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Erstes Szenario: Bahnfahrt
Startpunkt war gegen 6:30 Uhr in Bochum und Ziel war „Westerland (Sylt)“, wo wir gegen 16:40 Uhr ankommen sollten. Tipp direkt zum Anfang: Tankt genug Energie für die Fahrt und schlaft genug! Bei meiner Begleitung und mir war es so, dass wir vor lauter Aufregung kaum Schlaf hatten und dementsprechend sehr müde unterwegs waren. Die Fahrt sah wie folgt aus: Von Bochum nach Münster, von Münster nach Osnabrück, von Osnabrück nach Bremen, von Bremen nach Hamburg, von Hamburg nach Elmshorn, von Elmshorn nach Westerland, und anschließend noch ein Bus zur Unterkunft. Insgesamt siebenmal mussten wir umsteigen, was den Vorteil hatte, dass es sich näher anfühlt als es war. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) sind seit Einführung des 9-Euro-Tickets die bundesweiten Fahrten im Schienenverkehr im Schnitt 42 Prozent höher als im Juni des „Vor-Corona-Jahrs“ 2019. An Samstagen liegt das höhere Reiseaufkommen bei 83 Prozent. Um Überfüllung zu vermeiden, planten wir die Hin- und Rückfahrt an Werktagen und stiegen immer ganz vorne oder ganz hinten ein.
Alles für den Ausblick!
Erster Eindruck direkt bei der Ankunft: „Geschafft!“, und „Fuuuck, ist das weiß!“. Meine Begleitung und ich gehen hier, im Vergleich
zu Dortmund oder Gelsenkirchen, überhaupt nicht unter – wir stechen sofort raus. Die erste Mikroaggression erlebten wir dann auch direkt beim Empfang in der Unterkunft: „Hier in Deutschland zahlt man eine Kurabgabe!“ – ok, Annette chill. Der Ausblick auf den Strand hat alles wett gemacht: Die lange Fahrt, der schweißbadende Nase- und Mundbereich unter der FFP2-Maske, Annettes und Bärbels herablasende Blicke. Mit Meeresrauschen im Ohr, Füßen im Sand und Sangria in der Hand lässt sich das Leben viel besser genießen! Dieses wunderschöne Panorama, wofür wir unter 200 Euro gezahlt haben (inklusive 9-Euro-Ticket), spricht für sich selbst.
Stadt, Land, Punks
In der Woche, in der ich da war, machte ich so ziemlich alles für Gesundheit und Entspannung mit: Eine Wanderung durch die Dünen, eine Inselrundfahrt, Amrum und Föhr sehen, und natürlich ganz viel am Strand sonnen, im Meer schwimmen und die Sonnenuntergänge genießen. Dabei stets die Frage im Kopf: Wo sind denn jetzt „diese Punks“? Beim Besuch zum Zentralstrand in Westerland, begegnete ich „den Punks“ endlich. Endlich laute Musik, endlich Stimmung, endlich leben – mir fiel auf, wie ruhig die Insel doch ist, zu ruhig für meinen Geschmack. Laut einer Verkäuferin, wo eines der Punker:innen-Lager gesetzt wurde, wurde mir klar, was für ein Othering hier herrscht: „Ein Kind fragte seine Mutter ‚Warum haben die bunte Haare?‘ und die Mutter erklärte, dass sie auch mit bunten Haaren ganz nette und liebe Menschen sind“. Beim Sprechen mit den Punker:innen und der Frage nach einem Foto waren sie allein für meine Frage dankbar: „Das ist hier leider nicht so. Die machen alle ungefragt Fotos,
gucken uns arrogant an oder schütteln ihren Kopf.“ Das lässt mich schlussfolgern, dass hier laut sein und individuell aussehen noch als sehr ungewöhnlich empfunden wird. Und ab da war für mich sofort klar, warum meine Begleitung und ich ständig komisch angeguckt wurden und weiße Kinder vor uns wegliefen. Wenn die gängigen Sylt-Bewohner:innen noch damit klarkommen müssen, dass weiße Menschen mit bunten Haaren und lauter Musik „ganz nett und lieb“ sind, dann stellt euch mal vor, wie viel sie noch zum Umgang mit BiPoC vor sich haben.
