Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Monty Python | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 09:05:11 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Monty Python | BSZ https://bszonline.de 32 32 The bright side of life? https://bszonline.de/2017/12/11/bright-side-life/ https://bszonline.de/2017/12/11/bright-side-life/#respond Mon, 11 Dec 2017 14:10:43 +0000 https://bszonline.de/2017/12/11/bright-side-life/ Feiern. In Bochum soll es an Karfreitag auch weiterhin traurig zugehen. Das Bundesverfassungsgericht lehnte eine Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde der Initiative „Religionsfrei im Revier“ ab. 

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Feiern. In Bochum soll es an Karfreitag auch weiterhin traurig zugehen. Das Bundesverfassungsgericht lehnte eine Entscheidung über die Verfassungsbeschwerde der Initiative „Religionsfrei im Revier“ ab. 

Die Beschwerde gegen das Feiertagsgesetz in NRW hat eine lange Vorgeschichte, die in Bochum unweigerlich mit dem Namen Martin Budich in Verbindung gebracht wird. Seit fünf Jahren zeigt der Rentner und politische Aktivist an Karfreitag den Film „Das Leben des Brian“ in Bochum. Dies ist jedoch laut Feiertagsgesetz des Landes NRW verboten. Budich stört das wenig, das alljährliche Bußgeld ist schon eingeplant. Doch da Budich im Verbot von Tanz, Spaß und guter Laune am für ChristInnen wichtigen Feiertag einen Eingriff in die Religionsfreiheit sieht – Budich selbst spricht als Atheist gerne von „Freiheit von Religion“ – ließ er eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einreichen. Im Juli dieses Jahres erreichte die vierzehnseitige Beschwerde des Bochumer Rechtsanwalts Erich Eisel das Bundesverfassungsgericht. Eisel wirft den Gerichten, die seinen Mandanten zuvor aufgrund der Filmvorführungen zu einer Bußgeldzahlung verurteilt hatten, Verstöße gegen mehrere Artikel des Grundgesetzes vor. Am 30. November wurde eigentlich eine Entscheidung erwartet.

Keine Grundlage 

Laut Bundesverfassungsgericht fehle Martin Budich als Beschwerdeführer die notwendige rechtliche Grundlage, um vor das höchste deutsche Gericht zu ziehen. Hierzu müsste die Initiative „Religionsfrei im Revier“ erst mit einem Ausnahmeantrag scheitern, in dem sie bei der Bezirksregierung Arnsberg die notwendige Ausnahmegenehmigung für die Filmvorführung an Karfreitag in Bochum beantragen würden. Hier drin sieht die Initiative jedoch eine staatliche Bevormundung, da Menschen ohne christlichen Glauben vor dem Gesetz benachteiligt werden würden. Das Gesetz der stillen Feiertage sei aus Zeiten, in denen 95 Prozent der Bevölkerung Mitglied einer der beiden großen christlichen Konfessionen gewesen seien. Da dies heute jedoch nicht mehr zutreffe, könne man aktuell nicht von einer sekulären Rechtsprechung reden. Diese könne man momentan nur auf europäischer Ebene erwarten, daher prüfe die Initiative momentan den Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.  

:Justinian L. Mantoan

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Karfreitag und seine Gesetze https://bszonline.de/2017/04/17/karfreitag-und-seine-gesetze/ https://bszonline.de/2017/04/17/karfreitag-und-seine-gesetze/#respond Mon, 17 Apr 2017 14:54:19 +0000 https://bszonline.de/2017/04/17/karfreitag-und-seine-gesetze/ Religion. Am Karfreitag zeigte „Religionsfrei im Revier“ (RiR) im Bochumer Riff Monty Pythons Filmklassiker „Das Leben des Brian“. Initiator Martin Budich rechnet auch dieses Jahr wieder mit einer Geldstrafe.

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Religion. Am Karfreitag zeigte „Religionsfrei im Revier“ (RiR) im Bochumer Riff Monty Pythons Filmklassiker „Das Leben des Brian“. Initiator Martin Budich rechnet auch dieses Jahr wieder mit einer Geldstrafe.

