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bsz: Weshalb habt Ihr den Blog gestartet, an wen richtet er sich und was ist das Ziel davon?
Die Idee zum wissenschaftlichen Blog entstand im Anschluss an eine Vortragsreihe, die sich mit kritischen Zugängen zur Islamwissenschaft und Arabistik befasste. Der Blog soll nun als langfristige Plattform für solche Themen dienen, die wir als Studierende in unserem Fach gerne stärker in der Lehre und Forschung vertreten sehen würden. Mit unserem Blog wollen wir Studierende sowie Studieninteressierte ansprechen, aber auch Wissenschaftler:innen, sowie Personen außerhalb der Wissenschaft, die sich für politische oder historische Themen interessieren. Wir wollen mit unseren Beiträgen unseren Leser:innen vermitteln, dass die islamisch geprägte Welt und der Islam eine lange und plurale Geschichte besitzen und es sich lohnt, sich mit anderen Regionen und Religionen auseinanderzusetzen, um Ähnlichkeiten zu entdecken, aber auch um anhand von Unterschieden möglicherweise die eigene Position besser zu verstehen. Die Beiträge bieten im Einzelnen Einblick in verschiedene Teilbereiche und das Potenzial, sich mit bestimmten Aspekten intensiver auseinanderzusetzen. Außerdem wollen wir aufzeigen, mit welcher riesigen Bandbreite an Themen sich die Islamwissenschaft und Arabistik auseinandersetzt und dass es in unserem Fach viele verschiedene Ansätze gibt, Wissenschaft zu betreiben. Unser Ziel ist, dass die Themen und Inhalte einem breiteren Publikum zugänglich werden.
bsz: Was ist Euer Plan betrefflich des publishen, der Autor:innen und der Themen?
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen Beitrag pro Monat zu veröffentlichen, der jeweils zum Ersten auf unserer Seite erscheint. Wir möchten mit unseren Autor:innen eine Bandbreite abbilden, die ungefähr die Zielgruppe wiederspiegelt. Das heißt, dass wir nicht nur „fertigen“ Wissenschaftler:innen eine weitere Veröffentlichungsplattform bieten wollen, sondern insbesondere auch Studierenden, Doktorand:innen, sowie Personen außerhalb der Academia. Gerade für Studierende und Doktorand:innen kann es hilfreich sein, erste Erfahrungen im wissenschaftlichen Publizieren zu sammeln, was wir unterstützen wollen. Außerdem liegt uns eine interdisziplinäre Autor:innenschaft am Herzen. Viele Themen, die für die Islamwissenschaft relevant sind, werden auch in anderen Disziplinen behandelt, wie zum Beispiel in der Geschichtswissenschaft, in verschiedenen sozialwissenschaftlichen Disziplinen, der Kunstgeschichte oder in der Sozialen Arbeit.
Thematisch ist alles Mögliche denkbar, da wir ein großes Spektrum abbilden wollen. Wir sind grundsätzlich für Themenvorschläge der Autor:innen offen. Das können zum Beispiel Themen sein, die sich mit Geschlechterverhältnissen, Kapitalismus, Gesellschaftsformen, Wirtschaft, (Macht-)Verhältnissen von Staat, Religion und Gesellschaft oder innerreligiösen Aspekten auseinandersetzen. Auch die Forschung im Fach an sich kann kritisch reflektiert werden.
Der nächste Text erscheint am ersten April und ist eine Übersetzung eines arabischen Textes zu islamischem Feminismus.
bsz: Inwiefern ist das Blog für Studierende relevant oder hat einen Bezug zum Studium?
Für Studierende ist der Blog vor allem in Bezug auf Einblicke in aktuell relevante Forschungsthemen und -gebiete relevant. Bei uns kann man einen Eindruck davon bekommen, mit welchen Themen sich Wissenschaft in unserem Fach beschäftigt. Wir wollen Studierende dazu anregen, selbst immer mehr zu hinterfragen und soziale Kontexte und historische Kontinuitäten zu berücksichtigen. Wir bemühen uns, dass die einzelnen Artikel auf unserem Blog auch ohne Vorwissen von Personen aus allen Disziplinen und auch außerhalb der Universität verstanden werden können, um unser Angebot möglichst niedrigschwellig zu halten.
