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Die Veranstaltung war zunächst im Hörsaal geplant, wurde später jedoch über zoom übertragen und später auf YouTube hochgeladen. Das Referat möchte damit allen interessierten und unentschlossen Studierenden die Möglichkeit geben, sich besser auf die Bundestagswahlen am 23. Februar vorzubereiten.
Die Debatte wird von Taban Abas, der Referatsleitung, geführt, die Ihr vielleicht vom „A Day in History“ kennt. Im Laufe des Gesprächs stellt Taban den Politiker:innen verschiedene Arten von Fragen. So gibt es zum Beispiel Fragen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden dürfen (über Parteiverbot für AfD, mehr Waffen an die Ukraine, Zufriedenheit mit der Migrationspolitik), aber auch persönlichere, die sich mit der Motivation hinter dem politischen Engagement der einzelnen Politiker:innen beschäftigen. Eine weitere Kategorie stellt „Beende diesen Satz“ dar, bei dem die anwesenden Politiker:innen dazu aufgefordert werden, ihre Meinung zu einem bestimmten Thema darzulegen. Zudem werden kritischere Fragen gestellt, wie die nach der Wahrnehmung der letzten Ereignisse im Bundestag unter anderem im Hinblick auf den Gesetzesentwurf von Friedrich Merz zur Verschärfung der Migrationspolitik.
Während der Debatte berufen sich die Teilnehmer:innen immer wieder darauf , dass es in Ordnung und wichtig sei, andere Meinungen zu vertreten. Aufs Korn nehmen sie sich zwischendurch trotzdem, wodurch wir allerdings die Möglichkeit bekommen, mehr zu bestimmten Aspekten zu erfahren.
In den fast zwei Stunden, die geredet, argumentiert und diskutiert wird, bekommt man einen Einblick in die Werte und Ziele der anwesenden Parteien sowie einen Eindruck von den Menschen, die dahinterstehen:
Frances Noltekuhlemann (Volt)
Frances Noltekuhlemann erhielt bei der vergangenen Europawahl viel Zuspruch und dürfte einigen von Euch vielleicht dadurch bekannt sein. Früher arbeitete sie im Bereich Behörden und Digitalisierung, wodurch sie auf Missstände in diesem Bereich aufmerksam wurde und die Motivation fasste, aktiv etwas daran zu verändern.
Über Volt erzählt sie, die Partei sei „jünger, innovativer und neuer als andere Parteien“. Der Blick der Partei würde sich nicht nur auf Deutschland beschränken sondern auch Europa in den Blick nehmen und über die Grenzen hinaussehen: „europäisch denken“. Volt stehe für pragmatische Lösungen und orientiere sich ebenfalls an Erfolgskonzepten aus anderen europäischen Ländern. Sie würden sich dafür einsetzen, dass sich die Wirtschaft „Grün transformiert“, da die aktuelle Wirtschaft nicht gut fürs Klima und/oder nicht zukunftsfähig sei. Wir würden innovative Ideen brauchen, um Klima- und Wirtschaftsmacht zu bleiben. Die Tendenzen der Partei hätten grüne, soziale und liberale Ansätze.
Auf Nachfrage kritisiert sie zudem, dass in Deutschland Entscheidungen nach Ideologien und Parteiinteressen getroffen werden würden und nicht danach, was die beste Entscheidung für die Gesellschaft wäre. Ihre Meinung zu der Brandmauer ist eindeutig: „Wir müssen alles tun, um sie aufrecht zu erhalten.“
Leon Beck (FDP):
Leon Beck könnte den meisten Bochumer:innen bekannt vorkommen, er ist nämlich der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Bochum. Er glaubt an den familienunabhängigen Aufstieg in der Gesellschaft und das hätte ihn schon früh beschäftigt, weshalb er sich später dazu entschloss, in die Politik zu gehen.
Über die FDP spricht er als „Stimme der Freiheit“ und „liberale Partei der Mitte“, die Chancen schaffen will, wo Ungleichheit herrscht. Sie würden auf den Einzelnen und nicht auf das Kollektiv schauen: „Wie kann der Staat dir die Freiheit lassen, dich zu entfalten“. Die FDP setze außerdem darauf, das System der sozialen Marktwirtschaft zu verbessern. So würden sie beispielsweise die Aktienrente als Zukunft der jüngeren Generationen sehen. Auch die Steuern für Unternehmer:innen sollen gesenkt und mehr Freiraum für sie geschaffen werden. Beck sagt, die FDP setze sich für Bildungsgleichheit, Humanität und Kontrolle bei der Migration ein. Nach ihm müsse man politisch handeln und eine Lösung durch die politische Mitte finden, um die Brandmauer zu halten.
Cansin Köktürk (Die Linke):
Cansin Köktürk sah als Sozialarbeiterin die Schwächen des Systems und wollte daran etwas ändern, weshalb sie sich entschloss in die Politik zu gehen. Für die Linke entschied sie sich, da sie einige Werte und Überzeugungen der Partei wie z.B. die Wahrung der Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit sowie Bildungsgleichheit, teilen würde. Sie weist auch darauf hin, dass sich die Partei nach der Verabschiedung von Sahra Wagenknecht erneuert hätte.
