Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Straßenmagazin | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 09:04:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Straßenmagazin | BSZ https://bszonline.de 32 32 StraßenverkäuferInnen sprechen über ihre Arbeit https://bszonline.de/2018/01/29/strassenverkaeuferinnen-sprechen-ueber-ihre-arbeit/ https://bszonline.de/2018/01/29/strassenverkaeuferinnen-sprechen-ueber-ihre-arbeit/#respond Mon, 29 Jan 2018 15:06:17 +0000 https://bszonline.de/2018/01/29/strassenverkaeuferinnen-sprechen-ueber-ihre-arbeit/ Straßenmagazin. Der Film „Brüchige Biografien“ zeigt den Alltag der Menschen, die das Straßenmagazin „bodo“ verkaufen und gibt ein Bild davon, wie Struktur und menschlicher Kontakt Chancen wiederherstellen können.

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Straßenmagazin. Der Film „Brüchige Biografien“ zeigt den Alltag der Menschen, die das Straßenmagazin „bodo“ verkaufen und gibt ein Bild davon, wie Struktur und menschlicher Kontakt Chancen wiederherstellen können.

Oft sieht man sie in den Fußgängerzonen Bochums und Dortmunds stehen, die VerkäuferInnen des Straßenmagazins „bodo“. Sie schlagen sich durch Wind und Wetter. Sie frieren im Winter und schwitzen im Sommer, während sie den PassantInnen mit einem stetigen Lächeln eine „bodo“ anbieten. Hinter den Personen, die dort in den Fußgängerzonen stehen, stecken jedoch meist prekäre Schicksale und eine unsichere Vergangenheit.

Kontakt …

Der Film „Brüchige Biografien“ porträtiert eine Reihe von VerkäuferInnen. Ein einprägsames Schicksal ist zum Beispiel das von Gökkan. Nachdem er mit 13 Jahren sein Elternhaus verließ und zuerst bei Pflegeeltern, später im Heim und bei Freunden unterkam, versuchte er nach seinem Haupt- und Realschulabschluss das Abitur zu machen. Dazu kam es nie, denn er geriet durch einen falschen Freundeskreis mit Heroin in Kontakt und wurde abhängig. Es folgte der soziale Abstieg. Auch eine Inhaftierung blieb nicht aus. Mittlerweile hat er wieder ein Zuhause und widmet sich seiner Leidenschaft, dem Malen. Die mitunter teuren Malutensilien hat er zwei großzügigen Spenden von KundInnen zu verdanken.

Die Hilfe durch und der Kontakt mit Mitmenschen ist der rote Faden, der sich durch den Film und das Gespräch mit den Verkäufern Markus und Christian hindurch zieht. Denn die VerkäuferInnen unterhalten sich mit KundInnen, machen Witze und besprechen ihren Alltag. Obwohl der Großteil der Begegnungen positiv ausfallen, gibt es jedoch auch einige negative Erfahrungen. Verkäufer Markus, der die Straßenzeitung meist in der Bochumer Innenstadt verkauft, spricht von Ignoranz und gelegentlichen Pöbeleien, die verletzend sind.

… und Übergang

Der bodo e. V., so betonen die VerkäuferInnen, gibt ihnen die Möglichkeit, eine Beschäftigung auszuführen und dient als Anlaufstelle für Probleme mit Behörden, als Hilfe bei der Jobsuche oder Ähnlichem. Für viele stellt es nur einen Schritt zu einem besseren Leben dar, denn alleine von den Einkünften aus dem Verkauf kann man nicht leben. „Ich finde sehr gut, dass bodo den Leuten einen Start ermöglicht, eine Beschäftigung, eine Struktur gibt. Allerdings ist klar, aus meiner Sicht, dass du da als Verkäufer nicht großartig Geld verdienst. Ich bin eben auch auf Jobsuche und es ist immer sehr schwer, etwas zu kriegen.“ 

Manche der VerkäuferInnen bleiben dem Magazin viele Jahre bestehen. So sagt Vertriebsleiter Oliver Philipp: „Wir haben immer viel Fluktuation, keine Frage. Es gibt aber immer auch Verkäufer, die bleiben relativ lange bei uns.“

Gökkan zeigt seine Bilder, angelehnt an die weiße Wand seiner Wohnung, stolz der Kamera. Eine Reihe von psychedelisch bunten Farbspielen, die unter anderem seine Traumwelten abbilden, aber auch ein mit dicker Farbe aufgetragenes, weißes Kreuz auf schwarzem Hintergrund, das förmlich aus der Leinwand herausquillt. Für die Zukunft möchte er mit seinem Maltalent ein Tattoostudio aufmachen, um Fuß zu fassen und eine Galerie mit seinen Bildern eröffnen.

Der 80-minütige Film ist in den Anlaufstellen und im Buchladen des Vereins erhältlich und kostet 2,50 Euro.