Im besten Falle inspirieren unsere Beiträge die Studierenden zu eigenen Recherchen und Auseinandersetzungen, zu Kritikfähigkeit, oder dazu, selbst bei uns zu publizieren, damit ihr erarbeitetes Wissen nicht „in der Schublade verschwindet“. Damit möchten wir zu einer höheren Partizipation in der Wissenschaft anregen.
Wie gründet man so einen Blog und welche Unterstützung hat man dabei?
Das ist vom Fall zu Fall abhängig, theoretisch kann sich jede Einzelperson ohne weiteres bei einem der vielen Bloganbieter anmelden und sofort starten. In unserem Fall konnten wir auf die Unterstützung von unserem Institut und deren Mitarbeitenden zurückgreifen, insbesondere derer, die im Late Ottoman Palestinians-Projekt (LOOP) arbeiten. Dieses wissenschaftliche Projekt veröffentlicht auf einem Wissenschaftsblog Zwischenerkenntnisse. Daher konnten uns die Mitarbeitenden, insbesondere Olaf Berg und unser Professor Johann Büssow, auf Basis ihrer bisherigen Erfahrungen mit der hypotheses-Plattform, auf der auch unser Blog nun angesiedelt ist, beraten. Das hat uns vieles erleichtert und den Prozess ein kleines bisschen beschleunigt.
Das heißt allerdings nicht, dass es automatisch schnell zur ersten Publikation kam. Es war eine Menge Vorarbeit erforderlich, oft auch kleine Details, besonders beim Aufbau der Seite und was die Vorgaben für die Publikationen angeht. Allerdings ist das auch für uns ein „learning by doing“ und wir befinden uns weiterhin in einem Lernprozess.
Unterstützung erhalten wir bisher neben unserem eigenen Institut von der Fakultät der Philologie für unsere Öffentlichkeitsarbeit, und von der Studierendenschaft, besonders der FSVK, bei einem momentan in der Planung steckenden Best Paper Award.
Finden könnt Ihr den Blog hier: https://kritarab.hypotheses.org/
:Halima Okanović
]]>Vielleicht erinnert Ihr Euch an die rote Backsteinfassade gegenüber des Bochumer Rathauses. Lange stand dieser Ort leer, nun soll dort das Haus des Wissens gebaut werden. Mit dem Ziel, die Innenstadt zu beleben, sollen dort ab Juni 2027 auf fünf Etagen Einkaufs- und Bildungsanbieter einziehen. Der erste Stein der Baute wurde im September gelegt. Ein ambitioniertes Projekt, welches auf seiner Webseite relativ wenig über sich selbst preisgibt – und auch Kritik kassiert hat.
Der Vizefraktionschef der CDU im Rat, Roland Mischke, warf dem Projekt in einer Mitteilung vor, viel zu teuer zu sein. Er nannte die Kosten der Immobilie als Problempunkt, und, dass das Projekt mittlerweile schon 160 Millionen statt der geplanten 153 Millionen Euro kosten würde. Laut Radio Bochum weist die Stadt Bochum diese Vorwürfe von sich; einerseits seien die Kosten der Immobilie nicht aufgeführt worden, da sie nur nicht öffentlich kommuniziert worden seien. Andererseits sollen Einzugskosten und ähnliche von den einziehenden Parteien getragen werden.
Diese Parteien sind neben Läden, der Volkshochschule und der Stadtbücherei auch UniverCity. Letzteres ist ein Projekt von Bochumer Forschungs- und Bildungsinstituten, wie etwa der RUB, das den Status von Bochum als Wissensstadt fördern soll. Es sollen insbesondere Räume eingerichtet werden, in denen interdisziplinär geforscht und kommuniziert werden kann. Mehr Informationen gibt es auf der Homepage unter https://www.univercity-bochum.de/.
