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Als „Gegenwind“ betitelt, wird dem Name der Inszenierung alle Ehre gemacht: Laut, kollektiv und unbequem werden Tatsachen auf die Bühne gebracht. Während die Zuschauenden zu Beginn den Saal im Musischen Zentrum betreten, schmettert eine Studentin bereits den emanzipatorischen Klassiker „You don’t own me“, und sie singt selbstbewusst, etwas schief, doch vielleicht genau so gewollt – etwas drüber, frech und trotzig. Am Eingang wird an jede dritte Person ein Luftballon verteilt – später stellt sich heraus, dass sie die statistische Häufigkeit von Gewalt an Frauen symbolisieren sollen.
Zunächst stehen zwei Frauen mit Mikros an beiden Enden der Bühne und thematisieren die ständige Angst, in der Frauen leben, indem der Songtext des Liedes „So wie ich“ von Lotte laut und gleichzeitig gesprochen wird. Das Mittel des gleichzeitigen Sprechens zweier Darsteller:innen wird danach wiederholt genutzt; es erzeugt Kraft und Eindruck, und wird begleitet von choreographischen Einlagen auf der Bühne. Es wird über ein Paar gesprochen, das in der Mitte auf zwei Stühlen sitzt und verschiedene Bewegungen mit dem Körper ausführt, die Beziehungsdynamiken wie Streit, Abweisung, Trotz, Übergriffe und Wechselbäder der Gefühle veranschaulichen. Machtausübung und toxische Beziehung – verpackt in Tanz. Diese Zweierchoreographien der Körper im Wechselspiel zueinander sind präzise und faszinierend aufeinander abgestimmt und finden danach auf der ganzen Bühne simultan mit allen Darsteller:innen statt, die jeweils gepaart auf zwei Stühlen sitzen. Zunächst werden in der Performance erst einmal nur Geschlechterungerechtigkeiten und -stereotype thematisiert, indem die Gruppe im Pulk über die Bühne rennt, immer der Person hinterher, die gerade den Hut hat, ihn sich aufsetzt und als Metapher für das Dasein als Mann nutzt: „Wer den Hut hat, darf schlechte Witze machen, verdient mehr, macht weniger im Haushalt“, lauten so einige der Ausrufe, die getätigt werden, sobald jemand Neues den Hut errungen und ihn sich aufgesetzt hat. In englischen Reimen spricht ein Chor in einer anderen Szene durch die Verwendung der geschlechtertypischen Farben blau und pink von den unterschiedlichen Erwartungen, die an Mädchen und Jungs gerichtet werden, dass beispielsweise Jungs nicht weinen sollen, aber dafür bestimmen dürfen.
Besonders ernst und eindrücklich ist dann die Szene, in der jede:r Darsteller:in vom Rand gelaufen kommt und an unterschiedliche Stellen einen roten Schuh auf die Bühne setzt, begleitet von einer Aussage oder einem Fakt über Femizide oder Gewalt an Frauen. So auch, dass Mexiko dass gefährlichste Land für Frauen ist, weil es dort im Schnitt 11 Femizide pro Tag gibt. Es wird auf den Fakt aufmerksam gemacht, dass die gefährlichsten Männer im Leben einer Frau die in ihrem engsten und vertrautesten Umfeld sind, dass sie selbst Zuhause nicht sicher ist, dass ihr Partner die wahrscheinlichste Gefahr ist, und dass wir alle statistisch gesehen in unserem Umfeld einen Täter kennen. Dass wir unvorstellbar lange schweigen müssten, würden wir eine Schweigeminute für jede Gewalt, jeden Übergriff und jeden Mord an Frauen abhalten. Die Darsteller:innen ziehen sich Warnwesten an und singen und performen im Chor die feministische Protestperformance „Un violador en tu camino“ aus Chile, die zuvor auch hinten auf einer Leinwand gezeigt wurde. Vom trampelnden Gleichschritt der Füße begleitet, zeigt die Gruppe unter anderem immer wieder auf das Publikum und schreit ihm entgegen: „Der Vergewaltiger bist du!“
Das Ende konfrontiert abrupt mit einem positiven Ausblick: Artikel 1 der Menschenrechte wird zusammen mit dem Publikum gesungen. Einer der Darsteller steht in der Mitte der Bühne im Scheinwerferlicht und spricht von einer utopischen, besseren Welt, die man sich vorstellen soll: Eine Welt, in der Vergewaltigung oder Gewalt undenkbar wäre. Dann wird glücklich und unbeschwert zu beschwingender Musik getanzt. Wird das ernste Thema weggetanzt? Verdrängt und vergessen? Oder soll ihm etwas Positives entgegengesetzt werden? Einerseits ist das ein Zeichen von Stärke und Protest, andererseits befremdlich und fragwürdig. So oder so bleibt das Thema der Inszenierung wichtig und ernsthaft, und wenn die Wahrheit und Realität bedrückend ist, kann ein Problem im echten Leben auch nicht mit Leichtigkeit enden – die Gewalt und Ungerechtigkeit bleibt. Der positive Ausblick am Ende wirkt plakativ und gewollt; trotzdem überzeugen die kreativen Choreographien und Mittel, die die verheerenden Missstände einleuchtend und mitreißend vermitteln sowie die Fakten, die dem Publikum nicht vorenthalten werden.