Die Linke stünde „konsequent für ein bezahlbares Leben für alle“ ein: „Unsere Vision ist eine Gesellschaft, in der niemand zurückgelassen wird.“ Dafür strebe man unter anderem ein Sozialforum für Gehaltsangaben an, die an diejenigen gespendet werden sollen, die es dringend brauchen.
Anton Hofreiter (Grüne):
Anton Hofreiter ist schon seit er 14 ist politisch aktiv, dabei wären ihm die internationale Gerechtigkeit und Fragen der Klimakrise eine Motivation gewesen und sind sie auch heute noch. Die Grünen als Partei sagten ihm in dieser Hinsicht am meisten zu. Er sagt, viele Probleme und Lösungen seien nur im europäischen Kontext angehbar.
Was Politik angeht, seien die Grünen erfahren und kompromissbereit. Zu den Zielen der Partei würden das Angehen der Klimakrise, der Frieden in Europa, die Verteidigung der Demokratie sowie die Erhaltung der industriellen Basis gehören. So würde man beispielsweise Milliardärsteuer auf G20 Ebene einführen, da sie in der wachsenden Oligarchenschicht weltweit eine potentielle Gefahr für Demokratie, Freiheit und die Stabilität von Staaten sehen würden.
Hofreiter merkt auch an, dass es wichtig für sei, auch in schweren Zeiten koalitionsfähig zu sein.
Referat ruft nochmal dazu auf, Wählen zu gehen und sich bei Fragen zu den Parteien und ihren Wahlprogrammen an die jeweiligen Politiker:innen zu wenden. Das könnt Ihr zum Beispiel über E-Mail tun. Schaut einfach mal im Internet nach, welche:n Politiker:in Ihr gerne fragen würdet.
Das Gespräch in voller Länge findet Ihr außerdem auf dem YouTube_Kanal unseres Astas unter: https://www.youtube.com/watch?v=Pdp19XkyHBU.
:Alina Nougmanov
]]>Gegen das Vergessen – das ist der Leitsatz, der am Holocaust-Gedenktag oft zitiert wird. Nachdem Israel 1951 bereits den Gedenktag Jom ha’Schoa und Deutschland 1992 den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus’ einführten, wurde 2005 von der UN beschlossen, einen vereinten, internationalen Gedenktag zu ergründen. Im Zuge dessen sollen auch die Verbrechen des Nazi-Staates im Schulunterricht betont werden.
Den meisten Deutschen fehlen dazu aber mittlerweile Berührungspunkte. Den 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz erleben viele Zeitzeugen nicht mehr mit, und nur schätzungsweise etwa 0,3% der deutschen Bevölkerung sind jüdisch. Die Zahlen an informierten Bürger:innen sind weltweit rückläufig. Die Anzahl an Holocaust-Leugner:innen steigt. Während diese Statistiken schockierend sind, unterstreichen sie die Relevanz eines Gedenktages: Wer nicht an den Holocaust erinnert oder erinnert wird, droht, ihn zu vergessen, zu verfälschen, zu bezweifeln. Und noch wichtiger: So werden jüdische Mitbürger:innen vergessen, die es sich aufgrund ihres Bezugs nicht erlauben können, den Holocaust zu vergessen. Doch wie organisiert sich dieser Tag lokal, und wie wird er von Jud:innen empfunden?
Am 27. Januar stand die GESH, ein jüdischer Studierendenverband, vor dem Kulturcafé der Ruhr-Universität Bochum. Dort wurden Bücher über die Geschichte der lokalen jüdischen Gemeinschaft, Sticker und Poster ausgestellt. Dazu wurde ein Kasten mit Reis befüllt, in dem jedes Reiskorn für 50 in der Schoa getötete Jud:innen stand. Hätte man alle getöteten Personen mit Reiskörnern repräsentiert, würde das Produkt fast 200 Kilogramm wiegen. Dort kam ich mit einer in der GESH aktiven jüdischen Studentin ins Gespräch: Esther. In unserem Gespräch drehte sich viel über Pazifismus, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und unsere Gemeinsamkeiten. Im Nachhinein bot ich sie darum, mir von ihrer Perspektive zum Gedenktag zu erzählen.
„Das Gedenken an den Holocaust ist schon immer ein wichtiger Schritt gegen das Vergessen gewesen, hat aber insbesondere aktuell aufgrund der politischen Lage in Deutschland an neuer Relevanz gewonnen“, erklärt sie. „Leider fällt mir seitens der Uni auf, dass, sofern ich weiß, tatsächlich nichts vorgesehen war, um das Erinnern aufrechtzuerhalten. Keine Poster, keine Veranstaltungen über die NS-Zeit, kein Social Media Post… Das Entziehen einer Haltung im Bezug auf den Gedenktag ist absolut enttäuschend und betont umso mehr, wie wichtig Freiwilligenarbeit in der Hinsicht ist.“
Sie erklärt weiter: „Im jüdischen Umfeld ist das ein Tag von massiver Bedeutung, weil unzählige Schicksale mit der grausamen Vergangenheit in Deutschland verwoben sind.“ Das deckt sich eindeutig mit den vorher erwähnten Informationen – Deutschland und Großbritannien erinnerten seit 1992 an die Opfer der NS-Zeit, aber nicht spezifisch an jüdische Opfer. Währenddessen ist der Gedenktag an den Holocaust in Israel ebenso ein Gedenktag für den jüdischen Widerstand und seit Jahrzehnten fest im israelischen Kalender verankert.
