Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Kunst | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Mon, 11 May 2026 21:55:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Kunst | BSZ https://bszonline.de 32 32 Hier gibt’s „Kultur gegen Kohle“: die Ruhrfestspiele 2026 https://bszonline.de/2026/05/11/hier-gibts-kultur-gegen-kohle-die-ruhrfestspiele-2026/ https://bszonline.de/2026/05/11/hier-gibts-kultur-gegen-kohle-die-ruhrfestspiele-2026/#respond Mon, 11 May 2026 21:55:11 +0000 https://bszonline.de/?p=26067 Die warme Zeit des Jahres hat endlich Einzug ins Ruhrgebiet gefunden. Die Vögel zwitschern, die Bäume werden immer grüner und die Blumen scheinen aus dem Blühen nicht mehr herauszukommen. Während wir das gute Wetter mit vielen Aktivitäten im Grünen begrüßen, laufen in ganz Recklinghausen die Vorbereitungen für die 80. Ruhrfestspiele. Bei den aufkommenden Sommergefühlen kann ein bisschen Kultur in Form von Theater und Literatur das Herz doch nur weiter auftauen lassen, denn ganz nach dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ werden euch die künstlerischen Vorstellungen der Ruhrfestspiele bestimmt nicht kalt lassen.  

Auftakt des avantgardistischen Kulturfests war, wie jedes Jahr, am 1. Mai auf dem Hügel vor dem Ruhrfestspielhaus. Neben einem kleinen Programm auf mehreren Bühnen ist dieser Tag aber, aus eigener Erfahrung, eher bekannt für die Horden an angetrunkenen Jugendlichen, die die Wiese im Stadtgarten für sich beanspruchen. Wenn ihr mich fragt, ist das ein gebührender Start eines international angesehenen Kulturfestes. An einem Freitag unter dem Vorwand der Kultur sich mal ein paar alkoholische Spaßgetränke zu genehmigen – das geht vermutlich nur in unserem geliebten Pott.

Wer aber ein bisschen mehr Kunst und Kultur erleben möchte, wird bei dem diesjährigen Programm zwischen dem 2. Mai und dem 13. Juni fündig. Neben zahlreichen Theaterinszenierungen und Tanzeinlagen erwarten die Besucher:innen Lesungen, Kabarettvorstellungen und andere Performance-Shows national und international renommierter Künstler:innen. Und diese finden in verschiedenen Kulturstätten in ganz Recklinghausen fast täglich statt. Das Publikum variiert bei diesem breiten Programmangebot von Jung bis Alt sowie von ruhigeren bis hin zu bunteren Charakteren.

Meine persönlichen Highlights sind unter anderem die Vorstellung „Gala“ des französischen Choreografen Jérôme Bel, in der nicht nur die Tänzer:innen mit ihren unterschiedlichsten Lebenswegen, sondern auch die Choreografie mit Konventionen und Erwartungshaltungen bricht. Aber auch das Theaterstück „K.“, eine schrille und mit Musik unterlegte Inszenierung des „Prozesses“ von Kafka, das eingefleischte Kafka-Fans nicht missen dürfen, sowie die dokumentarische Inszenierung „Catladies“ über die von Klischees geprägte Gruppe alter, einsamer und katzennaher Damen stehen bei mir ganz oben auf der Liste. Genauso dürften sowohl die Lesung der Texte Erich Kästners über das Berlin der 20er- und 30er-Jahre als auch der Kabarettauftritt von Teresa Reichl viele Menschen ansprechen.

Wem davon bis jetzt nichts zusagt, findet vielleicht unter den restlichen 65 Produktionen etwas Passendes für sich. Und wer lieber auf den altbewährten Promistatus setzt: Bjarne Mädel, Joachim Król, Katharina Thalbach und Kathrin Bauerfeind werden alle während der Ruhrfestspiele bei verschiedenen Performances live auf der Bühne zu sehen sein. Während in der Vergangenheit auch schon Hollywoodstars wie Cate Blanchett oder Jeff Goldblum in Recklinghausen zu sehen waren, setzen die Ruhrfestspiele dieses Jahr vor allem auf deutsche Promis.

Über das Programm und die Vorstellungsorte könnt ihr euch, teils sogar durch Trailer, auf der Website der Ruhrfestspiele informieren. Tickets könnt ihr euch sowohl dort als auch an verschiedenen Verkaufsstellen in Recklinghausen besorgen. Studierende erhalten 50% Rabatt auf den normalen Ticketpreis und müssen selbst an den Abendkassen nur 10 Euro pro Vorstellung bezahlen. Und wer noch ein bisschen extra Wissen tanken will, solange die Speicherkapazitäten am Anfang des Semesters noch nicht so ausgelastet sind, kann sich auf der Website über den besonderen Ursprung der Ruhrfestspiele informieren. Also: Wer nun bereit ist, bis zum 13. Juni ein bisschen „Kultur gegen Kohle“ einzutauschen, der sollte sich beeilen – vielleicht sehen wir uns dann ganz bald in Recklinghausen.

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Eine Ausstellung der besonderen Art https://bszonline.de/2025/01/27/eine-ausstellung-der-besonderen-art/ https://bszonline.de/2025/01/27/eine-ausstellung-der-besonderen-art/#respond Mon, 27 Jan 2025 06:21:24 +0000 https://bszonline.de/?p=25460 In den Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum ist einiges los. Nicht nur lässt sich hier die größte Sammlung klassischer antiker Kunst im Ruhrgebiet finden, sondern auch um die 1000 Werke der Moderne. Im Januar 2025 hält sie für uns etwas ganz Neues bereit.

