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Liste 1: REWI – Liste für Rechtswissenschaften
Die REWI setzte in vergangenen Wahlperioden einen starken Fokus auf die Vertretung von Rechtswissenschaftler:innen.
Soziales & Finanzierung:
Das Semesterticket soll laut REWI allenfalls beibehalten werden, einer Fahrradmitnahme stehen sie neutral gegenüber. Es soll die Möglichkeit eingerichtet werden, nicht für das Deutschlandticket zu zahlen, wenn eine Person es nicht nutzt. Sie setzt sich hingegen für eine Senkung des Sozialbeitrags ein, dafür sollen bestimmte Events des AStAs wieder kostenpflichtig werden.
Nachhaltigkeit:
Nachhaltigkeit soll weiterhin ein Ziel das AStA sein, aber nicht zu Lasten von Effizienz.
Campus für Alle:
Die REWI unterstützt einen Schwerpunkt auf Antidiskriminierung, um Marginalisierung zu verhindern und Dialog zu fördern.
Liste 2: Juso-Hochschulgruppe Bochum
Die SPD-nahe Juso-Gruppe legt ihren Fokus besonders auf die finanzielle Entlastung von Studierenden und der Gestaltung eines ansprechenden und sauberen Campus.
Soziales & Finanzierung:
Um Studierende zu entlasten, fordern die Jusos günstigere Mensapreise und ein qualitativ-hochwertiges Mensaessen. Darüber hinaus möchten sie neuen Wohnraum für Studierende schaffen, indem sie mit dem Bochumer Stadtrat zusammenarbeiten.
Nachhaltigkeit:
Die Juso-Gruppe setzt sich für ein Energiekonzept mit rein regenerativer Energie ein.
Campus für Alle:
Um Inklusion zu gewährleisten, möchte sich die Juso-Gruppe für einen barrierefreien Zugang zum Campus einsetzen, beispielsweise in den Parkhäusern. Des Weiteren fordert sie, die Kinderbetreuung an der RUB auszubauen und Sprachkurse zu stärken.
Liste 3: GRAS – Grüne & Alternative Student*innen Bochum – Campusgrün
Die parteiunabhängige GRAS-Liste setzt sich primär für einen intersektionalen Feminismus, Nachhaltigkeit und finanzielle Entlastung der Studierenden ein.
Soziales & Finanzierung:
Sie fordert einen transparenten Umgang mit Mensa-Preisen und einen Mietendeckel für Wohnheime vom AKAFÖ. Des Weiteren möchte sie Verhandlungen beim Semesterticket erwirken und die Mitnahme von Fahrrädern wieder ermöglichen. Für die Entlastung der Studierenden möchte die GRAS mehr Geld vom Land NRW.
Nachhaltigkeit:
Die Liste schlägt vor, Gebäudefassaden zu begrünen und die Möglichkeiten der Installation von Solarpanelen zu überprüfen. Außerdem will sie mehr Fahrradstellplätze und einen Ausbau von Radwegen. Um die nachhaltige Anreise zur Uni zu fördern, soll die U35 besser getaktet werden.
Campus für Alle:
Um mehr Inklusion auf dem Campus zu gewährleisten, schlägt die GRAS vor, Anlaufstellen gegen Diskriminierung auszubauen und ein Awareness-Referat des AStA einzurichten. Auch fordert sie All-Gender-Toiletten und eine Bereitstellung kostenloser Menstruationsartikel. Um Lehrveranstaltungen für alle leicht zugänglich zu machen, soll ein hybrides Teilnehmen möglich sein. Dazu setzen sie sich für ein barrierefreien Zugang zum Campus ein, besonders für Rollstuhlfahrende.
Liste 4: GEWI – Liste der Geistes-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften
Die GEWI ist eine Schwesterpartei der NAWI und versteht sich selbst als eine Liste, die einen bunten Campus und politische Bildung fördern möchte.
Soziales & Finanzierung:
Die Liste setzt sich für eine finanzielle Entlastung von Studierenden ein. Sie will unter anderem mehr Trinkwasserspender und kostenlose Teilnahmeangebote, etwa Vorträge. Zudem soll BAföG elternunabhängig werden.
Nachhaltigkeit:
Da die GEWI Initiativen der Ruhr-Universität selbst nicht als ausreichend ansieht, möchte sie einen nachhaltigen Alltag institutionalisieren und nachhaltige Angebote und Aktionen, etwa Campus Clean Ups, an der Universität verankern.
Campus für Alle:
Die GEWI setzt sich stark für weitere politische Bildung, insbesondere gegen Diskriminierung und für Solidarität, ein.
Liste 5: Hochschulallianz – RCDS
Die CDU-nahe Liste legt ihren Fokus auf eine „sparsame Haushaltsführung und eine ideologiefreie Hochschulpolitik“ sowie auf einen sicheren Campus.
Soziales & Finanzierung:
Den Semesterbeitrag möchte die Liste senken. Dazu soll „Verschwendung beendet“ werden und das Deutschland-Semesterticket zu einem günstigeren NRW-Ticket inklusive Personen- und Fahrradmitnahme umgewandelt werden – der AStA solle dazu mit BOGESTRA und dem VRR verhandeln. Unter Verschwendung versteht die Hochschulallianz beispielsweise das Verlust machende KulturCafé. Gleichzeitig sieht sie die Verstärkung kostenpflichtiger Angebote kritisch, und fordert stattdessen vom AStA, „völlig unnötige Ausgaben“ zu minimieren.
Nachhaltigkeit:
Die Liste ist dagegen, dass Forschung und Lehre grundsätzlich keine klimaschädlichen Zielrichtungen verfolgen dürfen. Es sei nicht die Aufgabe der Studierendenschaft, sich dafür einzusetzen. Die Hochschulallianz (HA) fordert zudem, dass sich die Mensa sowie die Cafeterien an der Nachfrage der Studierenden orientieren und es nicht etwa ein verpflichtendes veganes Gericht geben müsse.
