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Der Auftakt in die 2. Bundesliga hätte für den VfL Bochum kaum schwieriger verlaufen können. Zum Start gab es ein deutliches 1:4 gegen Darmstadt, — ein Spiel, das die Schwächen der Mannschaft sofort offenlegte. Danach folgte zwar ein 2:0-Heimsieg gegen Elversberg, doch die erhoffte Stabilität stellte sich nicht ein. Gegen Schalke verlor Bochum 1:2, gegen Preußen Münster setzte es beim 1:2 die nächste Niederlage. Drei Pleiten aus vier Spielen, Tabellenkeller statt Aufbruchsstimmung – so hatten sich Fans und Verantwortliche den Neuanfang nicht vorgestellt.
Die Gründe dafür sind vielschichtig. Trainer Dieter Hecking musste im Sommer einen großen Umbruch moderieren. Rund 30 Kaderbewegungen gab es, zahlreiche Abgänge und Neuzugänge veränderten das Gesicht des Teams. Gleichzeitig schlug das Verletzungspech zu. Langzeitverletzte wie Sissoko, Kwarteng und Miyoshi fehlen ebenso wie die Defensivkräfte Strompf, Kleine-Bekel und Wittek. Auch der junge Koscierski ist angeschlagen. „Im Moment ist es so, dass wir in der Aufstellung keine Kontinuität reinkriegen durch immer wiederkehrende Veränderungen“, sagte Hecking.
Die Folge: Bochum wirkt anfällig in der Abwehr, gerade bei Standards und Kontern, während im Angriff oft die Durchschlagskraft fehlt. Zwar verpflichtete der Klub kurz vor Transferschluss mit Farid Alfa-Ruprecht und Michael Obafemi zwei Stürmer, die mit Tempo für mehr Tiefe sorgen sollen. Doch beide sind nach Verletzungen und ohne vollständige Vorbereitung noch nicht bei hundert Prozent und deshalb zunächst nur Kandidaten für Kurzeinsätze. Hoffnungsträger, aber noch keine Sofortlösung.
Der schwache Start blieb auch abseits des Rasens nicht ohne Folgen. Das Präsidium um Andreas Luthe, das im Sommer mit dem Anspruch „Team Zukunft“ angetreten war, sah sich gezwungen, die Fans direkt anzusprechen. In einem offenen Brief bat man um Geduld, bekannte die Enttäuschung über die Ergebnisse, betonte aber das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg. „Wir wissen, was wir tun, aber auch, dass dieser Weg keine gerade Linie sein wird“, hieß es. Gleichzeitig stellte der Verein seine Strukturen neu auf und erweiterte den Aufsichtsrat um drei zusätzliche Mitglieder, die Expertise aus Finanzen, Marketing und Politik einbringen sollen. Die Botschaft: Der VfL will nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch breiter aufgestellt sein, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.
Am 12. September steht das nächste Spiel nach der Länderspielpause an. Beim SC Paderborn will der VfL endlich die Wende schaffen. Für Hecking ist die Partie gleich doppelt besonders: Zum einen trifft er auf seinen ehemaligen Klub, bei dem er in den 1990er-Jahren selbst spielte, zum anderen feiert er am Spieltag seinen 61. Geburtstag. Doch auf Paderborner Geschenke sollte der Fußballtrainer nicht hoffen. Paderborn ist zwar ebenfalls holprig gestartet, präsentierte sich spielerisch dennoch stabil. Einzig die Chancenverwertung ist ein Manko der Mannschaft von Ralf Kettemann.
Die Bochumer reisen mit erheblichen Personalproblemen nach Paderborn und muss müssen vor allem in der Abwehr improvisieren. Immerhin gibt es kleine Lichtblicke. Kapitän Matus Bero kam mit Rückenwind von der Länderspielpause zurück, Erhan Masovic steht nach monatelanger Pause wieder im Kader, wenn auch nur für Teileinsätze. Ein Sieg in Paderborn wäre deshalb weit mehr als nur ein Geburtstagsgeschenk für den Trainer. Er könnte den Druck mindern, neues Selbstvertrauen freisetzen und die aufgeheizte Stimmung im Umfeld beruhigen. Eine weitere Niederlage dagegen würde die Sorgen vergrößern und die Zweifel verstärken, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich Früchte trägt.
:bsz
Am Samstag, dem 12. April, kommt der FC Augsburg ins Ruhrstadion. Ein Spiel, das kaum noch Spielraum für Fehler lässt. Die Augsburger sind in einer starken Phase. Elf Spiele ohne Niederlage und derzeit Tabellenelfter. Der VfL hingegen steht unter maximalem Druck und braucht dringend einen Heimsieg für den Klassenerhalt.
