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Wer sich selbst ein Ultimatum setzt (Hausarbeit bis Ende des Semesters, sich danach einen Monat lang um Praktikumsbewerbungen kümmern, bis 30. Juni einen Töpferkurs besuchen und Mutti einen Aschenbecher formen, …), läuft Gefahr, diese auch einzuhalten. Dann schiebt man die Hausarbeiten lieber bis zum übernächsten Semester auf und stellt dann fest, dass die betreffende Dozentin zwischenzeitlich die Uni verlassen hat. Und ein Seminar noch einmal zu besuchen, um das Modul zu bestehen, ist ja fast schon die Krönung des Versemmelns.
Mittags aufstehen, um 14 Uhr in die Vorlesung oder auch nicht und am Nachmittag machen wir uns vielleicht an die Prüfungsvorbereitung. Spätestens aber am Abend. Wenn nicht die Claudia anruft und uns daran erinnert, dass heute ja wieder die Wohnheimbar auf hat und es Fiege für 1,20 Euro gibt. Morgen ist ja auch noch ein Tag – und eine andere Wohnheimbar. So lässt es sich leben.
Denn wer seinen Tag im Kalender durchplant, Zeitmanagement-Techniken wie die Pomodori-Technik (25 Minuten an eine Aufgabe setzen, 5 Minuten Pause) einsetzt, auf Motivationsexpertin Simone Wessels hört („Die zur Verfügung stehende Lernzeit nur zu 60 Prozent mit Stoff füllen. 40 Prozent bleiben für unvorhergesehene Probleme oder Exkurse.“), hat am Ende des Tages was geschafft und kann sein abendliches Fiege entspannt und zufrieden genießen, kann sich sogar öfter mit Freunden und Freundinnen treffen, ist aber voll spießig und verhaut sein Studium nicht.
3. Du bist nur Dir selbst Rechenschaft schuldigWer seine Pläne und Fristen FreundInnen mitteilt, hat sogar Menschen, die mit ein Auge drauf haben, ob diese Deadline eingehalten wird. Simone Wessels studiert an der RUB und rät: „Die Fristen kann man anderen Menschen mitteilen und sie so zu echten Deadlines machen: ‚Bis XY (z. B. eine Woche vor Abgabe) schicke ich dir meine Bachelor-Arbeit zum Probelesen.‘“ Allerdings hat sie einen Workshop zum Thema „Studium und Leben in Balance“ in der OASE (siehe Box unten) geleitet – und von Balance wollen wir doch gar nichts wissen.

Lass in Deinem Browser auf jeden Fall neben den Tabs, die Du zum Lernen brauchst, auch Facebook und Instagram auf! Vergiss auch nicht, Dein Smartphone inklusive Whatsapp auf dem Schreibtisch liegen zu haben.
Rufe diese Seiten immer wieder dann auf, wenn Du merkst, dass der Text, den Du vorbereiten sollst, langweilig, unverständlich, auf englisch oder schwierig ist und voller langer Sätze und unbekannter Fachbegriffe steckt. Versuch gar nicht erst, richtig durchzusteigen, sondern belohne dich mit einem kurzen Blick ins Chatfenster oder die Timeline eines Grundschulfreundes, der Dich vor einem Jahr geaddet hat und mit dem Du wie die acht Jahre davor sonst keinen weiteren Kontakt hattest. Schließlich studierst Du. Du bist klug. Dein Gehirn ist dennoch nicht in der Lage, sich alle zwei Minuten auf ein ganz anderes Thema einzulassen. Aber das macht ja nix. Katzenvideos sind ohnehin interessanter.
5. Lernen ist Pflicht, Arbeit und QualMache diesen Satz zu Deinem Mantra, das Du immer wieder aufsagst: „Ich habe keine Lust zu lernen. Das Fach ist doof und ich falle ohnehin durch die Prüfung.“ So gehst Du sicher, dass Du Dich sträubst, aufschiebst, schlechte Laune hast und am Ende wirklich durchfällst.
„Sich selbst austricksen mit der ‚Ich mach nur 5 Minuten‘-Methode: Fünf Minuten Lernen klingt nicht so einschüchternd wie zwei Stunden. So fängt man leichter an und bleibt am Ende doch länger als fünf Minuten dabei, denn schließlich kommt man in fünf Minuten nicht weit und der Forrest-Gump-Effekt setzt ein („Wenn ich bis zum Gartentor laufen kann, dann kann ich auch bis zum Ende der Straße laufen …“). Nicht nur Ziele formulieren und aufschreiben (Ich werde die Klausur bestehen …), sondern auch, warum man das Ziel erreichen will (… weil ich dann meinem Abschluss einen großen Schritt näher bin und bald in meinen Traumjob als XY starten kann). Ziele dann über dem Schreibtisch aufhängen und bei Sinnkrisen nochmal durchlesen.“ All das rät wieder Simone. Aber was weiß die denn schon davon, wie man sein Studium in den Sand setzt?

„Merke: Ein unausgeruhtes Gehirn ist ein dummes Gehirn und ein dummes Gehirn besteht keine Klausur oder Prüfung.“ Na endlich rät Simone uns mal etwas, was uns unserem Ziel näher bringt! Also: Verzichte auf alle Pausen und Schlaf!
Verzichte vor allem auch auf Freizeitaktivitäten. Schließe dich der Fraktion Ich habe in zwei Wochen eine Prüfung, bis dahin unternehme ich überhaupt nichts an. So stellst Du sicher, dass Du Dein Gehirn für seine Leistung nicht einmal belohnst, sondern nur mit Frustration strafst. Außerdem behältst Du Deine isolierten Lernphasen ohne soziale Kontakte als besonders verschwendete Lebenszeit im Kopf. Vielleicht bestehst Du dann die Prüfung. Wahrscheinlich ist aber auch, dass Du vor lauter Motivationslosigkeit ganz viel aufschiebst und Du letztlich weder Erfolg noch Spaß hast.
:Marek Firlej &
:Katharina Cygan
]]>Infobox: Wo beim Lernen Lernen geholfen wird
Um sicherzugehen, dass Du Dir nicht doch einen Schein verdienst, solltest Du folgende Anlaufstellen meiden:
Die OASE bietet diverse Coachings und Workshops rund um die Prüfungsvorbereitung und Studienorganisation an. Genauso wie diese Angebote ist auch der Lernraum am Buscheyplatz 3 kostenlos. Klingt verlockend und sorgt am Ende noch für ein sorgloses Studium, also Finger weg. rub.de/oase
Wenn Du Deine Seminar- oder Abschlussarbeit in den Sand setzen willst, dann mache einen Bogen ums Schreibzentrum. Schließlich willst Du ja gar nicht erfahren, wie Du Themen eingrenzt, Schreibblockaden überwindest oder Deinen Text richtig überarbeitest. sz.rub.de
Wie Ihr Euch am besten für Prüfungen vorbereitet oder Euch davon ablenkt, erfahrt Ihr in der nächsten Ausgabe.
Aber schon jetzt erfahrt Ihr in unserer Alles-Außer-Kellnern-Reihe, wie Ihr Euch entspannen könnt. Denn nicht nur Euer Handy kann Euch mit milden Vibrationen ablenken …
:Die Redaktion
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