Großer Andrang vor dem Riff von AtheistInnen und derer, die es werden wollen. Bereits zum fünften Mal wird „Das Leben des Brian“ in Bochum am gleichen Feiertag gezeigt – aber warum immer an Karfreitag? In Deutschland gehört Karfreitag zu den sogenannten „stillen Feiertagen“. Besondere Gesetze müssen hierzulande eingehalten werden. So ist zum Beispiel das Tanzen an Karfreitag in NRW verboten. Dazu gehören auch Sportveranstaltungen, Zirkusaufführungen und, wie in der Sammlung der Gesetz- und Verordnungsblätter (SGV NRW) unter § 6 (Fn 4) Punkt 3 zu sehen, „die Vorführung von Filmen, die nicht vom Kultusminister oder der von ihm bestimmten Stelle als zur Aufführung am Karfreitag geeignet anerkannt sind“. 

Nach dem Karfreitagindex, zusammengestellt von FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), gehört „Das Leben des Brian“ zu diesen ungeeigneten Filmen. „Das ist nur die Spitze des Eisbergs“ sagt Budich zu der klerikalen „Bervormundung“. Er und „Religionsfrei im Revier“ ergreifen die Initiative, ein filmisches Statement zu setzen und haben eigentlich das Ziel, das Feiertagsverbot gerichtlich zu kippen. 

Vom Bußgeld zum Bundesverfassungsgericht

2014 erhielt Martin Budich von der Stadt Bochum für die Filmvorführung das erste Bußgeld in Höhe von 300 Euro. Dies erwies sich jedoch als glücklicher Zufall, denn mit dem Abweisen des Bußgeldes konnte Budich den Fall und damit das Feiertagsgesetz NRW vors Bundesverfassungsgericht bringen.

Für die Filmvorführung verurteilte das Bochumer Amtsgericht Budich im Dezember 2015 zu einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro. 

Mit der Zurückweisung vor dem Oberlandesgericht in Hamm war der Weg zum Bundesverfassungsgericht geebnet. „Wir können damit rechnen, dass es in nicht weniger als drei Jahren ein Urteil gibt. Ich schätze so zwischen drei und sieben Jahren“, so Budich. Er bezieht sich auf einen ähnlichen Fall aus München. Dort steht der „Münchner Bund für Geistesfreiheit“ mit der „Münchner Heidenspaß-Party“ seit 2007 vor Gericht. 2017 erklärte das Bundesverfassungsgericht das Bayerische Feiertagsgesetz für nichtig.

Not-Enttaufung

Dieses Mal kam neben der „unerlaubten“ Brian-Vorführung die Glaubenskritik nicht zu kurz. Aus Martin Luthers Aufzeichnungen und Werken wurden Passagen vorgelesen, die ihn nicht als großen Menschenfreund dastehen lassen. Das Bild eines gewaltfreudigen Frauen- und Judenhassers zeichnet sich ab.

Für die getauften KatholikInnen, die sich allerdings nicht mehr als solche fühlen wollen, gab es die zeremonielle und zertifizierte „Enttaufung“. Dies sei „nötig“, denn getaufte KatholikInnen haben durch die Taufe „in ihre Seele katholische DNA eingegossen“ bekommen, zitiert Petra, die Enttaufungs-Spezialistin des Abends, einen amerikanischen Bischof.

Wer die religionsfreie und zwanglose Atmosphäre des Abends auch neben Karfreitag erfahren möchte, kann bei den Treffen des RiR vorbeischauen. Die Bochumer AtheistInnen treffen sich jeden vierten Freitag Abend im Bahnhof Langendreer und jeden zweiten Sonntag im Sozialen Zentrum zum Ketzer-Frühstück.

 :Sarah Tsah

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Auf den Punkt: Indie https://bszonline.de/2016/03/29/auf-den-punkt-indie/ https://bszonline.de/2016/03/29/auf-den-punkt-indie/#respond Tue, 29 Mar 2016 11:38:14 +0000 https://bszonline.de/2016/03/29/auf-den-punkt-indie/ Indie: Bezeichnung für eine kleine, oft nur von einer einzigen Person betriebene Firma, die unabhängig vom Mainstream Kulturgut in Form von vor allem Musik, Filmen oder Ähnlichem ausschüttet und dabei neue künstlerische Wege beschreitet. Auch autark für einen den Rock- und Popbereich erweiternden, alternativen, unkonventionellen Musikstil stehend.