Campus für Alle:
Die HA setzt sich für einen sicheren Campus ein. Sie fordert unter anderem mehr Beleuchtung an dunklen Orten, eine bessere Ausstattung des Sicherheitspersonals der Uni sowie Videokameras an Ein- und Ausgängen zur Überwachung bei Dunkelheit. Ebenso setzt sich die Partei für eine barrierefreie Infrastruktur und den Ausbau hybrider Formate ein – ist aber dagegen, dass sich die hochschulpolitische Arbeit die Sensibilisierung diverser Diskriminierungsformen als Schwerpunkt setzt.
Liste 6: NAWI – Die Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure an der Ruhr-Universität Bochum
Die NAWI wurde 2008 gegründet mit dem Ziel, „parteiunabhängige und studinahe Hochschulpolitik“ zu betreiben. Sie beschreibt sich selbst als pragmatische Liste, die eng mit Fachschaftsräten und Studierenden zusammenarbeitet.
Soziales & Finanzierung:
Studierende sollen laut der NAWI durch ein gleichbleibendes Niveau des Semesterticket-Preises nicht weiter finanziell belastet werden. Dazu verspricht die NAWI, Wohnheime bezahlbar zu halten und Tarifverträge für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte einzuführen.
Nachhaltigkeit
Die NAWI verpflichtet sich in mehreren Punkten der Nachhaltigkeit am Campus. Es soll sowohl E-Mobilität ausgebaut werden, um umweltfreundliche Flexibilität und Mobilität zu fördern, als auch beispielsweise mehr Photovoltaik genutzt werden. Zudem verspricht sie, nachhaltige Angebote für Studierende – etwa das RepairCafé – weiter auszubauen.
Campus für Alle:
Neben allgemeinen Werten wie Weltoffenheit und einer Ablehnung von Diskriminierung aller Art wird auch seitens der NAWI für einen sicheren Campus geworben. Spezifischer sollen Angsträume erfasst und ausgeleuchtet werden, in Kombination mit etwa Hilfstelefonen, um Übergriffen und Angst vor diesen entgegenzuwirken.
Liste 7: IL – Internationale Liste
Die internationale Liste fokussiert sich auf Bedürfnisse von ausländischen Studierenden, Campuskultur und Umweltfreundlichkeit. Zudem partizipiert sie aktiv im Autonomen Ausländerreferat (AAR).
Soziales & Finanzierung:
Die IL plant, im Austausch mit der Universitätsverwaltung und dem akademischen Förderwerk (AKAFÖ) weitere Entlastungen und soziale Angebote für Studierende einzuführen. Semesterbeiträge sollen bestenfalls gesenkt werden.
Nachhaltigkeit:
Die IL setzt sich für einen Ausbau von Werkstätten und ein breiteres vegetarisches und veganes Angebot in der Mensa und in den Cafeterien ein. Zudem soll jedes Semester eine Green Week stattfinden, in der Vorträge, Workshops u.v.m. zu Klimaschutz angeboten werden.
Campus für Alle:
Neben allgemeiner Antidiskriminierungsarbeit fokussiert sich die IL auf Belange wie einen Gebetsraum für muslimische Studierende, Förderung und Hilfen für internationale Studierende und kulturelle Vielfalt.
Liste 8: Grüne Liste der Ruhr-Universität Bochum
Die parteiunabhängige Liste setzt sich für eine „grüne Hochschulpolitik“ ein.
Soziales & Finanzierung:
Die Grüne Liste will das Semesterticket auf 29,40€ pro Monat senken – würde aber auch einen höheren Preis „für die Rettung unseres Planeten“ in Kauf nehmen. Sie will die Fahrradmitnahme wieder ermöglichen. Der Semesterbeitrag selbst soll so günstig wie möglich gehalten werden – konkrete Vorschläge bleibt die Liste jedoch schuldig. Der Gaming Hub soll weiterhin im bisherigen Umfang unterstützt werden.
Nachhaltigkeit:
Sie spricht sich klar dafür aus, Forschung mit umweltschädigender Zielrichtung an der Universität zu untersagen. Der AStA soll der Liste zufolge klimaneutral arbeiten und sich an den Nachhaltigkeitsbericht halten. Ein stärkeres Angebot an vegetarischen und veganen Speisen fordert sie ebenso.
Campus für Alle:
Schwerpunkt der Grünen Liste ist Geschlechtergerechtigkeit, etwa durch die geschlechtsparitätische Besetzung studentischer Gremien sowie nach Geschlecht quotierte Redelisten im StuPa – damit man nicht Gefahr laufe, die Perspektive vor allem von Frauen und nicht-binären Menschen zu wenig abzubilden. Barrierefreiheit soll durch „Ausbau von hybrider Lehre, barrierefreien Zugängen und inklusiven Lernmaterialien“ gefördert werden.
Liste 9: LHG – Liberale Hochschulgruppe Bochum
Die FDP-nahe Liberale Hochschulgruppe will „gravierend Dinge verändern“ und zum Beispiel aus dem AStA ein Ehrenamt machen.
Soziales & Finanzierung:
Die LHG möchte den AStA-Beitrag senken – etwa durch die eigenständige Finanzierung des KulturCafés sowie die Umwandlung der AStA-Arbeit in ein Ehrenamt. Unentgeltliche Angebote auf dem Campus wie E-Sport sollen dabei nicht „bedeutend eingeschränkt oder abgeschafft werden“. Zudem will die LHG auf der Plattform eCampus eine RUB-interne Dating-App integrieren.
Nachhaltigkeit:
Die LHG will die Finanzpolitik des AStAs nachhaltiger machen – beispielsweise soll sich das KulturCafé selbst finanzieren. Für die „ökologische Nachhaltigkeit“ setzt die Liste vor allem auf Mobilität in Form vom Fahrrad und vom ÖPNV durch Beibehaltung des Semestertickets.
