Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Jahrhunderthalle Bochum | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 09:05:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Jahrhunderthalle Bochum | BSZ https://bszonline.de 32 32 Bochum, wat willste mehr? https://bszonline.de/2020/10/30/bochum-wat-willste-mehr/ https://bszonline.de/2020/10/30/bochum-wat-willste-mehr/#respond Fri, 30 Oct 2020 16:37:01 +0000 https://bszonline.de/2020/10/30/bochum-wat-willste-mehr/ Kommse ran. Dat schönste is Heimat und der Ruhrpott is Heimat. Is einfach so! Und fallste ausm Umland bis, bekommtse ein paar Tipps, wat die von König Herbert besungene Stadt so besonders macht.

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Kommse ran. Dat schönste is Heimat und der Ruhrpott is Heimat. Is einfach so! Und fallste ausm Umland bis, bekommtse ein paar Tipps, wat die von König Herbert besungene Stadt so besonders macht.

 

Bermuda3Eck

Wat wäre Bochum ohne dat Eck? Hier bekommste dat ein oder andere Schlürpf und wat zu Futtern. Nich nur dat, zu nich Viruszeiten findeste hier sogar wat zum Absteppen. Kleiner Tipp: vielleicht gibbet immer noch unerschrockene Jünglinge, die vor der Anneliese (Konzerthaus), bei kühleren Temperaturen sich warmtanzen. Vielleicht ja dann mit Glühwein, satt Bierchen dazustossen.
Aber et muss ja auch nich immer feiern sein, kannst auch einfach ma ins Kino gehen, Billiard spielen oder einfach rumschlawenzeln und gesehen werden.

 

Theater/Kunstvielfalt

Wusstese, dass die Bochumer Kunstszene richtig vielfältig is? Hier gibbet nich nur dat berühmte berüchtigte Schauspielhaus, sondern ne richtig große freie Kulturszene. So kannse Dir zum Beispiel im Theater unter den Schienen,
Rottstr. 5, intime und neu gedachte Theaterkunst anschauen. Und wenn et mal nich Theater sein soll, kannse ma schauen, wat im Bahnhof Langendreer stattfindet. Denn da kannse auch ma aktiv mitmachen, selber die Kunst sein oder erlernen. Und wenn dat Virus nich wär, könntese dat ein oder andere Konzert erleben. Ob in der Jahrhunderthalle, am Bahnhof, im Riff oder inna Rotunde. Vielleicht findeste ja wat Passendes, dat dieses Jahr nich ausfällt.

Museen 

Bissken Kultur und Tradition muss auch ma sein. Hier kannse von unter Tage bis in den Weltraum. Dat geht nich ma in New York! Hier lernse noch echte Kerls kennen, die richtig malocht haben. Zum Beispiel im berühmten Bergbau-Museum. Et is zwar nie ein aktivet Werk gewesen, bringt Euch dennoch den Spirit des Ruhrgebietes nah. Und wenn et nach Corona mal wieder geöffnet hat, dann solltesse ma auf jeden Fall ins Planetarium gehen, natürlich nur wenne keine Angst vor den Weiten des Weltalls has! 

 

Natur 

Gehma an die frische Luft! Nen Herbstspaziergang im botanischen Garten an der Uni hat noch niemandem geschadet. Und wenne doch nen bisken Seeluft wills, kannse auch zur Kemnade fahren und ne große Runde um den Teich machen und dat sogar mit dem Fahrrad oder auf Inliner. Nich zu vergessen, dasse sogar im Sommer da surfen kannst. Und wenn wa schon bei Sport sind. Warum nich ne Runde durch den Westpark joggen? Oder mit eifrigen Sportler:innen ein kleines Bootcamp auf den Wiesen machen? Wenne raus willst, gibbet viel Grün und Möglichkeiten. Und wenne zugezogen bis und in Uninähe wohnst, dann kannse in Querenburg, in Wohnheimnähe, auf den Kalwes gehen und dich von 35 Hektar Eichen- und Buchenmischwald erden lassen.

