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Hilfsmöglichkeiten
Hilfsorganisationen wie die Johanniter und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) bieten Hilfe an festen Standorten in Bochum an. Die Johanniter befinden sich donnerstags von 19-21 Uhr am Hauptbahnhof, der ASB am Dienstag von 18-21 Uhr. Beide bieten von November bis März warme Mahlzeiten für hilfsbedürftige Menschen an. Der ASB gibt zudem warme Getränke, Hygiene-Artikel und Kleidung aus. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet ganzjährig Hilfe an – ebenfalls am Hauptbahnhof Bochum – und versorgt bedürftige Menschen montags ab 19 Uhr mit notwendigen Ressourcen. Auch wenn die meisten hilfsbedürftigen Personen diese Möglichkeiten bereits kennen – wenn sie es aber nicht wissen, kannst Du sie darauf hinweisen, wann und wo genau diese Organisationen ihre Unterstützung anbieten.
Diese Hilfsangebote sind jedoch an einen Ort gebunden. Wenn Personen akut Unterstützung benötigen, gibt es noch andere Möglichkeiten zu helfen.
Das Deutsche Rote Kreuz ist von Oktober bis März mit einem Kältebus unterwegs, sobald die Temperaturen Minusgrade erreichen. Kältebusse können warme Mahlzeiten und Schlafsäcke austeilen und, falls nötig, Menschen in Notunterkünfte bringen. Das DRK bietet die Möglichkeit an, hilfsbedürftige Personen bei dem DRK-Kältebus zu melden. Siehst Du also eine Person bei kalten Temperaturen auf der Straße übernachten, melde diese unter der Kältebus-Hotline (0163 3375402). Auch wenn eine obdachlose Person nicht akut gefährdet scheinen mag, kann sie es dennoch sein. Hilfe können obdachlose Menschen immer gebrauchen – erst recht zu kalten Jahreszeiten.
Wenn Du selbst tätig werden willst, gibt es zahlreiche Möglichkeiten dies zu tun, auch ohne viel Aufwand. Hilfsorganisationen wie die Johanniter, das DRK und der ASB arbeiten ehrenamtlich und sind auf Spenden angewiesen. Ehrenamt lebt besonders von Unterstützung und solche Organisationen suchen oft weitere ehrenamtliche Mitarbeiter:innen. Auf den Websites der Hilfsorganisationen findest Du entsprechende Informationen, Kontaktmöglichkeiten und Spendenlinks. Auch Sachspenden, wie Schlafsäcke, warme Kleidung und Schals und Mützen kannst Du beim DRK abgeben. Das kannst du am besten bei den örtlichen DRK-Stellen machen; in Bochum befindet sich der DRK-Kreisverband an der Adresse „An der Holtbrügge 8“.
Begegnest Du selbst einem obdachlosen Menschen, welcher bei kaltem Wetter auf der Straße lebt, kannst Du ihm auch direkt helfen, empfiehlt die Diakonie. Jedoch sollte man grundlegende Prinzipien beachten. Es ist wichtig, hilfsbedürftigen Menschen mit Respekt und Verständnis zu begegnen und diese auf keinen Fall zu verurteilen. Frag die Person lieber zuerst, ob sie Hilfe braucht und wenn ja, was sie gerade am meisten braucht – vielleicht ist das etwas anderes, als Du denkst. Begegnest Du einer Person, die auf Ansprache nicht reagiert und sich nicht oder nur kaum rührt, dann zögere nicht, die 112 zu wählen.
Zu guter Letzt noch eine Sache, die das ganze Jahr über gilt, aber nicht oft genug gesagt werden kann: Pfandflaschen gehören neben den Mülleimer. Besonders hier auf dem Campus gibt es viele Menschen, die Pfandflaschen sammeln, deren Leben Du einfacher machen kannst.