Campus für Alle:
Oberstes Ziel der Liste ist es, Chancengleichheit zu ermöglichen, sowohl beim Zugang zur universitären Bildung als auch bei der studentischen Mitbestimmung – wie sie das erreichen will, bleibt unklar. Quoten bei der Besetzung von Ämtern will die LHG nicht, vielmehr solle Kompetenz entscheiden. Den Campus als Ort will die Liste sicherer machen.
Liste 10: Fraktion Lückenfüller (FraLü)
Die satirische Liste setzt auf „Rückgrat und Humor“, hat aber ebenso ernstgemeinte Lösungsansätze für eine ökologische und soziale Uni.
Soziales & Finanzierung:
Die Fraktion Lückenfüller sieht keine Möglichkeiten, das Semesterticket ohne Qualitätseinbußen an anderen Stellen zu vergünstigen. Den Bedarf für die Fahrradmitnahme will die Liste zunächst in einer Abstimmung unter den Studierenden ermitteln. Sie schlägt vor, dem Gaming Hub Gelder zu entziehen – und will gewährleisten, dass veganes Essen nicht teurer sei als nichtveganes. In ein besseres Eduroam soll auch investiert werden.
Nachhaltigkeit:
Die Fraktion Lückenfüller will die Uni „grüner“ machen – zum Beispiel mit neuen Bänken und Blumenbeeten auf der Uni-Brücke sowie Insektenhotels auf dem Campus. Neben dem Ausbau von Photovoltaik pocht die Liste darauf, Dächer und Fassaden zu begrünen. Dies solle die Erhitzung des Betons abmildern und gleichzeitig Heiz- und Kühlkosten sparen.
Campus für Alle:
Die FraLü möchte die Uni inklusiver gestalten: mit mehr genderfreien Toiletten, der Abschaffung von Anwesenheitspflichten sowie Untertiteln für Vorlesungsaufzeichnungen. Außerdem: „adäquaten Rampen“ und leichteren Türen. Keine Form von gruppenbezogener Diskriminierung solle in der Uni geduldet werden, mehr Bildungsveranstaltungen dazu sollen sensibilisieren.
Liste 11: SDS – Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband Bochum
Der zur Linkspartei gehörende SDS legt seinen Fokus darauf, dass die RUB sich vom Rechtsruck distanziert und wünscht sich Studieren für alle.
Soziales & Finanzierung: Um finanzielle Entlastung der Studierenden zu gewährleisten, fordert der SDS niedrigere Mensapreise und mehr bezahlbare Wohnheime. Darüber hinaus wünscht er sich eine Grundversorgung, welche nicht profitorientiert ist. Die Verantwortung für finanzielle Entlastung der Studierenden sieht der SDS beim AKAFÖ.
Nachhaltigkeit:
Der SDS wünscht sich einen bewussten und fairen Umgang mit Ressourcen. Dazu zählt die Liste mehr Begrünung am Campus, eine fair organisierte Grundversorgung und ein vielfältiges veganes Angebot der Mensa.
Campus für Alle:
Die Liste setzt sich für einen barrierefreien Campus und eine besser ausgebaute Infrastruktur (z. B. Wasserspender, hybride Lehrveranstaltungen) ein. Des Weiteren fordert sie mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Studierende und Platz für politische und gesellschaftliche Anliegen an der Uni. In Bezug auf den oben genannten Rechtsruck sehen sie die Verantwortung bei der studentischen Selbstverwaltung, konkrete Maßnahmen nennen sie nicht.
Disclaimer: Die Informationen stammen aus den im Netz verfügbaren Wahlprogrammen der Listen, ihren Internetauftritten, dem StuPa-Check sowie aus Antworten auf eine Rundmail an alle Listen. Eine Redakteurin, die an diesem Check mitgearbeitet hat, kandidiert bei der Wahl für die GRAS – das Programm ihrer Liste hat ein anderes Redaktionsmitglied dargestellt.
]]>Ich starre den rußigen Glaskasten vor mir an. In seinem Inneren befindet sich ein kleiner Haufen schwarzes Pulver. Dann huscht mein Blick nach rechts. Neben dieser Installation steht auf einem kleinen Regal ein gläserner Behälter, in dem sich kleine Kohlestücke befinden und das Licht der vielen Lampen über meinem Kopf prismatisch reflektieren. Mit dem kleinen Kärtchen zwischen meinen Fingern fächere ich mir Luft zu. Es trägt die Beschriftung „18 C – Die Essenz der Kohle“ und gibt einen Duft ab, den ich zuvor noch nie gerochen habe, der mir aber gleichzeitig unaufhaltsam ein Bild vor Augen malt. Eine längst vergangene Epoche, Arbeiter beim Kohleabbau, schmale Tunnel und niedrige Decken, die nur bedingt mit Licht ausgestattet sind – eben das, wofür das Ruhrgebiet lange Zeit bekannt war. Das Kunstwerk stammt von Helga Griffiths und steht im Raum sechs „Lebenszeichen“ der Villa Hügel in Essen. Insgesamt stellt das prächtige Anwesen der Familie Krupp, welches heutzutage ein Ausstellungsort ist, in zehn Räumen über 100 Kunstwerke aus 21 Museen des Ruhrgebiets aus – darunter auch die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum.
