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Da steht einer auf der Bühne und erzählt Dir, was für Musik er mag, wo er neulich unterwegs war, was er hier aufgeschnappt, dort gehört hat, wie die Arbeit mit dem Verlag läuft. Dass er es angenehm finde, in den Herner Flottmannhallen zu spielen, da habe er einen Anreiseweg von sieben Minuten.
Da hatten es die meisten ZuschauerInnen weiter – wie das Paar aus Wesel, das „zwei Mal 25 Minuten gebraucht“ habe. Was das denn für eine Antwort sei, fragt der auf der Bühne. „Sie ist Lehrerin.“ Das erklärt natürlich alles … Der Running Gag für den Abend ist gefunden, ab jetzt dauert alles zwei Mal 25 Minuten.
Hennes Bender sucht den Dialog mit dem Publikum und zieht keine Show ab, sondern plaudert. Warum ist das trotzdem lustig?
Hennes Bender, in Bochum geboren, aufgewachsen, studiert und dort geblieben, weiß mit seiner authentischen Art Intimität herzustellen. Vielleicht, weil es quasi ein Heimspiel war. Vielleicht, weil er nicht flüssig-steril sein Programm runterspult, sondern Sätze dreimal anfängt. Dass wilde Assoziationen ihn von seinem „Asterix auf Ruhrdeutsch“-Projekt zu Anekdoten mit seinem Freund und Kollegen Torsten Sträter führen, um dann ein Statement gegen die Angstmacher AfD abzugeben. Und zum vielleicht wichtigsten Satz des Abends: „Wenn wir aufhören rauszugehen und Spaß zu haben, dann haben die Arschlöcher gewonnen.“
Immer wieder erzählt er von seinem dräuenden 50. Geburtstag. Ruhiger ist er geworden, das gesteht Bender ein. Schade, war seine an Hektik grenzende Quirligkeit eines der Elemente, welche die Abende mit dem „adipösen Komiker, der seine Miete bezahlen muss“ noch etwas mehr Einzigartigkeit verliehen haben.
Als sich Benders alter Schulfreund Roland im Publikum zu erkennen gibt, zeigt sich Bender gerührt: „Es menschelt sehr gerade, merkt Ihr, ne?“. Als die Technik ausfällt, zeigt er sich professionell, nimmt das Problem locker-ironisch. Er zeigt sich bodenständig, als er die kommenden Veranstaltungen in den Flottmannhallen bewirbt.
Dass der Entertainer nicht komplett dem nerdigen Märchenonkel gewichen ist, bewies die zwar alte, aber immer wieder
sehenswerte Showeinlage als zweite Zugabe: Queens „Bohemian Rhapsody“ auf Deutsch. Alleine. A capella. Im Glitzer-Union-Jack-Unterhemd.
ZEIT:PUNKTE
Hennes Bender demnächst im Ruhrgebiet:18. & 19.11. Essen, Europahaus Stratmanns Theater, 20 Euro4.12. Duisburg, Black Box im „Kleinen Prinzen“ (Benefizveranstaltung mit Torsten Sträter und Martin Kessler)
:Marek Firlej
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Freitag, vergangene Woche, im Comicladen Little Nemo am Südring in Bochum. Hier zeichnet Hennes Bender normalerweise zusammen mit Torsten Sträter und Gerry Streberg seinen Comic/Film/alles-andere-Podcast auf. An diesem Tag sitzt er alleine inmitten eines Stapels Asterix-Merchandise und wartet auf 17 Uhr, dann beginnt seine Autogrammstunde. Schlag fünf bildet sich eine Schlange von AutogrammjägerInnen. Alle wollen ein paar Worte mit dem Komiker wechseln, über andere Mundart-Ausgaben der GallierInnen-Comics, über Batman – und über die :bsz, für die Bender zu Studienzeiten („Boah, dat is sicher schon zwanzich Jahre her“) auch geschrieben hat. Zum Autogramm mit Goldstift gab es noch eine Live-CD obendrauf. Selten lässt sich ein Übersetzer so feiern; selten wird ein Übersetzer so gefeiert.
Der nunmehr dritte Schmöker in der Sprache Bochums und seiner Umgebung macht einfach Spaß zu lesen. Dank eigenwilliger Orthografie lesen sich die Texte in den Dialogen schön authentisch („Kerverdorrinomma!“). Kleiner sprachlicher Leckerbissen direkt im zweiten Panel. Ein Abgesandter „Zähsars“ meldet sich an. Der Zenturio des Lagers Malochum darauf: „Will der denn?“ Das weggelassene „wat“ zeigt linguistisches Fingerspitzengefühl.
Natürlich handelt es sich nicht um eine bloße Übersetzung. Lokalkolorit inhaltlicher Natur darf bei den Mundartbänden nicht fehlen. Da fragt sich Obelix, ob er Tremonia („Lüdenscheid-Nord“) mit seiner Buxe überhaupt betreten darf… Und bei alledem bleibt auch noch genug originaler Asterix-Humor erhalten!
:Marek Firlej
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