 

:Abena Appiah

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Das Fest der Kulturen https://bszonline.de/2018/06/11/das-fest-der-kulturen/ https://bszonline.de/2018/06/11/das-fest-der-kulturen/#respond Mon, 11 Jun 2018 16:45:04 +0000 https://bszonline.de/2018/06/11/das-fest-der-kulturen/ Festival. Am 16. und 17. Juni findet das große kostenlose Treffen der verschiedenen Kulturen, „Ruhr International“, statt.

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Festival. Am 16. und 17. Juni findet das große kostenlose Treffen der verschiedenen Kulturen, „Ruhr International“, statt.

Beim „Fest der Kulturen“, das sich in diesem Jahr unter der Kooperation zwischen der Stadt Bochum, der Bochumer Veranstaltungs-GmbH und dem Bahnhof Langendreer zum vierten Mal jährt, stehen laut Veranstaltungstext das gemeinsame Miteinander, Feiern, Zuhören, Mitmachen und Kennenlernen im Mittelpunkt. Es wird für jedeN etwas geboten, die kulturelle Vielfalt spielt eine zentrale Rolle und wird zelebriert.

 

Acts aus nah und fern

Herausragende KünstlerInnen und AkteurInnen aus verschiedenen Ecken der Welt werden ihre Kunst darbieten. So tritt mit Orlando Julius & the Heliocentrics ein Held der nigerianischen Musik auf – er mischt Rhythm and Blues mit Soul und afrikanischen Beats und macht aus einfachen Melodien geradezu hypnotische Themen. Das Duo Gato Preto, bestehend aus Gata Misteriosa und Lee Bass aus Düsseldorf, mischt Grooves aus verschiedenen Gegenden der Welt und machen eine spannende Mischung aus Favela Funk und Techno, unterlegt mit portugiesischen Lines. 

Daneben bietet der Marktplatz auf dem Außengelände der Jahrhunderthalle wieder zahlreiche Möglichkeiten, an den Ständen der verschiedenen Initiativen, Gruppen und Vereine sich auszutauschen und zu informieren. Auch allerlei ausländische Köstlichkeiten werden angeboten. Der IFAK e.V., der Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe und Migrationsarbeit, hat auch in diesem Jahr wieder ein turbulentes und abwechslungsreiches Kinderprogramm im Petto. Finanzielle Unterstützung erhält Ruhr International seit vielen Jahren von der Sparkasse Bochum. Annette Adameit, dortige Kommunikationsleiterin, betont: „Bei Ruhr International kommen an und in der Jahrhunderthalle die unterschiedlichsten Kulturen zusammen, sie feiern und genießen gemeinsam. Dieses friedliche Kennenlernen im gegenseitigen Respekt unterstützen wir gerne“.

Ruhr International versteht sich – laut OrganisatorInnen –  als Wegbegleiter zu einer Metropole der kulturellen Vielfalt, des Austausches und der Kommunikation. 2016 hat sich das Festival auf vielfache Weise mit dem Schwerpunkt „Flucht und Kultur“ auseinandergesetzt. 2018 möchte man zeigen, dass das was 2016 noch diskutiert wurde, 2018 bereits gelebt wird.       

:Helena Patané

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Anachronistischer Karneval https://bszonline.de/2016/02/24/anachronistischer-karneval/ https://bszonline.de/2016/02/24/anachronistischer-karneval/#respond Wed, 24 Feb 2016 14:36:40 +0000 https://bszonline.de/2016/02/24/anachronistischer-karneval/ Korsetts und Zylinder, dazu Zahnräder und jede Menge Dampf – zum zweiten Mal lockte der Steampunk-Jahrmarkt vergangenen Samstag zahlreiche BesucherInnen in die Bochumer Jahrhunderthalle. Er bildete den Auftakt des 9. Historischen Jahrmarkts, der noch an den kommenden beiden Wochenenden weitergeht mit Veranstaltungen rund um die Kirmesattraktionen von einst. Nach der Premiere des Steampunk-Jahrmarkts im Vorjahr war das retrofuturistische Spektakel diesmal als ganztägiges Fest angelegt und begeisterte Neulinge ebenso wie eingefleischte Fans.