Bei Raum sechs handelt es sich um eine ganze Raumkette, die durch die ausgestellten Kunstwerke das Leben in seinen unterschiedlichen Ausprägungen festhält. Eine Abfolge von Aufnahmen eines laufenden Fernsehers, auf dessen Oberfläche immer wieder andere Gegenstände drapiert sind, zieht sich durch die Durchgänge. In einer Ecke steht ein alter Fernseher auf einem Runden Holztisch. Mein Blick bleibt an dem Ausstellungsstück hängen und stimmt mich nachdenklich. Aus dem Fernseher ragen lange Nägel aus Stahl, als hätte der Fernseher versehentlich einen Kaktus berührt. Auf einer Seite wurde er mit weißer Farbe übergossen, die sich in die Zwischenräume frisst. Aus dem Begleitheft erfahre ich, dass das Werk von Günther Uecker namens „TV“ eine kritische Anspielung auf die Massen- und Unterhaltungsmedien sein soll.
Ich setzte zum Gehen an und meine Augen wandern zum Begleitheft in meinen Händen. Der nächste Raum trägt die Überschrift „Fenster zur Welt“ und soll einen Einblick in die Wahrnehmung der Welt von gestern, heute und auch morgen geben. An den Wänden hängen Gemälde und Aufnahmen. Eine Konstruktion aus Leuchtstoffröhren von Molitor & Kuzmin trägt den einfachen Titel „Fenster“ und stammt der Beschilderung nach ursprünglich aus dem Zentrum für internationale Lichtkunst Unna. Die ruhige Luft wird von den Geräuschen eines Schwarz-Weiß-Films unterbrochen, der unterschiedliche Aufnahmen von Menschen und Orten zeigt und dabei mit Licht und Schatten spielt. Licht soll hier „als bedeutungstragendes Motiv, das Räume, Strukturen und Emotionen formt“, eingesetzt werden, verrät mir das Heftchen.
Raum acht strahlt in einem hellen Farbton und versetzt mich ins Staunen. Ich bleibe stehen, um die Umgebung auf mich wirken zu lassen. An den Wänden befinden sich Spiegel und Stuckaturen, die Decke ist mit goldenen Schnörkeln verziert auf denen weiße Engel sitzen. Die Vorstellung des Himmels ist hier stimmungsgebend. Wie passend, dass der Raum den Titel „Atmosphäre“ trägt. Von der Decke hängt ein großes weißes Konstrukt, das augenscheinlich aus den Scheiben verschiedener Baumstämme zusammengesetzt und als schwebende und sich langsam drehende Wolke inszeniert ist. Es heißt „Konturenwolke“ und wurde von Ulrich Möckels geschaffen. Ich erfahre, dass es sich bei den Holzscheiben eigentlich um Konturen aus Hartschaum handelt, die durch die Imitation diverser heimischer Baumarten Himmel und Erde verbinden sollen.
Ich wandere durch die letzten beiden Räume – „Dynamik“ und „Tradition im Wandel“ – und nutze auf dem Rückweg die Gelegenheit, nochmal alle Räume zu passieren. Einige davon ziehen erneut meine Aufmerksamkeit auf sich.
So zum Beispiel Raum drei, „Kauflust“, welcher sich mit der Entwicklung des Konsums und des Kaufverhaltens in unterschiedlichen Epochen beschäftigt, besonders zu Zeiten der DDR. Ich bestaune die verschiedenen Fotografien, Zeichnungen und Gemälde, die teilweise über 100 Jahre alt sind. Auch in Raum eins bleibe ich stehen und blicke mich um. Im Zentrum steht hier das „Bild der Frau“ und neben Skulpturen finden sich hier auch bildliche Darstellungen von Müttern mit ihren Töchtern von den Künstler:innen Gerhard Richter und Paula Modersohn-Becker. In einem weiteren Raum sind auf dem Boden bunte Kleidungsstücke ausgebreitet. Bei näherem Hinsehen stelle ich fest, dass es sich dabei um Flusen aus dem Trockner handelt, die in die Form Hosen und Oberteilen gebracht wurden. Das Schild an der Wand verrät mir, dass es ein Werk aus den Kunstsammlungen der RUB ist, das 1989 von Ingeborg Lüscher erstellt wurde.
Ich verlasse die Ausstellung mit einem positiven Gefühl und bin beeindruckt von der Kreativität und Aussagekraft, die hinter den Ausstellungsstücken steckt. Im Gedächtnis bleibt mir ich auch die Wahl ihrer Positionen sowie die Einrichtung der Werke in thematisch bestimmten Räumen erhalten. Die Ausstellung „21x21“ besteht vom 11. April bis zum 27. Juli und kostet ermäßigt fünf Euro pro Person und biete auch Führungen an. Neben der Ausstellung könnt Ihr auch der Villa selbst – wobei sie weniger einer Villa und viel mehr einem Schloss gleicht – einen Besuch abstatten, in der ihr einen Einblick in das Leben im 19. Und 20. Jahrhundert bekommt. Wenn Ihr lieber an die frische Luft wollt, bietet der „Hügelpark“ mit seinen langen Pfaden und der blühenden Natur einen guten Anlaufpunkt.
:Alina Nougmanov
]]>Wie der Name es verlauten lässt, steht in diesem besonderen Café die Sprache im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das Sprachcafé ist nämlich die Gelegenheit, um nicht nur neue Leute kennenzulernen, sondern auch um einen Einblick in verschiedene Kulturen zu bekommen und die eigenen Kenntnisse einer (Fremd)Sprache zu vertiefen. Allerdings hat das nichts mit den öden Sprachkursen zu tun, die man aus Schule und Studium kennt – es ist viel interaktiver und familiärer. Mit Gleichgesinnten könnt Ihr hier an mehreren Sprachtischen zusammenkommen, Spiele spielen und Euch mit Kommiliton:innen auf unterschiedlichen Sprachen austauschen. Die Tischwahl ist dabei nicht bindend – Ihr könnt also einfach zum nächsten Tisch ziehen, sobald Ihr die Lust dazu verspürt und auf diese Weise gleich einige Sprachen an einem Tag abklappern. Habt Ihr kein Bock mehr auf Französisch, dann probiert es doch einfach einen Sitzplatz weiter bei den Italiener:innen.