Die Bochumer Jungen wirkte gegen Stuttgart fahrig, ideenlos und vor allem defensiv anfällig. Der einzige Lichtblick war Linksverteidiger Maximilian Wittek. Trainer Dieter Hecking lobte ihn nach dem Spiel ausdrücklich: „Wittek war der Einzige, bei dem man noch das Gefühl hatte, dass da noch was geht.“ Der Spieler selbst betonte im Anschluss: „Jetzt müssen wir den Kampf von Anfang an annehmen. Jeder muss sehen, dass nur eine Mannschaft den Sieg will.“
Auch personell wird die Aufgabe nicht leichter. Koji Miyoshi fällt länger aus, Kapitän Anthony Losilla ist angeschlagen, ebenso wie Innenverteidiger Ivan Ordets. Immerhin kehrt Bernardo zurück in den Kader. Ob Hecking auf große Veränderungen in der Startelf setzt, bleibt offen. Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Stuttgart könnte jedoch eine Rotation sinnvoll sein. Trotzdem fordert Trainer Hecking „Geduld“.
Aber nicht überall läuft der Bochumer Blues. Abseits des Rasens gibt es immerhin auch Positives: Der VfL wurde kürzlich mit dem UEFA Grassroots Award für das soziale Projekt „Blau-Weißer Bewegungsraum“ ausgezeichnet. Dabei geht es um kostenlose Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche in Bochum.
Vielleicht schwebt der Gewinnerspirit auf die Mannschaft über. Dem VfL bleiben fünf Spiele, um den Abstieg zu verhindern. Das Heimspiel gegen Augsburg dürfte entscheidend sein – wenn nicht sportlich, dann zumindest emotional. Jetzt braucht es Typen. Und Punkte.
Am 11. Dezember hat die Eröffnung einer Miniausstellung zum 175. Jubiläum des VfL Bochum stattgefunden. Eigentlich gab es schon letztes Jahr eine Ausstellung dazu im Stadtarchiv, aber nun gibt es auch eine in der Eingangshalle des Sportwissenschaft- Gebäude, am Gesundheitscampus. Bei der Eröffnung waren der Dekan der Sportwissenschaft Pablo Nolte, Prof. Dr. Andreas Luh vom Bereich Sportgeschichte und die Kanzlerin der RUB Dr. Christina Reinhardt anwesend. Außerdem waren Dr. Henry Wahlig vom Deutschen Fußballmuseum, Bernd Kreienbaum (Stifter der Sammlung) und mehrere Vertreter:innen des VfL Bochum dabei.
In den Reden auf der Eröffnungsveranstaltung wurde betont, wie gut es ist, dass die Ausstellungsstücke nicht direkt wieder in irgendein Archiv wandern, sondern auch weiterhin ausgestellt werden können. Denn eigentlich sollten die Sammlerstücke nach Ende der Ausstellung im Stadtarchiv wieder an Bernd Kreienbaum zurückgegeben werden. Der VfL wünscht sich aber, nun für die Zukunft einen dauerhaften Ort zu schaffen, um die Vereinsgeschichte zu präsentieren und zu zelebrieren. Man wolle so nicht nur den Fans einen solchen Raum schenken, sondern sich so auch wieder an die alten Stärken des Vereins erinnern und hoffentlich bald nicht mehr die „Fahrstuhl-Mannschaft“ sein.
Gefeiert wurde nicht nur mit netten Worten und ein paar Fotos, sondern anschließend auch mit Pilz und Currywurst, also richtigem Stadion Essen. Im Gespräch mit der Kanzlerin mit der :bsz, betonte diese auch nochmal die lange bestehende Zusammenarbeit zwischen Ruhr-Uni und VfL Bochum. So würden die Sportmedizinischen Untersuchungen der Spieler:innen von Mitarbeiter:innen der Fakultät durchgeführt, außerdem gäbe es medizinische Studien, welche in Kooperation beider Institutionen gemacht würden. Des Weiteren erzählt sie uns auch, dass viele ehemalige Studis der Ruhr-Uni heute beim VfL Bochum arbeiten. So ist man dann auch die Idee gekommen, die Ausstellung an der Sportfakultät zu machen und unseren Studierenden hier die Möglichkeit zu geben, sich die Exponate anzuschauen.
Die Exponate sind für die nächsten sechs Monate an der Ruhr-Uni zu sehen und können während der regulären Öffnungszeiten des Gesundheitscampus angeschaut werden.
