Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Shakespeare | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:57:42 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Shakespeare | BSZ https://bszonline.de 32 32 Shakespeare mit internationalen Theatergruppen https://bszonline.de/2019/07/08/shakespeare-mit-internationalen-theatergruppen/ https://bszonline.de/2019/07/08/shakespeare-mit-internationalen-theatergruppen/#respond Mon, 08 Jul 2019 14:18:19 +0000 https://bszonline.de/2019/07/08/shakespeare-mit-internationalen-theatergruppen/ Theater-Festival. Alljährlich findet in Neuss ein Shakespeare Festival statt, bei dem der bekannte englische Autor zelebriert und seine Werke adaptiert werden.

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Theater-Festival. Alljährlich findet in Neuss ein Shakespeare Festival statt, bei dem der bekannte englische Autor zelebriert und seine Werke adaptiert werden.

Wer im rheinländischen Neuss aus der Innenstadt zur Rennbahn spaziert, wird aktuell nicht über Jockeys und Pferde, sondern über Statuen von Shakespeare und seinen Charakteren stolpern. Denn hier finden Besucher*innen nun alles, was das Shakespeare-Herz höher schlagen lässt: vom Verkauf britischer Leckereien wie Scones und Shortbread über Shakespeare-Merch bis hin zu den Toiletten ,,Romeo‘‘ und ,,Julia‘‘. Das dekorative Highlight ist dabei der Nachbau des Globe Theaters, welcher seit 1991 etwa 500 Zuschauer*innen Platz bietet.
Wozu das Ganze? Jedes Jahr findet hier das Shakespeare Festival statt, bei dem etwa einen Monat lang – diesmal vom 14. Juni bis 13. Juli – Schauspieltruppen eingeladen werden, Inszenierungen der elisabethanischen Stücke aufzuführen. Diese kommen aus aller Welt und in allen Sprachen: Dieses Jahr sind neben englisch- und deutschsprachigen Aufführungen zum Beispiel auch eine polnische Aufführung von ,,Macbeth‘‘ sowie eine ungarische Aufführung von ,,Richard III.‘‘ dabei. Doch auch andere Events rund um Shakespeare sind Teil des Festivals, unter anderem Filmvorführungen und ein Kinder-Shakespeare-Tag.

Viermal und über drei Tage verteilt findet dieses Jahr auch eine Inszenierung der Komödie ,,Twelfth Night’’ in englischer Sprache statt. Dieses wird von dem Ensemble der Londoner Bridge House Productions SE20 Limited unter der Regie von Guy Retallack aufgeführt. Retallack inszenierte bereits in vergangenen Jahren andere Stücke für das Shakespeare Festival.

,,Some are born great, some achieve greatness, and others have greatness thrust upon them’’, heißt das vermeintlich bekannteste Zitat aus ,,Twelfth Night‘‘, welches mehrmals – öfters allerdings mit einem höhnischen Unterton –  erklingt.  Hierin liegt die Raffinesse der Inszenierung: sowohl die Szenerie als auch die Sprache werden subtil modernisiert. Der elisabethanische Sprachstil bleibt zwar erhalten, doch wird er zeitweise musikalisch interpretiert. So tritt der Fool, einer der bedeutsamsten Figurentypen, in Gestalt eines Hippies auf, der seine ironisch-witzelnden doch auch ernsten Reden teils in gesungener Form wiedergibt. Auch der Abschluss der finalen Szene und die Verabschiedung von den Zuschauer*innen wird vom gesamten Ensemble und angeleitet von dem Fool als Lied aufgetragen. Ein Aspekt, der dem Stück eine moderne und leichte Note verleiht.