Wie der Name es schon vermuten lässt, gibt es den ganzen November über hinweg Veranstaltungen. Workshops, Kurzeinführungen, Gespräche mit Expert:innen und Vernetzungstreffen. Eingeladen sind dabei die Studierenden und Forschenden der Ruhr-Uni. Aber auch Partner:innen des europäischen UNIC-Hochschulnetzwerks und weitere Interessierte sind willkommen. Dabei geht es um die Themen Open Access, Open Data und Open Educational Resources. Der freie Zugang zu Lehr- und Lernmaterial und Forschungsergebnissen und erhobenen Daten sind dabei essentielle Aspekte.
In den Workshops wird vermittelt, wie Publikationen als Open Access veröffentlicht werden oder wie Forschungsdaten und Lernmaterialien am besten mit der eigenen Community geteilt werden können. Der Open Science November bietet eine exklusive Möglichkeit für den Austausch und die Diskussion mit Expert:innen zu den Entwicklungen und Herausforderungen der Open Science Community.
Für Interessierte gibt es einen Moodle-Kurs in dem alle wichtigen Infos zum Open Science November zu finden sind:
https://moodle.ruhr-uni-bochum.de/course/section.php?id=8226847.
Einen ausführlichen Überblick zu allen Veranstaltungsterminen gibt es hier: https://tinyurl.com/5dxryhxt.
:afa
Vielleicht habt Ihr den Begriff „Anthropozän“ schon einmal gehört. Er wird manchmal im Umweltingeneurswesen verwendet, öfters auch im modernen Theaterwesen. Der Begriff, der diese beiden sehr verschiedenen Disziplinen verbindet, steht für das Zeitalter des Menschen und menschengemachten Klimawandels. Für die offizielle wissenschaftliche Zeitrechnung wurde dieser Begriff dieses Jahr abgelehnt, doch er hält sich in aller Munde. Der Beginn dieser Zeitspanne lässt sich mit dem Beginn der Industrialisierung auf das 19. Jahrhundert verorten. Vor allem in den Künsten wird der Begriff des Anthropozän gerne als Symbolbegriff verwendet, mit dem man die Interaktionen des Menschen und dem „mehr-als-menschlichen“, oftmals der Natur, porträtiert. Cool, und was bedeutet das jetzt für diese Konferenz?
Diese dreitägige Konferenz zeigt verschiedene „Szenen“ der Menscheit und Erde auf. Das können Vorträge zum kartieren und forschen des Weltalls oder der künstlerischen Zusammenarbeit in einem verwilderten Wald sein. Das Anthropozän als reiner Zeitalterbegriff wird hier praktisch zu etwas Höherem erhoben: Andere Szenen, die vorgestellt werden, sind beispielsweise Verhandlungen gegen die moderne Kolonialisierung von amerikanischen Landschaften, die sowohl den Menschen – den Anthropos – und die Erde beeinflussten. Auch kunsttheoretischere Ansätze zu Queerness und moderner Politik sind im Programm enthalten.
Was genau eine Szene ist, ist ebenso Subjekt eines Vortrags. Daher auch der Titel „transforming anthropo(s)cene“ – Leben wir im Zeitalter des Menschen, oder ist alles menschliche und übermenschliche eine Szene, der wir uns widmen können? Oder ist es ein Zeitalter der Verwobenheit? Diesem Thema widmet sich Małgorzata Sugiera am 25. Oktober ab 14:30 Uhr. Ihr solltet allenfalls einen Blick auf das Programm werfen, um Euch selbst ein Bild davon zu machen.