Gespannt und ohne eine wirkliche Ahnung, was mich erwarten könnte, laufe ich auf die erleuchtete Glasfront zu, die sich unter der Universitätsbibliothek befindet. Schon von weitem erkenne die vielen Menschen im Inneren und ich muss unwillkürlich an eine Vernissage denken. Es ist der 22. Januar und die Ausstellung „Echo, Echo, Echo“ der Kunsthochschule Dresden feiert in den Kunstsammlungen unserer Ruhr-Universität ihre Eröffnung. Noch bis zum 20. Mai soll sie hier zu sehen sein – und das sogar kostenlos.
Gegen 18:15 passiere ich die Eingangstür und finde mich in einer großen verwinkelten Halle wieder. Etwas später als geplant eröffnen dann Dr. Alexia Pooth, Dr. Friederike Sigler und Prof. Wilhelm Mundt die Ausstellung mit einer Rede. Hier erfahre ich, dass die jungen Künstler:innen zu der Bildhauerei-Klasse von Prof. Mundt gehören. Bereits im Sommer letzten Jahres hatten einige von ihnen an der Jahresausstellung der Kunsthochschule teilgenommen, die den Titel „Das Geschrei“ trug und sich mit gesellschaftlichen sowie politischen Themen auseinandergesetzt hat. Das Motto des heutigen Abends lautet „Kunstakademie meets Universität“ und wurde durch die Zusammenarbeit der drei Dozent:innen initiiert. Unterstützung erhält „Echo, Echo, Echo“ von der Hermann Ilgen Stiftung, welche sich für die Förderung von Kunst einsetzt.
Ich erfahre außerdem, dass die Künstler:innen bei ihrer Wahl der Materialien frei waren, ebenso wie bei der späteren Platzwahl der rund 30 Ausstellungsstücke. Nicht alle davon tragen einen Namen und nicht alle davon sind bereits abgeschlossene Projekte. Viel mehr zeigt die Ausstellung aktuelle Kunstwerke und Arbeitsproben – das Experimentieren würde im Vordergrund stehen, erklärt Dr. Pooth.

In der Nähe des Eingangsbereichs entdecke ich eine Kleiderstange, an welcher Kleidungsstücke in Gelb- und Grüntönen baumeln. Kurz darauf laufe ich Lara Lovesky über den Weg. Sie erklärt mir, dass es sich bei der Kleidung um Kostüme für eine Gruppenperformance handelt, die sie in der Vergangenheit für eine Freundin angefertigt hat. Die Kostüme bestünden zum großen Teil aus Latex, welches sich durch Witterung und den Einfluss von Sonneneinstrahlung farblich verändert hatte. „Ich habe versucht, es relativ natürlich zu halten“, deswegen auch die Wahl des Stoffes – Latex ist schließlich ein Naturprodukt.
Ich schaue auf die etwas unübersichtliche Übersicht der Ausstellung in meinen Händen und wende mich dem Weitergehen zu. Etwas zu meinen Füßen erregt meine Aufmerksamkeit.
Auf dem Boden liegt ein geformtes Stück Bronze, das mich an ein Herz erinnert. Aus der Wand dahinter führen Kabel, die mit roten Pads an der Figur befestigt sind, zum Herzen. Weitere Kabel führen von der Bronzefigur zu einem kleinen Bildschirm, auf dem eine Temperatur-Frequenz zu sehen. Das Kunstobjekt heißt „Pequeño“. Später stehe ich mit Simon Filippi, dessen Schöpfer, davor und er erzählt mir, dass es sich hierbei um eine Figur handelt, die er auf Teneriffa in einer Bronze-Guss-Werkstatt hergestellt hat. „Ich habe ganz viele Abformungen von meiner Haut, meinen Klamotten und von mir gemacht und das dann in diese Klumpenform gebracht. Es ist auch so geformt, dass es sich gut in meine Armbeuge einbettet.“ Bei Ausstellungen saß er zunächst auf einem selbstgebauten Hocker und hat die Bronzefigur auf dem Arm gehalten. Dabei zeichnete er den Übergang seiner Körperwärme auf die Bronze auf. In Bochum entschied er sich dann für die Präsentation, die wir gerade betrachten.
Ich wandle weiter durch die Räume und entdecke eine grüne Hollywoodschaukel, die in einem Wald aus Säulen mit weißen Köpfen steht. Der Zettel in meiner Hand zeigt mir, dass es sich bei dem Werk um „Wir haben nur die Ostsee gesehen“ handelt. Von dem bunten Stoffdach baumeln kleine, aus Alu gegossene Köpfchen, die silbrig im Licht funkeln – eine Erinnerung an eine Dirigentenfigur aus der Kindheit, wie mir die Künstlerin Lydia Henkel im Nachhinein erklärt. Sie macht gerade ihr Diplom. Von ihr erfahre ich auch, dass es sich bei der Schaukel um ein typisches Modell aus der DDR handelt, das aus dem Garten ihrer Großeltern stammt. Sie beschäftige sich viel mit Rückzugsorten, Gerüsten und Behausungen, die Hollywoodschaukel hätte für sie einen besonderen Stellenwert in diesem Kontext. Mit der Zeit staubte die Schaukel allerdings etwas ein. „Und irgendwann habe ich die Hollywood-Schaukel da rausgeholt und habe angefangen sie abzuschleifen, neu zu lackieren und so ein bisschen in meine Gegenwart zu holen.“ Lydia erzählt mir auch, dass das Aussehen der Hollywood-Schaukel immer wieder im Wandel ist: „Man denkt drüber nach. Dann kommt halt immer was dazu oder geht weg.“
Etwas weiter vorne erblicke ich eine ungewöhnliche Gestalt. Ein Centaur-Wesen, dessen gelber Unterkörper mit einem Leopardenmuster gesprenkelt ist, blickt mir kopflos entgegen. Aus seinem Körper ragen Pfeile, an deren Enden weiße Bänder mit Messern und Herzen drauf befestigt sind. Das Kunstwerk heißt „am Herz vorbei“ und gehört Josef Panda. „Ich habe mich lange mit Leoparden und Leoprints beschäftigt, besonders im Bezug zu Fashion.“ Doch auch der Leopard als queeres Tier hätte eine Rolle gespielt, verrät er mir. Bis das Kunstwerk jedoch so aussah wie jetzt, ist ein halbes Jahr voller Arbeit daran vergangen. Das ist mittlerweile zwei Jahre her.
Als ich nach der Inspiration frage, erzählt er mir, dass die Figur aus lackiertem Gips, Holz und Stoff „einfach so entstanden“ ist und keine eindeutige Bedeutung hat. „Also ich denke, das kann jeder selber für sich interpretieren. Und das finde ich gut, ich glaube jeder hat so seine Herzschmerz-Momente.“
Als ich mich auf den Rückweg nach Hause mache, geht mir Verschiedenes durch den Kopf. Ich denke daran, was mir die anderen Künstler:innen in unseren Gesprächen erzählt haben. Die Ausstellung verbirgt noch viele weitere beeindruckende Kunstwerke und interessante Geschichten. Und vor allem zeigt sie, wie vielseitig Bildhauerei sein kann. Neben den erwähnten Kunstwerken wurden auch Bilder und sogar ein Fernseher mit einer bestimmten Tonspur ausgestellt. Als Kunst-Noob war mir das bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst und ich verband Bildhauerei immer mit den weißen Statuen, die man aus dem alten Griechenland kennt. Umso mehr Spaß hat es mir bereitet, durch die Ausstellung zu wandern und überall etwas zu entdecken, was man so noch nicht gesehen hat. Vor allem aber hat mich der Blick hinter die Kulissen fasziniert – was die Künstler:innen sich bei der Erschaffung gedacht haben und wie der Entstehungsprozess ablief. Die Atmosphäre strotzte nur so vor Kreativität und man sieht die Mühe und Arbeit, die die Künstler:innen in ihre Projekte gesteckt haben. Es ist ein bisschen so, als würde man in eine andere Welt eintauchen.
Ich erwische mich auch später noch immer wieder bei dem Gedanken daran, wie erstaunlich es doch ist, dass solche Kunstwerke tatsächlich von Menschenhand geschaffen worden sind.