Im Kontrast dazu finden sich auch ernste Momente. Während das Stück – sowohl im Originaltext als auch in der Inszenierung – zwar typisch für eine Shakespeare-Komödie mit mehreren glücklichen Liebespaaren endet, bleibt das Ende für einige andere Charaktere offen. Dies wird in dieser Inszenierung noch dramatisierter und emotionaler dargestellt; so sind besonders die Charaktere, die vorher für comic relief sorgten, am Ende des Stücks tragischer dran: Malvolio schwört auf Rache und geht von der Bühne, Sir Toby und Sir Andrew gehen im Streit auseinander – ein Streit, der ebenfalls komödiantisch dargestellt werden könnte, hier aber sehr tragisch dargestellt wird. Da die Mitglieder des Ensembles mehrere Rollen in unterschiedlichen Kostümen besetzen, sind es auch genau diese Charaktere, die beim Abschiedslied nicht mehr auf der Bühne erscheinen; ihnen wird also bewusst ein tragischeres Ende gegeben.

Die ,,Twelfth Night‘‘-Inszenierung von Retallack ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie neuartige Interpretationen der Shakespeare Stücke mit dem Festival dem deutschen Publikum näher gebracht werden.     

:Charleena Schweda

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Podiumsdiskussion zur ,,Hamlet‘‘-Inszenierung https://bszonline.de/2019/06/24/podiumsdiskussion-zur-hamlet-inszenierung/ https://bszonline.de/2019/06/24/podiumsdiskussion-zur-hamlet-inszenierung/#respond Mon, 24 Jun 2019 14:39:24 +0000 https://bszonline.de/2019/06/24/podiumsdiskussion-zur-hamlet-inszenierung/ Event. Das Schauspielhaus wurde für ein Gespräch zur ,,Hamlet‘‘-Inszenierung an die RUB geladen.

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Event. Das Schauspielhaus wurde für ein Gespräch zur ,,Hamlet‘‘-Inszenierung an die RUB geladen.

Die aktuelle ,,Hamlet‘‘-Inszenierung am Bochumer Schauspielhaus (:bsz 1215) ist sehr erfolgreich. Alexander Kruse, Pressesprecher des Bochumer Schauspielhauses nennt die Resonanz ,,auf allen Ebenen sehr positiv: Das Publikum feiert das Stück mit Standing Ovations, sämtliche Vorstellungen sind ausverkauft und das Presseecho ist enorm.‘‘ So schrieb beispielsweise die Süddeutsche Zeitung: ,,Diesen Hamlet muss man gesehen haben.‘‘ Für den 27. Juni sind der Regisseur und Intendant des Bochumer Schauspielhauses Johan Simons sowie die Schauspieler*innen Jin Xiang und Stefan Hunstein zu einem Podiumsgespräch an die RUB geladen. Prof. Roland Weidle, unter anderem Dozent der Anglistik/Amerikanistik und Vizepräsident der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft, moderiert das Gespräch ab 12:15 Uhr in HGB 40.

Er erhofft sich von dieser kostenlosen Veranstaltung weitere Zusammenarbeit: ,,Ich finde eine Kooperation zwischen dem Theater und dem Campus äußerst wichtig und spannend, da es allen Beteiligten die Möglichkeit gibt, über den Tellerrand der eigenen Disziplin bzw. des eigenen Bereichs hinwegzuschauen und in Kontakt mit anderen Gruppen zu treten, die sich ebenfalls mit dem Shakespeare und dem Drama auseinandersetzen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dieses Format fortführen und auch in den nächsten Semestern anbieten könnten.‘‘ Auch Kruse sagt: ,,Für Johan Simons ist der Austausch mit jüngeren Menschen enorm wichtig – auch als Inspirationsquelle für die eigene Arbeit. Deshalb ist es toll, dass die Veranstaltung so unkompliziert zustande gekommen ist. Wir sind uns sicher, dass es nicht das letzte Mal ist, dass wir die Ruhr-Universität besuchen und freuen uns gleichzeitig über jeden ,Gegenbesuch‘ der Studierenden im Schauspielhaus Bochum, der Dank der Theaterflatrate immer kostenlos ist!‘‘ In der Vergangenheit gab es bereits Zusammenarbeit zwischen dem Englischen Seminar der RUB, der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft und dem Schauspielhaus, zum Beispiel bei den Bochumer Shakespeare Wochen im Herbst 2014. Weidle veranstaltet seit letztem Semester ebenfalls zusammen mit dem Bochumer Metropolis-Kino die Reihe ,,Shakespeare on Screen‘‘, in der Shakespeareverfilmungen im Original, mit Einleitung und informellen Austausch gezeigt werden. Der Anglistik Dozent erklärt: ,,Ich bin grundsätzlich dafür, die Auseinandersetzung mit Themen disziplin- und bereichsübergreifend zu führen.‘‘