:Steven Schöpper
Ich halte mir ungläubig die Hand an die Stirn und denke: Das könnt Ihr doch besser! Doch der Angriff der Italienerinnen ist erfolgreich. Es hat gerade mal die elfte Minute begonnen und ein Abwehrfehler bringt das Runde ins Eckige. Linder zieht als linke Innenverteidigerin in die Mitte und will auf Doorsoun spielen, doch stattdessen spielt sie Cambiaghi den Ball vor die Füße. Wenig später bedient sie Bonfantini, die das 1:0 für die Azzure landet.
Stimmung für die deutschen Frauen?
Aber erstmal alles auf Anfang: Es ist ungefähr 20 Uhr, ich betrete eine halbe Stunde vor Anpfiff das Stadion. Hier ist ein bisschen was los, wenn auch deutlich weniger, als bei den Bundesliga Spielen des VfL Bochum. Insgesamt wird es über 15.000 Zuschauer:innen ins Stadion treiben, insgesamt würden maximal rund 27.500 reinpassen. Die Leute, die gekommen sind, scheinen in guter Stimmung zu sein. Viele haben im Abendwind wehende Flaggen bei sich, tragen Deutschland-Merch oder auch Schminke in den Farben der Nationalflagge auf den Wangen. Es überrascht mich wenig, dass ich hier mehr weibliche Personen sehe als es wohl bei einem Spiel der Männer der Fall wäre. Ab und zu entdecke ich einige junge Männer, die darüber reden, nur für’s Bier gekommen zu sein. Dabei frage ich mich, inwieweit dies die Wahrheit oder eine Ausrede ist. Schließlich sind Fußballspiele von Frauenteams noch stigmatisiert. Gleichzeitig gibt es auch Stimmen, die per se die Leistungen der Spielerinnen bemängeln. Ja, man glaubt es kaum, aber es gibt auch noch konstruktive Kritik! Es heißt dabei oft, es passiere zu wenig, es käme keine Spannung auf oder die Spielerinnen hätten keine hinzurechnende Taktik.
Ängstlicher Auftakt
Weg von den Gedanken, hinein ins Spiel! Die erste Spielhälfte verläuft — beschönigt ausgedrückt —eher holprig. Ich erhoffe mir mehr, vor allem, weil die Bilanzen der letzten Spiele Hoffnung für Deutschland aufkeimen lassen: 2018 sind die beiden Teams das letzte Mal auf einander getroffen und Deutschland siegte mit 5:2. Überhaupt waren 17 der insgesamt 18 Duelle auf Deutschlands Kappe gegangen.
Doch in diesem Testspiel des Teams von Christian Wück scheinen die Uhren in der ersten Hälfte anders zu stehen. Die deutsche Mannschaft wirkt schüchtern, wenn nicht sogar verängstigt. Niemand traut sich wirklich, etwas zu starten. Das macht es den Italienerinnen leicht.
Dennoch bin ich erstaunt, wie schnell das 1:0 fällt. Torfrau Mahmutovic spielt den Ball leider dem italienischen Sturm vor die Füße und liefert ihm eine echte Steilvorlage. Die Debütantin sollte sich im Tor an diesem Abend leider nicht nur diesen Fehler leisten. Aber in der elften Minute ist für die Elf noch lange nicht alles entscheiden. Es heißt also den Ball flach zu halten und nicht den Mut zu verlieren! Wörtlich sollte man diese Redewendung im Fußball jedoch nicht unbedingt nehmen. Gerade in diesen Momenten braucht es endlich Bälle im Sturzflug, denke ich mir. Mehrere Aktionen der Azzure drohen jedoch auch noch mit einem zweiten „blauen Wunder“.
Kabinenpsychologie
Endlich bricht die zweite Halbzeit an. Und in der Kabine scheint die ein oder andere eindrückliche Ansage an das Selbstbewusstsein der Spielerinnen gemacht worden zu sein. Die braucht es auch! Nun geht‘s endlich mit mehr Angriffslust zurück aufs Feld. Jetzt passieren Aktionen, die Spannung im Stadion aufbauen. Der Schwarzmalerei vom Anfang weicht auf dem Feld dann auch ein Treffer direkt ins Schwarze! In der 51. Minute ist es Felicitas Rauch, die den Ball ins Tor der Calciatrice köpft. Endlich der heiß ersehnte Ausgleich — das Stadion ist außer sich!
Anschließend hat Deutschland weitere sehr gute Chancen. Dann in der 59. Minute: Klara Bühl zieht einen Eckball direkt aufs Tor. Alle atmen gespannt ein. Aber die Kugel schlägt an den langen Pfosten. Schade!