Für das kommende Sommersemester 2025 werden außerdem sogenannte Languageguides gesucht, die das Café gerne unterstützen möchten. Als freiwillige:r Languageguide habt Ihr nicht nur die Möglichkeit, an Euren Sprachkenntnissen zu arbeiten, sondern Ihr kriegt am Ende auch eine ehrenamtliche Auszeichnung, die eine schöne Ergänzung für den Lebenslauf ist. Zu Euren Aufgaben gehört der Auf- und Abbau sowie die Moderation, Begrüßung und Leitung der verschiedenen Aktivitäten. Ihr unterstützt die Gäste und helft ihnen aus, falls das Gespräch mal ins Stocken gerät.
Bis zum 16. März könnt Ihr Euch noch unter https://eveeno.com/LG25 für eine Stelle als Languageguide bewerben, scrollt auf der Seite einfach ein Stück nach unten und füllt das entsprechende Formular aus. Hier findet Ihr auch eine Übersicht der anstehenden Termine. Wartet jedoch nicht zu lange, denn die Anzahl an Plätzen ist begrenzt!
Zu Beginn des Semesters wird es am 8. April für die ehrenamtlichen Helfer:innen eine Infoveranstaltung geben, in der Ihr in Eure Tätigkeit eingeführt werdet und das Team kennenlernt. Die Veranstaltung endet am 22. Juli mit einem Abschlussevent im Hardys. Um ein Ehrenamtszertifikat ausgestellt zu bekommen, müsst Ihr an maximal sechs Sitzungen teilnehmen. Nimmt Ihr an vier bis sechs teil, habt Ihr die Chance, eine Bestätigung vom International Office der Ruhr-Uni zu erhalten.
Ab dem 15. April öffnet das Sprachcafé für alle Interessierten seine Türen und lädt Euch im Sommersemester 2025 jeden Dienstag von 18 bis 21 Uhr dazu ein, spannende Unterhaltungen zu führen und Wettkämpfe auszutragen. Für eine Übersicht der anstehenden Termine, könnt Ihr ebenfalls den zuvor angegebenen Link nutzen.
On y va!
:ano
]]>„Ja, es ist irgendwie alles viel zu schnell außer Kontrolle geraten. Leider eine Sache, die wegen der Umstände passiert ist und dementsprechend haben die Leute auch gewählt. Es gibt halt leider keinen starken Politiker, der dagegenhält. Man sieht auch noch die Teilung innerhalb von Deutschland, als wäre die Mauer nicht wirklich weg. Aber Berlin hat Links gewählt, das gibt mir Hoffnung.“
„Gut, dass die Linke wieder so stark drin ist, 8,8 Prozent ist Ultra stark. Sozen haben das Image der Arbeiterpartei verloren. Ich finde es krass zu sagen Wahlsieger CDU, wenn man das zweit schlechteste Ergebnis jemals hat. Hätte man vielleicht jemand anders hinstellen können und jemand Sympathischeren. Befürchtung, also jetzt habe ich gelesen die ersten Sondierungsgespräche waren OK, hoffentlich wird Schwarz nicht Schwarz-Blau. Wenn die jetzt, auf gut Deutsch Scheiße bauen, dann wird 2029 ganz schlimm.“
„Ja also ich fand sehr erschreckend zu sehen, wie sehr die AfD an Stimmen gewonnen hat, sowohl Erst- als auch Zweitstimmen. Das einmal. Ich finde es auch krass zu sehen, dass im Grunde die Mauer eigentlich nicht gefallen ist, wenn man das so sagen will. Denn man sieht ja eindeutig eine klare Teilung, genau da wo die Mauer lang verlaufen ist. Und man sieht dann irgendwie doch, dass das kein geeintes Deutschland ist, wie man so gedacht hat. Dementsprechend habe ich dann Sorge, dass die neue Regierung sehr zerstritten sein wird und ob man dann überhaupt irgendwas zustande kriegt.“
„Ich darf hier zwar nicht wählen, aber alles Hauptsache keine AfD.“
„Fürchterlich, mehr kann ich dazu nicht sagen.“
„Schlimm, einfach nur schlimm.“
Man sieht also, ein Großteil der Studies am Campus scheinen doch eine klare Meinung zu haben und diese ist nicht besonders positiv. Wir werden sehen, was die nächsten vier Jahre und die Zukunft bereithalten.
:Steven Schöpper
]]>Der Stifterverband unterstützt bereits seit mehr als zehn Jahren wissenschaftliche Institutionen und Hochschulen bei der Entwicklung und Ausarbeitung neuer Strategien für Diversität. Ihr Verfahren soll zeigen, das Diversität ein Gewinn ist, dessen Herausforderungen man mutig und effektiv begegnen kann.
Die RUB stellte sich dafür „einem intensiven organisatorischen Entwicklungsprozess“, wie der Stifterverband es nennt, und setzte damit 25 Maßnahmen um, damit sie die Ziele des Audits erreicht.
In einem zwei Jahre langen Verfahren besuchte die Ruhr-Uni verschiedene Workshops und Veranstaltungen, um mit dem Verband passende Strategien und Maßnahmen zu entwickeln sowie an noch offenen Fragestellungen zu arbeiten, welche die Inklusion diverser Personengruppen und die Diversität in verschiedenen Bereichen steigern können. Damit soll die Diversität zukunftsorientiert in den Strukturen unserer Universität verankert werden.
Als Ergebnis wurde „die Diversitätsarbeit ausgebaut und eine passgenaue Diversity-Strategie entwickelt“. Umgesetzt wurden die gewonnenen Erkenntnisse sowohl in Studium, Förderung und Lehre als auch in den organisatorischen Strukturen.