Fazit: Sylt hier, Sylt da, „Oh nein Punks“, „Oh nein Menschen außerhalb meiner Bubble“ – das fasst die Umstände zusammen. Es scheint fast schon wie eine schlechte Promo-Aktion und wie bekannt ist, ist schlechte Werbung auch Werbung. Mich hat es erwischt, ich bin in die 9€-Sylt-Falle getappt und es war trotz des Othering toll! Das habe ich aber hauptsächlich meiner Begleitung, dem Meer und den Punks zu verdanken, ohne sie wäre es nur eine langweilignormale Alman-Insel gewesen.
:Nathalia Rodriguez
Fragt sich bloß, was denn diese französischen Werte sind, von denen Darmanin in hohen Tönen spricht. Sozialer Fortschritt und ein diskriminierungsfreies Klima gehören, wie es scheint, nicht dazu. Ja der Laizismus ist wichtig für die Franzosen, aber mit dieser Debatte wird wieder mal deutlich, dass die Ausgrenzung muslimischer Frauen in der Gesellschaft, eine Priorität Frankreichs darstellt. Der Beschluss war nämlich gar nicht spezifisch für den Burkini gedacht, sondern für all die Frauen, die sich selber aussuchen möchten, wie sie sich zu kleiden haben. Es mag einige wundern, aber auch viele Frauen zeigen sich ungern freizügig in der Öffentlichkeit - und solange Menschen das Recht dazu haben oberkörperfrei schwimmen zu gehen, sollten andere Menschen auch das Recht dazu haben
es nicht zu tun.
:Miena Momandi
]]>Fragt sich bloß, was denn diese französischen Werte sind, von denen Darmanin in hohen Tönen spricht. Sozialer Fortschritt und ein diskriminierungsfreies Klima gehören, wie es scheint, nicht dazu. Ja der Laizismus ist wichtig für die Franzosen, aber mit dieser Debatte wird wieder mal deutlich, dass die Ausgrenzung muslimischer Frauen in der Gesellschaft, eine Priorität Frankreichs darstellt. Der Beschluss war nämlich gar nicht spezifisch für den Burkini gedacht, sondern für all die Frauen, die sich selber aussuchen möchten, wie sie sich zu kleiden haben. Es mag einige wundern, aber auch viele Frauen zeigen sich ungern freizügig in der Öffentlichkeit – und solange Menschen das Recht dazu haben oberkörperfrei schwimmen zu gehen, sollten andere Menschen auch das Recht dazu haben
es nicht zu tun.
:Miena Momandi
]]>Eine Corona-konforme Möglichkeit zum Abhängen und Entspannen soll er sein: der „Stattstrand“. Dafür werden am Riff, in der Innenstadt auf halbem Weg zwischen dem Bahnhof Ehrenfeld und dem Hauptbahnhof, rund 300 Tonnen Sand aufgeschüttet, Europaletten, Sonnenschirme, Palmen, Mülleimer, Toiletten, ein Kiosk und Musik bereitgestellt. Betrieben wird der „Strand“ von der Radar Media GmbH, die allerdings einen Förderantrag via Jugendamt an die Stadt Bochum gestellt hat. Mit Erfolg. 235.000 Euro kostet das Vergnügen die Kommune. Das Vorhaben musste, nachdem es bereits bewilligt worden war, noch nachträglich durch den Stadtrat gewunken werden. Verantwortlich zeichneten sich SPD, FDP und die Stadtgestalter, während die CDU das Vorgehen kritisierte. 411 Sitzplätze mit ausreichendem Abstand bietet der „Stattstrand“ seinen Besucher:innen.
Erst einmal für zehn Wochenenden, vom 25. Juni bis zum 29. August, soll das Angebot gelten, jeweils freitags und samstags, in den Schulferien auch donnerstags von 19 bis 2 Uhr morgens. Das Angebot richtet sich in erster Linie an junge Menschen und soll die Entstehung von Hotspots an anderen Treffpunkten, wie etwa vor dem Schauspielhaus und hinter dem Musikforum, verhindern.
Bereits im vergangenen Sommer hatte die Stadt das gleiche Angebot zur Verfügung gestellt. In den zwölf Wochen nahmen nach Angaben der Stadt bereits 25.000 Besucher:innen das Angebot war, rund 860 pro Tag.
:Leon Wystrychowski
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