In der 69. Minute geht Laura Freigang nach einem Schussversuch im Strafraum zu Boden. Das ist für die Schiedsrichterin in Ordnung, weil Freigang dabei eigentlich in eine italienische Spielerin gekracht war. Trainer Christian Wück sieht das nicht nur anders — er sieht anschließend auch Gelb.
Deutschland braucht (k)ein blaues Wunder
Die Italienerinnen bleiben präsent. In der 72. Minute kommt Cambiaghi nach einer Ecke am kurzen Pfosten frei zu Schuss. Gefährlich! Aber Lea Schüller kann den Schuss blocken. Kleinherne spielt allerdings nur zwei Minuten später unter Druck zurück auf Torfrau Mahmutovic. Diese will die erste heranlaufende Italienerin austricksen — und schießt den Ball stattdessen mit einem Haken vor die Füße von Cantore. Diese lässt sich die Chance natürlich nicht entgehen und — Tor für Italien! Jetzt muss Deutschland aufholen!
Nach vielen Wechsel auf beiden Seiten scheinen die taktischen Konzepte etwas vernachlässigt zu werden. Tore scheinen für beide Teams jedoch noch möglich. Aber auch als die Nachspielzeit von fünf Minuten ansetzt, kann Deutschland noch keinen Ausgleich erzielen. Gräwe versucht es nach einer abgewehrten Flanke ein letztes Mal aus 20 Metern. Aber die italienische Torfrau Giuliani kann Italiens Führung sichern. Beim Schlusspfiff herrscht bittere Ernüchterung.
Was steckt noch in der deutschen Mannschaft?
Ich hatte heute von der deutschen Nationalmannschaft mehr erwartet.
Dennoch ist mir bewusst, dass es sich um ein Testspiel und in der Hinsicht um eine Möglichkeit zum Experimentieren gehandelt hat. Auch muss sich das Team mit dem Rücktritt von Spielerin Alexandra Popp mit einem hohen Verlust arrangieren. Es gab zudem auch eine merkliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. Trotzdem passierten auf dem Feld Fehler, die einfach nicht hätten sein müssen. Wenn normale Pässe nicht ankommen, dann reicht es einfach hinten und vorne nicht. Vielleicht klingt das nach einem harten Urteil. Aber ich sage das, weil mich die Nationalmannschaft der Frauen in der Vergangenheit auch schon mehr überzeugen konnte. Dieser Abend war keine Glanzleistung, aber erinnert dennoch daran, dass an diese Mannschaft andere Ansprüche gestellt werden können.
: Levinia Holtz
]]>Im Studium im Stadion
Zugegeben, für den VfL-Bochum sieht es momentan wie mit dem Herbstwetter aus — düster. Aber die Saison dauert ja noch bis ins Frühjahr hinein, also, keine Panik!
Da bleibt man also noch in Stimmung für ein spannendes Fußballwochenende im Vonovia Ruhr Stadion. Egal, ob Heim- oder Gästefans, junge Erwachsene oder Senioren, Familien oder Groundhopper, hier kommen alle auf ihre Kosten.
An jedem Bundesliga-Heimspieltag des VfL Bochum finden besondere Events statt, die exklusive Einblicke und aufregende Begegnungen bieten. Von Ruhrpott-Tapas und einer Stadionführung über ein Dartturnier und Eisstockschießen bis hin zu einer Tour durch die Fiege-Brauerei – stets in Begleitung einer VfL-Legende. Beim kommenden Heimspiel des VfL Bochum gegen Bayern München wird ein Fußball-Kino veranstaltet, bei dem das Spiel der letzten Saison gezeigt wird. VfL-Legenden sind ebenfalls vor Ort. Für das leibliche Wohl ist mit Bier und Currywurst gesorgt. Weitere Details zum Programm werden bald bekanntgegeben.
Um Euch über weitere Angebote zu anderen Spielen zu informieren, könnt Ihr auf diesen Link klicken: https://www.bochum-tourismus.de/fussball-wochenende.html
Maß statt Module
Das Studi-Portmonee hat eine Reise nach München nicht hergegeben? Und in der Mensa bekommt Ihr auch keine Maß mehr? Nun, vielleicht ist dieser Traum doch noch nicht endgültig verpufft! So veranstaltet Glas Strack ein eigenes Oktoberfest — á la Ruhrpott sozusagen. Mitten in Bochum Wattenscheid heißt es am 18 und 19. Oktober zwei Tage Festzeltparty mit einem vielfältigen Rahmenprogramm: Kirmesattraktionen und Food-Meile sollen für Oktoberfest-Stimmung sorgen. Auch für verschiedene musikalische Acts ist gesorgt. So wird unter anderem der bekannte Ballermann-Sänger Julian Sommer am Freitag auftreten.