Die Idee zur Podiumsdiskussion entstand, als Weidle Johan Simons Anfang des Jahres einen Antrittsbesuch abstattete. ,,Laut Satzung der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft ist der Intendant des Schauspielhauses Bochum, also auch Johan Simons, automatisch Mitglied im Vorstand‘‘, erklärt Weidle. Das Gespräch, in dem es unter anderem um die im April 2020 stattfindende Tagung der Gesellschaft zum Thema ,,Shakespeare and Dance‘‘ ging, sei produktiv gewesen. Er fügt an: ,,In diesem Gespräch ging es auch um andere Möglichkeiten der Kooperation zwischen dem Schauspielhaus, der RUB und der Öffentlichkeit. Neben anderen Formaten (Lesungen, Einführungen, Slams etc.) diskutierten wir auch die Möglichkeit einer Podiumsdiskussion auf dem Campus.‘‘  Zu den  möglichen Themen der Podiumsdiskussion zählt Weidle beispielsweise: ,,Entstehung und Bedeutung des Bühnenbilds, die Akzentuierung der Todesthematik (der ständig anwesende Totengräber, der Ausspruch „Er ist allein“), das Auftreten der Schauspieler*innen von der ersten Reihe, die Art und Weise, wie Figuren zusammengelegt, gestrichen und gekürzt wurden, die Verwendung von Passagen aus Heiner Müllers Hamletmaschine, die gegengeschlechtliche Besetzung von Hamlet und die meines Erachtens daraus resultierende ‚Entschärfung‘ der Hamlet-Figur.‘‘

:Charleena Schweda

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Hamlet-Inszenierung von Schauspielhaus Intendant Johan Simons feiert Premiere https://bszonline.de/2019/06/18/hamlet-inszenierung-von-schauspielhaus-intendant-johan-simons-feiert-premiere/ https://bszonline.de/2019/06/18/hamlet-inszenierung-von-schauspielhaus-intendant-johan-simons-feiert-premiere/#respond Tue, 18 Jun 2019 14:08:44 +0000 https://bszonline.de/2019/06/18/hamlet-inszenierung-von-schauspielhaus-intendant-johan-simons-feiert-premiere/ Theater. Vergangenen Samstag auf Bochumer Bühnen: Hamlet verliert den Verstand, sein Onkel die Nerven und die Mutter befleckt die Familienehre. Geht das noch gut aus?

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Theater. Vergangenen Samstag auf Bochumer Bühnen: Hamlet verliert den Verstand, sein Onkel die Nerven und die Mutter befleckt die Familienehre. Geht das noch gut aus?