Organisiert wird sie von dem Institut der Theaterwissenschaften der RUB. Als Keynote Speaker sind Prof. Dr. Rebecca Schneider und Prof. Dr. Marisol de la Cadena, beide aus Amerika, eingeladen. Neben solchen internationalen Wissenschaftlerinnen, die im wissenschaftlichen Wesen bereits etabliert sind, wurden aber auch Studierende um ihre Teilnahme gebeten. Ob als Teil eines Rundgangs oder Vortrag, als unfertige Idee oder vollendigtes Kunstwerk: Bis zum 6. Oktober konnten Studierende ihre eigenen Werke einreichen, um ins Programm inkorporiert zu werden. Diese werden wohl in den Pausen zwischen verschiedenen Panels besichtigt werden können. Um vorherige Anmeldung auf der Homepage wird gebeten: https://www.transforminganthropo-s-cene.de/registration
:Halima Okanovic
]]>Wer lieber an der Erdoberfläche bleiben möchte, kann sich auf rund 8.000m² Ausstellungsfläche an einem der zahlreichen Rundgänge erfreuen. Insgesamt vier Rundgänge führen Euch mit dem Themen Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst durch das Haus. Zu bestaunen gibt es dabei um die 3.000 Exponate in den Dauerausstellungen. Auch die Sonderausstellungen können sich sehen lassen. So gibt es bis zum Mai 2025 die Sonderausstellung „Doppelbock auf Museum”, in der die bewegte Geschichte des Fördergerüsts aufgearbeitet wird, wenn es zum Beispiel darum geht, dass Rost das industrielle Erbe bedroht. Eine weitere Sonderausstellung namens „Wir machen Platz!” widmet sich der Grünfläche vor dem Bergbau-Museum und zeigt Gestaltungsentwürfe von Studierenden der Hochschule Bochum. Die Entwürfe zeigen den Vorplatz und die Grünfläche in neuer Gestalt.
Stichpunkt Hochschule: Am Deutschen Bergbau-Museum wird auch fleißig geforscht. Dabei ist ganz aktuell ein neues Forschungs- und Depotgebäude in Arbeit. Den offiziellen Spatenstich gab es erst im Juli. Das Gebäude wird Teil des Leibniz-Forschungsmuseums für Georessourcen. Das neue Gebäude soll die dringend benötigte Infrastruktur zur Aufbewahrung der Sammlungen des eigenen Dokumentationszentrums bereitstellen. Denn die Archiv-Bestände und Objekte befinden sich zurzeit noch in externen Lager- und Büroräumen. Das Gebäude soll 2026 fertiggestellt werden.
Das Bergbau-Museum ist besonders jetzt in der Ferienzeit einen Besuch wert, und auch perfekt für einen Ausflug mit der Familie oder dem Freundeskreis. Habt Ihr Lust bekommen? Ihr findet das Deutsche Bergbau-Museum an folgender Adresse: Am Bergbaumuseum 28 in 44791 Bochum. Mit der U-Bahn kommt Ihr vom Hauptbahnhof mit der Linie U35 direkt an die Station Deutsches Bergbau-Museum. Erwachsene bezahlen für den Eintritt 10 Euro, mit dem Studierendenausweis gibt es eine Ermäßigung auf 5 Euro.
:Artur Airich
Seit das Genus Plesiosaurus 1821 benannt wurde, plagten die ausgestorbene Meeresechse und ihre Verwandten einige Fehlannahmen. Mal eher wie biblische Monster, mal wie träge Seeschlangen rekonstruiert, landete in einem bekannten Fall sogar der Kopf bei einer Rekonstruktion am falschen Ende des Tieres, und schmückte die Spitze des Schwanzes des besonders langhalsigen Elasmosaurus. Eine immer noch heiß diskutierte Frage ist jedoch, wie die nur entfernt mit den Dinosauriern verwandten Tiere sich fortbewegt haben. Vier in etwa gleich große und gleich geformte Flossen sind das Alleinstellungsmerkmal der Plesiosaurier, kein rezentes oder bisher bekanntes ausgestorbenes Tier hat solche Gliedmaßen. Vergleiche mit Tieren, welche sich in unserer Zeit die Erde mit uns teilen sind jedoch eine der einfachsten Methoden, um Erkenntnisse über die Fortbewegung solcher Lebewesen zu gewinnen, welche wir nur noch als Fossilien kennen. In ihrer an der Universität Bonn und der Ruhr-Universität Bochum betreuten Dissertation hat die Paläontologin Dr. Anna Krahl nun mit Methoden der Ingenieurswissenschaft neue Ergebnisse zutage gefördert. Programme, mit denen sonst die Belastung von Materialien und Bauteilen getestet werden können, halfen dabei herauszufinden, wie sich die verschiedenen Stress-Faktoren auf die Knochen der Tiere auswirkten. Dabei haben Modelle – physisch wie digital – geholfen, festzustellen, wie die Meeresechsen ihre vier flügelartigen Flossen wohl nutzten. Neben des fossilisierten Knochen, wurden dabei auch die Muskeln, basierend auf Vergleichen mit lebenden Echsen rekonstruiert. Eine vorherige Arbeit zeigte bereits, dass die Knochen und Gelenke der Plesiosaurier wohl nicht dazu in der Lage waren, eine rudernde Fortbewegung wie die von Meeresschildkröten zu unterstützen. Die hierfür nötige Drehung um die Längsachse ist vermutlich anatomisch nicht möglich. Plesiosaurier bevorzugten viel mehr Auf- und Abwärsbewegungen. Um mit solchen Bewegungen nicht nur Auftrieb, sondern auch Vortrieb zu erzeugen, konnten die Echsen wohl ihre Flossen verwinden. Die Ergebnisse von Dr. Krahls Forschung legen nahe, dass die Tiere, ohne den Oberschenkel oder Arm, also um die Längsachse zu drehen, die Spitze ihrer Flossen fast senkrecht halten konnten. Ein über hundert Jahre altes Rätsel könnte somit nun endlich aufgeklärt sein, als alte Knochen auf neue Technologie trafen.