Tickets findet Ihr hier: https://www.bochum-oktoberfest.de. Bitte beachtet, dass der Einlass ab 18 Jahren ist.
Eure Noten sind kein Verbrechen
Manchmal erreicht man in der Uni nicht die Leistung, die man sich erhofft hat. Aber wer ist schon perfekt? Vielleicht hilft es Euch ja, daran zu denken, dass ein Mensch weitaus größere Fehler begehen kann. Möglich wird dies für Euch am 17. Oktober ab 20 Uhr im Ruhr Congress in der Innenstadt.
Auf der dortigen Bühne diskutieren der Anwalt Dr. Alexander Stevens und Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber reale Kriminalfälle mit unerwarteten Wendungen und mysteriösen Indizien. Stevens, bekannt aus einem der erfolgreichsten True-Crime-Podcasts Deutschlands, und Schreiber, der Jura studiert hat, wollen gemeinsam die Frage klären: Schuldig oder nicht? Wenn Ihr fortan nochmal an Eure Noten denkt, dürfte Euch das Verzeihen deutlich leichter fallen…
Tickets könnt Ihr hier noch kaufen: https://www.ruhrcongress-bochum.de/event/alexander-stevens-constantin-schreiber
Macht doch mal ein Drama
Ja, das Semester hat gerade erst angefangen. Aber das heißt nicht, dass man sich nicht noch mal eine Woche Pause gönnen kann: Vom 21. bis zum 27. Oktober habt ihr nämlich von 10 bis 17 Uhr die Möglichkeit, Euch auf der Bühne auszuprobieren und neue Ausdrucksformen zu entdecken. Kai Bettermann und sein Team laden Menschen zwischen 6 und 86 Jahren zu einem interkulturellen, intergenerationellen Theaterprojekt in Bochum Langdreer ein. Ihr könnt eigene Erfahrungen und Erlebnisse – sei es aus dem Alltag oder über das Leben zwischen Kulturen – in die Theaterstücke einfließen lassen.
Neben dem Spaß verspricht das Projekt auch andere Benefits: Es vermittelt Euch vielfältige theaterpädagogische Methoden, um Sprachbarrieren zu überwinden und eure Stimme sowie Präsenz zu stärken. So fördert Ihr Eure Ausdruckskraft und Selbstwahrnehmung, stärkt Vertrauen und knüpft Kontakte im Stadtteil.
Am Ende sollen die Ergebnisse dann auch öffentlich im Bochumer Osten oder im LutherLAB aufgeführt werden.
Mehr Infos findet Ihr hier: https://www.lutherlab.de/theaterprojekt-fuer-alle-altersgruppen-und-kulturen-im-lutherlab/
Klausur, Kreditpunkte- Känguru!
Ihr habt schon genug von Klausuren und Kreditpunkten? Im Essener Theater Freudenhaus im GREND könnt Ihr am 19. Oktober und 3. November eine szenische Lesung von Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken besuchen. Die humorvolle und gesellschaftskritische Geschichte dreht sich um einen Kleinkünstler und ein kommunistisches Känguru, die zusammen in einer WG leben. In dieser Adaption werden die Themen Kapitalismuskritik, Medien, Sprachgebrauch und Philosophie auf humorvolle Weise behandelt.
Zudem wird hier das Känguru aus dem Beutel gelassen, wenn es um brennende Fragen der Fans geht: War das Känguru beim Vietcong? Und wer ist besser: Bud Spencer oder Terence Hill?