„Seien es Familienmitglieder, die verschleppt und vergast wurden oder Großeltern, die es geschafft haben, zu überleben. Der eigene Bezug erlaubt es nicht, zu vergessen, und erinnert stets an die Verantwortung, es nie wieder so weit kommen zu lassen. Deswegen haben wir uns bei GESH dafür entschieden, trotz Winterpause zumindest im kleinen Rahmen etwas zu organisieren.“ Nachdem diese Eigeninitiative der Antidiskriminierungsstelle der RUB mitgeteilt wurde, unterstützte sie die GESH mit Informationsmaterial und dem Angebot eines kleinen Budgets. Dies war laut Esther sehr willkommen, da damit alle logistischen Fragen beantwortet wurden.
Esther ist auch aufgefallen, dass sich viele jüdische Menschen vor allem jetzt in ihrer offenen Religionsauslebung und -zuordnung unsicher fühlten. „Davidsterne als Kettenanhänger werden aus Angst vor hasserfüllten Kommentaren oder Schlimmeren unter dem Pullover versteckt und die jüdische Identität immer öfter verheimlicht“, erläutert sie. „So kann und DARF es nicht weitergehen! Ich bin stolz darauf, mich eine Jüdin nennen zu dürfen und genauso sollte jeder andere Mensch mit Stolz hinter seiner Identität stehen. Religionsfreiheit beginnt dort, wo die Angst endet und einer der Ansatzpunke dort ist, gegen das Vergessen vorzugehen.“
Die GESH Bochum ist auf Instagram unter @gesh.bo zu finden. Sie bewirbt neben jüdischen Festen und Gottesdiensten immer wieder Aktionen der interkulturellen Verständigung und gegen den Antisemitismus.
:Halima Okanović
]]>Der ehemalige Querenburger Bauernhof blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das Gebäude selbst ist circa 300 Jahre alt, die ältesten Teile stammen aus 1715. Es wuchs über viele Jahrhunderte zu einem bäuerlichen Anwesen heran. In dieser Zeit wechselte der Hof auch seinen Namen. Ursprünglich hieß er noch „Heimann“. Das war den verschiedenen Besitzern geschuldet, die den Namen „Heimann“ in unterschiedlichen Variationen (Heide, Heyde) trugen und denen über ungefähr 500 Jahrhunderte hinweg das Grundstück und somit der Hof gehörten. Ende des 19. Jahrhunderts heiratete dann die alleinige Erbin Alwine, Tochter des Georg Wiemelshausen, genannt Heimann, und nahm den Familiennamen ihres Ehemanns, Johann Friedrich Beckmann von Kalwes, an. Hof „Heimann“ wurde auf diese Weise zum Hof „Beckmann“.
1958 begann die Stadt Bochum mit dem Ankauf von Land im Süden, welches weniger dicht besiedelt war als der Rest Bochums. Mit dieser Entscheidung wurde versucht, dem Wohnungsmangel entgegenzutreten – der Gedanke an den Bau einer Universität war zu diesem Zeitpunkt noch fern. Das änderte sich jedoch Anfang der 1960er mit dem Beschluss, eine Hochschule entstehen zu lassen. Für dessen Landerwerb war eine Fläche von 500 Hektar vorgesehen. Bei der Erschließung fiel der Blick auch auf den alten Bauernhof, für dessen Nutzung die Stadt Bochum verschiedene Ideen hatte. So bot zum Beispiel die Nähe zum geplanten Botanischen Garten eine Möglichkeit, die Baulichkeiten in dessen Sinne zu gebrauchen.
Die Verhandlungen zwischen der damaligen Besitzerin und der Stadt Bochum verliefen allerdings holprig und glichen einem Tauziehen, das zunächst zu keinem Ergebnis kam. Erst 1973 wurden die Kaufverhandlungen wieder richtig aufgenommen und kamen schließlich im Dezember 1983 mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags zum Abschluss. Mitte der 1980er wurde die Hofstätte dann in „Beckmanns Hof“ umbenannt. Ein Glück für die Baulichkeit und ihre lange Vergangenheit, denn wäre sie bereits zuvor an das Land NRW übergegangen, wäre die Hofstätte wie wir sie heute kennen wohl der Planungseuphorie der Jahrzehnte zuvor erlegen. So aber wurde beschlossen, die Gebäude aus denkmalpflegerischen Gründen weiterhin zu erhalten. Deshalb wurde seitdem versucht, die ursprüngliche Architektur beizubehalten und die Hofstätte in ihrer Erscheinung möglichst nicht zu verändern, sodass sie auch heute noch ein kleines Spiegelbild vergangener Jahrhunderte sein kann.
1986 entstand schließlich die Idee, „die Baulichkeiten des Hofes mit einer doch ansehnlichen Zahl von Räumen für ein Internationales Begegnungszentrum zu nutzen und entsprechend auszubauen“, heißt es in den Beiträgen zur Geschichte der Ruhr-Uni. Denn das bisher bestehende internationale Gästehaus der RUB stieß mit seinen Kapazitäten zu diesem Zeitpunkt immer mehr an seine Grenzen.