:Alina Nougmanov

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Auf Augenhöhe https://bszonline.de/2022/11/12/auf-augenhoehe/ https://bszonline.de/2022/11/12/auf-augenhoehe/#respond Sat, 12 Nov 2022 09:52:15 +0000 https://bszonline.de/2022/11/12/auf-augenhoehe/ Armut ist Teil des Alltags vieler Menschen und vor ihr die Augen zu verschließen, lässt sie nicht verschwinden. Warum jedoch auch nicht jeder Blick auf Armut ihrer Realität gerecht wird, zeigt sich im Umgang vieler Medien mit diesem Thema. Zwei Beispiele. 

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Armut ist Teil des Alltags vieler Menschen und vor ihr die Augen zu verschließen, lässt sie nicht verschwinden. Warum jedoch auch nicht jeder Blick auf Armut ihrer Realität gerecht wird, zeigt sich im Umgang vieler Medien mit diesem Thema. Zwei Beispiele. 

Dass sich Kunst mit Armut beschäftigt, ist keine neue Entwicklung. „The Family of Man“ war eine Fotoausstellung im New Yorker Museum of Modern Art, welche im Jahr 1955 eröffnet wurde und auf ihrer Welttour auch in Deutschland haltmachte. Auf dieser Ausstellung wurde unter anderem auch Dorothea Langes weltberühmtes Foto „Migrant Mother“ ausgestellt. Als „Porträt der Menschheit“, welches eine universelle Natur aller Menschen darstellen sollte, konzeptioniert, wiesen Kritiker*innen schnell auf eine Mystifikation einer Naturverbundenheit und auch Armut hin. Zugrunde läge ein sentimentaler Humanismus, der in armen, oft nicht-weißen Menschen eine romantisierte Reflexion der eigentlichen menschlichen Natur sah – schlussendlich eine intellektualisierte Form der als „Völkerschau“ bezeichneten Zurschaustellung entführter, exotisierter und rassifizierter Menschen aus den Kolonien für die Menschen in Europa und Nordamerika. Aus einer weißen Perspektive, für ein weißes Publikum, wird über Menschen geredet, statt mit ihnen. Darstellungen von Armut in Kunst und Medien bewegen sich oft in einem Spannungsfeld aus othering, Ausgrenzung,                        sogar Verachtung, aber auch Verpflichtung und Sorge bis hin zur schon erwähnten Romantisierung des „einfachen Lebens“ in einer vermeintlich immer komplexer werdenden Welt.  