Für die Ruhr-Uni sei die Auszeichnung „ein Meilenstein“, wie die Prorektorin für Diversity/Diversität, Inklusion und Talententwicklung, Prof. Dr. Isolde Karle, betont. „Dass sich so viele Personen aus der Hochschule in Workshops und bei der Entwicklung von Maßnahmen engagiert haben“, würde sie zudem mit Stolz erfüllen.
Kommunikative Erreichbarkeit der verschiedenen Personengruppen an der Rub, beispielsweise im Hinblick auf Vermittlung von Informationen über Diversity-Angebot sei noch zu verbessern. Aus diesem Grund würde man „die Erarbeitung einer langfristigen Diversitätsstrategie in Angriff nehmen“, so Prof. Dr. Karle. Ein Grund zum Ausruhen sei das Zertifikat nicht. „Diversitätspolitik steht gesamtgesellschaftlich gegenwärtig unter Druck. Umso wichtiger ist es, die Universität als freien und toleranten Ort, an dem unterschiedlichste Menschen ihre Talente entfalten können, zu verteidigen“, erklärt sie. Nur so könne man auch die Universität verbessern und Chancengleichheit auf Dauer garantieren.
:Alina Nougmanov
]]>Während ich so dastehe, frage ich mich, wie es wohl sein wird, gleich vor rund 50 Menschen auf der Bühne zu stehen – in genau diesem Outfit. Doch viel Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, bleibt mir nicht. Schließlich schiebe ich den schweren Vorhang beiseite und trete ins Scheinwerferlicht, das sich unmittelbar auf meinen gesamten Körper legt. Ich blinzle kurz, mein Blick sucht das Publikum. Der Auftritt beginnt.
Doch um zu verstehen, wie ich überhaupt hierhergekommen bin, muss ich die Geschichte von Anfang an erzählen: Alles begann im Wintersemester an der RUB, genauer gesagt im Musischen Zentrum. Der große abgedunkelte Raum, in dem ich mich auf meinen Auftritt vorbereitet habe, ist mir seit Oktober vertraut. Er diente uns als Proberaum – unserer Seminargruppe, der ich mich im Rahmen des Optionalbereichs dem Kurs „Imagination im Schauspiel“ angeschlossen hatte.
An diesem Ort habe ich in den vergangenen drei Monaten Erfahrungen sammeln dürfen, mit denen ich zuvor kaum Berührungspunkte gehabt hatte. Jeden Mittwoch, von 10 bis 14 Uhr, versammelten wir uns hier, um uns zunächst mit den Theorien der bekanntesten Schauspielmethoden auseinanderzusetzen. Wir präsentierten, analysierten und setzten das Erlernte anschließend in der Praxis um. Im zweiten Teil des Seminars wagten wir uns schließlich daran, als Gruppe ein eigenes Stück zu entwickeln.
Das Besondere? Welche Schauspieltechnik wir nutzen wollten, blieb uns Studierenden jedoch selbst überlassen. Wir durften ausprobieren, improvisieren, kombinieren und so unsere ganz eigene Methode finden. Ehrlich gesagt war es für mich anfangs nicht immer leicht. Ich probierte vieles aus, mal fühlte sich eine Technik besser an, mal eine andere. Es hat eine Weile gedauert, bis ich eine Mischung gefunden hatte, die sich für mich stimmig anfühlte.
Für unsere Aufführung entschied ich mich schließlich, die exzentrische Figur der Wednesday Addams zu verkörpern, die aus der „Addams Family“ bekannt ist. Besonders ihr „handliches“ Haustier, das berühmte „eiskalte Händchen“, wurde zu einem wichtigen Teil meines Kostüms. Das schwarze Gothic-Kleid, das mein Outfit vervollständigte, borgte mir eine Kommilitonin aus dem Seminar, die es einmal zu Halloween getragen hatte.
Doch auch wenn optisch alles stimmte – sich in die Rolle der Wednesday einzufinden, war für mich zunächst eine Herausforderung. Mein Bezug zur Figur stammte hauptsächlich aus der populären Netflix-Serie, die eine sehr subtile Darstellung der eher introvertierten Figur zeigt. Im Theater jedoch gelten andere Gesetze. Hier reicht es nicht, mit feinen Gesichtszuckungen Emotionen zu vermitteln, weil es keine Kamera in Nahaufnahmen einfangen kann. Auf der Bühne muss man die Figur so nach außen transportieren, dass auch die Zuschauer:innen in der letzten Reihe jede Gefühlsregung wahrnehmen können. Das bedeutet schlichtweg: Man muss oft übertreiben. Realistisch ist die Darstellung dabei nicht immer – vielmehr geht es darum, die charakterlichen Eigenheiten einer Figur greifbar zu machen, indem man sie verstärkt.
Nach und nach gelang es mir jedoch immer besser, diesen Zugang zu finden. Besonders geholfen hat mir dabei die Musik. Um in die aggressive, düstere Stimmung meiner Figur zu kommen, hörte ich vor den Proben oft laut Rockmusik.
Und nun ist der Moment also gekommen. Es ist der 29. Januar. Ich stehe hinter dem Vorhang, spüre die Aufregung und warte auf meinen Einsatz. Dann betrete ich die Bühne – und werde zu jemand anderem. Naja, vielleicht nicht direkt. Es dauert immer einen Moment, bis man sich an die Situation gewöhnt hat. Doch ich schaue nicht zu den Zuschauenden hinunter, die uns freundlich anstarren. Stattdessen fokussiere ich mich auf meine Mitspielenden und die einstudierten Abläufe. So kann ich ganz in der Rolle bleiben, ohne mich selbst zu hinterfragen.
Die Zeit vergeht rasend. Zu meiner Erleichterung funktioniert alles so, wie wir es geplant hatten. Über allem steht für mich der Spaß an der Sache, der auf jeden Fall immer da ist. Die drei Monate, die wir als Seminargruppe auf diese Aufführung hingearbeitet haben, haben uns eng zusammengeschweißt. Aus einer neuen Gruppe wurde eine Gemeinschaft, vor der man seine Hemmungen hat fallen lassen. Ich bin unglaublich froh, dass ich mich damals recht spontan für diesen Kurs im Optionalbereich entschieden habe.