Von der Alexander-Humboldt-Stiftung finanziert und durch die RUB initiiert, eröffnete die alte Hofstätte dann 1988 das Internationale Begegnungszentrum (IBZ). Ab diesem Moment wurde sie zu einem besonderen Ort des Austausches und der Begegnung für ausländische Studierende sowie Gastwissenschaftler:innen. Seit 2012 fungiert „Beckmanns Hof“ als aktives Tagungszentrum, dessen sieben Tagungsräume nach verschiedenen Städten der Welt benannt wurden (Shanghai, Tours, Rio de Janeiro etc.). Die Nutzung des Gebäudes für Veranstaltungen und Zusammenkünfte erfolgte zwar bereits vor seiner Eröffnung als Tagungszentrum, doch durften jetzt auch außeruniversitäre Veranstaltungen wie zum Beispiel Hochzeiten abgehalten werden. Diese Freigabe trug außerdem positiv zur Kostendeckung bei, die in Berichten zuvor öfter als Problem angemerkt worden war.
Auch ein Restaurant des AKAFÖ, das „B im Beckmanns Hof“ findet sich mittlerweile vor Ort, welches montags bis freitags geöffnet hat.
In „Beckmanns Hof“ treffen nicht nur Kultur und Wissensdrang aufeinander, er wird auch zum Schauplatz für neue Erinnerungen. Den Blick in zwei Richtungen – Vergangenheit und Gegenwart – gerichtet, wird der ehemalige Bauernhof zu einem besonderen Ort der Geschichte an der RUB.
:Alina Nougmanov
]]>Addressing the Climate Crisis
The project's primary goal is to enhance Dortmund's resilience to heatwaves, which have become more frequent and severe due to climate change. Extreme heat not only disrupts daily life but also poses significant threats to both physical and mental health. To combat this, Dortmund has adopted a climate adaptation plan known as Masterplan integrierte Klimafolgenanpassung (MiKaDo)— an action framework aimed at improving heat resilience across the city. Data2Resilience serves as a crucial support system for this plan, helping to ensure that it achieves its intended objective.
Innovative Heat Monitoring
One of the hallmarks of the project is its cutting-edge approach to monitoring thermal comfort. A biometeorological sensor network has been installed throughout Dortmund, complemented by a digital dashboard that provides real-time data on thermal conditions. Unlike traditional weather monitoring, this system uses a black sphere equipped with sensors to track temperature, humidity, and radiation levels, thus offering a more comprehensive assessment of heat impacts in Dortmund.
The gathered data allows researchers to map out the distribution of hot weather across Dortmund and identify areas most vulnerable to heat stress. Remote sensing technology and climate modeling are also employed to better understand the city's heat patterns, providing insights into where interventions are most needed.
Supporting Dortmund's Smart City Vision
Data2Resilience aligns with Dortmund’s broader Smart City strategy which focuses on enhancing quality of life in the city through the integration of technology. By incorporating the data gathered by the project into urban planning, the initiative not only supports Dortmund's climate adaptation goals but also promotes the development of a more sustainable urban environment.
Engaging the Community
City planners, local government officials, and citizens are actively engaged in the Data2Resilience project. A variety of activities are planned to foster collaboration and raise awareness about heat resilience. These include climate comfort labs (interactive booths designed to facilitate public discussion on climate adaptation); sensation walks designed to help citizens experience and understand varying heat conditions; crowd bike campaigns to collect additional environmental data; and workshops that offer strategies to cope with the situation.
Get Involved
Dortmund residents are encouraged to get involved in Data2Resilience through various engagement opportunities. Detailed information about the project, ongoing activities, and how to participate can be found on the project’s homepage at data2resilience.de. The team can also be reached via their social media presence on X (https://x.com/i/flow/login?redirect_after_login=%2FRUBclim).
Through its innovative approach and commitment to community engagement, Data2Resilience positions Dortmund well in urban heat resilience, offering a blueprint for other cities facing similar challenges.
:Jenefer Selvarajah
Wohin man nur schaut, sei es in puncto Immatrikulation, Rückmeldung des Sozialbeitrages, bargeldloses Zahlen in den Mensen oder digitale Lernplattformen wie Moodle. Sie alle haben es geschafft sich in den Studierendenalltag unbemerkt reinzuschleichen. Die Digitalisierung an der Ruhr-Universität Bochum scheint angekommen zu sein, möglicherweise schneller als erwartet. Man erinnere sich nochmals an die Corona-Pandemie zurück, die uns alle unerwartet getroffen hat. Spätestens als der Lockdown in Deutschland eingetroffen war, mussten Deutschlandweit alle Universitäten schneller digital werden.
Probleme der zu schnellen Digitalisierung
Der gemeinschaftliche Gedanke aus dem gemeinsames Studieren hervorgeht, zeigt sich in dem Begriff der „Anwesenheitsinstitution“, den der Soziologe Rudolf Stichweh nutzt. Doch knapp zwei Jahre lang war von dieser Anwesenheit nichts zu spüren. Wir Studis mussten lange und viel zurückstecken. Der Umstieg von der gewohnten Präsenzlehre auf die Digitallehre ist ein großer Umstieg gewesen. Vor allem bei den digitalen Vorlesungen, in denen man dazu aufgerufen wird die Kamera einzuschalten, sind dieser Aufforderung nur wenige nachgegangen. Die Online-Semester waren für viele psychisch nicht einfach zu bewältigen. Außerdem wussten viele Dozierende anfangs nicht mit der Technik umzugehen oder wie allzu oft ist die Internetverbindung aufgrund des viel genutzten Homeoffices zu Hause schlecht gewesen.