Die Ausstellung „Die Unsichtbaren“ zeigt schwarz-weiß Fotografien von Obdachlosen und wurde seit 2014 an vielen deutschen Bahnhöfen gezeigt. Auf das Verdrängen, das Vorbeigehen und Wegsehen soll aufmerksam gemacht werden, die Geschichte der Fotografierten erzählen und sie als Menschen statt als Problem oder Störfaktor darstellen. Der Verkaufserlös des dazugehörigen Bildbandes geht an die Bahnhofsmissionen. Die Realität an den Bahnhöfen ist oft eine andere. Ob selbst den Porträtierten überhaupt Zugang zur Ausstellung gewährt wird, bevor sie von DB-Sicherheit oder Bundespolizei des Platzes verwiesen werden, bleibt zweifelhaft. Die Verfolgung bettelnder Menschen beispielsweise ist alltäglich, obwohl Bettelei nicht mehr strafbar ist. Über juristische Tricks und Subunternehmen schafft die BRD die Grundlage, Bahnhöfe – die eigentlich öffentlicher Raum sein müssten, zu 100 Prozent dem Staat gehören – wie Privatgrund zu behandeln. Und somit auch Menschen, die dort Betteln oder Schlafen wegen Hausfriedensbruch zu belangen. So wurde bei der Ausstellung eventuell noch „auf Augenhöhe“ mit den Menschen geredet. Im nächsten Moment sind sie jedoch wieder mit der Realität ihrer Armut und Obdachlosigkeit konfrontiert. Da ist auch der Erlös des Bildbandes, der irgendwie einen warmen Platz im Bücherregal findet, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.                                                                                                                     

:Jan-Krischan Spohr

                                                                                                                                                                                                                                                                     

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Krieg auf den Bühnen https://bszonline.de/2022/09/16/krieg-auf-den-buehnen/ https://bszonline.de/2022/09/16/krieg-auf-den-buehnen/#respond Fri, 16 Sep 2022 19:33:36 +0000 https://bszonline.de/2022/09/16/krieg-auf-den-buehnen/ Staatsnahe, russische Presse wird im Zuge des Angriffes auf die Ukraine mit Einschränkungen und Verboten belegt. Doch auch ein mehr oder weniger inoffizieller Kulturboykott gegen Künstler:innen, Musiker:innen und andere Kunstschaffende ist Teil der Sanktionen. 

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Staatsnahe, russische Presse wird im Zuge des Angriffes auf die Ukraine mit Einschränkungen und Verboten belegt. Doch auch ein mehr oder weniger inoffizieller Kulturboykott gegen Künstler:innen, Musiker:innen und andere Kunstschaffende ist Teil der Sanktionen. 

Nicht allein militärische Einsätze sind Teil der ukrainischen Verteidigungsstrategie im gegen sie geführten russischen Angriffskrieg. Auch Zensur und Verbote russischer Medien – neben Presse auch Filme, Bücher, Musik und vieles mehr – gehören zu den Mitteln. Ein durchaus verständlicher Schritt, wenn man annimmt, dass eine bewusste Verneinung und Untergrabung einer „ukrainischen Identität“ integraler Teil der russischen Strategie sind. Eine Einschätzung, die Beobachter:innen und Fachleute durchaus unterstützen. Es gäbe demnach ein Narrativ, welches die Annexion der Ukraine, als Rückeroberung vermeintlich russischen Gebiets rechtfertigt, welches auch in Kunst und Kultur perpetuiert wird. Doch auch auf deutschen Bühnen haben es russische Künstler*innen derzeit nicht leicht. Das Festival „Odyssee: Musik der Metropolen“ auf der Freilichtbühne Wattenscheid spricht sich beispielsweise gegen diesen vermeintlichen „Kultur-Boykott und für das Weiterführen des Dialogsmit russischen Künstler:innen“ aus – im Kontext der Einladung der russischen Band Iva Nova auf die diesjährige Ausgabe des Umsonst-und-Draußen-Festivals in Bochum. Auch der Intendant der Semperoper, Peter Theiler, sieht es kritisch, wenn man Personen allein wegen ihrer Staatsangehörigkeit auslädt. Besonders zu denjenigen, die bereits seit langem der Putin-Regierung gegenüber kritisch seien, dürfe der Kontakt nicht abgebrochen werden, da sind sich selbst sonst uneinige Stimmen überraschend einig. Auch unlautere Stimmen äußerten sich jedoch bereits zum vermeintlichen Kulturboykott, und selbst Vergleiche zum Umgang Nazideutschlands mit jüdischen Kunstschaffenden wurden gezogen. Oft traf der Boykott bisher jedoch eben solche, die sich zum Krieg gar nicht positionierten oder eben in der Vergangenheit oder aktuell Nähe zur russischen Regierung und gute Beziehungen zu Putin bewiesen. Dirigent Waleri Gergijew befürwortete zum Beispiel die Annexion der Krim und steht seit langem dem russischen Präsidenten nahe. Sein Schweigen zum Ukrainekrieg reichte somit vielen westlichen Veranstalter*innen dafür, sich von ihm zu trennen. Die Opernsängerin Anna Netrebko unterstütze in der Vergangenheit aktiv die Interessen Putins, äußerte sich jedoch gegen den Krieg. Vielen war ihr Statement offenbar nicht klar genug, und es folgten Absagen ihrer Aufritte in europäischen Opernhäusern. Auch sie selber sagte jedoch Konzerte ab, und nach einer klareren Positionierung gegen den Krieg im März wurde sie in russischen Staatsmedien als Verräterin bezeichnet. Nun spielte sie auch wieder auf europäischen Bühnen, jedoch nicht ganz ohne Proteste.  