„Bochum hat Shakespeare-Tradition“, so heißt es laut Schauspielhausintendant Johan Simons. Da er sich vorgenommen hat, ein Programm mit viel Kraft zu gestalten, widmete er sich nun einem der persönlichsten Werke von William Shakespeare: Hamlet. „Es ist total aktuell, weil es so persönlich ist“, sagt Simons über das Werk, dass der englische Großmeister Shakespeare nach einem seiner Söhne benannt hatte, der jung verstorben ist.
Gerade die philosophischen Fragen, die in Hamlet stecken, haben Simons daher fasziniert und motiviert eine Bochumer Fassung zu erschaffen. Mit Sandra Hüller in der Titelrolle und gemeinsam mit dem Bochumer Schauspielhaus-Ensemble, wurde eine Inszenierung basierend auf den sehr direkten Übersetzungen von Angela Schanelec und Jürgen Gosch sowie mit Ausschnitten aus Heiner Müllers Hamletmaschine und unter der dramaturgischen Leitung von Jeroen Versteele erarbeitet. Dieser Prozess geschah im ständigen Austausch mit den Schauspieler*innen. So entstand ein sehr angenehmer, lockerer Ton innerhalb der Inszenierung von Johan Simons. Denn für ihn war es wichtiger, dass sich die Darsteller*innen während ihrer Rollenerarbeitung eher mit den Texten, als mit den Figuren identifizieren. Dieser Ansatz trug auch zu der Entscheidung bei, Sandra Hüller in die Rolle des Hamlets schlüpfen zu lassen. Sie war seine erste Wahl, denn neben dem Fakt, dass er es schön findet, mache es keinen Unterschied für die Inszenierung ob Hamlet männlich, weiblich oder divers sei. Er habe bei der Entscheidung keine Sekunde überlegen müssen.
Und die Besetzung ist hervorragend. Hüller als innerlich zerrissene Hamlet, die zeitweise die Worte des Geistes ihres ermordeten Vaters herausschreit, sorgt für Gänsehaut Momente. Ihr Leid wirkt sehr nachvollziehbar und berührend. Denn der Racheakt mit dessen Erfüllung Hamlet ringt, ist nicht der wichtigste Bestandteil des Stücks, sagt Simons. Vielmehr gehe es um Melancholie, Weltschmerz und das Verständnis, dass jede Sache eine Konsequenz hat. Auch Sandra Hüller findet das Stück und ihre Rolle dabei keinesfalls zynisch.
Mit musikalischer Untermalung von Mieko Suzuki wird die Inszenierung in Bochum besonders in das Stahl- und Kohlebauinspirierte, minimalistische Bühnenbild verwurzelt. Mit livegenerierten Klängen, erzeugt durch Eisenplatten, fallende Nägel, Samplen und DJ Technik werden auch Scoring Momente wie in Alfred Hitchcocks Psycho erzeugt und lassen das Publikum, zwischen den gesprochenen Szenen, einer tiefen, gespenstischen Gefühlswelt lauschen. Denn die musikalische Untermalung ist hier weniger Hintergrundgeräusch, als Zwischenspiel. „Mit der Sprache muss man sich die Musik verdienen“, ist Simons Begründung dafür. Daher wird die Musik in den Zwischensequenzen groß ausgespielt, statt während der Dialoge und Monologe Emotionen zu suggerieren.
Zeitlich befinden wir uns weder im Jahr 1602 noch im Jahr 2019, da eine Abstraktion des Materials eine größere Allgemeingültigkeit des Werks schaffen soll. Und so fühlt es sich auch an. Wer von den schweren Worten William Shakespeares sonst eher abgeschreckt ist, kann hier neuen Zugang finden. Die zweieinhalb Stunden des Stückes vergehen dabei wie im Flug. Obwohl Hamlet eigentlich eine Tragödie ist, darf man in Bochum bei Shakespeare auch hier endlich wieder lachen. Vorallem schauspielerisch macht es ungeheuren Spaß, dem Bochumer Ensemble zuzusehen.                 

  :Christian Feras Kaddoura

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Der Barde und die Blumen https://bszonline.de/2016/06/21/der-barde-und-die-blumen/ https://bszonline.de/2016/06/21/der-barde-und-die-blumen/#respond Tue, 21 Jun 2016 12:19:02 +0000 https://bszonline.de/2016/06/21/der-barde-und-die-blumen/ Zurzeit findet im Botanischen Garten der RUB die Ausstellung „Garten = Theater oder Shakespeares Pflanzenwelt“ von Dr. Stefan Schneckenburger (TU Darmstadt) statt. Studierende der RUB und der Folkwang Universität der Künste ergänzten die Ausstellung mit Rezitationen, verschiedenen Textstellen und chorischem Sprechen und luden am Sonntag, den 19. Juni zum Matinee in den Botanischen Garten der RUB ein.