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Korsetts und Zylinder, dazu Zahnräder und jede Menge Dampf – zum zweiten Mal lockte der Steampunk-Jahrmarkt vergangenen Samstag zahlreiche BesucherInnen in die Bochumer Jahrhunderthalle. Er bildete den Auftakt des 9. Historischen Jahrmarkts, der noch an den kommenden beiden Wochenenden weitergeht mit Veranstaltungen rund um die Kirmesattraktionen von einst. Nach der Premiere des Steampunk-Jahrmarkts im Vorjahr war das retrofuturistische Spektakel diesmal als ganztägiges Fest angelegt und begeisterte Neulinge ebenso wie eingefleischte Fans.

Mickey Knox mit seiner Steampunk Double Gatling Gun. Foto: joop„Das ist das großartigste Event, auf dem ich je gewesen bin; das ist Steampunk“, schwärmte der niederländische Tüftler Mickey Knox aus Amsterdam, der mit seiner zehnköpfigen Gruppe Clockwork Carrousel auf dem Jahrmarkt ihre fantasievollen Erfindungen präsentierte. „Die Mischung zwischen alter Fabrik, Karneval und Steampunk – das ist der perfekte Mix.“ Knox hatte sich vor zweieinhalb Jahren in das anachronistische Science-Fcition-Subgenre verliebt, zu dessen Hauptmerkmalen viktorianisch angehauchte Kleidung und dampfbetriebene Apparaturen gehören. Knox reize vor allem, dass er seiner Kreativität freien Lauf lassen und erschaffen könne, was er wollte. Je nach Größe seiner Projekte dauere der Bau mehrere Stunden, manchmal aber auch Monate. Viel Geld kosteten ihn seine Tüfteleien dagegen nicht.

„Ich baue gern alles aus Schrott, aus Müll“, erläuterte Knox anhand seiner Steampunk Double Gatling Gun, an der er sechs Monate lang fünf Stunden pro Woche gebastelt hatte. „Alle Teile habe ich gefunden, nur eins habe ich gekauft für 25 Euro. Mehr hat mich die ganze Gatling Gun nicht gekostet.“

„Es muss sich was drehen.“

Ausgefallene Apparate gab es auch bei der Gruppe S-Team-Art aus Baden-Württemberg zu bestaunen, die ihren Stand neben der Geisterbahn am gegenüberliegenden Ende der Jahrhunderthalle aufgebaut hatten. Der Zeppelin, der im Laufe des Tages mehrfach in der Halle kreiste, hielt leider nicht das ganze Event lang durch, aber die anderen Maschinen, über deren Sinn und Zweck das Publikum rätseln mag, werden in regelmäßigen Abständen vorgeführt.Die Steampunk-Gruppe S-Team-Art präsentierte fantasievolle Apparate. Foto: joop

„Wichtig ist mir auch die Funktionstüchtigkeit; es soll sich was drehen, bewegen, leuchten“, erklärte Raphaelius Alva Grußer über den eigenen Anspruch an die Erfindungen. Bei komplexeren Apparaten müsse er sich vor dem oft mehrmonatigen Bau auch Skizzen machen, kleinere Projekte entstünden auch nebenher. „Ich bin stolz auf jedes, in jedem steckt viel Liebe und Arbeit.“ So etwa in dem Dampfhorn-Spielophon, einer dampfbetriebenen Spieluhr mit Beleuchtung. Neben dem Basteln ist aber auch der Kontakt zu Gleichgesinnten bei den Treffen seiner Gruppe wie auch bei Events wie dem Steampunk-Jahrmarkt ein wichtiger Aspekt des Hobbys, so Grußer: „Ich lerne viele Leute kennen, die ähnlich ticken wie ich, die so – in Anführungszeichen – verrückt sind wie ich, denn ganz normal sind wir ja nicht.“