Zusammenfassung der Angebote von Hilfsorganisationen
Am Hauptbahnhof
Montag ab 19 Uhr – DRK
Dienstag 18-21 Uhr – ABS
Donnerstag 19-21 Uhr – Johanniter
Kontaktmöglichkeiten
DRK – Kältebus Hotline: 0163-3375402
Deutsches Rotes Kreuz Kältehilfe: https://www.drk-bochum.de/angebote/hilfe-in-der-not/kaeltehilfe.html
Arbeiter-Samariter-Bund Kältehilfe: https://www.asb-bochum.de/kaeltehilfe/
Johanniter Bochum Kältehilfe: https://www.johanniter.de/dienste-leistungen/angebote-fuer-privatpersonen/lokale-angebote/dienstleistung/kaeltehilfe-5887/
DRK Kreisverband Bochum: An der Holtbrügge 8
]]>Der Winter bedeutet immer auch Gefahr. Nicht nur werden Straßen glatt und Schnee verschlechtert die Sicht, auch die Kälte wird immer wieder zum Problem. Die meisten können sich in den eigenen vier Wänden vor Wind, Wetter und Nässe schützen, doch für Menschen ohne Wohnung birgt der Winter eine akute Gefahr für Gesundheit und Leben. Diese Gefahr zu mindern, und den Menschen zu helfen, ist Aufgabe der Gesellschaft, und Städte und Kommunen bieten verschiedene Konzepte, die Schutzmaßnahmen beinhalten. Dazu, ob diese ausreichen, gibt es jedoch durchaus einigen Dissens. Am 30. November veröffentlichte die Stadt Bochum ihr neustes Kältekonzept. Die letztjährigen Pläne und ihre Umsetzung kamen stark in Kritik, und einige dieser Kritikpunkte wurden im neuen Konzept integriert. Besonders eine breitere Bereitstellung von Tagesaufenthaltsorten fällt dabei auf. Nachdem letztes Jahr vorerst nur ein einziger Raum vorgesehen war, in dem man sich tagsüber aufhalten konnte, und das auch nur für maximal 45 Minuten, gibt es nun mehrere Angebote in der Stadt. Problematisch sei jedoch weiterhin, dass um 16 Uhr bereits der letzte Aufenthaltsraum schließt und die Räumlichkeiten an Wochenenden überhaupt nur bedingt zur Verfügung stehen, schreibt auch der bodo e.V.
Bei den Unterbringungen und Schlafplätzen für die Nacht sieht es weiterhin jedoch schwierig aus. Wie letztes Jahr öffnen diese erst ab Minusgraden, ein Angebot der BOGESTRA, einen innenstädtischen Bahnhof für diese Zwecke zu öffnen, sogar nur ab -10 Grad. Vereine und Initiativen, die sich für Obdachlose engagieren, prangern das Konzept von Aufenthaltsräumen, die nur für die Nacht öffnen, und die Menschen morgens wieder auf die Straße schicken, grundsätzlich an. Dass vor der Öffnung noch zusätzliche Kriterien erfüllt werden müssen, verbessert das Konzept nicht. In allen Unterkünften gelten dabei 3G-Regeln. Impfteams, die gezielt obdachlose Menschen impfen, sowie Testangebote und Räumlichkeiten für Quarantäne bei positiven Tests sind vorgesehen. Der letzte Winter hat eindrücklich gezeigt, was passiert, wenn das Kältekonzept nicht ausreicht: Als im Februar besonders niedrige Temperaturen und stürmisches Wetter einsetzte, war die Lage dramatisch und potentiell lebensgefährlich. Der bodo e.V. prangerte damals die Zustände an, und eine Reportage des WDR begleitete den Bochumer Obdachlosen Wolfgang Riedel. Diese Reportage zeigte, wie Riedel aufgrund mangelnder Unterkünfte tagsüber dem Wetter komplett ausgeliefert war, und trotz zweistelliger Minustemperaturen, Schnee und Eis den Tag im Freien verbringen musste. Erst danach ergriff die Stadt Maßnahmen und richtete ganztägige Aufenthaltsräume ein.