Tickets gibt es hier zu kaufen: https://www.eventim.de/event/marc-uwe-kling-co-normal-die-zero-heroes-neues-vom-kaenguru-lichtburg-essen-18552176/
:Levinia Holtz
]]>:Die Redaktion
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Auch im Fußball ist die Energiekrise angekommen. Hierbei zeigt sich jedoch, dass einige Vereine, besonders die höherklassigen, besser aufgestellt sind als andere. Doch es zeichnet sich ab, dass Vereine, die den Aspekt Nachhaltigkeit mitgedacht haben, klar im Vorteil sind. So zum Beispiel der Sport Club aus Freiburg. Mit dem Bau des neuen Stadions wurde klar auf erneuerbare Energien gesetzt. Das Ziel war, so hieß es von Offiziellen des Vereins, ,,sich unabhängig von Preisschwankungen zu machen” und auf ,,nachhaltige Energie” zu setzen. Das sieht wie folgt aus: 6200 Solarpanels schmücken das Dach des Stadions und können eine Spitzenleistung von 2,4 Megawatt erzeugen. Spitzenklasse in der Bundesliga und mit rund 1700 Sonnenstunden im Jahr in der sonnenreichsten Stadt Deutschlands ein wichtiger Schritt Richtung nachhaltige Versorgung. Die Wärmeversorgung des Stadions wird mit der Abwärme eines benachbarten Chemiekonzerns sichergestellt. Insbesondere die Rasenheizung zeigt sich bei den Fußballvereinen, als Energiefresser und sehr energieintensiv. Aber auch die Belichtung über das Flurlicht kostet die Vereine sehr viel Energie. Bayer Leverkusen optimiert aus diesem Grund den Energieeinsatz der Rasenheizung, indem sie mit einer Wetterstation gekoppelt ist. Das führt dazu, dass der Einsatz der Heizung auf konkrete Bedarfsfälle beschränkt bleibt. Beim FC Bayern wird die Heizung nicht mehr von Gas betrieben, sondern mit einer Luft-Wärme-Pumpe, die großenteils über Solarstrom Energie bekommt. Circa die Hälfte der Vereine in der Bundesliga haben ihre Lichtquellen ausgetauscht. So leuchten nun in vielen Stadien LED-Leuchten, die zwar in der Anschaffung teurer sind, aber im Betrieb kostengünstiger und langlebiger sind. Das Licht ist nämlich eine wichtige Konstante für die Spiele. So funktioniere die Torlinientechnik nur hundertprozentig, wenn die Lichtverhältnisse ausreichend sind. Dasselbe verhält sich für qualitativ hohe Spielübertragung ein weiterer Grund, warum einige Vereine darüber mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und TV-Produktionsfirmen im Austausch stehen, die Anstoßzeiten anzupassen. Denn Energie zu sparen, auch über einen „Teilverzicht“, sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns nicht entziehen, so ein Sprecher des SV Weder Bremens.
Könnte es zu einem einheitlichen Energiekonzept der Vereine kommen? Jein! Einigen Vereinen gehört das eigene Stadion, andere sind nur zur Miete in den Stadien, wiederum andere sind nur Miteigentümer! Das heißt: zu unterschiedlich sind die Voraussetzungen der einzelnen Vereine! Viele Vereine unterliegen jedoch jetzt schon den städtischen Maßnahmen. So werden die Stadien nur noch an Spieltagen beleuchtet oder in der Gastronomie die Kühlschränke unter der Woche ausgeschaltet. Eins ist klar – der Verzicht im Fußball in Sachen Energiehaushalt wird sich nicht aufhalten lassen. Ein positiver Nebeneffekt hat tatsächlich die verhasste WM in Katar. Denn vom 13. November 2022 bis zum 21. Januar 2023 ruht der Spielbetrieb in den ersten Ligen der Bundesliga.
Und der Amateurfußball?
Der Deutsche Fußball Bund (DFB) hat bis zum 15. August eine Meinungsabfrage gestartet und wollte wissen, wie es um gesellschaftlichen Stellenwert bezüglich dieser Thematik steht. Die Ergebnisse sollen zeitnah veröffentlicht werden und sollen eine Handreichung, sowie einen Barometer darstellen, wo Hilfe benötigt werden könnte. Eins ist aber klar: König Fußball wird es natürlich durch die Energiekrise schaffen.
:Abena Appiah
:Die Redaktion
Ab dem 1. Juli geht sie an den Start – die Meldestelle für Diskriminierung im Fußball. Dieses Projekt ist eine Kooperation der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW und des Lehrstuhls für Ethnologie der RUB-Fakultät für Sozialwissenschaft. Bis zum 15. Juni konnten Interessierte und Teilnehmende der Sportart bei einer Umfrage mitmachen. Wichtig hierbei: Es handelt sich nicht nur um aktive Spieler:innen in den ersten Ligen, sondern um alle Menschen, die am Konstrukt Fußball teilnehmen. Dazu gehören: Fans, Fangruppen, Organisationen im Profi- wie Amateurbereich oder sonstige Akteur:innen rund um den Sport. Seit 2018 arbeitet das Team um Dr. David Johannes Berchem gemeinsam mit Patrick Arnold an der Etablierung einer solchen Meldestelle. Denn im Fußball sind gesellschaftspolitische Erscheinungen mehr als in anderen Sportarten sichtbar. Diese Ausdrucksformen können sich vielfältig zeigen: Gewalt, Diskriminierung, Ethnisierung. Dennoch kann der Sport auch positiv beeinflussen und zählt mit seinen sozialen Tendenzen und Phänomenen als wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur. Aber es gibt in Deutschland keine Kategorisierung, statistische Verarbeitung und analytische Auswertung von diskriminierenden Vorfällen, die regelmäßig stattfinden, trotz der regelmäßigen Erhebung von Daten im Bereich Gewalt.