:Maja Hoffmann
]]>Während ich so dastehe, frage ich mich, wie es wohl sein wird, gleich vor rund 50 Menschen auf der Bühne zu stehen – in genau diesem Outfit. Doch viel Zeit, mir darüber Gedanken zu machen, bleibt mir nicht. Schließlich schiebe ich den schweren Vorhang beiseite und trete ins Scheinwerferlicht, das sich unmittelbar auf meinen gesamten Körper legt. Ich blinzle kurz, mein Blick sucht das Publikum. Der Auftritt beginnt.
Doch um zu verstehen, wie ich überhaupt hierhergekommen bin, muss ich die Geschichte von Anfang an erzählen: Alles begann im Wintersemester an der RUB, genauer gesagt im Musischen Zentrum. Der große abgedunkelte Raum, in dem ich mich auf meinen Auftritt vorbereitet habe, ist mir seit Oktober vertraut. Er diente uns als Proberaum – unserer Seminargruppe, der ich mich im Rahmen des Optionalbereichs dem Kurs „Imagination im Schauspiel“ angeschlossen hatte.
An diesem Ort habe ich in den vergangenen drei Monaten Erfahrungen sammeln dürfen, mit denen ich zuvor kaum Berührungspunkte gehabt hatte. Jeden Mittwoch, von 10 bis 14 Uhr, versammelten wir uns hier, um uns zunächst mit den Theorien der bekanntesten Schauspielmethoden auseinanderzusetzen. Wir präsentierten, analysierten und setzten das Erlernte anschließend in der Praxis um. Im zweiten Teil des Seminars wagten wir uns schließlich daran, als Gruppe ein eigenes Stück zu entwickeln.
Das Besondere? Welche Schauspieltechnik wir nutzen wollten, blieb uns Studierenden jedoch selbst überlassen. Wir durften ausprobieren, improvisieren, kombinieren und so unsere ganz eigene Methode finden. Ehrlich gesagt war es für mich anfangs nicht immer leicht. Ich probierte vieles aus, mal fühlte sich eine Technik besser an, mal eine andere. Es hat eine Weile gedauert, bis ich eine Mischung gefunden hatte, die sich für mich stimmig anfühlte.
Für unsere Aufführung entschied ich mich schließlich, die exzentrische Figur der Wednesday Addams zu verkörpern, die aus der „Addams Family“ bekannt ist. Besonders ihr „handliches“ Haustier, das berühmte „eiskalte Händchen“, wurde zu einem wichtigen Teil meines Kostüms. Das schwarze Gothic-Kleid, das mein Outfit vervollständigte, borgte mir eine Kommilitonin aus dem Seminar, die es einmal zu Halloween getragen hatte.
Doch auch wenn optisch alles stimmte – sich in die Rolle der Wednesday einzufinden, war für mich zunächst eine Herausforderung. Mein Bezug zur Figur stammte hauptsächlich aus der populären Netflix-Serie, die eine sehr subtile Darstellung der eher introvertierten Figur zeigt. Im Theater jedoch gelten andere Gesetze. Hier reicht es nicht, mit feinen Gesichtszuckungen Emotionen zu vermitteln, weil es keine Kamera in Nahaufnahmen einfangen kann. Auf der Bühne muss man die Figur so nach außen transportieren, dass auch die Zuschauer:innen in der letzten Reihe jede Gefühlsregung wahrnehmen können. Das bedeutet schlichtweg: Man muss oft übertreiben. Realistisch ist die Darstellung dabei nicht immer – vielmehr geht es darum, die charakterlichen Eigenheiten einer Figur greifbar zu machen, indem man sie verstärkt.
Nach und nach gelang es mir jedoch immer besser, diesen Zugang zu finden. Besonders geholfen hat mir dabei die Musik. Um in die aggressive, düstere Stimmung meiner Figur zu kommen, hörte ich vor den Proben oft laut Rockmusik.
Und nun ist der Moment also gekommen. Es ist der 29. Januar. Ich stehe hinter dem Vorhang, spüre die Aufregung und warte auf meinen Einsatz. Dann betrete ich die Bühne – und werde zu jemand anderem. Naja, vielleicht nicht direkt. Es dauert immer einen Moment, bis man sich an die Situation gewöhnt hat. Doch ich schaue nicht zu den Zuschauenden hinunter, die uns freundlich anstarren. Stattdessen fokussiere ich mich auf meine Mitspielenden und die einstudierten Abläufe. So kann ich ganz in der Rolle bleiben, ohne mich selbst zu hinterfragen.