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Zurzeit findet im Botanischen Garten der RUB die Ausstellung „Garten = Theater oder Shakespeares Pflanzenwelt“ von Dr. Stefan Schneckenburger (TU Darmstadt) statt. Studierende der RUB und der Folkwang Universität der Künste ergänzten die Ausstellung mit Rezitationen, verschiedenen Textstellen und chorischem Sprechen und luden am Sonntag, den 19. Juni zum Matinee in den Botanischen Garten der RUB ein.
 
Anlässlich des 400. Todesjahres von William Shakespeare ist die diesjährige „Woche der Botanischen Gärten“ den etwa 120 Pflanzen in seinen Dichtungen gewidmet. Spielort war der Botanische Garten der RUB: Eingang N-Nordstraße, Lottental-Eingang, Gewächshaus. Die etwa 50 ZuschauerInnen versammelten sich an den Treppen; der Spielort war direkt davor.

„So lange Menschen atmen …“

Das Germanistische Institut rezitierte Sonette und pflanzenbezogene Auszüge u. a. aus „Hamlet“ und „Romeo und Julia“, auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Die 16 StudentInnen suchten die Stücke aus und erarbeiteten die Darstellungsweise – Hauptaugenmerk legten sie auf Stimme, Mimik und Gestik. Vier Studentinnen, die im Rahmen des Optionalbereiches die Studiobühne vertraten, spielten aus „Hamlet“, „Romeo und Julia“ und „Ein Wintermärchen“. Dazu ordneten, sortierten und schnitten sie die Szenen neu zusammen, so dass originelle Stücke entstanden. Die Beiträge der Folkwang Universität waren Monologe von Lady MacBeth, gespielt von Clara Kroneck und von Macbeth, gespielt von Julian Bloedorn. Außerdem stellten sie die Verzauberung der Titania aus „Ein Sommernachtstraum“ chorisch und im Sprechgesang gelungen dar. Durch Aussprache, Synchronität und Stimmenpräsenz der neun StudentInnen, tauchten die ZuschauerInnen schnell in Titanias Feenwelt ab.
 
Bei allen Stücken war das Bühnenbild höchstens durch einen Stuhl oder eine Bank erweitert. Der Botanische Garten und die natürlichen Geräusche der Umgebung haben den Stücken Bühnenbild, Ton und Licht in Fülle geliefert. 
 
„In der digitalen Welt bin ich so vielen Reizen ausgesetzt, aber hier konnte ich gezielt zuhören und entspannen“, so die Erfahrung aus dem Publikum. „Außerdem war es ein Vergnügen, mal wieder so schöne Sprache zu hören“.

Was steckt dahinter?

Impulsgeber der darstellenden Erweiterung war Prof. Dr. Thomas Stüzel, Leiter des Lehrstuhls für Evolution und Biodiversität der Pflanzen und Direktor des Botanischen Gartens an der RUB. In Kooperation mit dem Germanistischen Institut, der Studiobühne und mit der Abteilung Schauspiel des Theaterzentrums der Folkwang Universität und unter der Leitung von Dr. Annette Mönnich (Germanistisches Institut RUB), Karin Freymeyer (Studiobühne) und Claudia Hartmann (Folkwang Universität der Künste) wurde das Projekt verwirklicht. 
 
Professor Stüzel möchte gerne in Zukunft fächerübergreifende Projekte realisieren. Er bemängelt den „autistischen Spezialismus“, wobei die Projekte eine gute „Medizin“ dagegen sein könnten. Am Beispiel von Shakespeares Pflanzenwelt sieht man, dass sich das Publikum seiner Zeit mit der Bedeutung und Symbolik der Pflanzen bewusst war. Aber wer weiß denn heute noch wofür Majoran und Ringelblume stehen?
 