Blitze und Blubber

Nicht nur die AusstellerInnen präsentierten ihre anachronistischen Science-Fcition-Erfindungen, sondern auch zahlreiche BesucherInnen. Für viele von ihnen ist der Steampunk-Jahrmarkt ein Entfliehen aus der Realität in eine magische Welt, darunter auch die 34-jährige Medzinstudentin aus Bonn, die sich in dem Steampunk-Gengre als Jules H. Aetherton vorstellt. „Ich möchte lieber nicht darüber nachdenken, wie lange ich an meinem Kleid gearbeitet habe“, antwortet Jules auf die Anfrage, wie viel Zeit sie für ihr detailreiches Kleid brauchte. Auf ihrem Rücken trug sie eine Art schmaler Rucksack mit rundem Fenster, in dem Blitze zuckten. „Man braucht dafür eine Plasmascheibe, die auf Ton reagiert, so entstehen dann die Blitze“, erklärte Jules, die nicht als einzige steampunkiges Gepäck mitschleppte. Zahlreiche BesucherInnen hatten runde oder eckige Gefäße als Rucksack, die mit Wasser befüllt und mit LEDs beleuchtet waren. Immer wieder pusteten sie in Schläuche, damit sich ein Luftkissen aufblies und es in den Gefäßen sprudelte.

Inspirierende Zeitreisen

Julia und Pierre Leszczyk sind das ganze Jahr über auf viktorianischen Veranstaltungen unterwegs und das weltweit. Sie sehen sich als Teil der Zeitreiseszene. Die Leszczyks mögen die Offenheit und Freundlichkeit ihrer Gleichgesinnten. „Es ist toll auf diesen Veranstaltungen immer wieder neue Menschen kennenzulernen, die dasselbe Interesse zeigen und wir die neuen Freundschaften auch immer wieder auf Events antreffen und uns austauschen können“, schwärmte Pierre.

Thomas Singer sucht mit seinem Karnevalsverein nach neuen Kostümideen. Foto: kacBereits auf dem ersten Steampunk-Jahrmarkt waren auch einige Mitglieder des Karnevalsvereins Scooterteam Linz, darunter Thomas Singer: „Wir suchen uns hier neue Anregungen und haben dieses Jahr zu Karneval auch einen Wagen im Steampunk präsentiert.“ Normalerweise sei der Karnevalsverein über das Jahr gesehen kein Fan von Zeitreisen, für die Vereinsmitglieder sei es ein Grund mehr sich zu verkleiden, daher werden sie an diesen Freitag auch beim „Rock ‘n‘ Roll anne Raupe“ in neuen Kostümen den Jahrmarkt unsicher machen.

:Johannes Opfermann &

:Katharina Cygan

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Von wegen immer nur die alte Leier https://bszonline.de/2015/08/17/von-wegen-immer-nur-die-alte-leier/ https://bszonline.de/2015/08/17/von-wegen-immer-nur-die-alte-leier/#respond Mon, 17 Aug 2015 13:37:31 +0000 https://bszonline.de/2015/08/17/von-wegen-immer-nur-die-alte-leier/ Die Ruhrtriennale wurde am 15. August mit einer großen Willkommensparty in der Jahrhunderthalle feierlich eröffnet. Bekannte Musikgrößen wie The Notwist oder die Elektrocombo Caribou sorgten für ausgelassene Stimmung. Das Wetter spielte auch (fast) mit, so dass sich die Feier auf In- und Outdoorbereiche rund um die Halle verteilte. Knapp 4.000 BesucherInnen tanzten bis zum frühen Morgen. Intendant Johan Simons sprach danach von einer „einzigartigen und nie dagewesenen Veranstaltung“.

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Die Ruhrtriennale wurde am 15. August mit einer großen Willkommensparty in der Jahrhunderthalle feierlich eröffnet. Bekannte Musikgrößen wie The Notwist oder die Elektrocombo Caribou sorgten für ausgelassene Stimmung. Das Wetter spielte auch (fast) mit, so dass sich die Feier auf In- und Outdoorbereiche rund um die Halle verteilte. Knapp 4.000 BesucherInnen tanzten bis zum frühen Morgen. Intendant Johan Simons sprach danach von einer „einzigartigen und nie dagewesenen Veranstaltung“.
 