Die Zeit vergeht rasend. Zu meiner Erleichterung funktioniert alles so, wie wir es geplant hatten. Über allem steht für mich der Spaß an der Sache, der auf jeden Fall immer da ist. Die drei Monate, die wir als Seminargruppe auf diese Aufführung hingearbeitet haben, haben uns eng zusammengeschweißt. Aus einer neuen Gruppe wurde eine Gemeinschaft, vor der man seine Hemmungen hat fallen lassen. Ich bin unglaublich froh, dass ich mich damals recht spontan für diesen Kurs im Optionalbereich entschieden habe.
Neben der finalen Aufführung gehörte auch eine Präsentation über eine Schauspieltheorie zum Leistungsnachweis. Doch wer mit Freude dabei ist, wird dieses Seminar nicht mit klassischem Uni-Stress verbinden. Vielmehr habe ich es als kreative Auszeit vom Uni-Alltag erlebt, die mich als Person auch mutiger gemacht hat. Man lernt, sein Schamgefühl abzulegen.
Ein besonderer Dank gilt auch unserer Dozentin Karin Freymeyer, die uns auf dieser Reise begleitet hat. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind: Auch im kommenden Semester bietet Karin Freymeyer wieder ein Schauspielseminar im Optionalbereich an. Unter dem Titel „Körpertechniken“ geht es diesmal darum, Schauspielmethoden gezielt durch den Einsatz des eigenen Körpers zu entwickeln.
Eine Anmeldung ist bereits möglich. Vorerfahrungen sind nicht erforderlich – also traut Euch! Wer Lust hat, neue Menschen kennenzulernen und den Uni-Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen, wird in diesem Seminar garantiert auf seine Kosten kommen.
:Levinia Holtz
]]>Wer sich für die musikalische Seite der RUB interessiert, sollte beim Musischen Zentrum vorbeischauen. Es befindet sich direkt im Eingangsbereich der Universität auf der rechten Seite. Hier gibt es nicht nur Musik, sondern auch Theater, Tanz, Fotografie und bildende Kunst. Studierende und Mitarbeitende der Universität haben die Auswahl aus einem Angebot an Konzerten, Theateraufführungen und Ausstellungen. Natürlich können auch Besuchende von außerhalb von dem Kulturprogramm profitieren. Des Weiteren bietet das Musische Zentrum auch Übe-Räume an, welche von Montag bis Freitag immer von 9.30-20 Uhr zum Singen oder Musizieren genutzt werden können.
Laut Universitätsmusikdirektor Nikolaus Müller (seit 2016) singe der Universitätschor vorrangig chorsinfonisches Repertoire. Traditionell gebe es abwechselnd gemeinsame Konzerte von Chor und Orchester im Sommersemester und jeweils eigene Konzerte der Ensembles im Wintersemester. Bis 2016 habe der Chor durch eine Kooperationsvereinbarung jährlich einen Auftritt mit den Bochumer Sinfonikern gehabt, die man leider nach Bezug des neuen Konzerthauses nicht habe fortführen können.
Die Konzerte des Chores wie auch des Orchesters fänden meist im Audimax statt – hin und wieder auch in einer der Bochumer Kirchen.
Der Lockdown sei für das gemeinsame Musizieren katastrophal gewesen. Die Chor- und Orchesterleitung habe versucht, über Jamulus und Zoom verschiedene Angebote zu machen (Chorproben, Stimmbildung, ein Angebot mit Atem und Bewegung). In den Zeiten, in denen Präsenzproben möglich gewesen seien (Sommer 2021), habe man mit großen Abständen (3 Meter) im Audimax geprobt. Dass dies für die Sängerinnen und Sänger eine große Umstellung gewesen sei, sei wahrscheinlich vorstellbar.
Im Sommersemester habe man immer noch in größeren Räumen mit Abständen geprobt. Gerade vor den Konzerten zum Ende des Sommersemesters (Chor mit Johann Sebastian Bachs Messe in h-Moll; Orchester mit u.a. Peter Tschaikowskys 5. Sinfonie und Felix Mendelssohns Violinkonzert) habe es sowohl im Chor als auch im Orchester ziemlich hohe Krankenstände gegeben, die teilweise die Probenarbeit etwas schwieriger gestaltet hätten. Insofern seien die Planungen für das Wintersemester etwas zurückhaltender, da auch da mit etlichen Ausfällen zu rechnen sei.
Die nächsten Aufführungen stünden noch nicht fest. Die genauen Termine würden im August festgelegt. Es stehe für den Chor das Thema Heinrich Schütz auf dem Programm. Ein weiteres Chorangebot sei in Planung. Das Orchester werde wieder ein sinfonisches Programm spielen.
Interessierte könnten sich unter mz-musik@rub.de für Chor und/oder Orchester anmelden und würden dann zu einem kleinen Stimmcheck bzw. Vorspiel eingeladen. Das sei viel weniger prüfungsmäßig als es klinge – es diene vor allem dem Kennenlernen und sei für die Einteilung der Stimmgruppen wichtig.
