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Am vergangenen Freitag war es wieder soweit: Nachdem es durch die Pandemie eine Weile bei der Klimabewegung stiller war, fand der siebte Globale Klimastreiktag unter dem Motto #NoMoreEmptyPromises in rund 280 Städten Deutschlands statt. Auch Bochum war natürlich mit dabei. Unter anderem organisierte die Radwende Bochum eine Fahrraddemo, die am Schauspielhaus begann und mit einem langen Demozug sichtbar und sicher durch die Stadt führte. Die Fridays for Future Ortsgruppen organisierten im Stadtraum zusätzlich dezentrale Rallyes, Mahnwachen und Informationsstände. Wir haben mit zwei Organisator:innen von Students for Future über die Planung des Klimastreiktages gesprochen und darüber, wie sie Studierende während der Pandemie erreichen wollen und was für die kommenden Monate geplant ist.
:Die Redaktion
]]>Firdays for Future. Auch in Bochum gab es am 25. September eine großangelegte Klima-Demo. Hier ein kurzer Bericht zu den Ereignissen und Beiträgen des Tages.
Verglichen mit dem letzten Jahr ist es in den letzten Monaten relativ still geworden um die Fridays for Future/Schulstreik für das Klima-Bewegung. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden alle Demonstrationen vorerst abgesagt, und auch der für den 24. April 2020 geplante fünften globale Klimastreik konnte nur online, unter anderem in Form eines Livestreams, stattfinden. Dass die Bewegung weiterhin eine große Zahl Menschen mobilisieren kann, zeigte sie nun beim sechsten globalen Klimastreiktag am 25. September Nach eigenen Angaben haben an den rund 450 Demos in Deutschland circa 200.000 Menschen teilgenommen. Auch in Bochum gab es eine Demo: um 14 Uhr ging es mit Abstand und Maske vor dem Bochumer Rathaus los. Zwischenzeitlich seien laut eigenen Angaben 1.500 Menschen auf der Demonstration gewesen. Außerdem fand noch eine Rad-Demo statt, welche von Beschäftigten der Bochumer GLS Bank organisiert wurde.
Nach dem Verlesen der Auflagen und einer musikalischen Begrüßung durch die Band The Schabernacks sprach zuerst das Bündnis „Bochum muss handeln“, welches als Zusammenschluss vieler Unternehmen und Organisationen eine Liste mit 37 Forderungen an die Stadt Bochum erstellt und unterzeichnet hat. In einem Beitrag der Fridays for Future Ortsgruppe wurde darauf hingewiesen, dass die Bewegung für sich selbst die Unabhängigkeit von Parteien in Anspruch nimmt, weshalb Parteifahnen unerwünscht seien. Dass sich die MLPD daran erneut nicht hielt, wurde kritisiert. Abschließend gab es noch eine Solidaritätsbekundung mit Ende Gelände. Auf dem Weg zum Nordring traf die Demo auf die Fahrraddemo der GLS Bank und es wurde sich gegenseitig mit Rufen und lautem Klingeln begrüßt. Bei der Zwischenkundgebung an der Ecke Viktoriastraße gab es Reidebeiträge einer feministischen Gruppe (:bsz 1262) und des Revolutionären Jugendbundes. Am Rathaus angekommen gab es dann noch eine Rede der Radwende Bochum, der Artists und Students for Future, sowie von Fridays for Future selbst. Die vergleichsweise lange Rede von Mitgliedern von Extinction Rebellion fiel erneut durch die in der Vergangenheit bereits kritisierte, esoterische Art, sowie das Erwähnen von „Naturregeln“, die der Planet vorgebe, und welche über denen der Menschen stehen, auf.
:Jan-Krischan Spohr
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Während sich in Bochum am 20. September ab 11:45 Uhr am Dr.-Ruer Platz die Massen versammelt haben, tat man selbiges nahezu überall auf der Welt. Allein in Deutschland wurden an diesem Tag 575 Streiks geplant. Fridays For Future twitterten, dass bundesweit 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gingen. Alles ganz in gemeinsamer Solidarität. In NRW wurde in rund 100 Städten gestreikt. In Witten betrug die offizielle Zahl der Polizei 1.500 Menschen, in Mülheim streikten mehr als 600 Demonstrant*innen, in Gelsenkirchen mehr als 500. In Düsseldorf konnte man sogar einen Ansturm von 20.000 Streikenden feststellen, in Bielefeld 12.000. In Bochum waren 8.000 Demonstrierende dabei, obwohl man anfangs nur von 2.000 ausgegangen ist. Da musste spontan noch der*die ein oder andere Helfer*in als Ordner*in einspringen, damit der Protestzug losziehen durfte. Doch es ließen sich schnell Personen finden, die aushelfen konnten.
Mancherorts wurde das Engagement der Leute sogar noch deutlicher unterschätzt, so wie in Essen. Hier rechneten die Veranstalter*innen mit 600 Demonstrierenden, hatten es am Tag des Streiks dann aber mit 6.000 zu tun. Die Polizei geht dabei sogar von mehr als 6.000 Menschen aus. Allerdings verlief die Demonstration auch hier ruhig, die Route der Demo in Essen musste nur angepasst werden, da nicht an allen Orten wie geplant Reden gehalten werden konnten, da die Plätze von dem großen Ansturm teilweise überlastet waren.
