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Im Wintersemester 2015/16 wurde im Rahmen eines „Forschenden Lernen“- Projekts an der RUB die Literaturkarte.Ruhr erstellt. Das Seminar der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft wollte die vielfältige Literaturszene des Ruhrgebiets graphisch sichtbar machen. Die Karte ging online und umfasst mittlerweile circa 350 Marker. Marker können literarische Schauplätze, die es in der Realität gibt, Institutionen oder
Autor*innen sein.
Aus dem digitalen Projekt entstand nun das analoge Buch „Literarische Orte im Ruhrgebiet“. Sechs Studierende aus dem Ursprungsseminar und die Dozentin Dr. Stephanie Heimgartner wählten aus allen Markern die 31 schönsten Ruhrgebietsorte aus. „Die Texte sind etwas ausführlicher als auf der Internetseite. Es gibt einen Text über das Werk und den Bezug zum Ort, dann gibt es Informationen zum Ort selber und den Ort als touristisches Ziel sowie einen Abschnitt zum Autor oder zur Autorin“, erklärt Mitherausgeberin Tina Häntzschel.
Ein literarischer Schauplatz ist zum Beispiel die Zeche Zollverein in Essen. In dem Roman „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr wachsen in den 1930er Jahren die zwei Waisenkinder Werner und Jutta Hausner nahe der Zeche auf. Ihr Vater starb bei einem Grubenunglück und auch Werner soll in der Zeche arbeiten. Neben dem Schauplatz, dem Roman und dem Autor wird im Reiseführer auch die Zeche Zollverein mit ihren vielfältigen Angeboten und besonderen umliegenden Geschäften wie der Sapor Seifenwelt vorgestellt.
„Unsere Karte ist ein literaturwissenschaftliches Projekt, welches einen Überblick über die Ruhrgebietsliteratur gibt. Das Buch trifft eine Auswahl aus der großen Anzahl von Markern der Karte, die auch als Ausflugsziele besonders interessant sind“, so die Studentin. Für die Studierenden war dieses Projekt besonders interessant, da sie das erste Mal mit einem Verlag zusammenarbeiteten und zukunftsweisende
Erfahrungen sammelten.
Mit der Literaturkarte.Ruhr wird es weiter gehen, denn aus der riesigen Bandbreite von Ruhrgebietsliteratur konnte bisher nur ein Bruchteil eingearbeitet werden. Auch hoffen die Mitwirkenden auf eine zweite Auflage des Reiseführers.
:Maike Grabow
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Philip Behrendt, Anna Brendt (u.a.) „Literarische Orte im Ruhrgebiet“, Klartext Verlag, 152 Seiten, 16,95 Euro.
Die Literaturkarte.Ruhr findet Ihr unter literaturkarte.ruhr.
Vergangenen Dienstag hatten die BetreiberInnen ihr erstes Meeting mit dem Klartext Verlag in Essen. Dieser habe sich selbst bei ihnen gemeldet und eine Kooperation vorgeschlagen. Zuvor brachte der Klartext Verlag den Reiseführer „33 Touren zu den schönsten Seen am Niederrhein“ heraus. Daraus soll nun eine Reihe entstehen, die auch 33 Touren öffentlicher Kunst beinhalten wird. In diesem Zusammenhang habe sich der Verlag an die Literaturkarte Ruhr gewendet, um einen Reiseplaner mit den 33 Touren zu den schönsten literarischen Orten des Ruhrgebiets herauszubringen. Die einzelnen Touren verbinden verschiedene Orte, an denen Literatur entstand oder die in Werken erwähnt wurde. Der Planer soll 144 Seiten umfassen. Zurzeit sind die BetreiberInnen der Literaturkarte Ruhr dabei, die schönsten Orte herauszusuchen, denn die Karte umfasst mittlerweile 274 markierte Orte. „Für uns ist das eine große Chance, nicht nur online präsent zu sein, sondern auch in Papierform. So ist es noch mehr Literatur. Wir freuen uns total“, erklärt Tina Häntzschel, die als studentische Hilfskraft für Literaturkarte Ruhr arbeitet.
Dr. Stephanie Heimgartner, Dozentin der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, hat Literaturkarte Ruhr ins Leben gerufen. Zuerst war es ein Seminar des Forschenden Lernens, das nun eigenständig von einigen Seminarteilnehmenden weitergeführt wird. Im Seminar haben sich die Studis sowohl mit Ruhrgebietsliteratur als auch alternativen Möglichkeiten der Literaturdarstellung beschäftigt. Über die dort erwähnten Orte haben die Studierenden Informationen recherchiert und Marker verfasst. Mittlerweile können diese online auf der Literaturkarte Ruhr angesehen werden.
:Katharina Cygan
]]>Mit den vielen Literaturtipps und Einsendungen von Ansichtsexemplaren hat Tina nicht gerechnet: „Es gibt sehr viel Bewegung auf unserer Karte!“ Die eingereichte oder selbst gefundene Literatur, katalogisiert in einer Citavi-Datenbank, wird von Redaktionsmitgliedern gesichtet und quergelesen. Das zehnköpfige Team, dessen Mitglieder seit den Anfängen der Karte dabei sind, hat so stetig an der Erweiterung der „Literaturkarte.Ruhr“ gearbeitet.
Ein Problemfeld neben dem großen Zeitaufwand für die Kartensoftware- und Literaturdatenbearbeitung: Die Beschaffung von Fotos der einzelnen Orte. Verglichen mit der Textmenge, sind bisher recht wenige Bilder vorhanden. Der Grund: Die Studis müssen für die Bilder von den Markern quer durch den gesamten Pott fahren: „Das wollen und können wir noch ausbauen.“, so Tina. Abseits der Online-Welt wird das Team der Literaturkarte im Rahmen der „Bochum Biennale“ (9. bis 18. Juni) einen Literaturspaziergang durch die Bochumer Innenstadt anbieten. Doch zunächst wird am 15. März der erste Geburtstag gefeiert.
Für den weiteren Ausbau der Karte wird immer Nachwuchs gesucht – Interessierte können sich jederzeit beim Redaktionsteam melden (literaturkarte-ruhr@rub.de, facebook.com/literaturkarteruhr).
:Andrea Lorenz
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