Nicht nur im Musischen Zentrum selbst, auch an anderen Orten der RUB gibt es Möglichkeiten, dem Ohr musikalische Nahrung zuzuführen. Jeden Montagnachmittag der Vorlesungszeit dürfen Interessierte bei den „LunchtimeConcerts“ der großen Klais-Orgel im Audimax lauschen. Sie wird von Gästen gespielt, die Zuhörenden die vielfarbigen Klangwelten des beeindruckenden Instruments näherbringen. Jeden vierten Donnerstag im Monat findet „Klang im Quadrat“ im Blue Square der RUB in der Bochumer Innenstadt statt, hierbei wird Kammermusik gespielt.
:Alissa Wolters
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Für alle Studierenden gibt es die Möglichkeit, im Optionalbereich Kurse zu wählen und das schließt auch Kurse im Musischen Zentrum mit ein. Um in die Kurse zu kommen, ist, wie üblich, eine Anmeldung erforderlich. Über die genauen Anmeldezeiten könnt Ihr Euch auf der Homepage unter dem Link am Ende informieren. Dazu sei gesagt, dass mensch sich immer unter der jeweiligen E-Mail-Adresse noch nachträglich melden kann, um zu fragen, ob noch ein Platz frei ist.
Für schauspielinteressierte Personen, die keine Scheu vor neuen Dingen haben, wäre vielleicht der Kurs „Improvisation im Theater“ etwas. Dieser ist zweigeteilt in einen Onlineteil in dem Ihr über die theoretischen Facetten redet und Euer Gelerntes reflektieren könnt und der zweite Teil findet in persona statt – aber nicht vor Ort an der RUB! Denn der Teil nennt sich „Improvisation im internationalen Ensemble“ und es ist ein Blockseminar, welches in Liège (Lüttich) in Belgien stattfinden wird. Geleitet wird der ganze Spaß von Karin Freymeyer und in Belgien zusätzlich von Alain Chealier vom Théâtre Universitaire Royal de Liège. Dazu wird Belgien zweimal besucht, einmal im Oktober und einmal im Dezember, wo auch eine Aufführung geplant wird.
Daneben gibt es zum Beispiel den Kurs „Auftreten, performen, präsentieren“ von Marina Mucha. Auch dieser teilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Hier geht es gezielt um die Darstellung eines Auftritts und der miteinhergehenden Planung dieses. „Egal ob im digitalen Raum oder auf der Bühne“. Wer also sich selbst anders oder neu präsentieren lernen will und das fundiert angehen möchte, könnte sich hier wiederfinden. Dieser Kurs mündet, wie so viele, in einem Auftritt am Ende des Semesters, damit das Gelernte auf einer Bühne angewendet werden kann.
Was gibt es noch? Es gibt das Semesterensemble Surprise Surprise, bei dem es noch sehr offen ist, wie es weitergeht. Und genau diesen Fakt, machen sie sich zunutze. Da Covid-19 sie in eine missliche Lage bringt und nicht genau geplant werden kann, wann Präsenzveranstaltungen stattfinden dürfen und wann nicht, wird sich diese Ungewissheit einfach auf die Fahne geschrieben. Das Thema könnte man so zusammenfassen: Wie ist es, noch nicht zu wissen, wie es weitergeht?
Dazu wartet noch der Abschluss des letzten Ensembles unter dem Titel „choose your own adventure“. Dieses wird in Online-Form abgehalten. Aufgebaut wird es folgendermaßen sein: Es gibt Fragen, die man individuell beantworten kann und je nach Antwort wird mensch zu verschiedenen Sachen weitergeleitet, sodass es für jede:n ein individuelles Musikerlebnis wird. Stattfinden wird dieses Konzept am 20. Oktober.
Alle die sich lieber unterhalten lassen von solchen Sachen, werden auch nicht im Stich gelassen. Im Moment hat das Musische Zentrum zwei Eisen im Ofen. Einmal das Mitarbeiter:innen Ensemble, welches sich unter dem Titel „Inside the Box“ mit KI auseinandersetzt – vor allem unser Umgang damit wird thematisiert. Das Zweite ist der Chaos-Trupp, was im MZ altbekannte Gesichter sind und der:die ein:e oder andere wird sie schon kennen. Beide Premieren sind für das Wintersemester angesetzt, aber nähere Informationen werden noch bekannt gegeben.
Unter dem Link mz.ruhr-uni-bochum.de können alle Interessierten sich ein eigenes Bild des Musischen Zentrums machen und hier findet jede:r auch die Anmeldefristen.
:Lukas Simon Quentin
]]>Wer derzeit auf Instagram unterwegs ist, wird es vielleicht schon mitbekommen haben: das Team der Studiobühne des Musischen Zentrums ist umtriebig. Denn trotz der ausfallenden Veranstaltungen wollen die Mitarbeiter*innen des Theaters weiterhin Publikum für die performativen Künste gewinnen – nur eben online. So hat das Team für das jährliche Kult-Event euRUBvision – das an den Eurovision Songcontest angelehnt ist – Lip-Sync Videos aufgenommen, bei denen man raten kann, welche Songs des Original-Wettbewerbs die Performer*innen vorführen.