Doch es gibt vermutlich wenig friedlichere Demos. Angeführt von den Schüler*innen, wird nicht nur aufeinander geachtet, sondern auch darauf, dass kein Müll liegen bleibt. Da bringen es selbst alteingesessene Raucher*innen kaum übers Herz, die Kippenstummel auf den Boden zu schmeißen.
Denn dies war beispielsweise anders am globalen Klimastreik, als noch bei vorherigen Fridays For Future-Aktionen. Diesmal wurde an alle Generationen appelliert zu demonstrieren, egal ob Schüler*in oder nicht.
Weltweit waren am Klimastreiktag Proteste in mehr als 2.000 Städten beziehungsweise in 129 Staaten angekündigt. Bundesweit konnte auch abseits des Ruhrgebiets eine sehr gute Bilanz gezogen werden. In Hamburg waren es 70.000, in München 40.000, Bremen 30.000 und selbst im vergleichsweise kleinen Münster waren es 20.000, die sich für den Klimaschutz einsetzten.
:Christian Feras Kaddoura
Für den dritten globalen Klimastreik vernetzten sich die Aktivist*innen unter dem bundesweiten Hashtag #AlleFürsKlima mit verschiedenen politischen Akteur*innen der Stadt, wie zum Beispiel dem Radwende Bündnis Bochum, Greenpeace, ver.di, Treffpunkt Asyl, Seebrücke, Foodsharing, GLS Bank, Tierbefreier*innen Bochum und weiteren. Auch wenn sich die Beteiligten mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Problematiken auseinandersetzen, wird durch diese Pluralität verdeutlicht, dass die Klimaerwärmung der Erde mit vielen Entwicklungen verknüpft ist. Dabei spielt die derzeitige Mobilität im globalen Norden eine nicht geringere Rolle als die Lebensmittelversorgung, die er sich leistet. Die Konsequenzen dieser Erwärmung bedeuten wiederum nicht nur, dass der Meeresspiegel steigt, sondern auch, dass sich Menschen auf die Suche nach einem neuen Zuhause begeben werden müssen. Obwohl es keine leichte Aufgabe zu sein scheint, einen gemeinsamen Rahmen für eine soziale Bewegung zu schaffen, die politisch gegen eine so schwierig erfassbare und komplexe Bedrohung vorgehen will, scheint es den jungen Menschen gelungen zu sein. Auf ihrem Blog schreiben sie: „Neben dem Appell, den die globale Bewegung an den Klimagipfel in New York am 23. September richtet, hoffen wir auch, möglichst viele Menschen über das Großevent hinaus für Klimagerechtigkeitsmaßnahmen zu sensibilisieren und sie zu weiterem politischen und persönlichen Engagement zu ermutigen.“
Die Veranstalter*innen rechnen stark damit, die Teilnehmer*innenzahl von den vorherigen Streiks zu übertreffen. Am ersten globalen Klimastreik im März zogen etwa 2.500 Menschen über den Ring in der Innenstadt, um sowohl die Regierung in Berlin als auch den Stadtrat in Bochum daran zu erinnern, dass sich Deutschland mit dem Pariser Klimaabkommen dazu verpflichtet hat, verschiedene Prozesse in Gang zu setzen, um die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten.
Unter dem gesellschaftlichen Druck, den die Bewegung aufbaute, rief die Stadt Bochum den Klimanotstand aus und verkaufte vergangenen Mittwoch die letzten RWE Aktien, die noch in kommunaler Hand lagen. Für die Bewegung ist das sicher ein weiterer Etappensieg.
Doch das ist für die Aktivist*innen kein Grund zur Pause. Kurz vor dem dritten globalen Klimastreik sucht Fridays for Future Bochum nicht nur Gehör bei politischen Akteur*innen, sondern auch das Gespräch mit der Bochumer Zivilgesellschaft. Am Freitag, den 13. September, sind die Bochumer Bürgerinnen und Bürger ab 17 Uhr in die Christuskirche im Stadtzentrum eingeladen, um den Fridays for Future-Aktivist*innen Fragen zu stellen. Unter dem Titel „We are the future and we want change“ sieht die Ortsgruppe in dieser Veranstaltung, die teilweise einer Pressekonferenz ähnelt, die Möglichkeit, ihre Visionen, Ziele, Forderungen und Ängste ihren Mitmenschen nahe zu bringen. „Das Ziel ist es mit den Leuten in Bochum in den Dialog zu treten, um Vorurteile abzubauen, die uns immer wieder entgegen gebracht werden“ so die 15-jährige Shayan. Die vorangehende Veranstaltung bietet einen ruhigen Rahmen, um sich genauer mit der Bewegung und deren Forderungen auseinanderzusetzen, als es in dem Trubel bei der anstehenden Großdemonstration möglich wäre.
: Meike Vitzthum
]]>INFO:BOX
Die jungen Menschen streiken in Bochum seit Januar jeden Freitag – Für den globalen Klimastreik sind bereits 315 Demonstrationen in Deutschland gemeldet.
Start in Bochum um 11:45 Uhr am Dr-Ruer-Platz
Special Guest: Jason Bartsch.