durchplanen: In der Bachelorarbeitsphase wird es immer mal wieder zu unvorhergesehenen Unterbrechungen kommen – Ihr habt vielleicht Seminare, Freunde wollen Euch an die frische Luft locken (und diese Angebote solltet Ihr annehmen! Abwechslung und Ablenkung ist wichtig!) oder anderes fordert Eure Aufmerksamkeit. Verzweifelt nur nicht, wenn ein Tag mal nicht so gut läuft, wie geplant. Ihr habt Zeit! Ihr müsst sie nur richtig nutzen. 

Aber Stopp! Mit dem Einreichen der Bachelorarbeit ist’s noch nicht vorbei. Ihr werdet vermutlich feststellen, dass Ihr die erste Nacht nach der großen Abgabe nicht besonders gut schlaft. Und danach vielleicht eine Woche lang viel zu viel, viel zu lange und viel zu gut. Das ist normal! Ihr habt über Monate unheimlichen Stress ausgehalten, den Ihr nicht unbedingt bewusst wahrgenommen habt. Gebt Euch Zeit, zu regenerieren. Hört auf, alles durchzuplanen und zu strukturieren, hört auf Euer Bauchgefühl, legt freie Tage ein, lasst mal ein Seminar ausfallen, geht mal wieder zum Sport und belohnt Euch, denn: Ihr habt’s geschafft. Seid stolz auf Euch. Die größte Hürde des Bachelorstudiums liegt hinter Euch.  

 

:Rebecca Voeste

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Zur Minderheit degradiert https://bszonline.de/2022/01/10/zur-minderheit-degradiert/ https://bszonline.de/2022/01/10/zur-minderheit-degradiert/#respond Mon, 10 Jan 2022 14:33:20 +0000 https://bszonline.de/2022/01/10/zur-minderheit-degradiert/ Bereits das erste Coronajahr 2020 ließ viele Studentinnen und Studenten boden- und hilflos zurück: Sie hatten nicht nur mit dem Verlust ihrer Arbeitsstellen durch immer wiederkehrende Lockdowns zu kämpfen, mit Geldproblemen, auch der Zugang zum Studium wurde erschwert.

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Bereits das erste Coronajahr 2020 ließ viele Studentinnen und Studenten boden- und hilflos zurück: Sie hatten nicht nur mit dem Verlust ihrer Arbeitsstellen durch immer wiederkehrende Lockdowns zu kämpfen, mit Geldproblemen, auch der Zugang zum Studium wurde erschwert. Damals wurde die Onlinelehre eingeführt, um ausfallende Präsenzveranstaltungen zu kompensieren  – und das leider mehr schlecht als recht, ohne einheitliche Konzepte, ohne Bereitstellung von Lernräumen oder Online-Devices für Studierende, die weder Laptop, Tablet oder Internetzugang besitzen; für viele Universitäten und Dozierende ein ‚Neuland‘, das unter stockenden Zoom-Meetings und allgemeinen Fragezeichen erforscht werden musste. Die Folge für Studierende war eine Überflutung mit Seminarinhalten, das Gefühl, überhaupt nicht mehr Student:in zu sein, eine Art Verfremdungsgefühl, Überforderung,
Isolation, psychische Erkankungen. Die Studienabbrüche im Jahr 2021 stiegen unter diesen neuen und belastenden Studienbedingungen an. Für das Jahr 2021 erhofften sich die Studierendenschaften eine Verbesserung der Lage, da die Universitäten, die Städte und der Bund ein Jahr Zeit gehabt haben, um Konzepte auszuarbeiten, welche ein erfolgreiches Studium unter Pandemiebedingungen gewährleisten können. Zwar wurden auch bereits 2020 finanzielle Überbrückungshilfen für Studierende eingeführt, jedoch mangelte es immer noch an genügend Aufmerksamkeit für eine Volksgruppe, die während der Pandemie in ihr stilles Kämmerchen verbannt wurde. Entgegen dieser Hoffnung, dass sich im Folgejahr etwas an der schlechten Situation für Student:innen ändern würde, ging es im Jahr 2021 im Sommersemester mit der Onlinelehre und vorsichtigen Hybridmodellen weiter, welche im Oktober schon wieder eingestellt werden mussten – zu hohe Coronazahlen, zu hohe Risiken. Ins Jahr 2022 starten wir wie gehabt mit Onlinelehre und Abstand zu unserem Campus. Mittlerweile werden allerdings auch Lernräume für Studierende bereitgestellt und der Besuch der Bibliotheken ist wieder möglich. Ein kleiner Schritt nach vorne. 