Dass es in unserer Gesellschaft überhaupt Obdachlosigkeit, gibt ist ein Armutszeugnis für unser System. Damit, dass man diesen Menschen dann nicht ausreichende Hilfe zur Verfügung stellt, wenn der Winter hereinbricht, ist auch niemandem geholfen. Dass die Unterkünfte erst bei Minusgraden öffnen, zeigt, dass die Würde dieser Menschen kaum im Fokus liegt. Nur das vielleicht Schlimmstmögliche – kältebedingte Todesfälle – zu vermeiden, kann nicht das Ziel sein. Die Bochumer SPD und die Grünen scheinen im Freudentaumel über die Wahlergebnisse und anstehende Beteiligung an der Bundesregierung mal wieder vergessen zu haben, sich darum zu kümmern, dass keine Menschen auf den Straßen frieren müssen. Das wäre noch eine optimistische Auslegung, denn die Alternative wäre, dass es sie einfach nicht
interessiert.
:Jan-Krischan Spohr
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Zwar war der plötzliche Wintereinbruch in Nordrhein-Westfalen und Bochum vor zwei Wochen so schnell wieder vorbei, wie er kam, jedoch löste die mehr als eine Woche anhaltende Kälteperiode eine starke Debatte über den Schutz von Obdachlosen in der Stadt aus. Zahlreiche Zivilorganisationen forderten dabei die Bereitstellung von Hotelzimmern und öffentlichen Einrichtungen. Denn das Kältekonzept der Stadt habe nicht ausgereicht, so die Kritik. In einem Eilbrief vom 12. Februar forderten 32 Bochumer Vereine, Initiativen und Organisationen daher ein sofortiges Eingreifen der Bochumer rot-grünen Stadtverwaltung.
So merkte beispielsweise das Netzwerk „Stadt für Alle“ an, dass nicht für genügend Notfallplätze gesorgt worden sei: „Die bisher von der Stadt ergriffenen Maßnahmen zum Schutz von wohnungslosen Menschen reichen nicht aus. Aus unterschiedlichen Gründen werden mit den existierenden Notunterkünften längst nicht alle Menschen in Not erreicht.“ In dem offenen Brief forderten die Organisationen neben mehr Schlafplätzen daher eine nachhaltige Lösung zur Entspannung des Bochumer Wohnungsmarkts. So ließe sich Obdachlosigkeit an der Wurzel anpacken.
Die Ratsparteien nehmen die Lage jedoch anders war. Die Stadt habe durchweg genügend Plätze zur Verfügung stellen können, heißt es. So erklärt Sonja Lohf, sozialpolitische Sprecherin der Grünen: „Seit dem Wintereinbruch stand ich mit vielen Organisationen und Hilfseinrichtungen, welche Wohnungslose betreuen, sowie mit der Sozialverwaltung in ständigem Austausch. Keiner muss draußen schlafen, jeder findet gesicherte Unterkunft. Auch sind neben den Notschlafstellen Fliednerhaus und der Von-der-Recke-Straße Hotelzimmer im Kolpinghaus für Wohnungslose bereitgestellt worden.“ Der Forderung, dass Wohnungslosigkeit grundsätzlich zu vermeiden sei und jeder Mensch ein Anrecht auf Wohnraum habe, dass es zu verwirklichen gelte, schließe man sich jedoch an.