Der russische Pianist Alexander Melnikov äußerte sich kurz nach Beginn des Krieges bei seinem Auftritt in Bochum klar:  Dieser Krieg zwinge ihn dazu, sich dafür zu schämen Russe zu sein. Auch er machte später deutlich: Einen allgemeinen Boykott russischer Künstler*innen, oder Diskriminierung russischer Menschen, wegen des Krieges dürfe es nicht geben. Seine Aufritte wurden bisher nicht in Frage gestellt. Die Band Pussy Riot, deren (nicht nur) Putin-kritische Einstellung bereits seit langem bekannt ist, brauchte sich ebenfalls keine Sorgen um derartige Absagen und Proteste machen. Das Künstlerinnen-Kollektiv bekam eher mehr Aufmerksamkeit, seit Kritik an Russland wieder größere Aufmerksamkeit und breitere Plattform bekommt. Die Gruppe IC3PEAK, die sich auch musikalisch eher im Untergrund bewegt, sagte alle Konzerte in Russland ab, touren aber weiter um die Welt. Auch ihre Position zur russischen Regierung ist bereits seit langem klar und kritisch. Anzeichen von einem generellen Boykott alles russischen gibt es in der Kulturbranche also kaum. Ebenso klar ist jedoch, dass von denen, die weiter akzeptiert werden, eine Positionierung gegen der Krieg und gegen Putin erwartet wird. Gegen diejenigen Künstler*innen, die sich so äußern, wird in Russland jedoch seit Kriegsbeginn besonders rigoros vorgegangen. Um auf europäischen Bühnen stehen zu dürfen, muss man demnach durchaus bereit sein in Russland als Dissident*in zu gelten und verstoßen und verfolgt zu werden. Ein Anspruch, der in Fällen anderer Staaten – so kritisch man diese seitens einiger Politiker*innen und Medien, zumindest mit Worten, einordnet – nicht in vergleichbaren Ausmaßen gestellt wird.                                                 

                                                                                                                                                                       :Jan-Krischan Spohr

 

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Kunst der Moderne https://bszonline.de/2022/06/27/kunst-der-moderne/ https://bszonline.de/2022/06/27/kunst-der-moderne/#respond Mon, 27 Jun 2022 16:30:01 +0000 https://bszonline.de/2022/06/27/kunst-der-moderne/ Bochum und die RUB verfügen über mehrere Kunstsammlungen. Im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst wurden 33 neue Werke ausgestellt.  

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Bochum und die RUB verfügen über mehrere Kunstsammlungen. Im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst wurden 33 neue Werke ausgestellt.  

In Bochum könnt Ihr verschiedene Orte der Kunst besuchen, welche Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum beherbergen. Neben der „Situation Kunst“ im Parkgelände des Haus Weitmars, dem „Museum unter Tage“ (MUT) im Weitmarer Schlosspark und der Kunstsammlung Antike auf dem Campus der RUB, existiert darüber hinaus die Kunstsammlung Moderne, die auf eine Schenkung des Privatsammlers und Kunstkritikers Albert Schulze Vellinghausen zurückgeht. Sie ist die einzige große Universitätssammlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Deutschland und gehört zum Verbund der RuhrKunstMuseen. Nun wurde sie erweitert.  

Die neuen Kunstwerke wurden unter dem Titel „+++neu+++neu+++neu+++“ der Sammlung hinzugefügt. Seit der Eröffnung der neuen Ausstellung durch Reden des Kunsthistorikers und Dekans der Fakultät für Geschichtswissenschaften, Professor Dr. Ulrich Rehm, und der Wissenschaftlichen Leiterin der Kunstsammlungen der RUB, Dr. Frederike Wappler, am 15. Juni 2022, ist selbige nun von dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen zwischen 11 und 17 Uhr kostenlos zu bewundern.

 :Rebecca Voeste

 

 

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Spaziergang durch Monets Garten https://bszonline.de/2022/06/12/spaziergang-durch-monets-garten/ https://bszonline.de/2022/06/12/spaziergang-durch-monets-garten/#respond Sun, 12 Jun 2022 14:37:22 +0000 https://bszonline.de/2022/06/12/spaziergang-durch-monets-garten/ Kunstliebhaber aufgepasst, denn Claude Monets Garten ist ganz in der Nähe! Mülheim an der Ruhr präsentiert ein immersives Ausstellungserlebnis.   

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Kunstliebhaber aufgepasst, denn Claude Monets Garten ist ganz in der Nähe! Mülheim an der Ruhr präsentiert ein immersives Ausstellungserlebnis.   

Eine Ausstellung wie keine andere, diese Ausstellung ist was für Kunstliebhaber und auch für all die, die Kunst und Ausstellungen normalerweise „langweilig“ finden.  Im Technikum Mülheim, dem Ausstellungs- und Handlungszentrum  der Stadt, findet vom 07. Mai bis zum 18. August 2022 „Monets Garten – ein immersives Kunsterlebnis“ statt. Die Ausstellung ist bunt, neu und ganz wichtig: modern. Sie verbindet „alte“ Kunst, Kunst von einem der bedeutsamsten Künstler seiner Zeit, mit moderner und digitaler Kunst.  