:Rebecca Voeste

 
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Nicht nur hungrig nach Wissen! https://bszonline.de/2021/11/06/nicht-nur-hungrig-nach-wissen/ https://bszonline.de/2021/11/06/nicht-nur-hungrig-nach-wissen/#respond Sat, 06 Nov 2021 10:07:36 +0000 https://bszonline.de/2021/11/06/nicht-nur-hungrig-nach-wissen/ Kommentar. So geht es nicht weiter! Wenn die Studis auf den Campus zurückkehren müssen, dann müssen das auch warme, bezahlbare Speisen.

 
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Kommentar. So geht es nicht weiter! Wenn die Studis auf den Campus zurückkehren müssen, dann müssen das auch warme, bezahlbare Speisen.

In diesem Text wird sich beschwert, es wird gemeckert und gezetert, und das alles auf sehr hohem Niveau. Bevor wir uns aber ins Negative hineinstürzen, möchte ich mit ein paar positiven Dingen anfangen. Präsenz-Kurse sind super. Ich habe das erste Mal seit langem wieder das Gefühlwirklich zu studieren, mit allem Drum und Dran. Die Interaktion und Diskussion mit Kommiliton:innen und Dozierenden und auch das einfache Anwesend sein im gleichen Raum wie die anderen Teilnehmer:innen, hat die Freude und den Lerneffekt, den ich aus meinem Studium ziehe, enorm erhöht. Es gibt weiterhin gute Argumente gegen die Präsenz, und aktuelle Inzidenzen sind auch Grund zur Sorge. Doch die Rückkehr zur Präsenz-Lehre an den Universitäten mit einem guten, inklusiven System war und ist dringend nötig. 

Nun jedoch zum eigentlichen Zweck dieses Textes. Jetzt, wo man wieder mehr Zeit auf dem Campus verbringt, und oft auch Downtime zwischen den Kursen hat, stellt sich wieder die Frage: Wohin mit mir, wenn ich grad keine Veranstaltung hab. Sich auf eine Wiese zu setzen ist langsam keine wirkliche Lösung mehr, der Sommer ist vorbei. Und wenn man bestenfalls dabei noch etwas warmes, bezahlbares Essen will, fehlt zurzeit vor allem eines: Die Mensa. Mehrmals war ich schon in der Situation, dass ich zwischen Veranstaltungen gern etwas essen würde, vom eher dürftigen veganen Angebot des Q-West aber genauso wenig überzeugt wie von dem kaum vorhandenen, und schnell ausverkauften veganen Angebot der Cafeterien. Vielleicht auch, weil meine Erinnerung daran mittlerweile mystischen Charakter bekommen hat, und die Realität nur sehr verzerrt im Gedächtnis geblieben ist, verlangte es mir in diesen Momenten nach genau einer Sache: Einer stabilen Schüssel Nudeln mit vegetarischer Bolognese von der Nudeltheke der Mensa. Darauf einen Löffel Petersilie und dazu ein Stück Brot. Genau die Mahlzeit, die den geschwächten Körper der hart arbeitenden Studierenden mit allen Nährstoffen versorgt, die man braucht, um weiter durchzuhalten. Und eine Frage stellt sich mir, liegt mir auf dem Herzen und dürstet nach Antwort: Wann wieder?

:Jan-Krischan Spohr

 

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Mehr Betrug bei Online-Klausuren https://bszonline.de/2021/06/24/mehr-betrug-bei-online-klausuren/ https://bszonline.de/2021/06/24/mehr-betrug-bei-online-klausuren/#respond Thu, 24 Jun 2021 13:21:44 +0000 https://bszonline.de/2021/06/24/mehr-betrug-bei-online-klausuren/ Prüfungen. Erste Zahlen zeigen, was Unis und Studis bereits vermuteten: Während der digitalen Lehre nahmen die Betrugsversuche zu.

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Prüfungen. Erste Zahlen zeigen, was Unis und Studis bereits vermuteten: Während der digitalen Lehre nahmen die Betrugsversuche zu.