Das durch die Staatskanzlei NRW und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW finanzierte Projekt und soll langfristig laut Dr. Berchem folgendes Ziel haben: „Wir wollen evidenzbasierte Erkenntnisse generieren. Mit dem Ziel, diese zu systematisieren, auszuarbeiten und zu analysieren. Dieses gesellschaftlich relevante Wissen, was unser Projekt erzielt, möchten wir als Handhabungsmodelle der Gesellschaft dann wieder zur Verfügung zu stellen. Damit arbeiten wir an einer antidiskriminierenden und inklusiven Gesellschaft.“Die Meldestelle versteht sich auch als eine Art Mittelsmann, denn die sie kann auch gesellschaftliche Solidarität steigern und ermöglicht eine Sensibilisierung gegenüber Betroffenen und deren Stellung im komplexen Spannungsfeld zwischen Politik, Sport und Gesellschaft.
Bis zum Start der offiziellen Medlestelle am 01. Juli können Interessierte sich auf Social Media schon mit verschiedenen Diskriminierungsformen im Fußball in einer Art Countdown auseinandersetzen. Hierbei zeigt sich das große Netzwerk, dass an diesem Projekt arbeitet. Vereine (Profi- und Amateurbereich), Verbände (inkl. Fußballverbände auf Landesebene, Fußballkreise), Bünde des Landes NRW, Schulen (Schule gegen Rechtsextremismus), universitäre Einrichtungen in Form der Ruhr-Universität wie auch zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten gemeinsam an dem Ziel der Diskriminierungsprävention im Lieblingssport der Deutschen.
:Abena Appiah
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Nach dem neuesten Outing in England, könnten wir uns auch fragen, warum es in Deutschland keine
weiteren Outings gibt. Eine kleine Recherche gibt Aufschluss.
Wie sieht es also im Deutschen Fußball aus? Was wird gegen Homophobie, Transphobie, Biphobie und Weiteres getan? Gibt es im Deutschen Fußball Platz für Menschen, die nicht straight sind? Gibt es den im Englischen Fußball vielleicht strukturell einfach mehr und deshalb können wir auf eine deutsche Wende nur hoffen?
Schaut man sich die Seite des FA an, was die englische Football Association ist, dann findet man schnell und einfach folgende Seite: thefa.com/football-rules-governance/inclusion-and-anti-discrimination/tackling-homophobia. Dort geht es darum, dass Englands Fußball als Sport und Industrie die LGBTQ+-Community willkommen heißen und feiern will. Es wird zugegeben, dass noch viel getan werden muss gegen die Diskriminierung. Aber es gibt zum Glück Gruppen wie ‚Stonewall‘ und ‚Football v Homophobia‘, die sich dieses Ziel gesteckt haben und daran arbeiten, zusammen mit dem Englischen Fußball Verband. Bei den Homepages der großen Clubs sieht es dahingegen schon wieder etwas schwieriger aus. Man findet weniger über Anti-Diskriminierungsprogramme, aber doch etwas. Der FC Chelsea London hat eine Kampagne namens ‚NO TO HATE‘, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form der Diskriminierung richtet. Der Blick nach Deutschland. Auch hier haben große Vereine wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund nicht viel übrig für die LGBTQIA+-Community. Man findet wenige bis keine Infos dazu. Was in Deutschland eher auf der Fußball-Fahne im Schrebergarten steht, ist der Kampf gegen Rassismus und auch die Anti-Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Aber Vereine müssen sich ja nicht unbedingt mit allem auseinandersetzen, oder? Das kann ja der DFB (Deutsche Fußballbund) übernehmen. Genau. Der macht das. Was? Der macht das auch nicht explizit? Tja, schade. Auch auf der Website des DFB findet man fast keine Informationen, die direkt Menschen aus der LGBTQIA+-Community ansprechen. Hat man sich erstmal zur ‚FUSSBALL FÜR ALLE_-PDF durchgeklickt, dann findet man einen Satz, der auch auf sexuelle Orientierung eingeht, aber von Hilfsprogrammen, die explizit helfen, fehlt jede Spur.