Was ist immersive Kunst?  
Nur ein weiterer Trend, der sich nicht etablieren wird? Immersive Kunst, auch „immersive art“ auf Englisch, ist eine Kombination aus virtueller und begehbarer Kunst. Begründet und bekannt wurde dieser Kunststil unter anderem 1965 mit Yayoi Kusama, eine der bedeutsamste Künstlerinnen Japans und unserer Zeit. Mit der Zeit gewann das Konzept immer mehr an Bedeutung, denn es geht dabei darum, sich völlig auf die Kunst einzulassen und für eine kurze Zeit das Selbstgefühl zu verlieren. Die Kunst ist nicht nur visuell betrachtbar, sondern auch über alle anderen äußeren Sinne. Förmlich ein Ganzkörpererlebnis, das mithilfe von Videoprojektion,  Lichtshows und Soundtechnologien erzeugt wird, um den Betrachter in die Kunst einzuschließen. Ein Konzept, das besonders junge Betrachter:innen anzieht und sie zu Kunstliebhaber:innen macht. Doch dieser kulturelle Wandel, der Kunst und Marketing verschmelzen lässt, wird von vielen traditionellen Kunstliebhaber:innen kritisiert. Denn das moderne Konzept ändert nicht nur das Erlebnis in den Galerien und Museen, sondern auch das Publikum, das eventuell nur zum Knipsen von Bildern und Videos für TikTok, Twitter oder Instagram vor den Kunstwerken steht. Sicher lässt sich aber sagen, dass immersive und experimentelle Kunst sich schon längst etabliert hat und sicher nicht so schnell „aussterben“  wird. Anders als „alte“ Kunst, treibt sie nämlich wieder Kundschaft in die Museen. 

Ein kleiner Durchlauf durch die Ausstellung: 
Die Ausstellung präsentiert Claude Monets bedeutsamsten Kunstwerke und seine Lebensgeschichte. Wer möchte, kann über Monets nachgebaute Brücke laufen oder sein von Blumen umgebenes Haus betrachten oder einfach in seinem nachgebauten Garten sitzen. Das Highlight der Ausstellung ist definitiv der Film über sein Leben, den man sich in einem der riesigen Sitzsäcke anschauen kann. Riesige Bildschirme über den ganzen Raum verteilt, die über die Höhe- und Tiefpunkte seiner Karriere und die Geschichte seiner Kunstwerke erzählen. Für einen Moment ist man ein Teil von seinen „Seerosen“ oder auf einem Spaziergang in „Frau mit dem Sonnenschirm“ und der Wow-Effekt schlägt ein.  Am Ende der Ausstellung ist natürlich noch ein kleiner Fanshop für die ganz besonderen Fans, mit Monet Büchern, Socken oder Postern. Eine Stunde Zeit sollte man auf jeden Fall für das volle Erlebnis einplanen. Trotz eines einmaligen und außergewöhnlichen Erlebnisses gibt es einen Kritikpunkt. Eintrittspreise liegen für Erwachsene bei 20 € und trotz Ermäßigung für Student:innen und Schüler:innen sind 18 € vergleichsweise sehr teuer und schließen somit automatisch viele von dem Erlebnis aus. Das heißt aber nicht, dass der Eintrittspreis nicht das Erlebnis wert wäre. 

Wer an der Ausstellung interessiert ist, kann sich Tickets vor Ort kaufen oder über den nachfolgenden Link reservieren: reservix.de/tickets-monets-garten/t16730                         

  :Miena Momandi

 

 
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Das Bochumer Rathaus als Eventlocation https://bszonline.de/2022/04/18/das-bochumer-rathaus-als-eventlocation/ https://bszonline.de/2022/04/18/das-bochumer-rathaus-als-eventlocation/#respond Mon, 18 Apr 2022 18:12:00 +0000 https://bszonline.de/2022/04/18/das-bochumer-rathaus-als-eventlocation/ Neuer Party-Hotspot im Herzen Bochums: Live-Acts und DJ-Sounds werden ab Sommer den Bochumer Rathaus-Innenhof erfüllen.

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Neuer Party-Hotspot im Herzen Bochums: Live-Acts und DJ-Sounds werden ab Sommer den Bochumer Rathaus-Innenhof erfüllen.

Feiern im Bochumer Bermuda3Eck? Nichts Neues, altbekannt und immer gut! Feiern rund um das Bochumer Rathaus? Das war seit der Wiedereröffnung der Clubs nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen nur im „Goo“-Club möglich. Der kleine neue Indie-Club im Ratskeller, der das ehemalige Clubbing-Programm der „Trompete“ übernommen hat – „Königskinder & Rebellen“, „Love Will Tear Us Apart“, „90s Riot“ und weitere bekannte musikalische Erlebnisse sind nun im „Goo“ zu finden – wird wohl ab dem 26. August 2022 durch das Projekt „Rathaus Clubbing“ eine beeindruckende Konkurrenz bekommen. Die Veranstaltenden Bochum Marketing GmbH und das Kulturbüro der Stadt Bochum möchten die Innenfläche des Gebäudes am Willy-Brandt-Platz zum multifunktionalen Raum machen. Er soll zu Konzertplatz, Club oder auch Theaterbühne werden, ganz nach Bedürfnissen der Kunstschaffenden flexibel anpassbar. Ziel dieser „Kerninitiative der Bochum Strategie 2030“ ist es, insbesondere junge Studierende und Menschen aus der freien Szene anzusprechen und sie mit Live-Acts, elektronischer Musik und alternativen „Clubfeeling“ unter freiem Himmel zu versorgen, weitab von altbekanntem Bermuda3Eck und mit ganz eigenwilligem Flair, der sich nicht mit dem der Kneipen in Bochums Partystraßen vergleichen lässt. Das Projekt klingt vielversprechend; es lässt auf Freiluft-Festival-Feeling und bereichernde Kunst-Kultur-Angebote hoffen, welche das flexibel gestaltbare „Rathaus Clubbing“ einen ganz besonderen Stellenwert in der Partystadt Bochum verleihen könnten. Es bleibt trotzdem abzuwarten, wie sich „Rathaus Clubbing“ letztendlich in der Realität gestaltet. Zum Glück müssen wir nicht lange auf heißen Kohlen hocken. Bereits knapp acht Wochen nach dem beliebten Stadtfestival „Bochum Total“ Anfang Juli 2022 gibt der erste Act des „Rathaus Clubbing“ den Startschuss für das neue Projekt. Am 26. August von 18 bis 22 Uhr soll im Rahmen des 14. Bochumer Musiksommers von der Bochumer Marketing GmbH umsonst eine audiovisuelle-künstlerische Show geboten werden. Darüber hinaus soll der neue Kulturraum grundsätzlich vor allem Bochumer Künstler:innen, Kultureinrichtungen, Agenturen, Vereinen, Initiativen, Theatergruppen und DJs die Gelegenheit bieten, Veranstaltungsformate auf die Bühne, auf die Straße und vor das Publikum zu bringen. Zu diesem Zweck hat das Kulturbüro der Stadt und die Bochum Marketing GmbH einen öffentlichen Ideenwettbewerb ins Leben gerufen, auf den sich mit kreativen Veranstaltungskonzepten für den Innenhof und auch die Räumlichkeiten unseres Rathauses beworben werden kann. Des Weiteren werden bereits für drei konkrete Termine von September bis November künstlerische Darbietungen für Abendveranstaltungen gesucht. Es kann sich dafür noch bis zum 30. April von kunstschaffenden Bochumer:innen beworben werden, Ansprechpartner ist Oliver Osthoff von der Bochumer Marketing GmbH, die in der Huestraße 21 bis 23, 44787 Bochum (Mo.-Fr. von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet) zu finden oder per Mail durch osthoff@bochum-marketing.de zu erreichen ist. Ihr kennt jemanden, der jemanden kennt oder seid zufällig selbst Künstler:in? Dann lasst Euch diese Chance nicht durch die Lappen gehen. Wir sehen uns im Sommer vorm Rathaus!          