Vorteile der Digitalisierung
Doch neben all den negativen Aspekten, die die Digitallehre an den Universitäten mit sich bringt, gibt es auch Positives zu berichten. Angesichts der Lehre an der Ruhr-Universität Bochum, ist zu sagen, dass mit der Lernplattform Moodle gearbeitet wird. Über Moodle sollen Studierende sich selbstständig in ihre Kurse einschreiben, in denen teilweise alle Kursmaterialien online gestellt werden. Außerdem wird bei einigen Online- oder Hybrid-Veranstaltungen die Vorlesung auf Moodle online gestellt, was den Studis nur zugutekommt. Doch wie genau was abläuft, entscheidet die dozierende Person selbst. So kann es auch mal zu Unterschieden in der digitalen Lehre kommen.
:Asli Baskas
]]>Was eine Party! Zum Semesterabschluss ließen es die Fachschaftsräte (FSR) der Ruhr-Universität noch einmal so richtig krachen. FSR Geschichte, FSR Kunstgeschichte, FSR Chemie, und viele weitere Fachschaftsräte hatten scheinbar die gleiche Idee: Jetzt oder nie! Bevor es zum erneuten Lockdown kommt und Mensch nicht mehr raus darf, muss gefeiert werden. Am letzten Freitag im Sommersemester (15. Juli) fing die Stimmung bereits beim Nachhaltigkeitsflohmarkt an, ging weiter in der After-Party im Repair Café und breitete sich gegen 19 / 20 Uhr auf die verschiedenen FSR Partys aus. Ich selbst ließ mich auf die Feier der Kunstgeschichtler*innen ein – Hallo, die hatten einfach einen nicen DJ am Start! Das Ganze fand auf der Wiese vor dem GA-Gebäude statt, wo es die Möglichkeit gibt zu grillen, die natürlich auch genutzt wurde. Vegane Würstchen, Maiskolben, Salat – ein bunter Mix an Essen wurde gestellt und nicht zu vergessen „Frei Bier“. Ich persönlich hätte mir auch nicht-alkoholische Kaltgetränke gewünscht, vor allem beim Flunkyball spielen. Das erste Turnier wurde mit – na klar – meinem Team eröffnet und wir haben hochkant beim Trinken gewonnen. Normies würden „verloren“ sagen, aber es geht doch um den höchsten Pegel oder nicht? Den hat mein Team am Ende auf jeden Fall gehabt: Mit vier Strafbier (beim fünften wäre es totally over gewesen, so strikter Schiedsrichter) unterstütze ich mein Team – hey, sie konnten sich immerhin nicht beschweren dehydriert zu sein – denn nach bereits dem ersten geexten Bier dreht sich für mich alles, so dass die anderen Teammitglieder*innen mir die anderen drei Bierflaschen abnahmen. Nachdem Spiel waren wir alle auf jeden Fall ein Level Up in der Pegelskala und zwei Level Down in der Hemmungsskala. Perfekt um meine Bachelorarbeit-Erstgutachterin zu konfrontieren…not! Die genau Geschichte dazu bleibt besser unter sämtlichen „Fuck, ich bereue das so sehr!“-Morgen-danach-Sprachnachrichten. Ich schaute beim FSR Geschichte vorbei, die befanden sich direkt neben der Kunstgeschichte-Party, um meine Mitstudierende etwas zu unterstützen. Was direkt auffiel, hier ging es gesitteter zu: Es waren Professor*innen anwesend, es wurde sich unterhalten anstatt besoffen zu philosophieren, und es gab noch Essen. Was der FSR Geschichte an definitiven Pros hatte: Die wunderhafttastische Pride Flag. Doch auch hier schwappte es irgendwann in einen gewissen Pegel. Die Lust nach tanzen wurde größer und so kam es das Geschichte und Kunstgeschichte zusammen feierten! Die Kombi machte den Abend aus: Aus Frei Bier wurde Frei Bier und Sekt, aus kein Essen mehr wurde Hotdog-Brötchen mit Coucous-Salat und Röstzwiebeln und aus elitären Gesprächen wurde grinsen und tanzen – achja, die Magie einer ausgelassenen Zusammenkunft. Und das alles trotz gestiegener Coronazahlen möglich. Bis heute gibt es keine Info das eine*r der Anwesenden anschließend positiv getestet wurde. Das macht die bewusste Planung, die Partys im Freien stattfinden zu lassen, aus und das Vertrauen dass Mitmenschen sich vorher haben testen und impfen lassen. Alles in Allem zwei gelungene Post-Lockdown-Partys die zusammen zu einem unvergesslichen Abend wurden. Ich habe auf jeden Fall Party-Energie und Erinnerungen sammeln können, die mich durch die Herbst-/Winterzeit bringen werden.
