Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Hass | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:57:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Hass | BSZ https://bszonline.de 32 32 Wie lange wir’s dulden https://bszonline.de/2021/05/05/wie-lange-wirs-dulden/ https://bszonline.de/2021/05/05/wie-lange-wirs-dulden/#respond Wed, 05 May 2021 20:19:15 +0000 https://bszonline.de/2021/05/05/wie-lange-wirs-dulden/ Kommentar. Eine Reflexion über Religionshass und Diskriminierung und warum mir bald der Kragen platzt. 

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Kommentar. Eine Reflexion über Religionshass und Diskriminierung und warum mir bald der Kragen platzt. 

Erst letztens schickte mir meine beste Freundin eine aufgewühlte WhatsApp-Sprachnachricht. Sie studiert katholische Theologie und reflektierte darüber, wie es wohl wäre, wenn sie im Extremfall ihre Kette mit dem christlichen Kreuz aus Angst vor auf ihrer Religion gründenden Hass verbergen müsste. Spaltung und Religionshass sind seit jeher gesellschaftsbewegende Themen. Diskriminierung als solche ist schon ein erschreckendes Phänomen – ekelhaftes, abwertendes, Minderwertigkeit produzierendes Schubladendenken in schwarz und noch schwärzer. Die Grenze zwischen Diskriminierung und Hass zu ziehen ist nur schwerlich, wenn überhaupt, möglich. Und was passiert, wenn Diskriminierung, Hass und etliche weitere einen Menschen diskreditierende Vorgänge zusammenfallen, haben wir in der menschlichen Geschichte mehrmals erlebt. Es ist in der Hinsicht nicht nur erschreckend, dass Antisemitismus immer noch existiert, ja, es ist erschreckend, dass grundsätzlich, trotz der Ereignisse der Vergangenheit, nicht nur der von 1945, sondern auch der langen Weltgeschichte vom Kampf der Religionen und Zwangsmissionierung, Religionshass existiert. Jemand wird dafür ignoriert, verurteilt, gemieden, umgebracht oder über Bord geworfen, weil sich eine Menschengruppe an seinem:ihrem Glauben stört. Es ist 2021 und der Gedanke auf eine bittere Art aberwitzig, dass die Menschheit es immer noch nicht vollbracht hat, jeder:jedem friedlich ihren:seinen Glauben ausleben zu lassen. Von anderen Formen der Diskriminierung ganz zu schweigen. Wann können wir endlich damit aufhören, uns für etwas, das Nächstenliebe birgt und verbreiten soll, zu hassen? Es hilft sicher, präsent zu halten, wozu der Hass auf Andersartigkeit in Hinsicht auf den Glauben führen kann. Aber das alleine scheint nichts zu ändern. Also: Wann hört es auf? Und: Wie können wir endlich ein angstfreies gesellschaftliches Leben ermöglichen? Noch läuft auf der ganzen Welt einiges gehörig schief und es liegt am Einzelnen, kleine Schritte in die richtige Richtung zu vollbringen und Zusammenhalt zu stiften. 

:Rebecca Voeste

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Gleichheit hält keine 90 Minuten https://bszonline.de/2020/02/04/gleichheit-haelt-keine-90-minuten/ https://bszonline.de/2020/02/04/gleichheit-haelt-keine-90-minuten/#respond Tue, 04 Feb 2020 12:54:21 +0000 https://bszonline.de/2020/02/04/gleichheit-haelt-keine-90-minuten/ Kommentar. Im Sport kennen wir keine Unterschiede! Wir bewerten rein rational und nach Leistung! Dieses Wunschdenken zeigt sich in den Spielstätten Europas als blanke Lüge.

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Kommentar. Im Sport kennen wir keine Unterschiede! Wir bewerten rein rational und nach Leistung! Dieses Wunschdenken zeigt sich in den Spielstätten Europas als blanke Lüge.

Dieses Jahr zählt ganze zwei Monate und schon konnte man den ersten Skandal in „LaLiga“ verbuchen. Iñaki Williams, ein baskischer Flügelstürmer des Vereins Athleitic Bilbao erlebte am 25. Spieltag in der 69. Minute etwas, das in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit gewann. Während andere Spieler bei der Auswechslung leistungsbedingtes
Feedback in Form von tosendem Applaus oder „Buh-Rufen“ bekommen, durfte Williams sich rassistische Kommentare anhören. Denn Williams ist kein „normaler“ Spanier, er ist der Sohn eines ghanaischen Vaters und einer liberianischen Mutter. Seine Hautfarbe ist Schwarz. Ein Unterschied, der manch Fan zum Tier werden lässt und den besten Mix aus „Hurra, die Affen sind wieder da!“ spielen lässt. Und klar, der Club duldet dieses Verhalten nicht  welches Laut offizieller Aussage des Vereins „sehr traurig“ sei und dass sie selbst Spieler in den Reihen haben, die eine höhere Pigmentierung haben als andere. Dennoch ist es kein Einzelfall. Mit Romelu Lukaku und Chris Smalling wurden zwei Spieler in der Serie A zur Bewerbung eines Spieltages und des Topspiels zwischen AS Rom und Inter Mailand in der Sportzeitung Italiens mit der Headline „Black Friday“ angekündigt. Während die Offiziellen des Vereins und die Liga es pietätlos fanden, empfand der Chefredakteur die Kritik für unangemessen: „Eine Lobpreisung auf das Anderssein, der Stolz des Andersseins, der großartige Reichtum des Andersseins“, so Ivan Zazzaroni und weiter hieß es eine „unschuldige Überschrift“ werde „von jenen vergiftet, die Gift in sich haben“.