„Die Ausstellung ist noch etwa zehn Tage im Gewächshaus des Botanischen Gartens zu bewundern“, so Stützel.
 
:Sarah Tsah
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Die RUB als Shakespeare-Zentrum https://bszonline.de/2016/04/25/die-rub-als-shakespeare-zentrum/ https://bszonline.de/2016/04/25/die-rub-als-shakespeare-zentrum/#respond Mon, 25 Apr 2016 16:12:22 +0000 https://bszonline.de/2016/04/25/die-rub-als-shakespeare-zentrum/ Obwohl sie ihren Hauptsitz in Weimar hat, wird Bochum stets als inoffizielles Zentrum der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft genannt. Spätestens am vergangenen Wochenende wurde der Campus diesem Titel gerecht. Als Schauplatz der alljährlichen Frühjahrestagung konnten Studierende, Lehrende und Literaturliebhabende in die Welt des berühmten Dichters und Dramatikers eintauchen. Jedenfalls in einen Teil davon.

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Obwohl sie ihren Hauptsitz in Weimar hat, wird Bochum stets als inoffizielles Zentrum der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft genannt. Spätestens am vergangenen Wochenende wurde der Campus diesem Titel gerecht. Als Schauplatz der alljährlichen Frühjahrestagung konnten Studierende, Lehrende und Literaturliebhabende in die Welt des berühmten Dichters und Dramatikers eintauchen. Jedenfalls in einen Teil davon.

Am vergangenen Samstag jährt sich Shakespeares Todestag zum 400. Mal. Kein Grund, die Veranstaltung unter ein morbides Motto zu stellen. In diesem Sinne eröffnete Roland Weidle, Vizepräsident der Gesellschaft, am Freitag die Tagung mit dem Thema „Shakespeare’s Green Worlds“. 

„Wir wollten besondere Akzente setzen“, erklärt der Anglistik-Professor im Gespräch. „Und haben uns dabei bewusst für das Thema Botanik entschieden, das in den Werken eine bedeutende Rolle spielt.“ Auch in der Forschung entwickle sich eine zunehmende Popularität. „Die ökologische Frage im Verhältnis Mensch und Natur  ist gegenwärtig. Wir versuchen, der Fragestellung im modernen Bewusstsein zu entgegnen.“ 

Grüne Location

Um das tragende Thema also gleich zu Beginn zu verdeutlichen, ging es in einem außergewöhnlichen Umfeld weiter. Im Botanischen Garten der RUB wurde die Auftaktveranstaltungen zum besonderen Erlebnis. Leiter Professor Thomas Stützel setzte die Schlagwörter Natur und Theater in Verbindung und eröffnete damit die Ausstellung „Pflanzen in Shakespeares Welt“. 

„Über diese Zusammenarbeit freuen wir uns besonders“, erklärte Roland Weidle. „Wann kann man schon einem Vortrag im Botanischen Garten lauschen?“ Und wie erhofft verfehlte diese Besonderheit ihre Wirkung nicht. Inmitten von tropischen Pflanzen wurden sachliche Vorträge greifbar und Eröffnungsreden plastisch. Ganz klassisch wiederum ging der Tag dann zu Ende. Die Studiobühne begeisterte mit einer Aufführung der Komödie „A Midsummer Night’s Dream“, deren Hauptspielort passenderweise der Wald ist. 