:Nathalia Rodriguez
Ob Studis, Schüler:innen, Kinder, Eltern, ältere Leute – sie alle waren beim trödeln dabei! Eine bunte Vielfalt an Menschen schaute gespannt auf von dem ersten Nachhaltigkeits-Flohmarkt der RUB vorbei. Als Ersatz zum Sommerfest, das auch dieses Jahr an der RUB ausfiel, konnte die Idee vom Studi-Flohmarkt mal ausgetestet werden, so AStA-Koordinatorin Nur Demir. Und es scheint überaus gut angekommen zu sein, denn die Standanmeldungen waren schnell abgeschlossen und es gab eine Warteliste für die, die es nicht direkt geschafft hatten. Nachdem rechtzeitig die Reservierungsgebühr von 10 Euro überwiesen wurde (gab es nach dem Abbau des Standes zurück) und die ganz Wohnung, wegen des ausmisten, auf den Kopf gestellt wurde, ging es am 15. Juli ab 10:30 Uhr los mit dem Aufbau. Schleppen war angesagt, denn die Fahrzeuge durften nicht auf die Wakelplatten. Zum Glück teilte ich mir den Stand mit einer Freundin, diese brachten ihren Partner zum Helfen und dieser brachte einen Einkaufswagen als Hilfestellung mit. Eineinhalb Stunden später war der Flohmarkt eröffnet und die ersten Trödler:innen schlenderten los.
Ein besonderer Fokus wurde auf den nachhaltigen Aspekt des Flohmarkts gelegt. Diesen brachten neben den aussortierten Sachen der Studierenden, auch die umweltschützenden Initiativen mit, wie zum Beispiel Enactus, Weniger e.V., USB oder Young Perspectives (YP). Der AStA versorgte die Besuchenden mit Essen, Getränken und „ein Glücksrad für tolle Gewinne“. Dabei zeigt sich ein großes Interesse an veganem Essen. Das Highlight des Ganzen waren natürlich die Stände der Studis, die aus allen möglichen Fakultäten anwesend waren. Ein, wie ich finde, mega nicer Bonus am diesem Flohmarkt: Eine:r kann sich mit gefühlt der ganzen Universität auf einmal vernetzen. Von Archäologie bis Volkswirtschaftslehre scheinen alle, ob als Besucher:in oder Teilnehmer:in, vertreten zu sein.
Es gab nicht nur eine vielfältige Anwesenheit an Leuten sondern auch an Sachen – interessant was Leute so bei sich Zuhause hatten. Was auffällt: je nischiger desto besser! Am meisten wurden Klamotten verkauft, was die „Konkurrenz“ sehr groß machte. Blickfänger waren aber außergewöhnliche Dekorationen, Spiele und Pflanzen. „Miris-Stand“ zum Beispiel bot Klamotten im japanischen Style an, was Interessent:innen anlockte. „Lars ordnet alles“ so Miri, „Und Miri arbeitet bei Humana. Wir haben hierfür auf jeden Fall trainiert!“ so Lars scherzhaft. Ihren Stand hatten sie direkt vorm UB-Eingang, was, neben ihrer positiven Ausstrahlung, eine Rolle für den Andrang der Leute spielen könnte. Beim Erfragen, wie es für einen der Seiten-Stände ist, bekam ich folgende Antwort: „Grundsätzliche auf jeden Fall eine schöne Idee“ aber ein Kritikpunkt hat Jana, Flohmarkts-Verkäuferin und Lehramtstudentin: „Es kommt drauf an, wo man den Stand hat und wie viele Leute da dran vorbeilaufen. Gerade vor der Bibliothek tummelt sich alles. Wenn man hier ist, so die Seitenwege lang, wirds schon bisschen schwieriger. Da müssen die Leute dann gezielt langlaufen.“ Ein paar weitere Kritikpunkte, die ich meiner Umfrage entnommen habe: Es gab zu wenig Essen, eine breitere Auswahl an Sachen wurde sich gewünscht (zum Beispiel mehr für Kinder) und Musik hat gefehlt.
Wodrin sich aber Besuchende und Standteilnehmende einig waren: Vor allem der Austausch mit den Menschen hat Spaß gemacht! Denn eine Sache, die diesen Flohmarkt ausmacht, ist definitiv das Storytelling und einfach miteinander quatschen. Nach so zwei „Lockdown-Jahren“ hat mensch scheinbar viel an Reden nachzuholen. Ich selbst ging mit null Erwartungen in diesen Flohmarkt, und hatte einfach Lust mit meiner Freundin zu chillen und mich von der Energie der Leute anstecken zu lassen. Die Schlussbilanz von AStA-Koordinatorin Nur Demir: „Es ist alles gut gelaufen. Alle haben Spaß und konnten hoffentlich ihre Sachen verkaufen.“ Dem Stimmungsbild den ich entnommen habe, hat sich dieser Flohmarkt alle Male gelohnt. Beim Abbau fuhren die Teilnehmer:innen mit deutlich weniger Sachen, als sie kamen und die Interessent:innen hatten ein breites Lächeln mit den Schätzen die sie hier entdeckt haben.
Es muss Mainstream, aber auch Hipster sein. Eine schmale Verkaufsgrenze, aber ein breites Angebot zum Bezahlen. Ihr versteht nicht so ganz? Hier acht Tipps für Euren Flohmarkt-Verkauf
Helfende Hände: Fragt Eure Familie und/oder Freund:innen, ob sie beim Transportieren und Aufstellen der Sachen helfen können. So werdet ihr rechtzeitig zu Beginn des Flohmarkts fertig und seid ready zum Verkaufen.