:Stefan Moll

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Wie sieht der Alltag Wohnungsloser in Bochum aus? https://bszonline.de/2017/05/22/wie-sieht-der-alltag-wohnungsloser-bochum-aus/ https://bszonline.de/2017/05/22/wie-sieht-der-alltag-wohnungsloser-bochum-aus/#respond Mon, 22 May 2017 14:02:08 +0000 https://bszonline.de/2017/05/22/wie-sieht-der-alltag-wohnungsloser-bochum-aus/ Hilfe. Das Straßenmagazin „bodo“ bietet jeden dritten Samstag im Monat eine von einem  Zeitungsverkäufer geführte „Soziale Stadttour“ durch Bochum an, um über die Anlaufstellen der Obdachlosen zu informieren. Die :bsz war dabei.

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Hilfe. Das Straßenmagazin „bodo“ bietet jeden dritten Samstag im Monat eine von einem  Zeitungsverkäufer geführte „Soziale Stadttour“ durch Bochum an, um über die Anlaufstellen der Obdachlosen zu informieren. Die :bsz war dabei.

„Mehr Aufmerksamkeit für die Lage der Obdachlosen, dass mehr Möglichkeiten geschaffen werden.“ So begründet Stadtführer und „bodo“-Verkäufer Marcus Nieß die Idee der Stadttour. Das langfristige Ziel sei es, dass die Obsachlosen „aktiver werden und auch mal in Wohnungen, in eigene vier Wände, kommen und dann auch eines Tages mal ein Beschäftigungsverhältnis bekommen“. Denn Obdachlosigkeit ist in Deutschland eher ein Tabuthema.

Wohin führt die Tour?

Doch welche Anlaufstellen gibt es in Bochum für Wohnungslose? Start- und Endpunkt der Tour ist die bodo e.V.-Anlaufstelle in der Stühmeyerstraße. Hier versucht man mithilfe eines geregelten Einkommens, die Leute von der Straße zu holen. Für Fragen oder Anliegen zur Wohnungslosigkeit gibt es die Beratungsstelle für wohnungslose Männer am Westring und „Frauen in Not“ an der Hans-Böckler-Straße. Diese Stellen bieten aber nicht nur Beratung, Unterstützung, Begleitung und Weitervermittlung bei sozialen, finanziellen und rechtlichen Situationen für Obdachlose an, sie helfen auch Menschen, die von Wohnungsverlust bedroht sind. Es ist außerdem möglich, sich eine Postadresse einzurichten oder seine Habseligkeiten in Schließfächern unterzubringen.

Für Jugendliche zwischen 14 und 24 Jahren besteht ein Kontaktbereich und eine Beratungsmöglichkeit im „Sprungbrett“ auf der Ferdinandstraße, „aber der Bedarf nach Beratung muss von den Jugendlichen selbst kommen, sonst hilft es ja auch keinem“, so eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle. Aber nicht nur Obdachlose werden  hier beraten, auch SchülerInnen, die Hilfe bei Schülerbafög brauchen, erhalten Hilfe. Wer einen Kaffee trinken will, begibt sich zur Bahnhofsmission, versteckt neben der Polizei am Hauptbahnhof, wo es im Winter auch möglich ist, sich kurzzeitig aufzuwärmen. Doch auch diese Einrichtung ist nicht nur Obdachlosen vorbehalten, sie hilft auch Reisenden, die zum Beispiel in Bochum „gestrandet“ sind. Verpflegung erhalten Wohnungslose in der Suppenküche, direkt neben der „bodo“-Anlaufstelle. Dort gibt es nicht nur günstiges Essen, sondern es  werden Freizeitaktivitäten angeboten und im Winter besteht die Möglichkeit einen Wärmeraum aufzusuchen. Schlafplätze gibt es für Jugendliche in der Notschlafstelle „SchlafamZug“, für Erwachsene gibt es die Übernachtungsstelle „Fliednerhaus“ in der Nähe des Stadions.

Fazit der Führung

„Die meisten sagen oft nach der Tour, dass sie nun erst wissen, um was es sich bei den Institutionen handelt, an denen sie vorher immer nur vorbeigelaufen sind“, so Ulrich Kloda, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, der die Tour schon seit ihren Anfängen begleitet. Des Weiteren berichtet er über das Erstaunen von PolitikerInnen, Schulen und Vereinen über das Angebot für Obdachlose in Bochum und bezeugt, dass das Thema Obdachlosigkeit hierdurch ein bisschen präsenter geworden ist. „Es hat was bewirkt, dass wir hier rumlaufen“, so Kloda.

Interesse geweckt? Anmeldungen sind unter 0231/9509780 möglich, die „Teilnahmegebühr“ ist der Kauf eines Straßenmagazins beim Stadtführer.          

:Gianluca Cultraro

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