Neben der finalen Aufführung gehörte auch eine Präsentation über eine Schauspieltheorie zum Leistungsnachweis. Doch wer mit Freude dabei ist, wird dieses Seminar nicht mit klassischem Uni-Stress verbinden. Vielmehr habe ich es als kreative Auszeit vom Uni-Alltag erlebt, die mich als Person auch mutiger gemacht hat. Man lernt, sein Schamgefühl abzulegen.
Ein besonderer Dank gilt auch unserer Dozentin Karin Freymeyer, die uns auf dieser Reise begleitet hat. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Auch im kommenden Semester bietet Karin Freymeyer wieder ein Schauspielseminar im Optionalbereich an. Unter dem Titel „Körpertechniken“ geht es diesmal darum, Schauspielmethoden gezielt durch den Einsatz des eigenen Körpers zu entwickeln.
Eine Anmeldung ist bereits möglich. Vorerfahrungen sind nicht erforderlich – also traut Euch! Wer Lust hat, neue Menschen kennenzulernen und den Uni-Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen, wird in diesem Seminar garantiert auf seine Kosten kommen.
:Levinia Holtz
]]>In den Semesterferien bieten wieder viele Fachschaftsräte Schreibnächte und Coworking an. Dort bieten die Fachschaftsräte neben Motivation in der Gruppe, auch meistens Hilfe bei den eigenen Aufgaben an. Auch gibt es bei solchen Events häufig kostenlos Snacks und Getränke als Angebot. Haltet einfach Ausschau nach Aushängen oder Social Media Posts von euren Fachschaftsräten zu diesen Veranstaltungen.
Wer sich so aber mit Freunden oder einer kleinen Gruppe unabhängig zum Coworking treffen will, der kann auch die Uni Bibliothek nutzen. Im Schreibcafé werdet Ihr allein und als Gruppe beraten und es wird Euch bei Problemen geholfen. Wenn Ihr zum Beispiel nicht wisst, wie Ihr einen Text anfangen sollt, könnt Ihr dort Unterstützung bekommen. Das Schreibcafé könnt Ihr montags bis freitags von 10:00 bis 16:00 Uhr nutzen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Auf der Website des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik könnt Ihr außerdem eine individuelle Schreibberatung vereinbaren. Ebenfalls auf der Website sind Angebote zu verschiedenen Workshops, zum Strukturieren von Texten oder zur Hilfe bei der Arbeit mit Word. Schaut doch mal rein.
:Steven Schöpper
]]>Auch andere Branchen sind betroffen. Momentan laufen beispielsweise Verhandlungen mit der Deutschen Post AG, die die dritte Runde erreicht haben. So gab es bereits Anfang Feburar Warnstreiks in der Postzustellung und -sortierung. Auch Kitas werden am Freitag, dem 14 Februar, bestreikt. Fortschritte in den Verhandlungen zu Journalist:innen mit dem Zeitunsgverlegerband BDZV bleiben ebenso aus. Zu diesen Umständen sagt die stellvertretende Vorsitzende von ver.di: „So hieß es von den Arbeitgebern, die Forderungen der Beschäftigten seien nicht finanzierbar. Diese Sichtweise ist für uns nicht akzeptabel. Nur mit deutlichen Lohnsteigerungen für die Beschäftigten lassen sich die noch immer hohen Lebenshaltungskosten bewältigen.“
:HalimaOkanović
]]>Die Reformuniversität
Im August 1961 wurde das Konzept für die Ruhr-Uni ausgearbeitet. Sie sollte einem reformfreudigen Konzept folgen, das vorsieht, die üblichen Fakultätsstrukturen abzulösen und durch fächerübergreifende Abteilungen zu ersetzen. Diese Abteilungen sollten den interdisziplinären Austausch fördern. Die Verbindung von Geistes-, Natur- und Ingenieurswissenschaften und der fächerübergreifende Austausch ist auch im Siegel der Ruhr-Uni niedergelassen: Dieses zeigt das Brüderpaar Prometheus und Epimetheus aus der griechischen Mythologie. Prometheus verkörpert die Natur- und Ingenieurswissenschaften während Epimetheus für die Geisteswissenschaften steht.
Der Bau der Ruhr-Universität begann im Juli 1962 als der Ministerpräsident Franz Meyers von der CDU mit seiner Rede den Grundstein legte. Sie wurde von Düsseldorfer Architekten im brutalistischen Stil, der sich durch Betonbauten auszeichnet und seit den 1950er Jahren verbreitet war, gebaut. Zeitweise war es die größte Baustelle Europas und allein im Planungsstab saßen mehr als 400 Fachleute. Ein Großteil der Gebäude ist aus Beton, denn der Baustoff galt damals als hochmodern und erlaubte ein schnelles Bauen. So konnten die ersten Strukturen der Uni bereits nach 18 Monaten fertiggestellt, zum Juni 1965 hin eröffnet werden und im November 1965 den Lehrbetrieb aufnehmen.
:Artur Airich
]]>Der seit 1968 betriebene botanische Garten der Ruhr-Uni prahlt mit vielen Pflanzenkategorien. Neben beispielsweise den durchgehend bepflanzten Gemüsefeldern oder Gewächsen aus fernen Orten wie der zentralasiatischen Steppe, gibt es weitere, spezifischere Prachtstücke. So in etwa der 1990 konzipierte und einzigartige Chinesische Garten, der von einer chinesischen Partneruniversität gespendet wurde und dessen Rundgang von informativen Schildern begleitet wird. Auch die jährliche Chili-Ausstellung ist für Besucher:innen interessant: Die dieses Jahr 190 Chilisorten umfassende Ausstellung zielt darauf ab, die ganze Welt zu repräsentieren. Zu den bekannten Ausstellungen zählen auch die drei Schauhäuser. Um Euch diese näher vorzustellen, habe ich mit einem Gärtner namens Jan über diese geredet.