Fachliches abseits des Elfenbeinturms

Aus dem Bürgertum heraus entstand Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Shakespeare-Gesellschaft. „Es war keine akademische Gründungsinititative“, betont Weidle. Es sei daher wichtig, dass die Tagung auch Veranstaltungen für ein Publikum bietet, das nicht dem Fach entstammt. Denn, und auch das sei gesagt: „Shakespeare ist für alle da. Dafür müssen wir nur aus unserem Elfenbeinturm raus.“

Bochumer Kinos zeigten für jedeN Übertragungen aus dem Londoner National Theatre, mit Anmeldung hingegen gab es vielfältige literarische Veranstaltungen. Ob „Shakespeares Vogelwelt“ oder seine „Rhetorical Flowers“, in Podiumsdiskussionen und Seminaren versuchten Interessierte, die Botanik der großen Werke zu erforschen. Dabei gingen sie der Frage „Wie grün ist das Theater“ ebenso wie theaterpädagogischen Methoden nach. Auch 400 Jahre nach seinem Tod schien der vermeintlich größte englische Dichter an diesem Wochenende in Bochum wieder auferstanden zu sein.                      

:Katrin Skaznik

 
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Unzulänglichkeiten eines Tyrannen https://bszonline.de/2014/02/10/unzulaenglichkeiten-eines-tyrannen/ https://bszonline.de/2014/02/10/unzulaenglichkeiten-eines-tyrannen/#respond Mon, 10 Feb 2014 14:33:22 +0000 https://bszonline.de/2014/02/10/unzulaenglichkeiten-eines-tyrannen/ Eine kurze Unterbrechung ist notwendig, zum Verschnaufen. Macbeth ist hier ein Burn-out-Tyrann. Da braucht‘s erstmal eine Zigarettenpause. Direkt vor der ersten Reihe wird sich hingehockt, ein paar Schlucke aus der Wasserflasche, langsame Zigarettenzüge, bevor es mit einem fetten Monolog weitergeht. Mit dem blauen Dunst werden die shakespeare‘schen Blankverse in den Bühnenraum entlassen. Macbeths Untergang steht bevor, ist ihm längst in die Glieder gefahren.

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Eine kurze Unterbrechung ist notwendig, zum Verschnaufen. Macbeth ist hier ein Burn-out-Tyrann. Da braucht‘s erstmal eine Zigarettenpause. Direkt vor der ersten Reihe wird sich hingehockt, ein paar Schlucke aus der Wasserflasche, langsame Zigarettenzüge, bevor es mit einem fetten Monolog weitergeht. Mit dem blauen Dunst werden die shakespeare‘schen Blankverse in den Bühnenraum entlassen. Macbeths Untergang steht bevor, ist ihm längst in die Glieder gefahren.

Im Rahmen des Projekts „Blutige Anfänger“, in dem StudentInnen der Folkwang-Hochschule die Möglichkeit erhalten, unter Realbedingungen in einem Theater zu inszenieren, feierte am Samstag  „Macbeth“ Premiere. Nina de la Parras Inszenierung am Rottstr.-5-Theater reduziert den Shakespeare-Klassiker aufs Wesentliche: Bernhard Glose (Macbeth) und Karin Moog (Lady Macbeth) geben das Intrigenpaar, das zwischen diabolischer Heuchelei und dem Wahnsinn Machtgieriger oszilliert. Macduff, ein Bote, die Hexe, sowie Duncan werden allesamt von Jörg Schulze-Neuhoff verkörpert. Das restliche Personenregister Shakespeares ist nicht notwendig, um die Kabale zu schildern. Dunkle Erde, an den Ecken kantige Lautsprecher, dahinter eine karge blaue Wand – de la Parra nutzt den begrenzten Raum der Schauspielbühne, um das Intrigenspiel zu entkernen und die bekannten Themen des Stücks abzuhandeln: menschliches Machtstreben, Schuld und Sühne, Männlichkeit. Schulze-Neuhoffs Hexe spuckt nüchtern die Prophetie aus, die Machtmöglichkeiten, die Macbeth offenstehen. Der ist perplex wie machthungrig zugleich. Aber die Machtgier drängt die beiden trotz aller Unsicherheit zur Tat, der Ermordung Duncans – das ist der bekannte Shakespeare-Stoff. Hier erscheint die Ermordung Duncans absurd, angereichert mit schwarzem Humor, wenn er im wahrsten Sinne des Wortes das Maul gestopft kriegt.