Mehr als Barzahlung: Bietet PayPal, Klarna, Sofort-Überweisung und Sonstige Bargeldlose Bezahlungsformen an. So habt ihr ein breiteres Publikum, könnt Euch sicher sein, dass das Geld auch real ist und müsst nicht so viel Geld mit Euch rumschleppen.
Einen Bonus anbieten: Menschen lieben Geschenke, also gebt zu dem was die Leute kaufen noch eine Kleinigkeit gratis dazu. Dafür könnt ihr eine „Umsonst-Kiste“ schaffen oder Bonbons vergeben.
Verständliche Schilder: Mit einer lesbaren Schrift und bunter Farbe auf die Sachen, die zum Verkauf sind, hindeuten. Achtung: Keine Preisschilder machen. Das könnte für Eure Verhandlungstaktik von Nachteil sein.
Breite Hipster-Auswahl: Denkt so nischig, aber gleichzeitig auch so vielfältig wie möglich. Haustierkleidung, Kinderspielzeug, Pflanzen, die Doctor Who Collection – all das gepaart mit gängigen Trödelmarkts-Gegenständen, wie Bücher, Tassen und Klamotten bringen Euch eine höher Verkaufs-Chance.
Ausgefallen Kleiden: Mit diesem Tipp können auch Drinnies punkten. Je bunter, schriller die Kleidung umso mehr Aufmerksamkeit richtet Ihr auf Euren Stand. Dabei braucht Ihr noch nicht einmal mit Leuten zu sprechen – naja also spätestens, wenn die Leute zahlen wollen, schon.
Zu zweit ist es eine Party: Führt mit einer befreundeten Person einen Stand und teilt Euch die Aufgaben auf. Zum Beispiel kann eine die linke und die andere die rechte Seite machen oder die eine macht auf den Stand aufmerksam und die andere beantworte Fragen zu den Sachen.
Fun, fun, fun: Bei all dem sollte vor allem Spaß ganz oben stehen. Dazu könnt ihr es Euch mit Getränken, Lieblingssnack und Musik gemütlich machen. Wenn ihr leise angenehme Songs laufen lasst, dann tut es nicht nur Euch gut, sondern auch möglichen Interessent:innen.
:naro
Der Ausbau der internationalen Spitzenforschung der Universitätsallianz kann beginnen. Die drei Rektor:innen der Universität Duisburg-Essen, TU Dortmund und der Ruhr-Uni Bochum unterzeichneten einen Kooperationsvertrag zur Gründung der Research Alliance Ruhr. Mit der Research Alliance Ruhr soll die universitäre Spitzenforschung der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen in zukunftsweisenden Forschungsfeldern gebündelt werden. Somit werde mit der Kooperation eine gemeinsame Forschungseinrichtung geschaffen, die die Stärken der drei Universitäten verbindet und weiter ausbaut. Zudem ist man zuversichtlich, dass es mit der neuen Struktur besser gelingt, Top-Leute aus aller Welt in das Ruhrgebiet zu holen und die internationale Strahlkraft zu erhöhen und die Region dabei von innovativen Ideen aus der Forschung profitieren kann.
Zentral für die Forschung stehen drängende Zukunftsfragen wie die Gesundheit von Mensch und Natur, Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie und das Vertrauen in digitale Systeme. Hierfür forschen vier Research Center: „One Health – from Molecules to Systems“, „Chemical Sciences and Sustainability“, „Future Energy Materials and Systems“ und „Trustworthy Data Science and Security“. Für den internationalen Austausch der Geistes- und Sozialwissenschaften ist mit dem College for Social Sciences and Humanities eine themenoffene Plattform geboten. Bis 2025 soll der Vollbetrieb erreicht werden.
:Artur Airich
Die Impfkampagne der Ruhr-Uni ist in vollem Gange. Nach einem Stress-Test am 10. Juni starteten in der Woche darauf, am 17. Juni, die ersten Impfungen. Zuerst wird dabei Personal priorisiert, welches notwendigerweise vor Ort präsent sein muss, wie das der Bibliotheken und Hausmeister:innen. Laut dem Dezernat für Personal und Recht sollen alle Beschäftigten, die Interesse haben, ihre erste Impfung erhalten haben. Abhängig ist das, wie auch die wöchentlich möglichen Impfungen, vor allem von den gelieferten Impfdosen. Geimpft wird dabei durch Mitarbeitende des betriebsärztlichen Dienstes sowie freiwillige Helfer:innen. Eine studentische Beschäftigte erzählte von ihrer Erfahrung mit der Erstimpfung: „Der Ablauf im Veranstaltungszentrum war sehr gut organisiert, der Impfarzt hat sich Zeit für Ab- und Nachfragen genommen und danach im ‚Überwachungsraum‘ wäre man auch bestens medizinisch versorgt worden, wenn man nicht gut reagiert hätte.“ Auch ihren Termin habe sie schnell und problemlos bekommen, nachdem sie über das Online-Serviceportal ihren Bedarf angemeldet habe. „Natürlich ist es ein totales Privileg jetzt als Beschäftigte über meinen Nebenjob schon geimpft worden zu sein und ich hoffe, dass die vielen Studierenden zeitnah auch berücksichtigt werden können.“.