:Jan-Krischan Spohr
Ab dem 1. Juli geht sie an den Start – die Meldestelle für Diskriminierung im Fußball. Dieses Projekt ist eine Kooperation der Landesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte NRW und des Lehrstuhls für Ethnologie der RUB-Fakultät für Sozialwissenschaft. Bis zum 15. Juni konnten Interessierte und Teilnehmende der Sportart bei einer Umfrage mitmachen. Wichtig hierbei: Es handelt sich nicht nur um aktive Spieler:innen in den ersten Ligen, sondern um alle Menschen, die am Konstrukt Fußball teilnehmen. Dazu gehören: Fans, Fangruppen, Organisationen im Profi- wie Amateurbereich oder sonstige Akteur:innen rund um den Sport. Seit 2018 arbeitet das Team um Dr. David Johannes Berchem gemeinsam mit Patrick Arnold an der Etablierung einer solchen Meldestelle. Denn im Fußball sind gesellschaftspolitische Erscheinungen mehr als in anderen Sportarten sichtbar. Diese Ausdrucksformen können sich vielfältig zeigen: Gewalt, Diskriminierung, Ethnisierung. Dennoch kann der Sport auch positiv beeinflussen und zählt mit seinen sozialen Tendenzen und Phänomenen als wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur. Aber es gibt in Deutschland keine Kategorisierung, statistische Verarbeitung und analytische Auswertung von diskriminierenden Vorfällen, die regelmäßig stattfinden, trotz der regelmäßigen Erhebung von Daten im Bereich Gewalt.
Das durch die Staatskanzlei NRW und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW finanzierte Projekt und soll langfristig laut Dr. Berchem folgendes Ziel haben: „Wir wollen evidenzbasierte Erkenntnisse generieren. Mit dem Ziel, diese zu systematisieren, auszuarbeiten und zu analysieren. Dieses gesellschaftlich relevante Wissen, was unser Projekt erzielt, möchten wir als Handhabungsmodelle der Gesellschaft dann wieder zur Verfügung zu stellen. Damit arbeiten wir an einer antidiskriminierenden und inklusiven Gesellschaft.“Die Meldestelle versteht sich auch als eine Art Mittelsmann, denn die sie kann auch gesellschaftliche Solidarität steigern und ermöglicht eine Sensibilisierung gegenüber Betroffenen und deren Stellung im komplexen Spannungsfeld zwischen Politik, Sport und Gesellschaft.
Bis zum Start der offiziellen Medlestelle am 01. Juli können Interessierte sich auf Social Media schon mit verschiedenen Diskriminierungsformen im Fußball in einer Art Countdown auseinandersetzen. Hierbei zeigt sich das große Netzwerk, dass an diesem Projekt arbeitet. Vereine (Profi- und Amateurbereich), Verbände (inkl. Fußballverbände auf Landesebene, Fußballkreise), Bünde des Landes NRW, Schulen (Schule gegen Rechtsextremismus), universitäre Einrichtungen in Form der Ruhr-Universität wie auch zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten gemeinsam an dem Ziel der Diskriminierungsprävention im Lieblingssport der Deutschen.