Demnächst wird zudem das Projekt „Spot On – Raus ins Licht“ anlaufen. Ähnlich wie bei der Open Stage haben alle Studierenden dabei die Möglichkeit, eigene Arbeiten zu zeigen, egal ob das Performances, Konzerte oder Texte sind. Durch „Spot On“ soll diese Möglichkeit auch digital bereitgestellt werden. Dabei wollen sie „allen Mitarbeitern, Studierenden, Beteiligten der Ruhr-Uni eine Minute auf unserer Plattform geben“ um vorzustellen, was sie beschäftigt, so Yannis Deden, studentische Hilfskraft an der Studiobühne. „Da können Leute über Themen quatschen, es können kleine Performances sein, es kann alles, was man im Rahmen von einer Minute machen kann, sein.“ Der Kniff: In den Videos muss irgendwo eine Lampe vorkommen. Egal ob einfach nur im Hintergrund oder auch als zentraler Bestandteil des Videos.
Wie jedes Semester findet sich zudem ein Studierendenensemble zusammen, dieses Mal unter dem Motto „Königinnen“, mit Schillers Maria Stuart als Textvorlage. In Beratung mit den Mitarbeiter*innen der Studiobühne erstellen 16 Studierende dabei kurze Videoperformances, wie Karin Freymeyer, Leiterin der Studiobühne über ihre Gruppe erklärt: „Jede*r hat einen Monolog gewählt und wir suchen nach Interpretation. Ich erarbeite mit den Leuten zusammen den Text und auch die Ideen, wo wir drehen wollen und wie wir spielen werden. Derzeit finde ich meine Proben sehr spannend, weil der Text ganz unterschiedliche Assoziationen freigibt.“
Das Team der Studiobühne selbst trifft sich jede Woche in Zoom-Meetings, um Projekte zu planen und zu brainstormen. Außerdem erstellen sie kurze „Was wäre wenn?“-Videos zu den abgesagten Aufführungen, die unterschiedliche Formate nehmen können. Obwohl sie durch die derzeitigen Bedingungen viel neues ausprobieren können, fehlt ihnen dennoch die direkte Bindung zum Publikum. „Es fehlt schon die Nähe zum Publikum, die man im Theater hat“, so Yannis. Über die sozialen Medien sei der Austausch mit dem Publikum zudem nicht so stark wie bei den Vorstellungen, erklärt er: „Du weißt nie genau, wie gut ist das beim Publikum angekommen.“ Auf das Lip-Sync Raten von euRUBvision hätten Bekannte beispielsweise in privaten Gesprächen ihre Tipps abgegeben, aber unter den Posts fanden sich viele Likes, jedoch keine Antworten.
Die verstärkte Arbeit mit den digitalen Medien habe aber auch seine Vorteile. Denn in den vergangenen Wochen konnte das Team neue Interessierte gewinnen, die die Studiobühne zuvor nicht kannten. Die Motivation, mehr Präsenz auf den Online-Plattformen zu haben, hatte das Team jedoch schon vorher und nahm bereits kurz vor dem Einkehren der Pandemie an einem Social-Media-Training teil. Nun mussten sie sich mit Video-Dreh und -Editing, den Sozialen Medien und anderen Erzählformen auseinandersetzen. Erfahrungen, die auch im regulären Betrieb der Studiobühne künstlerisch angewendet werden können, sobald diese – hoffentlich bald – wieder öffnet und das Publikum zurück in den Theatersaal zieht.
Auf Instagram findet ihr die Studiobühne unter @mztheater.
Außerdem lohnt sich ein Blick auf den Youtube-Kanal unter youtube.com/StudiobuehneBochum.
:Stefan Moll
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Hoschulsport
Normalerweise bietet der Hochschulsport eine Vielzahl an vergleichsweise günstigen Angeboten an; dieses Semester wird es allerdings keinen ,,Sport-vor-Ort‘‘ geben. Stattdessen werden aber Videos zum Home Workout angeboten. Einmal die Woche wird auf dem YouTube-Kanal der RUB ein Video zu verschiedenen Trainingseinheiten veröffentlicht, die auch zuhause möglich sind. Unter den bisher veröffentlichten sind zum Beispiel ein Ganzkörpertraining und Workouts auf Englisch: tinyurl.com/rubyoutube.
Fachschaftsrat
Wenn Du Dich gerne ehrenamtlich engagieren und dabei neue Leute aus Deinem Studiengang kennenlernen möchtest, kannst Du Mitglied im Fachschaftsrat (FSR) werden. Neben offiziellen Ämtern wie Vorsitz, Finanzen und Protokoll gibt es auch kleinere Aufgaben, bei denen du helfen kannst. Und selbst wenn Du nicht Mitglied werden möchtest: Auch im Onlinesemester bieten die meisten FSRe digitale Angebote wie Sprechstunden oder Vernetzungsmöglichkeiten an. Frage am besten bei deinem jeweiligen FSR nach!
