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Zufälligerweise ist gerade in der Klausurphase die Jagd nach allem Möglichen ein riesger Renner. Die Hatz nach guten Noten oder dem Bestehen des Moduls ist dabei vielleicht nicht oberste Priorität. Tatsächlich wird in der Zeit viel häufiger nach Upvotes, Matches, Likes und neuen Serien getrachtet, denn nach Plätzen in der Bib, die für die Notenjagd doch aber so wichtig wären. Für die Strebsamen wird es – dank der Parkscheiben – einfacher, einen Platz zu ergattern, aber schwieriger, ihn auch zu behalten. In der reservierten Zeit könnt Ihr dann fix in die Cafete zischen und ein belegtes Brötchen erhaschen. Taktik „Einbuddeln und Anschleichen“ ist nicht erförderlich, erlegt hat die Bulette schon wer anders. Aber sei’s drum: am Ende geht sowieso alles in die ewigen Jagdgründe ein. Noten, Karma und irgendwann wir selbst – paff – alles Schall und Rauch.
:ken
]]>Irgendwo in einem Buchenwald in Hessen. Wir befinden uns auf einer Drückjagd. Während einige JägerInnen sich in dem Waldstück positioniert haben, machen fünf Helfende mit Stöcken in einer Linie Lärm, um das Wild in die Richtung der Jagenden zu drücken. Dies stellt eine schonendere Methode dar, würden doch bei einer Treibjagd Tiere womöglich dauerhaft vertrieben. Immer wieder werden Rufe laut, mehrere Rehe springen gar nicht so weit weg von mir den Abhang hinab. Plötzlich: Zwei Schüsse. Ein Reh wurde erlegt.
Man muss nicht nach Hessen, um zu jagen. Auch in Bochum gibt es einen eigenen Jagdverband (Kreisjägerschaft Bochum e. V.), welcher Teil des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ist, der wiederum beinahe 300.000 Mitglieder zählt.
Tierschutz ist für den DJV an oberster Stelle. So steht auch in der Satzung der Bochumer JägerInnen, dass die Aufgabe des Vereins darin bestehe, „Naturschutz, Umweltschutz und die Landschaftspflege“ sowie Volksbildung, Wissenschaft und Tierschutz zu fördern.
Der DJV sieht den Punkt des Tierschutzes gewährleistet, denn „bei der Jagd gilt auch der allgemeine Grundsatz des Tierschutzrechtes, dass Tieren vermeidbare Qualen zu ersparen sind“. Der Deutsche Tierschutz kritisiert dies jedoch. So fordert der Präsident des Bundes, Thomas Schröder, das Überdenken der gängigen Jagdpraxis, da durch diese die Tiere unnötig leiden würden. Als Beispiel nennt er die Hasenjagd: „So ist der Schuss auf den Hasen in der Sasse (Kuhle) als nicht waidgerecht anzusehen, obwohl er meist leichter anzubringen und für das Tier somit mit weniger Leiden verbunden wäre, als wenn das Tier aufgescheucht wird und sich schnell bewegt.“

Anders als bei der Drückjagd ist die Ansitzjagd umso ruhiger. Alleine werde ich auf einen Hochsitz gesetzt, die Aufgabe: Zähle die Rehe, die du siehst. Es ist ruhig. Und kalt. Und es sind vier. Simon*, der ebenfalls das erste Mal bei solchen Jagden dabei ist, resümiert: „Man lernt die Natur von einer ganz anderen Seite kennen. Alleine auf einem Hochsitz in völliger Stille zu sitzen ist ein besonderes Gefühl.“
Ein ganz anderes Verhältnis erhalte man auch zum selbsterlegten Fleisch, welches Wildbret genannt wird. Durch ihre Ausbildung sind Jagende geschult und auch dazu verpflichtet, das erlegte Fleisch auf Unregelmäßigkeiten zu untersuchen: Falls keine vorhanden sind, kann das Fleisch in kleinen Mengen an weitere Endverbrauchende oder Kleinbetriebe weiterverkauft werden. Eine Aktion des DJV hat indes ergeben, dass mindestens 50.000 Vereinsmitglieder auch zur Selbstversorgung jagen. Alex, der ebenfalls bei einer Jagd war und nun selbst den Jagdschein machen möchte, merkt an: „Ich denke, Ernährung mit Fleisch wird bewusster, sobald man weiß, was dahintersteckt, vor allem, wenn man es selber geschossen hat.“
:Andrea Lorenz
*Name von der Redaktion geändert
Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat herausgefunden, dass 83 Prozent der deutschen Bevölkerung mehrmals die Woche Fleisch essen. Der Scheuklappen-Gesellschaft wird Fleisch wie ein Netz Orangen angeboten. Fleischkonsumierende beschäftigen sich kaum damit, wie das Schnitzel in den Supermarkt kommt. Meiner Meinung nach gäbe es mehr VegetarierInnen, wenn jedeR FleischliebhaberIn einmal selbst die Erfahrung einer Jagd machen würde. (Dieser Kommentar wird nicht die Perversion des Jagens für Trophäen einbeziehen.)
Scheuklappen-Gesellschaft wird Fleisch wie ein Netz Orangen angeboten. Fleischkonsumierende beschäftigen sich kaum damit, wie das Schnitzel in den Supermarkt kommt. Meiner Meinung nach gäbe es mehr VegetarierInnen, wenn jedeR FleischliebhaberIn einmal selbst die Erfahrung einer Jagd machen würde. (Dieser Kommentar wird nicht die Perversion des Jagens für Trophäen einbeziehen.)
Vor tausenden von Jahren in der Jäger-und-Sammler-Gesellschaft gab es eine Arbeitsteilung, die sich zum Erfolgsmodell entwickelte. Im Laufe der Industrialisierung, dem Streben nach Profit kam es letztendlich zur Massentierhaltung: Überproduktion und anonymes Fleisch, dessen Ursprung verschleiert ist. Die Gesellschaft zeigt sich meist mit einer „ignorance is bliss“-Haltung. Je weniger man weiß, desto glücklicher ist man.
Viele Fleischkonsumierende befassen sich zu wenig mit der Herkunft ihrer Nahrung. Einige möchten das rohe Fleisch gar nicht als Tier wahrnehmen, sondern es nur verzehren. Sie nehmen in Kauf, dass Tiere auf perverse Art gehalten werden, nur damit sie ihrem Verlangen nach Fleisch nachgehen können.
Ausgebildete JägerInnen kontrollieren die Populationsdichte der Tiere. GegnerInnen der Jagd behaupten, dass die Natur es selbst könnte. Sie vergessen jedoch, dass der Mensch ein Teil dieser ist und in die Natur eingreift, wie zum Beispiel mit dem Ausbau der Infrastruktur. In Deutschland haben Wildtiere kaum natürliche Feinde, weil es kaum Füchse, Bären und Wölfe gibt. Damit Hirsche oder Wildschweine genug Futter in den Wäldern haben und es nicht zu einer Plage kommt, werden gewisse Tiere zum Freischuss gestellt.
Würde sich also einE FleischliebhaberIn auf die Jagd machen, weil gerade beispielsweise 1.000 Wildschweine geschossen werden dürfen, dann würde den meisten wahrscheinlich der Appetit auf Fleisch vergehen. Man hat direkt vor Augen, wie das Leben in dem Tier erlischt.
:Katharina Cygan
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