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Indie: Bezeichnung für eine kleine, oft nur von einer einzigen Person betriebene Firma, die unabhängig vom Mainstream Kulturgut in Form von vor allem Musik, Filmen oder Ähnlichem ausschüttet und dabei neue künstlerische Wege beschreitet. Auch autark für einen den Rock- und Popbereich erweiternden, alternativen, unkonventionellen Musikstil stehend.
Erst kürzlich konnten sich wieder diverse AutorInnen beim jährlich von der Plattform neobooks veranstalteten Indie-Autor-Preis unter Beweis stellen. Eventuell hätte sich ein ganz bestimmter, mit 73 Jahren durchaus in die Jahre gekommener Herr (Indy), der schon bald wieder die Peitsche knallen lassen und auf die Jagd nach einem beliebigen sagenumwobenen Relikt gehen wird, lieber zu einer dortigen Teilnahme hinreißen lassen. Dem Alter entsprechend!
Als Abkürzung des Wortes independent funktioniert das Indie natürlich auch in weiteren Zusammenhängen. Unabhängigkeit bedeutet Nichtgläubigen über die Osterfeiertage viel; sie wollen Monty Python frönen ohne dafür gemaßregelt zu werden!
:tom
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Gottes­furcht anzuerziehen ist noch immer Landessache https://bszonline.de/2016/03/29/gottesfurcht-anzuerziehen-ist-noch-immer-landessache/ https://bszonline.de/2016/03/29/gottesfurcht-anzuerziehen-ist-noch-immer-landessache/#respond Tue, 29 Mar 2016 11:28:30 +0000 https://bszonline.de/2016/03/29/gottesfurcht-anzuerziehen-ist-noch-immer-landessache/ „Ehrfurcht vor Gott (…) zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“ Aus welchem rückständigen SchurkInnenstaat mag dieses Gesetz wohl stammen? Kaum zu glauben, aber es ist die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen (Art. 7 Abs. 1). So viel zur Trennung von Staat und Kirche. Die Diskussion um den Einfluss der christlichen Kirchen auf Gesetze und unseren Alltag war an Ostern wieder besonders groß; von Jahr zu Jahr scheint die Diskussion über das „Tanzverbot“ an Karfreitag lauter zu werden. Provokant hat der Verein Religionsfrei im Revier e. V. zum vierten Mal den an den stillen Feiertagen verbotenen Satirefilm „Das Leben des Brian“ gezeigt – parallel dazu ist das Verfahren wegen der Aufführung vom letzten Jahr auf dem Weg zum Bundesverfassungsgericht (BVG).

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„Ehrfurcht vor Gott (…) zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.“ Aus welchem rückständigen SchurkInnenstaat mag dieses Gesetz wohl stammen? Kaum zu glauben, aber es ist die Verfassung des Landes Nordrhein-Westfalen (Art. 7 Abs. 1). So viel zur Trennung von Staat und Kirche. Die Diskussion um den Einfluss der christlichen Kirchen auf Gesetze und unseren Alltag war an Ostern wieder besonders groß; von Jahr zu Jahr scheint die Diskussion über das „Tanzverbot“ an Karfreitag lauter zu werden. Provokant hat der Verein Religionsfrei im Revier e. V. zum vierten Mal den an den stillen Feiertagen verbotenen Satirefilm „Das Leben des Brian“ gezeigt – parallel dazu ist das Verfahren wegen der Aufführung vom letzten Jahr auf dem Weg zum Bundesverfassungsgericht (BVG).

Infobox: Was sind „stille Feiertage“?

Neben den „herkömmlichen“ Feiertagen bestimmt jedes Bundesland, welche davon als „stille Feiertage“ gelten. Karfreitag ist einer davon. An diesen herrschen bestimmte Verbote, insbesondere das berüchtigte „Tanzverbot“. Daneben sind zu bestimmten Uhrzeiten oder ganztägig Musikveranstaltungen, Theateraufführungen oder Glücksspiele verboten. Auch die Aufführung bestimmter Filme (siehe unten) ist dann nicht mehr erlaubt. Die stillen Feiertage in NRW sind:
Karfreitag (25. März 2016, 14. April 2017)
Allerheiligen (1. November 2016)
Volkstrauertag (13. November 2016)
Totensonntag (20. November 2016)
 
Im Gespräch mit der „WAZ“ sagt der Repräsentant der katholischen Kirche in Bochum, Stadtdechant Michael Kemper, den Film „Das Leben des Brian“ „öffentlich ausgerechnet am Karfreitag zu zeigen, ist für mich ein Rückschritt an Respekt vor den religiösen Gefühlen anderer Menschen“.
 