Kreativ sein
Wer sich für Kunst, Musik und/oder Theater interessiert, ist am Musischen Zentrum der RUB richtig. Aktuell finden auch hier keine Events oder Workshops vor Ort statt; allerdings gibt es ein paar digitale Angebote. Beispielsweise finden unter anderem Proben, Kurse und Ensembles der Studiobühne online statt. Hier findest Du mehr Infos; am besten schaust Du je auf die Seite der Rubrik, die Dich interessiert: mz.ruhr-uni-bochum.de.
:leda
Veganes Essen
Solltet Ihr in nächster Zeit trotz allem mal auf dem Campus sein, und dann auch noch Hunger auf etwas rein pflanzliches kriegen, wird es etwas schwieriger als bisher. Durch die Schließung aller gastronomischen Betriebe des Akafö müsst Ihr noch etwas warten bis Ihr wieder jeden Tag die Nudeltheke besuchen dürft. Bis dahin könntet Ihr es mal bei be.Well am Unicenter versuchen, wo Ihr neben Burgern auch andere vegane Leckereien (natürlich zur Zeit nur telefonisch bestellbar und zum Abholen) bekommen könnt!
Sprachcafé
Das Sprachcafé ist eine Kooperation des Akafö, der „international student services“, des DaF-Bereich (Deutsch als Fremdsprache) und des Zentrums für Fremdsprachenausbildung. Normalerweise könnt Ihr dort zusammen mit anderen Studierenden in entspanntem Ambiente in Gesprächen mit anderen Lernenden und Muttersprachler*innen Eure Fremdsprachenkenntnisse verbessen. Zur gleichen Zeit, Montags 17-20 Uhr, kann man das dieses Semester auch auf Discord. Schaut doch mal rein!
:kjan
]]>Was versteht Ihr unter einem Tagebuch? Persönliche Berichte und verbale Gefühlsschilderungen in einem Notizbuch? Müssen diese auch noch in Briefform an das Tagebuch gerichtet und unterschrieben sein? Oder können Tagebücher vielleicht auch viel unterschiedlicher sein? Eine neue Ausstellung in der Universitätsbibliothek (UB) zeigt: ja, Tagebücher können verbale Notizen sein – aber auch einiges mehr.
Der Bereich Bildende Kunst des MZ eröffnete am vergangenen Mittwoch, dem 22. Januar, abends die Ausstellung ,,Tagebuch – Bilder aus meinem Leben‘‘. Auf der ersten Etage der UB können diese bis zum 15. März kostenlos zu den regulären Öffnungszeiten betrachtet werden.
Eine U-Bahn gezeichnet mit Fineliner: nur eine der sechs Zeichnungen von Yuhwa Jeon, die zu ihrer Reihe ,,Unterwegs gezeichnet‘‘ gehören. In ,,Täglicher Anblick‘‘ präsentiert Stephan Meyer währenddessen Bilder aus Ölfarben, die die Polsterungen verschiedener ÖPNV-Anbieter (darunter die Deutsche Bahn) nachstellen. Auch Irmgard Maurer hat sich von Transportmitteln inspirieren lassen und mit Tuschezeichnung und Radierung zum Thema ,,Bahnhof‘‘ kreiert.
Doch nicht jede*r drückt Impressionen des Urbanen Lebens aus; auch Natur findet ihren Weg in die Ausstellung. Beispielsweise stellt Doris Evertz Ölfarben-Bilder zu ,,Mein Garten im Frühling‘‘ aus.
Wer ein traditionelleres Tagebuch erwartet, wird ebenfalls fündig. In den Schaukästen befinden sich mehrere Beispiele, inwieweit man sich auch in Notizbüchern kreativ austoben kann. Lena Elble und Dagmar Witt stellen hier ihre Skizzenbücher aus, in denen sie sowohl bildlich als auch verbal – und häufig in einer Mischung aus beidem – Kunst präsentieren. So findet man in Lena Elbles Tagebuch sogar Poesie-ähnliche Sprüche, zum Beispiel: ,,Manche Vögel müssen von der Klippe fallen um das Fliegen zu erlernen‘‘.
:Charleena Schweda
]]>Dass das Musische Zentrum (MZ) ein Ort ist, um Theaterluft zu schnuppern oder sich auszuprobieren ist nichts Neues. Das Konzept, mit dem am vergangenen Wochenende gewerkelt wurde, unterschied sich dann aber doch etwas von vorherigen Veranstaltungen: sechs Stücke zum Thema Ursprung, dazwischen immer wieder Verschnaufpausen. So konnte man auch nur das Werk beschauen, an dem Freundinnen und Freunde, Bekannte oder die Verwandtschaft mitwirkten und danach die Biege machen. Glücklicherweise war das aber nicht mal der Fall! Während es beim ersten Stück etwas leerer war, weil der*die ein oder andere sich noch an den Beginn um 19 Uhr, statt 19:30 gewöhnen musste, war den Rest des Abends fast jeder Stuhl besetzt. Da die Qualität der studentischen Darbietungen immer wieder begeistert, kommt man dafür sogar ohne allerlei Bekannte oder Verwandte vorbei, wie eine Zuschauerin aus Witten bestätigte. Da möchte man nach zwei, drei Darbietung noch nicht gehen.