Nachdem der bodo e. V. die ganztägige Öffnung von Notfallschlafplätzen gefordert hatte (:bsz 1278), reagierte die Stadt und öffnete das Fliednerhaus am Stadion und stellte zusätzliche Schlafplätze in Bochum-Hamme zur Verfügung. Dem Netzwerk „Stadt für Alle“ geht dies jedoch nicht weit genug: „Dass die Notschlafstellen jetzt erstmal auch tagsüber geöffnet bleiben, ist nur ein erster Schritt. Bereits im vergangenen April hatten wir beantragt, Obdachlose vorübergehend in von der Stadt angemieteten Ferienwohnungen und Hotels unterzubringen. Damals hat das die Rathaus-Koalition mit dem Hinweis auf die Maßnahmen abgelehnt, die jetzt versagt haben.“
Der Kritik schließt sich auch die Ratsfraktion der Linken an. Sie mahnt zudem die Ratsverwaltung, sie solle aktuelle soziale Krisen, die auch durch die Corona-Pandemie entstanden seien, nicht auf Krisenstäbe abwälzen. Für den Umgang mit diesen Problemen seien weiterhin demokratisch legitimierte Gremien zuständig. So sagt die Bochumer Fraktionsvorsitzende der Linken, Gültaze Aksevi: „Wir befinden uns in einer beispiellosen gesundheitlichen und sozialen Krise, und trotzdem hat der zuständige Fachausschuss des Rates in diesem Jahr bisher kein einziges Mal getagt.“ Die erste Sitzung des zuständigen Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales findet nämlich erst am 3. März statt. „Angesichts der vielfältigen arbeitsmarktpolitischen, gesundheitlichen und sozialen Probleme in der Corona-Pandemie ist das absolut unangemessen.“ Die Linksfraktion fordert daher zwei zusätzliche Sitzungstermine für den Ausschuss.
:Stefan Moll
]]>Zwischen 15 und 30 cm Schneefall und Minustemperaturen, die im Laufe der Woche für mehrere Tage im zweistelligen Bereich liegen, sorgen im Ruhrgebiet für Chaos und Sorge. Neben einigen kleinen Unfällen blieb es bisher ruhig (Stand 7. Februar) und so ein Schnee-Gestöber hat natürlich auch etwas Schönes, wenn man es aus den eigenen, beheizten vier Wänden beobachten kann und sich freut, dass man nicht da draußen sein muss. Nicht alle Menschen haben jedoch diese Möglichkeit und befinden sich aufgrund des Wetters derzeit in akuter, lebensbedrohlicher Gefahr. Dass eine solche Situation, verschärft durch die Corona-Pandemie, absehbar war, sollte jeder:m klar sein. Das Straßenmagazin bodo und der dahinter stehende bodo e.V. kritisierten bereits im Dezember die fehlende Konzepte der Stadt Bochum um Wohnungslose zu schützen (:bsz 1273). „Die verschärfte Lage spiegelt sich im Konzept aber nicht wieder,“ schreiben sie nun in einer erneuten Pressemitteilung. Das Konzept beinhaltet beispielsweise auch keine Öffnungszeiten von Tagesunterkünften an Sonntagen, woran auch nichts geändert wurde, als bekannt war, dass am 7. Februar mit starkem Schneefall zu rechnen ist. Ebenso sind die Schlafplätze, die zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, für viele nicht nutzbar, da sie sich in Hamme befinden und eine Anreise mit ÖPNV eingeplant war. Der öffentliche Nahverkehr fiel jedoch wegen der Wetterlage großflächig aus. Die bereits mangelhaften Maßnahmen zum Schutz wohnungsloser Menschen können demnach zusätzlich nicht mal komplett ausgeschöpft werden. In Anbetracht der Tatsache, dass die Wetterlage Menschen ohne Wohnung in Lebensgefahr bringt, wirkt ist dies absolut unverantwortlich.
Wenn ihr jemanden seht der:die Hilfe braucht, zögert nicht sie anzubieten oder eine der folgenden Nummern zu wählen (Vorwahl 0234):
Stadt Bochum: 910 – 1746 oder – 2177
Diakonie Ruhr: 640 – 6066 oder 96471 – 0
Evangelische Jugendhilfe: 516 7610
Johanniter: 89372 – 0
In Notfällen bitte 112 wählen. Mit 110 verursacht ihr den Menschen potentiell weiteren Schaden.
:Jan-Krischan Spohr
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