BefürworterInnen der Filmvorführung hingegen fragen, warum sich jemand in seinen „religiösen Gefühlen“ gekränkt fühlen sollte, wenn in einem geschlossenen Saal ein Film gezeigt wird. Einer aus einer Liste, in der nicht bloß religionskritische Satiren wie der Monty-Python-Klassiker stehen, sondern auch „Heidi in den Bergen“ oder „Mary Poppins“ (siehe Box unten).

Die Kirchen wollen ihre Macht behalten

„Es geht nicht um religiöse Gefühle, es geht um Einfluss“, sagt André Kasper, parteiloses Mitglied im Bochumer Stadtrat. Religionsfreiheit bedeute auch, NichtchristInnen keine christlichen Ver- und Gebote aufzudrängen.
Die Aktion von Religionsfrei im Revier provoziert durchaus – aber in Richtung Politik. Patrick Breyer, Landtagsabgeordneter der Piratenpartei in Schleswig Holstein sagte: „Dass Kinderfilme, Klassiker, Satire und Kritik im Jahr 2015 auf einem Feiertagsindex stehen, verschlägt mir den Atem. Teilweise entscheidet die FSK sogar ohne jede Prüfung. Die Feiertagszensur von Filmvorführungen ist im Zeitalter von Video und Internet völlig wirklichkeitsfremd und gehört dringend abgeschafft. Solange die Feiertagsruhe nicht öffentlich wahrnehmbar gestört wird, haben Staat und Kirche kein Recht, uns bei der Gestaltung arbeitsfreier Sonn- und Feiertage durch Filmvorführungs-, Tanz- oder Veranstaltungsverbote zu bevormunden.“

Das BVG könnte für etwas mehr Religionsfreiheit sorgen

Die Stadt Bochum hat bereits für die dritte öffentliche „Brian“-Vorführung 2015 ein Bußgeld von 300 Euro verhängt. Der Verein zog daraufhin bis vors Bundesverfassungsgericht. Noch ist nichts entschieden, aber das Urteil könnte die stillen Feiertage kippen.
Nach André Kasper ist diese staatliche Bevormundung nur der offensichtlichste Missstand in Sachen Säkularisierung. „Das Problem ist, dass wir die Trennung von Staat und Kirche nicht hinkriegen“, sagt das Ex-Piratenmitglied. „Religion muss Privatsache sein. Ob du an Jesus glaubst oder an Buddha oder an Schalke 04 – jeder sollte das gleiche Recht haben, seinen Glauben auszuüben.“ Aber eben auch das Recht, nicht zu glauben, fügt er hinzu.
 

Infobox: Was sind nicht feiertagsfreie Filme?

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) vergibt nicht nur die Altersfreigaben für Filme in Deutschland, sie bestimmt auch, welche Filme nicht dem „ernsten Charakter“ der stillen Feiertage entsprechen. Die Piratenpartei hat eine Liste aller 756 Filme veröffentlicht, die zwischen 1980 und 2015 das Etikett „nicht feiertagsfrei“ erhalten haben. Dies ist eine kleine erlesene Auswahl:
 
1980 Harald Juhnke – Schrecken der Kompanie FSK 12
1980 Zwei Dreschflegel schlagen alles kurz und klein FSK 12
1980 Monty Pythons Das Leben des Brian FSK 16
1982 Animal Farm FSK 6
1984 Quax, der Bruchpilot FSK 6
1985 Police Academy II FSK ab 12
1986 Nackt unter Kannibalen FSK 18
1986 Skandalöse Emanuelle – Die Lust am Zuschauen FSK 18
1995 Mary Poppins FSK 0
2001 Heidi in den Bergen FSK 0
2008 Saw IV Keine Jugendfreigabe
2011 New Kids Nitro FSK 16#
 
(Die Jahreszahl ist das Datum der Aufnahme in die Liste)
 
Die komplette Liste der ver­botenen Filme gibt es hier.

Zum Kommentar zum Thema von Stefanie Lux.
:Marek Firlej
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