Umso schöner, dass es am Freitag und Samstagabend jeweils sechs Mal spannend, beziehungsweise auch amüsant oder experimentell wurde. Der Überblick: Um 19 Uhr ging es mit dem Stück „Heimatleere“ los. Aus vier Ecken wanderten die Darsteller*innen auf die Bühne und setzten einen Grundton für den Abend: „Wir sind ausgezogen, um Heimat zu finden. Denn das braucht man hier.“ Was Heimat aber genau bedeutet, mussten die vier „Heimatleeren“ erstmal an Orten wie Neuss oder Wuppertal lernen, um letzten Endes zu realisieren, dass mit dem Begriff „Heimat“ doch das ein oder andere Problem einher geht. Nach dem Stück gab es eine zehnminütige Pause, bevor es mit „Home“ und zunächst den Worten aus AnnenMayKantereits „Oft Gefragt“ losging. Dann wurde mehrsprachig über die Begrifflichkeit „Heimat“ reflektiert: „What I experience here is so different from home“. Die fünf Darsteller*innen schienen von selbsterlebten Erfahrungen zu berichten, zeigten was sie brauchen, um sich zuhause zu fühlen und kamen zu dem Schluss, dass man Zuhause im Herzen trägt und es vor allem auf die Menschen um einen herum ankommt. „Henne oder Ei?“ war sowohl Titel als auch eine der Fragen aus Aufführung Nummer drei. Das größte Ensemble an diesem Abend zeigte eine farbenfrohe Gruppendynamik über Systeme, Ursprünge, Vorurteile und Irrtümer. Das Ganze geschah assoziativ und war dabei ein spielerischer Genuss.
Nach der Halbzeit ging es amüsant weiter mit Kinderliedern, Alkohol und einem Einbruch: Das Stück „Rosi“ zeigte ein Szenario, in dem fünf Freund*innen nach der Beerdigung ihrer geliebten, titelgebenden Kindergärtnerin in den Kindergarten einbrechen, sich an vergangene Zeiten erinnern und merken, dass sie sich gar nicht so verändert haben.
In dem vorletzten Stück des Abends „Vorverurteilt!?“ wurde das Publikum direkt adressiert und beschuldigt, doch die Antwort kam aus dem Publikum zurück, wo sich ein paar der Darsteller*innen untergeschlichen hatten. Warum es zu Vorurteilen kommt, wurde anschließend verhandelt, mit Szenen aus der Dönninghaus-Metzgerei, Geschichte über das Lösen von Fesseln der Gesellschaft und Systemspringer*innen. Beim letzten Stück des Abends durfte das Publikum partizipieren. „Der Zukunftsrat“ sammelte Daten über vier Menschen und ließ die Zuschauer*innen am Ende darüber abstimmen, welche*r der vier als Retter*in der Menschheit hervorgehen sollte. Keine Sorge, die Zukunft ist gesichert! Am darauf folgenden Abend wurden die Stücke in umgekehrter Reihenfolge gespielt.
:Christian Feras Kaddoura
]]>Ein Held wie er im Buche steht, zieht in die große weite Welt, um ein Abenteuer zu erleben. Er gewinnt Turniere, erobert Herzen, bezwingt Drachen und kämpft an der Seite einer Löwin. Dabei kommt er natürlich das ein oder andere Mal von seinem Weg ab, aber was wäre eine Heldenreise ohne Umwege? Im Musischen Zentrum machte diese Reise zumindest am vergangenen Wochenende eine Menge Spaß!
Ein Mittelalter-Epos, das sich in der im Musischen Zentrum (MZ) aufgeführten Fassung nicht zu ernst nimmt und so immer wieder den gelegentlichen witzigen Spruch in Petto hat. Die Idee besteht seit Herbst 2018, wie uns Martin Wilke (:bsz 1235) bereits aufklärte. Und man merkte, wie viel Liebe und Mühe in dieser Produktion steckte. Die Schwertkämpfe wurden gemeinsam mit der Schwertkampfgruppe der TVG Steele erarbeitet, einer Gruppe von historischen Fechtern und Schwertkämpfern, zu denen auch Regisseur Wilke gehört. Mehrere Showkämpfe, bei denen die Schwerter gehörig aufeinander knallten, versorgten den mittelalterlichen Text (von ca. 1200) auch heute noch mit Action. Schauspielerisch wurde sich eher amüsiert: Iwein (Constantin Mianowski) wirkte in vielen Teilen sympathisch verpeilt, Keie, der Ritter mit der scharfen Zunge (Alex Dohle), lockerte die Szenen durch seine Untugendhaftigkeit auf und der Waldmensch (Yannis Deden) brach so sehr die vierte Wand, dass man gar nicht anders konnte, als mit ihm zu lachen. Auf der Bühne wanderte ebenso immer wieder der Iwein-Dichter Hartmann von Aue (Kilian Stargadsky) ein und aus, während er die Geschichte erzählte, sie aber auch stellenweise beeinflusste.