Mit dem Beginn der Onlinesemester stellten sich vielen Studierenden und Dozierenden schnell die Frage, ob Online-Klausuren zum Schummeln einladen. Die Ruhr-Uni führte daher im vergangenen Sommersemester eine Kamerapflicht bei Online-Klausuren ein (:bsz 1278). Auch der Deutsche Hochschulverband (DHV) sprach sich für Klausurformate aus, die weniger betrugsanfällig sind um die Rechtssicherheit der absolvierten Prüfungen sicherzustellen (:bsz 1279). Nun liefert ein Vorabdruck einer Studie von Forschenden der Universitäten Mannheim, Koblenz/Landau und Augsburg erste Daten, die den Verdacht bestätigen. So haben 61,7 Prozent der etwa 1.600 Studierenden, die an der Studie teilnahmen, angegeben, dass sie während Online-Klausuren betrogen haben, beispielsweise indem sie unerlaubte Hilfsmittel verwendeten oder sich per Smartphone mit anderen Studierenden austauschten. Dies entspricht etwa doppelt so viel wie bei Präsenzklausuren: dort gaben rund 31,7 Prozent der befragten Studis zu, gemogelt zu haben. Dies habe negative Auswirkungen auf die akademische Integrität, insbesondere wenn der Eindruck bestehe, dass Täuschungsversuche ungeahndet bleiben, so die Studienverfasser:innen.
Hochschulen müssten nun Methoden finden, Online-Prüfungen sicher zu gestalten, heißt es von Wissenschaftler:innen. Eine Möglichkeit sei die Videoüberwachung. Dabei fehle es Unis jedoch noch an Anwendungsregeln und der nötigen Ausstattung. Andere Methoden wie das sogenannte Proctoring bringen zudem erhebliche Datenschutz-Probleme mit sich.

Die hohe Zahl der Betrugsfälle ist jedoch keine Neuigkeit. Denn in vorherigen Studien haben die Mehrheit der Studierenden angegeben, geschummelt zu haben. Nicht immer wird dies auch erkannt. Doch wie aktuell der Fall der ehemaligen Familienministerin Franziska Giffey (SPD) zeigt, bleibt nicht jeder Betrug unentdeckt. Giffey wurde nun der Doktorgrad entzogen, nachdem sich Textpassagen ihrer Dissertation als Plagiat herausstellten. 

:Stefan Moll

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Gericht bestätigt: BAföG zu niedrig https://bszonline.de/2021/05/29/gericht-bestaetigt-bafoeg-zu-niedrig/ https://bszonline.de/2021/05/29/gericht-bestaetigt-bafoeg-zu-niedrig/#respond Sat, 29 May 2021 09:10:49 +0000 https://bszonline.de/2021/05/29/gericht-bestaetigt-bafoeg-zu-niedrig/ Finanzierung. Deshalb sei das verfassungsrechtliche Teilhaberecht auf gleichberechtigten Zugang zu Ausbildungsangeboten nicht gegeben.

 

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Finanzierung. Deshalb sei das verfassungsrechtliche Teilhaberecht auf gleichberechtigten Zugang zu Ausbildungsangeboten nicht gegeben.

In der letzten Ausgabe berichteten wir über die Kampagne „50 Jahre BAföG – (k)ein Grund zu feiern“ (:bsz 1289). Nun erhielt die studentische Aktion, die eine grundlegende Reform des BAföG fordert, einen starken Wind in den Segeln. Denn in der vergangenen Woche, am Donnerstag, den 20. Mai, entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass das BAföG in Teilen verfassung swidrig sei. Genauer gesagt betrifft das die Ermittlung der Bedarfssätze, die laut den Richter:innen zu niedrig seien und sich aus einem unzureichenden Berechnungsverfahren ermitteln. Geklagt hatte eine Studentin, deren Anwalt vor Gericht zeigen konnte, dass einige Bedarfssätze des BAföG unter den Berechnungsgrundlagen von Hartz IV liegen, welches rechtlich dem Existenzminimum nach dem Grundgesetz entspricht. „Im Gegensatz zu anderen Sozialleistungen ist das BAföG nicht dynamisiert“ erklärt Sabine Giese, Sprecherin der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS). Somit wird BAföG nicht automatisch gemäß der steigenden Inflation angepasst. Änderungen an den Bedarfssätzen müssen deshalb regelmäßig durch den Bundestag beschlossen werden. Ein Verfahren, das sowohl zeitintensiv als auch unregelmäßig ist und wofür zunächst ein politischer Wille da sein muss. Das Verfahren wird nach dem Sieg vor dem Bundesverwaltungsgericht nun dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt.

Jonathan Dreusch vom freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs), die die Kampagne „50 Jahre BAföG“ organisieren findet ebenfalls scharfe Worte: „Der Beschluss des BVerwGs bestätigt unsere Einschätzung, dass diese sogenannte Ausbildungsförderung – verfassungswidrig – nicht einmal das absolute Existenzminimum deckt.“ So habe das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) es versäumt, regelmäßige Berichte und Anpassungen abzuliefern. Für eine umfangreiche Änderung der Ausbildungsförderung ist das Urteil aus Leipzig jedoch nur ein Schritt. Denn Studierende, wie auch Studierendenwerke und die Hochschulrektorenkonferenz, fordern wesentlich weitreichendere Änderungen am Gesetz, die neben den Bedarfssätzen auch die Zugänglichkeit verbessern sollen.

:Stefan Moll

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