Das Tropenhaus
„Das älteste ist das Tropenhaus, das ist 18 Meter hoch und […] beherbergt Pflanzen aus allen tropischen Regionen der Erde, also Afrika, Asien, Australien und Süd- und Mittelamerika“, so Jans Kurzbeschreibung. Vor dem Eingang steht eine Infotafel, die erklärt, was die Tropen so einzigartig macht. So bestünden sie primär aus immergrünen Laubbäumen und ließen nur ein bis drei Prozent des Sonnenlichts bis zum Boden durch.
Eine kurze Recherche ergibt, dass in den richtigen Tropen fortwährend humide 25 Grad Celsius herrschen. Diese schlagen einem zusammen mit überwachsenen Sträuchern und Bäumen beim Betreten des Hauses direkt ins Gesicht. Wie auch der Rest der Anlage sind alle Pflanzen mit Namens- und Ortsschildern ausgestattet, besonders bekannte oder beeindruckende bekommen eine eigene Infotafel. Im Tropenhaus sind das beispielsweise die nahe dem Eingang stehende Titanwurz, die nur einmal alle paar Jahre für wenige Tage erblüht und verwesen stinkt bevor sie eingeht. Weiter hinten stehen Nutzpflanzen wie etwa Kakao- und Kokosnussbäume. Ein Blick nach oben offenbart zwischen den ansehnlich grünen Blättern auch den Riesenbambus, der bekannt für sein rapides Wachstum von bis zu 50 Centimetern pro Tag ist. Mit einer Größe von bis zu 30 Metern ist er auch klar von außerhalb des Schauhauses sichtbar.
Ein wichtiger Hinweis steht am Eingang: Die Tür solle bitte geschlossen gehalten werden, da es freilaufende Vögel gäbe. Diese Vögel entpuppen sich als asiatische Straußwachteln; kleine, bunte Vögel, die primär am Waldboden leben und im Schauhaus in Gruppen rumlaufen. Sie scharren den Boden bei der Suche nach Nahrung auf. Das helfe laut Jan auch den Gärtner:innen, da sie den Boden aufwühlen und Schädlinge aufäßen.
Das Wüstenhaus

„Danach wurde das Wüstenhaus gebaut, was Pflanzen aus Nord- und Süd- und Mittelamerika sowohl, als auch Afrika und Madagaskar beheimatet“, so Jan. Genauer gesagt: Das Wüstenhaus folgte in den 80ern. „Wir haben auch eine recht große Sukkulentensammlung“, erklärt er weiter. „Das heißt, Kakteen und andere sukkulente Pflanzen aus Wüsten und verschiedenen Trockengebieten der Erde.“
Man muss das Wüstenhaus aber nicht betreten, um seine Schätze zu begutachten. In den wärmeren Monaten werden einige Sukkulenten aus den öffentlich unzugänglichen Gewächshäusern in die Fläche vor dem Wüstenhaus gepflanzt, um sie Besucher:innen präsentieren zu können. Zu den Sukkulenten zählen alle wasserspeichernden Pflanzenarten, die so Trockenphasen überdauern können. Umgangssprachlich bezeichnen Sukkulenten zwar die bei uns beliebten Zimmerpflanzen, Kakteen fallen jedoch auch in diese Kategorie. Man erfährt zudem, dass Kakteen aus den Wüstenregionen Amerikas stammen und fast ausschließlich dort wachsen.
Abseits der wenigen uns bekannten Pflanzen, wie etwa einer Art der Akazie, wachsen hier sehr viele, die uns weniger gängig sind. Der Grund dafür wird auch erläutert – Südafrika sei die Heimat von etwa 21.000 Pflanzenarten, von denen über die Hälfte endemisch sei. Das heißt, dass sie nur in Südafrika vorkommen. Die in den Savannenhäusern repräsentierte Flora ist eine Mischung aus niedrig und breit wachsenden Laubgewächsen und kleinen Blumen.
Im Schauhaus selbst ist es sehr warm, im Gegensatz zum Tropenhaus aber weniger schwül und somit angenehmer. Wie Jan schon meinte, erwarten einen hier viele Kakteen. Besuchende können inmitten jener sogar Blicke auf die eine oder andere Eidechse erhaschen. Das Wüstenhaus hat aber noch mehr zu bieten: Zu den ausgestellten Pflanzen gehören sonderbare Gewächse wie die Welwitschie, eine flache namibische Wüstenpflanze, deren ältere Exemplare auf ein Alter von 3.000 Jahren geschätzt werden. Auch farbenfrohe Pflanzen sind vertreten: so der Baum der Reisenden aus Madagaskar, der als Wappenbaum des Landes gilt. Seine Laubblätter können bis zu drei Meter lang werden, wachsen flach fächerartig vom Stamm ausgehend und sind zum Stamm hin meist Gelb gefärbt.
Die Savannenhäuser
„Das jüngste Schauhaus sind unsere Savannenhäuser, die sind 1999 gebaut [...] und 2001 eröffnet worden.“ Jan erzählt dann, weshalb es eigentlich zwei verschiedene Savannenhäuser sind: Die zwei Pflanzensammlungen seien einerseits aus der australischen Savanne, andererseits aus der afrikanischen, insbesondere südafrikanischen, Buschsavanne.
Die Türen dieser zwei Schauhäuser stehen offen, wodurch das Klima in ihnen dem bei uns herrschenden Wetter ähnelt. In den Savannenhäusern sowie dem benachbarten Lotusteich stehen Bänke und Stühle. Für Besuchende, die eine kleine Pause brauchen, ist hier also der perfekte Ort.