Entmannte Machtgier?

Der Stoff ist allseitig bekannt, die Inszenierung daher auf den Schlagabtausch zwischen Macbeth und Lady Macbeth fokussiert. Dazu gehören die Vorwürfe der Lady Macbeth gegen ihren Mann, dass es ihm ob seines fehlenden Mutes an Männlichkeit mangele. Ist das jetzt Gender-Thematik? Gar ein aktueller Bezug? Die Inszenierung gibt keine Hinweise darauf. Zuweilen wartet man auf einen mutigen, kritischen Schwung, aber der bleibt aus. Nina de la Parra gelingt es aber, in ihrer soliden Inszenierung das Stück auf die Machtgier des IntrigantInnenpaares zu skelettieren, als beklemmende Schau auf menschliche Machtverstrickungen – eine Vorlage für intensives Schauspiel.

Bernhard Glose glänzt als wahnsinniger Tyrann

Das ist auch die Rettung des Abends: Berhard Gloses Macbeth. Mit schlichter Lederjacke und zerfahrenem Haar mimt er einen Schelm, der nach der Hexenprophezeiung überfordert die Machtmöglichkeiten kalkuliert und angetrieben von seiner Gattin, eher in den Königsmord hineinstolpert: „Ich hab‘s getan“, gibt er nach der Ermordung Duncans bubenhaft seiner Frau zu verstehen. Der Wahnsinn des Tyrannen wird überzeugend durchdekliniert: Wenn er versucht, Banquo, der seiner Intrige zum Opfer gefallen ist und ihm nun als Imagination anheimfällt, hektisch mit bloßen Händen einzubuddeln, dann wird das paranoide Schuldbewusstsein Macbeths absurd auf der Bühne entfacht. Der gelungene Putsch wird mit falschem, kreischendem Mitgefühl kaschiert. Die Macht, in der sich beide wähnen, definiert sich nur durch die Angst, sie zu verlieren. Das ist der Balanceakt, den alle machtgierigen Hasardeure wagen. Gleichzeitig sind sie nichts als Harlekins. Karnevalesk wird Macbeth eine Gartenzwerg-Mütze aufs Haupt gesetzt. Auch das ist das Stigma der Mächtigen. Harlekins sind sie eigentlich alle, diese Mächtigen, wenn sie, die absolute Macht verkörpernd, regelmäßig wegen Sex- oder Steueraffären in aller Öffentlichkeit entlarvt werden. Auch der  Königsmord wird schließlich gefeiert, laute Party-Musik dröhnt aus den Boxen; mit schwingt die Peripetie, der Untergang, der Wahn. Ist das ein Verweis auf die Selbstgefälligkeit wie Vergeblichkeit des Treibens der Mächtigen? Gar Korruptionskritik? Das sind Themen, auf die eine Macbeth-Inszenierung eingehen könnte. Erahnen kann man das – mit viel Mühe, da die Inszenierung hier zu sehr darauf beschränkt ist, den Stoff solide umzusetzen.

:bsztermin

Hintergrund: „Blutige Anfänger 1“: Zusammen mit Studierenden des Fachs Schauspielregie der Folkwang Universität der Künste initiiert das Rottstr5-Theater das Projekt  „Blutige Anfänger“, in dem Studierende die Möglichkeit erhalten sollen, an freien Theaterbühnen Praxiserfahrung unter Realbedingungen zu sammeln.
Wann? Sonntag, 23. Februar, 19.30 Uhr
Wo? Rottstr.-5-Theater, Rottstr. 5, BochumWieviel? Eintritt 13 Euro (inkl. Programmheft und ein Freigetränk), 7 Euro für SchülerInnen, StudentInnen, Arbeitslose (inkl. Programmheft)

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