:Lukas Simon Quentin
„Vielfalt bereichert den Fußball“ heißt es auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bund, der in einem kurzen Werbevideo die Religions-. Herkunfts- und Gendervielfalt zelebriert. Denn Fußball sollte allen Menschen zugänglich sein, unabhängig von Altersgruppen, sexuellen Orientierungen oder auch körperlichen beziehungsweise geistigen Handicaps. Dass mit dem salonfähig gewordenen Rechtspopulismus auch eine gewisse gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Einzug hält und somit auch die Diskriminierung immer mehr zum Alltag wird, macht eine klare Kante der Anti-Diskriminierung umso wichtiger. Dabei kommt es oft auf die kleinen Dinge an, über die man oft gar nicht mehr nachdenkt. Begriffe wie „dunkelhäutig“ oder „farbig“ sind durch die Kolonialzeit negativ konnotiert und sind ebenso wie Aussagen „Für eine Frauenmannschaft haben die ganz gut gespielt“ aus der Zeit gefallen. Anstatt unsere menschlichen Unterschiede im Sprachgebrauch in den Fokus zu rücken, sollten wir unsere Gemeinsamkeiten, wie die Liebe zum Sport, den Ton angeben lassen. Dass es auch weiterhin, vor allem im Männerfußball, immer noch als tabu gilt, homosexuell zu sein oder einer anderen Genderidentität angehörig zu sein, ist bedauernswert und ein Relikt vergangener Tage. Die Vielfalt in der sexuellen Orientierung und der Genderidentitäten findet immer mehr Einzug in der Mitte unserer Gesellschaft, höchste Zeit, dass der deutsche Fußball diesen Sinneswandel der Toleranz bejaht und bekräftigt. Viele sehen sich weiterhin gezwungen ihre wahre Identität zu verschweigen, aus Sorge vor Diskriminierung und dem Ende ihrer Karriere. Das Leben mit der Lüge kostet Energie und wirkt sich negativ auf sportliche Leistungen aus. Diese Ängste übertragen sich ebenfalls auf Nachwuchsspieler:innen, die schon vor Beginn einer vielversprechenden Karriere den Kopf zerbrechen müssen, weil sie „anders“ sind. Der Appell sollte sein, dass „anders“ sein uns erst zu bemerkenswerten Menschen macht, und die Vielfalt, in jeglicher Hinsicht, im deutschen Fußball längst überfällig ist.
:Artur Airich
Welten entfernt
Männer- und Frauenfußball: Gleiche Sportart, unterschiedliche Rollenbilder, Werte und Normen. Wie gehen die Sportler:innen mit Homosexualität um?
Die LGBTQ+-Szene wird seit Jahren gesellschaftlich zu nehmender akzeptiert. Für viele Menschen ist es selbstverständlich, dass es verschiedene sexuelle Orientierungen gibt und der Umgang mit selbigem Alltag, eben “kein großes Ding” mehr, ist. Trotzdem gibt es koexistierende Mikrokosmen, in denen Thematiken wie Homosexualität konservativer beäugt werden. Einer davon ist der Fußball. Insbesondere der Männerfußball. Im Vergleich zu ihren weiblichen Kolleginnen liegen die Fußballspieler bezüglich der Akzeptanz von Homosexualität weit zurück. Im Frauenfußball ist die gleichgeschlechtliche Liebe normalisierter. Natürlich haben auch lesbische Frauen angst- oder schambesetzte Gefühle bezüglich eines öffentlichen Outings; sie teilen schließlich immer noch eine gewisse Intimität mit der Öffentlichkeit, wenn sie sich als lesbisch outen, und sie machen sich angreifbar für Homophobie. Doch intern, unter den Frauenfußballerinnen, erfährt das Lesbischsein keine besondere Aufmerksamkeit und viel mehr große Akzeptanz und Unterstützung. Bei den Männern hingegen ist die Angst vor einem öffentlichen Outing und einer negativen Reaktion deutlich größer. Dies liegt zum einen daran, dass im Männerfußball stärker als im Frauenfußball für die Frauen bestimmte Vorstellungen von Männlichkeiten mitschwingen, die ein schwuler Mann angeblich nicht erfüllen könnte. Diese Männlichkeitsideale setzen schwule Fußballer so stark unter Druck, dass sie sich nicht outen. “Schwul” ist dort ein Schimpfwort. Umso wichtiger ist es, dass es immer wieder vorangehende Fußballer gibt, die sich als Vorbild outen und für junge schwule nachkommende Fußballer den Weg ebenen, genauso wie es die lesbischen Fußballerinnen bereits für die Frauen tun.
:Rebecca Voeste