Man sollte mit Superlativen immer vorsichtig umgehen, vor allem, wenn es sich um hoch subventionierte Kulturveranstaltungen handelt, die allein durch das üppige Budget andere Möglichkeiten haben. Aber die Eröffnungsfeier „Ritournelle“ in der Jahrhunderthalle war ganz einfach groß, spektakulär und abwechslungsreich – und mit genau den passenden Leuten. Bereits ab 18 Uhr lud Simon Hildebrandt, DJ aus dem Essener Goethebunker, mit seinen elektronischen Klängen die Tanzgemeinde auf den „Goethebunker Outdoor Floor“ ein, um die diesjährige Triennale stimmungsvoll zu eröffnen. 
 
Wer da noch nicht bereit war zu tanzen, konnte dafür direkt auf dem Vorplatz vor der Jahrhunderthalle die Installation „The Good, the Bad and the Ugly“ bewundern und begehen. Begrüßte im letzten Jahr noch das Raumkunstwerk „Totlast“ von Gregor Schneider vor dem Bochumer Kunstmuseum die teils noch skeptischen BesucherInnen, so ist die diesjährige Konstruktion in Anlehnung an den gleichnamigen Film mit Clint Eastwood gleich ein ganzes Kunstdorf – geschaffen durch das Rotterdamer Atelier Van Lieshout. Dort wird es in den kommenden Wochen Konzerte, Partys, Lesungen, Performances, Filme und Workshops geben. Auch die Werkstattgespräche mit KünstlerInnen der Triennale oder sogar dem Intendanten selbst finden in der großen Scheune statt: ein aufregend chaotischer Ort. 
 

Verrückte Musik oder verrückte Menschen?

 
Wer sich nach dem kurzen Intermezzo im Kunstdorf dann doch so langsam in Richtung Tanzfläche begab, konnte entweder weiterhin den „Goethebunker Outdoor Floor“ nutzen oder direkt in die Jahrhunderthalle gehen. Dort startete HeCTA, das „brainchild“ von Kurt Wagner, Ryan Norris und Scott Martin. Ein Mix aus elektronischer Musik und Stand-Up Comedy – unter massivem Einsatz von Synthesizern – als perfekter Einstieg auf der „City Slang Stage“. Im Anschluss kamen mit The Notwist echte Indie-Legenden aus Deutschland. Die Oberbayern nutzten die übermäßig große Soundanlage voll aus, wobei man zwischenzeitlich vor lauter Hall der Musik nicht mehr folgen konnte. Vielleicht hätte es auch ein Nummer kleiner getan, da durch die Akustik in der Halle ohnehin schon ein Echo-Effekt einsetzte. Die Boxen hätte man sicherlich auf jedem etablierten Outdoorfestival (Highfield, Hurricane) nutzen können.
 

Mehr Konzerte in der Jahrhunderthalle!

 
Trotzdem war es ein gelungenes Konzert, das mit dem bekannten Stücken „Consequence“ und „Kong“ endete. Danach sorgte der kanadische Elektro-Künstler Caribou für den vorläufigen Höhepunkt des Abends und spätestens dann fragte sich das Partyvolk, warum eigentlich nicht mehr Konzerte in der Jahrhunderthalle stattfinden. Sina, Masterstudentin der Anglistik und Biologie, war begeistert vom Potential der Location: „Die Halle ist echt cool und sollte viel häufiger für Musikkonzerte genutzt werden“. Mit der „Einslive Krone“ findet hier zwar jährlich Deutschlands größte Radio-Award statt, für viele BesucherInnen sollten jedoch mehr etablierte KünstlerInnen den Weg hierher finden und Konzerte in der beeindruckenden Industrieruine abhalten. 
 
Nach knapp zweistündiger Performance wurde Caribou unter stehenden Ovationen verabschiedet. Das Volk machte sich dann auf zum Goethebunker, wo der Berliner Künstler Rødhåd und der Essener Quartier Midi trotz aufkommenden Regens für einen gelungenen Abschluss sorgte. 
 