:Rebecca Voeste

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Das Museum als Zuhause https://bszonline.de/2022/02/17/das-museum-als-zuhause/ https://bszonline.de/2022/02/17/das-museum-als-zuhause/#respond Thu, 17 Feb 2022 11:35:31 +0000 https://bszonline.de/2022/02/17/das-museum-als-zuhause/ Efie, das bedeutet in den Akan-Sprachen, welche in Ghana und der Elfenbeinküste gesprochen werden, „Heim“ oder „Zuhause“. Diesen Namen trägt eine Ausstellung, die noch bis Anfang März im Dortmunder U zu sehen ist.   

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Efie, das bedeutet in den Akan-Sprachen, welche in Ghana und der Elfenbeinküste gesprochen werden, „Heim“ oder „Zuhause“. Diesen Namen trägt eine Ausstellung, die noch bis Anfang März im Dortmunder U zu sehen ist.   

Konzipiert von Nana Oforiatta Ayim, wird in dieser die Frage gestellt, und Antworten geboten, wie ein Ausstellungsraum für die gezeigten Werke ein „Zuhause“ werden können. Als Kunsthistorikerin, Autorin und Filmemacherin kombiniert Ayim dafür verschiedenste Medien und Werke von sieben zeitgenössischen Künstler*innen sowie historische Objekte. Vor allem wird eine europäische und eurozentrische Wahrnehmung des Museums und seines Verhältnisses zur ausgestellten Kunst, den dahinterstehenden Kunstschaffenden und den Kulturen und Nationen, denen sie entstammen, in Frage gestellt. Es werden alternative Konzepte entworfen, wie man in Zukunft anders auf Kunst zugehen und Kunst präsentieren kann. Der Ausstellung fehlen nicht nur die üblichen, weitläufigen Säle, sondern auch erklärende Tafeln an den Kunstwerken. Stattdessen gibt es verschachtelte Räume und, vom Architekten DK Osseo-Asare, Konstruktionen aus Stahl und Bambus, die eigene Räume für die verschiedenen Werke bilden. Erklärt wird, wenn überhaupt, in Video-Form. Der einzige eher traditionell gestalte Ausstellungsraum, der auch die einzigen Werke bildender Kunst enthält, existiert nur in der virtuellen Realität und kann in einem mit verschiedenen Pflanzen gerahmten Raum mit einer VR-Brille betreten werden. Die nicht-digitalen zeitgenössischen Kunstwerke sind Handwerkskunst, geflochten, gewebt oder modelliert. Auch die historischen Artefakte, welche auf den ersten Blick wenig an der Zahl und eventuell unspektakulär wirken, kommen ohne Erklärungstexte aus. Eingeordnet in den historischen Kontext des Kolonialismus wird dies alles in einem abschließenden Film, der nicht nur erzählt, sondern auch fordert: Die geraubte Kunst muss zurück in die Hände derer, deren Vorfahr:innen sie gefertigt haben! Schwer in Worten wiederzugeben, lädt die höchst konzeptuelle Prämisse der Ausstellung zu einer eigenen Betrachtung und Begehung ein. Leicht zu übersehen ist dabei auch die Ausstellung „Streams of the Diaspora“, die derzeit einige Asafo-Flaggen ausstellt, welche in den Kunstwerken der Ausstellung Efie rezipiert werden. In Kombination mit einem Film geben diese einigen interessanten Kontext zur Ausstellung. Diese findet ihr auf Ebene 4, der Eintritt ist frei. 

EFIE. The Museum as Home. Dortmunder U, Ebene 6. 10.12.2021 bis 06.03.2022. Eintritt 7€, 5€ ermäßigt.  