:Abena Appiah
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Klimaschutz ist nicht erst seit ein paar Jahren ein großes und wichtiges Thema, das praktisch täglich in den Nachrichten vorkommt und in der Politik zuweilen für grundlegende Diskussionen sorgen kann. Unbestreitbar ist, dass Maßnahmen, die zum Klimaschutz beitragen, auch die Ökonomie betreffen. Ob Unternehmen oder Privatpersonen, umweltfreundliche Entscheidungen beeinflussen die wirtschaftliche Situation. Dieser Zusammenhang wird auch in der Forschung untersucht. Aktuelle Forschungsergebnisse wurden nun von einem Professor der Ruhr-Universität Bochum erzielt.
Professor Andreas Löschel ist nicht nur seit September 2021 Inhaber des Lehrstuhls für Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit an der Ruhr-Universität Bochum, sondern die FAZ zählt ihn in ihrem Ranking auch zu den 50 einflussreichsten Ökonomen in Deutschland. Nun wurde er mit dem höchstdotierten Forschungspreis in den Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet, dem Deutschen Wirtschaftspreis 2022 der Joachim Herz Stiftung für herausragende wirtschaftswissenschaftliche Forschung. Am 28. April wird Professor Löschel den Preis in Hamburg erhalten, der mit 150.000 € dotiert ist.
Professor Löschel erforscht interdisziplinär, wie die Energiewende gelingen kann. In diesem Kontext stellt das neue Leitbild der Klimaneutralität aus Sicht von Professor Löschel einen Paradigmenwechsel dar, der gar nicht hoch genug eingeschätzt werden könne. Dafür müssen sich Geschäftsmodelle von Unternehmen und Entscheidungen von privaten Haushalten ändern, wofür nicht nur die CO2-Bepreisung Anreize liefert. Klimaschutz sei anstrengend, die Energiewende führe zu höheren Belastungen für Unternehmen und private Haushalte, daher sei die zivilgesellschaftliche Einbindung sehr wichtig und auch die Unterstützung für einkommensschwächere Haushalte, um die Belastungen etwas abzufangen.
In einem kurzen Clip „Klimaschutz nicht nur wegen des Klimas – Die Rolle des Zusatznutzens von Klimaschutz für die Klimaneutralität“ stellt Professor Löschel sein Projekt als Alfried Krupp Senior Fellow am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald dar. Professor Löschel erläutert, dass der Klimaschutz mit Aufwendungen von jedem Einzelnen und mit höheren Kosten einhergehe, der Einzelne habe aber sehr wenig davon und habe daher kaum Anreize zur Emissionsminderung. Professor Löschel verwendet hier das Beispiel eines Haushaltes, der sein Dach dämmen lässt. Die Kosten entstünden dem Einzelnen, aber der Nutzen sei dann ein öffentliches Gut. Dies könne dazu verführen, sich als Freifahrer zu verhalten, nichts zu machen und stattdessen die anderen machen zu lassen. Dem könne man den Zusatznutzen des Klimaschutzes entgegenhalten, indem man aufzeige, dass Klimaschutzmaßnahmen des Einzelnen zwar nicht so viel für das Klima bringen, aber große Vorteile in anderen Dimensionen bewirken könnten. Der Fahrradfahrer tue etwas für seine Gesundheit und der Hausbesitzer, der sein Dach dämme, erreiche damit vielleicht eine andere Wohnlichkeit. Zusatznutzen könnten sich auch aus moralischen Beweggründen oder sozialen Normen ergeben. Durch diese Zusatznutzen böten sich private Vorteile für den Einzelnen und daher Anreize, die höheren Kosten für den Klimaschutz zu tragen.