Gute Zwei Stunden verbrachte man mit Rittern, Burgdamen, Löw*innen und Hartmann von Aue im MZ. Währenddessen gab es bei den Zuschauer*innen viel Spaß und Begeisterung, bei der man nicht das Gefühl hatte, dass der Stoff eingerostet sei. Das liegt natürlich auch an der Modernisierung, die durch Wilke und sein Team erarbeitet wurde. So reist man doch am liebsten in die Vergangenheit: funny.
:Christian Feras Kaddoura
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:bsz: Kannst du uns sagen, was es mit dem ominösen Ritter vor dem Musischen Zentrum auf sich hat?
Martin Wilke: Ein ominöser Ritter auf der Unibrücke vor dem Musischen Zentrum? Das war ich! In unserem Stück geht es nun mal um Ritter und auch darum, Außergewöhnliches zu tun. Flyern und Plakate aufkleben kann jeder. Vorlesungen der Mediävistik haben wir mit Helm unterm Arm und Begeisterung in der Stimme besucht, um lebendiges Mittelalter in Form lebendigen Auftretens zu bewerben.
Sich dann in voller Montur auf die Unibrücke zu stellen, ist also bloß der nächste logische Schritt, um möglichst alle Interessierten aufmerksam zu machen.
Worauf kann sich das Publikum von „Iwein, eine Aventüre und noch mehr“ freuen?
Wir zeigen keine bloße Übersetzung des mittelhochdeutschen, sondern erzählen das Werk Hartmann von Aues neu, mit kritischem Blick und Witz. Wir haben die Geschichte Iweins lebendig gemacht durch moderne Kommentare und Sprache, besondere Ausgestaltung, Aufwertung von Figuren und viele Anspielungen auf die seltsamen Eigenheiten vom eigentlichen Text Hartmanns. Zudem wird unsere Aufführung durch vielfältige Kostüme, tolle Tonkulisse und Schwertkämpfe einer historischen Fechtgruppe lebendig gemacht.
Wie lange arbeitet ihr schon an der Aufführung?
Die Idee stammt vom Herbst 2018. Angefangen zu schreiben habe ich im Januar 2019. Seit April arbeiten wir als Gruppe von 14 Leuten an unseren Figuren, Text, Kostümen und Sprache an einem Text, der zunächst 100 Prozent von Hartmanns Vorlage abbildete. Das hätte aber natürlich völlig den Rahmen eines Theaterabends gesprengt! Daher fokussierten wir unser Stück auf das Wesentliche: Das Streben eines jungen Ritters, nach Ruhm und Ehre der merkt, dass diese Werte nichts bedeuten, wenn er dafür die Liebe seiner Frau verliert.
Wer ist alles an der Produktion beteiligt?
Freunde, die ich um mich scharen konnte! Zusammengekommen aus den unterschiedlichsten Interessensgebieten, die mich mit allen verbinden: Studentische Theatermenschen vom MZ, mit denen ich bereits mehrere Stücke seit 2018 spielte, Kommilitonen aus Germanistikseminaren, historische Fechter meiner Sportgruppe und deren Freunde und Familien. Weitere Hilfe außerhalb des MZ und meines Sportvereins nahmen wir nicht in Anspruch und haben das Projekt finanziell und organisatorisch allein gestemmt.
Was macht euer Stück außergewöhnlich?
Der „Iwein“ ist bereits eine Neuerzählung, als er 1200 von Hartmann (ab-)geschrieben worden ist. Es gab bereits weitere Retextualisierungen des Stoffs, aber bisher noch keine, die den Weg des Theaterstückes ging. Die Geschichte ist keine bloße Aneinanderreihung von Heldentaten, sondern die psychologische Entwicklung einer Figur, die eine tiefe persönliche Krise fast bis zur Selbstaufgabe durchmacht, aber durch einen Neuanfang und Aufschwung zu neuem Leben sich seiner Vergangenheit erneut stellen kann. Weil mich diese Geschichte einfach nicht kalt lässt, widmete ich mein Jahr 2019 fast völlig der Produktion dieses Stücks.
Was ist das „und noch mehr“?
Eine Aventüre und noch mehr ist ein Titel, der bereits das Stück anerzählt, „âventiure“ ist ein Begriff, der eine Reise beschreibt, in der ruhmreiche Rittertaten geschehen sollen. Unser Stoff geht über „eine“ Aventüre hinaus und erzählt neben weiteren Episoden der Vorlage, die auch Aventüren sind, eine tiefere, persönliche Geschichte. Außerdem bietet unser Stück eben dieses „mehr“. Es ist keine bloße Übersetzung. Es ist Nacherzählung, Neuerzählung, Reanimation. Und mittlerweile auch kein geringer Teil meines Lebens.
Das Interview führte :Christian Feras Kaddoura
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