Ein Festival für alle Altersklassen

 
Lob für die Veranstaltung gab es bereits am Sonntagmorgen beim ersten Werkstattgespräch im Kunstdorf vor der Jahrhunderthalle – und das kam direkt vom Chef persönlich: „Hier feiern fast 4.000 junge Leute einen ganzen Abend friedlich und voller Begeisterung. Das ist einzigartig in der Geschichte der Triennale und ein Vorbild für alle kulturellen Veranstaltungen“, sagte Johan Simons, Intendant der Ruhrtriennale für die kommenden drei Jahre. Der Niederländer wollte eine von einem Zuschauer herangetragene Altersdiskussion bei der Triennale direkt im Keim ersticken. Dieser hatte sich gefragt, wie man junge Leute zu Hochkultur wie Ballett, Symphonie-Konzerten oder Oper bewegen kann, woraufhin der Intendant auf die auch von jüngeren Semestern gut besuchte Premiere von „Accattone“ hinwies. 
 
Und überhaupt: Die „Ritournelle“ ist gerade ein solcher Versuch, ein junges Publikum zumindest auf die Ruhrtriennale aufmerksam zu machen. Ok, von Elektromusik à la Caribou bis hin zu Pasolini und Bach ist es wahrscheinlich ein weiter Weg. Dass aber genau solche Veranstaltungen junge Menschen für Hochkultur sensibilisieren, zeigen nicht nur die Verkaufszahlen des „Studentenpasses“, sondern auch das insgesamt junge Ruhrtriennale-Team. Passend dazu war dann auch die Name der Veranstaltung: „Ritournelle“ kann man auch mit „alte Leier“ übersetzen – davon kann bei diesem überhaupt jungen und internationalen Programm keine Rede mehr sein. 
 
 
:Tim Schwermer
 

Was erwartet uns auf der Ruhrtriennale?

 
Die Ruhrtriennale bietet im August und September noch einige interessante Veranstaltungen, die über das Ruhrgebiet verteilt sind. Hier eine kleine Auswahl: 
 
„Accatone“ (Zeche Lohberg/Dinslaken) st ein Musiktheaterstück über das Subproletariat und seine Möglichkeiten, die Gesellschaft zu verändern. Das Stück wird noch am 19., 20., 22. und 23. August aufgeführt.
 
Wer sich für Richard Wagner interessiert, sollte auf keinen Fall die Neuinszenierung des „Rheingolds“ verpassen. Das Musiktheater  hätte keinen besseren Schauplatz bekommen können als die Jahrhunderthalle in Bochum. Am 16., 18., 20., 22., 24., und 26. September könnt Ihr „Das Rheingold“ genießen. 
 
Wer sich darüber wundert, in den Läden in der Viktoriastraße/Bongardstraße 2, Massenbergstraße 15–17 und im  2. OG des Citypoints keine Ware in den Schaufenstern vorzufinden, hat schon eine Installation gefunden. Verwaiste Läden werden zu Galerien auf Zeit. Bis zum 26. September könnt Ihr diese besichtigen. In Duisburg könnt Ihr auf folgenden Straßen fündig werden: Krusestraße 5, Harmoniestraße 34a und 53 sowie Landwehrstraße 7. 
 
Am 19., 20., 22. und 23. August könnt ihr bei André Amaros temporärem Restaurant in der Zentralwerkstatt der Zeche Lohberg speisen. Slowfood vom Feinsten: Mit selbstgemachtem Bio-Käse und frischer Pasta kann man die Ruhrtriennale vielleicht sogar schmecken. 
 
Die Installation „Nomanslanding“ befindet sich im ehemaligen Eisenbahnhafen Duisburg-Ruhrort. Auf zwei Stegen, die von einander gegenüberliegenden Ufern aus zugänglich sind, stehen zwei große, bewegliche Plattformen, die sich auf dem Wasser zu einem Dom in Form einer Halbkugel vereinigen. Bei der Zusammenführung verdunkelt sich der Raum. Sobald kein Licht mehr zu sehen ist, beginnt eine Sound-Collage mit Live-Gesang. Wer sich davon angesprochen fühlt, hat täglich bei gutem Wetter bis zum 13. September die Gelegenheit, dieses Schauspiel zu erleben.
 
:Katharina Cygan
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