Laut Kanzlerin Dr. Christina Reinhardt sei genau das auch das schlussendliche Ziel: Alle 40.000 Studierenden wieder auf den Campus zu holen. Dafür bedarf es jedoch auch hier einer großen Impfaktion. Genau das forderte nun erneut die Landesrektorenkonferenz: Bis Mitte August müsse es flächendeckend erste Impfangebote geben, damit garantiert werden kann, dass bis zum Wintersemester voller Impfschutz vorhanden ist. Das Gesundheitsministerium verweist weiterhin auf die Möglichkeit, sich in Impfzentren impfen zu lassen. Studierende bräuchten Planungssicherheit und Aussichten auf ein Semester mit deutlich größerem Präsenzangebot – nach drei Semestern im Homeoffice ohne klare Aussichten auf Besserung – forderte auf die Arbeitsgemeinschaft der Studierendenwerke NRW.
:Jan-Krischan Spohr
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Märchen. Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Universität. Die Sterne stehen in ungewissen Konstellationen. Semesterbeginn. Doch wo und wie das Semester beginnt, scheint anders als zuvor.
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Märchen. Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Universität. Die Sterne stehen in ungewissen Konstellationen. Semesterbeginn. Doch wo und wie das Semester beginnt, scheint anders als zuvor.
Alles ist anders, alles ist neu. Ferdinand (19) wurde an diesem Tag mit einem ganz neuen Gefühl wach: New year, new me! Nun ja, ein neues Jahr war es nicht, aber zumindest ein neues Semester. Ein neuer Lebensabschnitt. Ein ERSTES Semester. „Ich ziehe mein Ding einfach durch, und dann bin ich hier raus!“, sagte sich Ferdinand immer wieder.
Doch manche Dinge laufen eben oft anders als geplant. Ferdinand fing mit einem Zweifach-Bachelor an. Ein Fach, das eine Abwandlung von einem Fach war, das er schon immer gerne in der Schule hatte und ein Fach, das so… meh.. also…das musste er halt nehmen. Weil‘s da war eben. „Ich ziehe mein Ding einfach durch, und dann bin ich hier raus!“, dachte sich Ferdinand. „Und wenn Archäologie dann doch nicht so das Fach meiner Träume ist, dann finde ich meinen Sinn und Zweck bestimmt in der Zukunft.“ Ferdinand sollte später für zwei Semester Koreanistik studieren, aber das wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Hach, das erste Semester. Das wird bestimmt bis ins kleinste Detail genau das richtige für mich sein“, dachte sich Ferdinand.
Ferdinand freute sich schon auf das Leben am Campus, volle Hörsäle, Schlange stehen in den Cafeten, angenehmer Plausch in den Vorlesungspausen. Ferdinand wusste es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber sein Alltag sollte anders aussehen. Na gut, man – beziehungsweise er – konnte es irgendwie absehen, aber man wird ja noch hoffen dürfen. Der Campus sollte fürs erste leider sein Schreibtisch sein. Und ein Computer. Idealerweise so einer mit einem Bildschirm. Und einer Webcam. Das ist 2020. Leider auch WS 2020/2021. Aber trotzdem muss es irgendwie weiter gehen. Und kann auch bestimmt irgendwie cool werden. Dennoch sollte man sich zwischendurch immer wieder ablenken. „Ich zieh mein Ding einfach durch, und dann bleib ich drinnen hier … bei mir“, dachte sich Ferdinand. Fuck. Das W-Lan war schon wieder down. Dies sollten Worte der Pein sein, mit denen Ferdinand sich in seinem Studium noch häufiger auseinandersetzen sollte. Ähnlich wie: Moodle ist down; E-Campus ist down; Die haben es immer noch nicht hingekriegt, dass E-Campus mit einem Mac funktioniert!?; und viele weitere Ausrufe.
Ein erstes Semester kann vieles bringen. Vor allem aber erstmal viele Fragen. Die sollte man auch stellen! „Ich weiß nicht ganz, wie ich mein Ding durchziehen soll, und ich weiß nicht, an wen ich mich wenden sollte?“ Die Lage ist für alle komisch, man sollte sich jetzt noch mehr und schneller trauen zu fragen, wenn etwas unklar ist oder nicht machbar. Dies sollte Ferdinand noch rausfinden. Er sollte zunächst lernen, sehr formale E-Mails zu schreiben, nur um später festzustellen, dass alle Dozent:innen auch nur Menschen sind und auch sehr viel zu tun haben mit dem angestiegenen E-Mail-Verkehr, die Mails müsst Ihr nicht alle dreißigmal Korrekturlesen vor dem Versenden. Aber einmal drüber lesen, ob es einigermaßen verständliche Sätze sind und ob es eher freundlich als verärgert oder passiv-aggressiv rüberkommt, sollte schon sein. Dies gilt natürlich für beide Seiten! Dass es oft so ist, aber ganz bestimmt nicht immer, sollte Ferdinand unter Umständen im Laufe seiner weiteren vier verschiedenen Studiengänge, in die er später noch reinschnuppern sollte, noch lernen. Doch es schien ihm wirklich eine gute Idee im dritten Semester, sein Zweitfach Informatik gegen Kunstgeschichte zu Wechseln. Die Zukunft liegt irgendwo da draußen.
„Ich zog mein Ding durch, und dann war ich raus!“, Ferdinand (33).
:Christian Feras Kaddoura
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