Maßnahmen für den Klimaschutz lohnen sich also – egal ob für Unternehmen, Angestellte oder auch Studierende. Wer würde schon nein sagen zu Aktionen, die sowohl der eigenen Gesundheit oder dem leiblichen Wohlbefinden nutzen als auch soziale Anerkennung bringen? Und auch wenn der Nutzen so klein ist, dass er für den Handelnden nicht alleinig bemerkbar sein kann, so ist es doch vielleicht erlaubt, dass sich ein stolzes Lächeln auf die Lippen schleicht, wenn man von Vogelzwitschern geweckt wird und ahnt, dass durch das eigene Verhalten doch ein ganz, ganz klitzekleiner Beitrag zum Schutz des Klimas, der Erde und damit unser aller Lebensgrundlage getätigt wurde.
:Alissa Wolters
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SAngestellte der Ruhr-Uni beschäftigen sich mit vielen unterschiedlichen Themen und sind dabei teils sehr erfolgreich. Zumindest so erfolgreich, dass sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft bereiterklärt, den Sonderforschungsbereich (SFB) 1280 „Extinktionslernen“ in die zweite Förderphase zu schicken. Daran beteiligt sind nicht nur die RUB, sondern auch die Uni Duisburg-Essen, die Philipps-Uni Marburg und die TU Dortmund. Extinktionslernen ist eine Form des Lernens, bei der ein erworbenes Verhaltensmuster durchbrochen wird, um ein gezieltes neues zu erwerben. Dem Forschungsteam der RUB um Prof. Onur Güntürkün geht es in der neuen Forschungsphase um das Verständnis der Vorgänge während des Lernens im Gehirn vom ganz Kleinen bis zum gesamten komplexen System. Darauf aufbauend soll Einfluss auf das System genommen und es simuliert werden können. Dienen soll das bei der Behandlung von zum Beispiel Angstpatient:innen.
Der zweite SFB, der nun mittlerweile in die dritte Förderphase geht, beschäftigt sich mit der Oxyfuel-Verbrennung fester Brennstoffe wie Kohle oder Biomasse. Der Name kommt vom Oxygen (Sauerstoff) und von Fuel (Brennstoff). Das Verfahren eignet sich für die Abscheidung und Verwertung von Kohlendioxid, welches bei einer Verbrennung entsteht und ist damit reizvoll für die Industrie. Das Besondere bei der Biomasse ist, dass sie in gewissem Sinne „CO2-neutral“ ist. Wenn man bei ihrer Verbrennung mittels Oxyfuel-Verfahren die entstehenden Gase komplett weiterverarbeiten kann, ist eine „negative“ CO2-Emission möglich.
:Lukas Simon Quentin
]]>Digitaler Wandel ist gerade für ressourcenarme – zumeist kleinere und mittlere – Unternehmen eine besondere Herausforderung. Sie alleine zu meistern eine Schwierigkeit, der nicht alle gewachsen sind. Um dieser Problematik zukunftsorientiert entgegenzuwirken, wurde das Projekt „Ch@nge Ruhr“ von der Ruhrkonferenz ins Leben gerufen. Es wird vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen mit 811.000 Euro bis Ende 2022 gefördert und vom Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule koordiniert. Die Ruhr-Universität Bochum beteiligt sich mit der von Prof. Dr. Manfred Wannöffel Gemeinsamen Arbeitsstelle RUB/IG Metall und dem Lehrstuhl für Produktionssysteme unter Prof. Dr. Bernd Kuhlenkötter. Konkret werden an der RUB spezielle „Work-Labs“ in der Lern- und Forschfabrik eingerichtet, in denen ausgewählte Anwendungszenarien simuliert werden, um den Einsatz digitaler Tools in der Produktion oder der Zusammenarbeit von Menschen und Robotern zu erproben. Im Fokus steht, Mitarbeiter*innen der kleinen bis mittleren Betriebe das Angebot zur Verfügung zu stellen, sich an möglichen mit der Digitalisierung einhergehenden Techniken zu erproben und die Betroffenen für den Umgang mit diesen Techniken zu sensibilisieren. „Ch@nge Ruhr“ soll zu einem „Zukunfts-Hub“ werden, welches das Wissen der Region aus Arbeitsforschung, Beratung und betrieblicher Praxis erwachsen bündelt und an den richtigen Stellen weitervermittelt.
:Rebecca Voeste
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