                                        :Jan-Krishan Spohr 

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„Warum ist nicht alles schon verschwunden?“ https://bszonline.de/2021/12/12/warum-ist-nicht-alles-schon-verschwunden/ https://bszonline.de/2021/12/12/warum-ist-nicht-alles-schon-verschwunden/#respond Sun, 12 Dec 2021 11:31:28 +0000 https://bszonline.de/2021/12/12/warum-ist-nicht-alles-schon-verschwunden/ Das ist der Titel einer neuen Ausstellung im Kunstmuseum Bochum, welche am 3.Dezember eröffnet wurde.

 
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Das ist der Titel einer neuen Ausstellung im Kunstmuseum Bochum, welche am 3.Dezember eröffnet wurde.

Thematisch bietet diese Ausstellung keinen alleinstehenden Konsens, sondern richtet sich an mehreren Eckpunkten aus. Die sieben Künstler:innen und ihre Werke behandeln verschiedene Zugänge zum Verschwinden, Übersetzungsversuche, Wiederholung, Zeitloops, Gewalt und Körperlichkeit. Daran ist erkennbar, wie vielschichtig diese Ausstellung ist und dass die Besucher:innen immer wieder in eine neue Energie und Möglichkeiten gerufen werden, mit denen sie auf eine individuelle Art umgehen können. Das hat einen besonderen Charakter, da Ausstellungen oftmals an einem Thema, einer Epoche oder einem:einer Künstler:in teilhaben lassen wollen. 

Diese erste Zusammenarbeit des Kunstmuseums Bochum und Situation Kunst beherbergt einiges aus dem Nachlass von der Künstlerin Ingeborg Lüscher. Dazu zählt das sogenannte „Bernsteinzimmer“, welches den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet. Es knüpft an das historische Exemplar des Preußischen Königs Friedrich I. an. Geschaffen ist die Installation aus Sole-Seife, welche als Kommentar auf den Prunk des Originals gelesen und gedeutet werden kann. Das Bernsteinzimmer wird als das verschollene achte Weltwunder gesehen. 

Nicht alle Werke in der Ausstellung sind von dieser haptischen Installationskunst. Chantal Akerman ist eine Experimentalfilmerin und in dem Werk „La Chambre“ selbst zu sehen. Doch es sind noch weitere Installationen in der Ausstellung beheimatet, wie die von Silvia Bächli, die mit „Rotes Zimmer“ ein Liniengebilde darstellt, welches unsere eigene Verortung hinterfragt. Zudem sind packende Schwarz-Weiß-Fotomontagen von Zofia Kulik zu betrachten, die vielseitig ansprechend sind.

Für wen ein Besuch des Kunstmuseums nichts ist, der:die kann sich im Casablanca Kino in Bochum trotzdem ergötzen. Hier gibt es vier Filmvorführungen von Chantal Akerman, Ingeborg Lüscher, Joëlle Tuerlinckx und Laure Prouvost zu sehen. Dann kann ein Mensch zwar nicht die Werke von Silvia Bächli, Alexandra Bircken und Zofia Kulik betrachten, aber man kann sich entspannt zurücklehnen und cineastisch an der Kunst teilhaben. 

:Lukas Simon Quentin

 

 

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Ein Festival der Künste https://bszonline.de/2021/11/17/ein-festival-der-kuenste/ https://bszonline.de/2021/11/17/ein-festival-der-kuenste/#respond Wed, 17 Nov 2021 21:44:24 +0000 https://bszonline.de/2021/11/17/ein-festival-der-kuenste/ Das DIVE (Digital. Immersive. Virtual. Environment.)-Festival ging vom 04. bis zum 07. November zum zweiten Mal an den Start, mit Installationen und Veranstaltungen im Schauspielhaus Bochum, im Planetarium und im Musikforum. Dabei gab es sehr Unterschiedliches anzusehen und zu erleben: Mischungen aus verschiedenen Klanginstallationen, die verschiedene Ecken der Hörkanäle ansprechen, und visuellen Erfahrungen. Im Musikforum wurde eine Klangorgel auseinandergenommen und im Schauspielhaus gab es einen Darkroom, in dem man nichts sehen konnte, bis auf Lichteffekte auf einer Leinwand, die immer wieder aufblitzten oder eine Virtual-Reality-Erfahrung, bei der man in eine Parallelwelt abtauchen kann, um den Fragen der eigenen Existenz und des Lebens nach zu gehen. Dazu sind unsere Redakteur:innen :Rebecca Voeste und :Lukas Simon Quentin für Euch auf Tuchfühlung gegangen!  

:Die Redaktion

 
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Das DIVE (Digital. Immersive. Virtual. Environment.)-Festival ging vom 04. bis zum 07. November zum zweiten Mal an den Start, mit Installationen und Veranstaltungen im Schauspielhaus Bochum, im Planetarium und im Musikforum. Dabei gab es sehr Unterschiedliches anzusehen und zu erleben: Mischungen aus verschiedenen Klanginstallationen, die verschiedene Ecken der Hörkanäle ansprechen, und visuellen Erfahrungen. Im Musikforum wurde eine Klangorgel auseinandergenommen und im Schauspielhaus gab es einen Darkroom, in dem man nichts sehen konnte, bis auf Lichteffekte auf einer Leinwand, die immer wieder aufblitzten oder eine Virtual-Reality-Erfahrung, bei der man in eine Parallelwelt abtauchen kann, um den Fragen der eigenen Existenz und des Lebens nach zu gehen. Dazu sind unsere Redakteur:innen :Rebecca Voeste und :Lukas Simon Quentin für Euch auf Tuchfühlung gegangen!  

:Die Redaktion

 
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