Aber ist das  wirklich so? Gerade in Italien kommen immer wieder negative Meldungen über den Umgang der Fans mit rassistischen Äußerungen ans Licht. Die Situation ist dort mittlerweile so schlimm, dass schon Spielerberater dunkelhäutigen, jungen Spielern nicht empfehlen in diese Liga zu wechseln, da es sich negativ auf den Werdegang des Spielers auswirken könnte. Dessen ist sich die Liga bewusst und initiierte eine Anti-Rassismuskampange. Und wie könnte man so eine nachhaltig gestalten? Richtig! Mit Affen, denn wir alle stammen vom Affen ab, nur mit dem kleinen Unterschied, dass „nur Schwarze Menschen/Spieler“ direkt mit den Primaten verglichen werden, da sie Optisch ähnlich sind.
Was auf Vereins- und Ligaebene schon schlimm ist, findet in der Nationamannschaft seinen Höhepunkt. Die französische Nationalmannschaft holte 2018 den Weltpokal. Eine Mannschaft, die ohne Kolonialisierung nicht so ausgesehen hätte, wie sie zur WM aufgetreten ist. Ein Hoch auf die Globalisierung, doch was ist, wenn diese Mannschaft nicht erfolgreich das Turnier verlassen hätte? Dieses Beispiel konnten wir in anderen Nationen sehen. So sagte Lukaku, dass er bei Erfolg ein Belgier sei, und bei Misserfolg ist er der Kongolese, der sich in das Land gezeckt hat – ungeachtet dessen, ob er dort geboren wurde oder nicht. Schwarze Spieler haben nicht das Recht, sich als „nicht Afrikaner“ zu fühlen, wenn die Mannschaft verliert. Wie die Stimmung im Stadium zeigt. Auch wenn die Mitte der Gesellschaft so etwas nicht toleriert, wird selten Zivilcourage gezeigt. Und wenn einer mal was gegen rassistische Äußerungen  sagt, so wie André Voigt beim Spiel Deutschland gegen Serbien, wird er gezügelt und nicht jene, die meinen, ihr rassistisches Gedankengut zu teilen. Ein Gutes hatte die Aktion dennoch, er nahm die Pöbler auf und teilte es in den Sozialen Medien. Darauf stellten sich die Täter  der Polizei.
Doch was bringt einem das alles, wenn die Organisationen nicht Handeln und selbst abstrafen? Denn Fakt ist, solang es nur cute Werbespots gibt, in denen Mann „no to Rascism“ sagt, wird sich auf der Tribüne nix ändern.
:Abena Appiah

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Erst der Sexismus, dann die Revolte https://bszonline.de/2015/09/14/erst-der-sexismus-dann-die-revolte/ https://bszonline.de/2015/09/14/erst-der-sexismus-dann-die-revolte/#respond Mon, 14 Sep 2015 13:42:46 +0000 https://bszonline.de/2015/09/14/erst-der-sexismus-dann-die-revolte/ Armut, Perspektivlosigkeit, Hass: Frei nach dem gleichnamigen Film feierte das Stück „Hass“  an der Rottstr5 Premiere.

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Armut, Perspektivlosigkeit, Hass: Frei nach dem gleichnamigen Film feierte das Stück „Hass“  an der Rottstr5 Premiere.

Nur lautlos ballert sie mit dem Finger in den Raum. Aber endlich gibt eine Frau den De Niro. Die Szene aus „Taxi Driver“, in der der Amokläufer Travis Bickle mit einer Pistole auf sein eigenes Spiegelbild zielt („You talkin‘ to me?“), hat sich ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt – Entfremdung und Wut verdichten sich in einer verstörenden Geste. Auch Mathieu Kassovitz zitierte in „La Haine“ („Der Hass“) diese Szene, in der eines der Banlieue-Kids mit fingierter Knarre vor dem Spiegel steht. Fast selbstverständlich, dass diese Performance auch nicht in der Bühnenadaption an der Rottstr5 fehlen durfte: „Hier ist eine Frau, die sich nicht mehr alles gefallen lässt“, sagt Rachel (Fiona Ferick). „Hier ist eine Frau, die sich wehrt.“ Dann drückt sie den imaginären Abzug. 

Weibliche Wut

Mathieu Kassovitz’ „La Haine“ ist ein Schlüsselwerk des jeune cinema français, das vor 20 Jahren schonungslos die Situation ausgegrenzter Jugendlicher in einem multikulturellen und von Armut geprägten Pariser Vorort zeigte: Perspektivlosigkeit, Kriminalität, Polizeigewalt. Regisseurin Nermina Kukic brachte die Filmvorlage nun mit komplett weiblicher Besetzung auf die Bühne: die drei jungen Frauen leben in zerrütten Familien, erleben nach der Ermordung einer Jugendlichen in ihrem Viertel die jüngsten Krawalle und erfahren neben der täglichen Armut auch sexistische Unterdrückung. 

Zwar ist das Moment der Krawalle, der Eskalation auch auf der Bühne stets allgegenwärtig – schon zu Beginn wird eine Montage von Straßenschlachten gezeigt – doch anders als im Film rast das Geschehen nicht auf die Katastrophe zu. Regisseurin Nermina Kukic nimmt sich Zeit, die Gefühle ihrer drei Hauptprotagonistinnen herauszuarbeiten: sie erzählen von ihren Ängsten, Träumen, Hoffnungen. Die Dialoge sind holprig, unkorrekt, derb, direkt – es drückt die Situation junger Frauen in der ArbeiterInnenklasse aus, sie sind von Armut und Unterdrückung meist besonders hart betroffen. Auch die drei Frauenfiguren wollen eigentlich nur eins: aus dem Viertel rauskommen, Sexismus und Ausbeutung  entfliehen. Dann fallen doch laute  Schüsse. 

Die nächste Vorstellung von „Hass“ wird am 3. Oktober aufgeführt.

:Benjamin Trilling

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