Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Frauenparkplatz | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:50:41 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Frauenparkplatz | BSZ https://bszonline.de 32 32 Kein Gleichstellungsthema https://bszonline.de/2017/03/13/kein-gleichstellungsthema/ https://bszonline.de/2017/03/13/kein-gleichstellungsthema/#respond Mon, 13 Mar 2017 17:24:24 +0000 https://bszonline.de/2017/03/13/kein-gleichstellungsthema/ Sicherheit. Um die Situation an der G-Reihe zu entspannen, greift die Uni zur Alternative. Im Streit um den Frauenparkplatz zeigt sich, wie Kommunikationsschwierigkeiten einen kleinen Skandal auslösen können.

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Zu Stoßzeiten sind AutofahrerInnen teils lange auf der Suche nach einem freien Platz auf dem Campus. Aufgrund der Bauarbeiten dramatisiert sich die Lage: Seit die G-Südstraße eine Sackgasse ist, bilden sich vor allem vormittags Rückstaus bis ins Parkhaus. „Universitätspersonal muss teilweise den Verkehr regeln“, erklärt Jens Wylkop, Pressesprecher der RUB. 

Daher wird nun der bisherige Caspo-Frauenparkplatz zur allgemeinen Nutzung freigegeben und an der G-Südstraßenseite ein neuer Frauenparkplatz eingerichtet. Eine Schranke soll die Zufahrt regeln. Mitarbeiterinnen und Studentinnen können gegen eine einmalige Gebühr von sieben Euro eine Schlüsselkarte bei der Univerwaltung beantragen – für ihre Lösung erntet die Uni jedoch viel Kritik.

Diskussion

Nicht nur die vorübergehende Sperrung der G-Südstraße erhitzt nun die Gemüter. Vor allem die Notwendigkeit eines Frauenparkplatzes wird auf dem Campus und darüber hinaus heftig diskutiert. Von umgekehrter Diskriminierung ist die Rede, der Nutzen der Maßnahme wird in Frage gestellt. Unter dem Vorwand der Sicherheit solle eine „verkorkste Parksituation“ gelöst werden, heißt es in Facebookkommentaren.

Die Vorwürfe weist Wylkop entschieden zurück. „Es ist kein neuer Frauenparkplatz geschaffen, sondern nur ein bereits vorhandener verlegt worden. Wir halten das für die praktikabelste Lösung.“ Denn mit vergleichbaren Problem sei bei einem hochfrequentierten Ansteuern des Caspo-Parkplatzes aufgrund der konkreten Umstände nicht zu rechnen. Diese entscheidende Information scheint jedoch in der Diskussion untergegangen zu sein und hat zudem zu Missverständnissen beigetragen. Es handele sich nicht um ein Gleichstellungsthema, betont Jens Wylkop. Während das Social-Media-Team weiter versucht, die viralen Emotionsausbrüche zu besänftigen, haben die Arbeiten an der Zufahrtsschranke bereits begonnen.

:ksz

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Plädoyer für Sachlichkeit https://bszonline.de/2017/03/13/plaedoyer-fuer-sachlichkeit/ https://bszonline.de/2017/03/13/plaedoyer-fuer-sachlichkeit/#respond Mon, 13 Mar 2017 16:22:46 +0000 https://bszonline.de/2017/03/13/plaedoyer-fuer-sachlichkeit/ Kommentar. Am 3. März hat die RUB bekannt gegeben, dass die Parkplätze der G-Südstraße zu Frauenparkplätze umgebaut werden.

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Schaut man in die Kommentare unter der Ankündigung, findet man sofort Menschen, die die große Verschwörung wittern. Eine Diskriminierung der Männer sei das!!Einself. Männer sollten auch einen eigenen Parkplatz bekommen. Dummheit regiere die RUB, so ein anderer User. Natürlich darf das Weiterspinnen vom vermeintlichen Genderidentitäts-Bagatellen und das Zitat „I identify as an attack Helicopter“ des bekannten Anti-Gender-Memes nicht fehlen. Und da sind wir auch schon beim Problem. Die Diskussion über Feminismus und Gendern ist geprägt von Unverständnis. Die Fronten, derart verhärtet und die Diskussion so emotional geworden, dass ein sachlicher Diskurs gar nicht mehr möglich ist.  

Allgemeines Gleichstellungsgesetz

Abseits der emotionalen Diskussion gibt es einen ziemlich rationalen Grund, warum Frauenparkplätze erlaubt sind: Das Allgemeine Gleichstellungsgesetz. „Frauen [sind] generell einer größeren Gefahr als Männer ausgesetzt, Opfer von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu werden. Es kann deshalb gerechtfertigt sein, in Parkhäusern Frauenparkplätze zur Verfügung zu stellen, auch wenn sich im Einzelfall nicht nachweisen lassen sollte, dass besondere Gefahren drohen, etwa bei einem beleuchteten Parkplatz in einem sicheren Einkaufscenter“, so die offizielle Begründung.

Neben dem Gesetz kann man natürlich über die moralisch-ethischen Grundsätze diskutieren. Aber auch hier sollte man sachlich bleiben. Nur wenn man keinen sachlichen Grund für eine Regelung sieht, bedeutet das noch nicht, dass es diesen Grund nicht gibt. Letztlich beruhen doch alle Kommentare auf einem Gefühl – dem Gefühl, selbst ungerecht behandelt worden zu sein. Legt man das ab, gibt es viele Gründe für Frauenparkplätze. Beispielsweise als wünschenswertes Sichtbarwerden von Fraueninteressen im öffentlichen Raum.  Allerdings könnte es auch sein, dass so nur das Problem der Gewalt gegen Frauen unsichtbar gemacht wird oder Frauen in die stereotypische Opferrolle gedrängt werden. Eine solche Diskussion kam in der Kommentarspalte allerdings nicht zustande.  

                :Andreas Schneider

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