Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Foodsharing | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 09:05:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Foodsharing | BSZ https://bszonline.de 32 32 Teilen macht Freu(n)de https://bszonline.de/2017/06/19/teilen-macht-freunde/ https://bszonline.de/2017/06/19/teilen-macht-freunde/#respond Mon, 19 Jun 2017 16:22:50 +0000 https://bszonline.de/2017/06/19/teilen-macht-freunde/ Foodsharing. Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der RUB initiiert ein Foodsharing-Regal im Vorraum des Studierendenhauses (SH). „Gratisfutter statt Verschwendung“ lautet die Devise, Selbstbedienung ist ausdrücklich erwünscht. 

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Foodsharing. Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der RUB initiiert ein Foodsharing-Regal im Vorraum des Studierendenhauses (SH). „Gratisfutter statt Verschwendung“ lautet die Devise, Selbstbedienung ist ausdrücklich erwünscht. 

62 Kilogramm Lebensmittel werden pro Kopf und Jahr in Privathaushalten in den Müll geschmissen. 47 Prozent davon wurden als „vermeidbar“ eingestuft, so eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012. Doch nicht nur Privathaushalte gehen mit Lebensmitteln verschwenderisch um, auch im Bereich des Handels werden mehr Lebensmittel weggeschmissen als tatsächlich nicht mehr genießbar sind, weil sie beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben. Neben Tafeln und anderen karitativen Einrichtungen, die die „schlechten“ Lebensmittel nutzen oder weitergeben, etabliert sich darüber hinaus eine wachsende Foodsharing-Szene, die jetzt auch die RUB erreicht hat.

Teilen statt wegschmeissen

Seit zwei Jahren arbeitet das AStA-Referat für Hochschulpolitik und zuletzt Philipp Nico Krüger an dem Projekt Foodsharing. In Zusammenarbeit mit Foodsharing Bochum ist das Ganze am Dienstag, den 13. Juni erfolgreich angelaufen – die erste Lebensmittelfuhre ist angekommen. 

Die Regale, die bis dato unter anderem das Booksharing und Flyer oder Broschüren beinhalteten, werden jetzt mindestens zwei Mal die Woche mit ausrangierten Lebensmitteln aufgefüllt. Für leicht verderbliche Produkte wurde ein Kühlschrank aufgestellt. Die tägliche Pflege des Bestands übernimmt das Service-Referat des AStA, jeweils wöchentlich soll ein Reinigungsteam die Sauberkeit gewährleisten.

Das Projekt stößt auf Gegenliebe: Binnen 30 Minuten waren die großen Lindorkugeln verschwunden, abends lagen noch ein Bund Radieschen und zwei Wirsingköpfe da. Auch die Universitätsverwaltung unterstützt das Foodsharing. „Wir haben von der UV ohne Probleme einen Stromanschluss bekommen“, so Krüger. Zu erreichen sind die Regale bis 19:30 Uhr, am Wochenende ist das SH geschlossen. „Um die Lebensmittel dennoch zugänglich zu machen, werden Freitagabend die Lebensmittel vor das Gebäude gelegt“, erklärt der angehende Lehrer.

Doch nicht nur Supermärkte sollen dort ihre Lebensmittel unterbringen können. „Wir wollen auch Studis, die etwas übrig haben dazu aufrufen, ihre Sachen hier hin zu bringen, statt sie wegzuwerfen.“ Weiterhin habe der AStA vor, eine Kooperation mit Studigarten zu starten, um die Lebensmittel aus dem RUB-eigenen Anbau an die Studierenden zu bringen.

 Sticker für Sicherheit

Das Booksharing wird nun in den Regalen neben dem Foodsharing untergebracht. Außerdem sollen Zeitungsständer für Flyer, Broschüren und die :bsz angeschafft werden. Weitere Zukunftspläne sind unter anderem auch eine Sitzgelegenheit, wegen derer  man in Gesprächen bezüglich der Brandschutzbestimmungen sei. 

In naher Zukunft soll es Aufkleber geben, um die Lebensmittel zu kennzeichnen. Jedes Teil soll einen AStA-Sticker bekommen. „Lebensmittel, die über dem MHD liegen bekommen einen farbigen, damit sie gut erkennbar sind.“ Dies soll nicht nur die Kennzeichnungspflicht erfüllen, sondern auch die AStA-Lebensmittel von denen abgrenzen, die von Studis dazugelegt wurden.

:Kendra Smielowski

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Bis zur Überflüssigkeit https://bszonline.de/2017/04/11/bis-zur-ueberfluessigkeit/ https://bszonline.de/2017/04/11/bis-zur-ueberfluessigkeit/#respond Tue, 11 Apr 2017 11:37:13 +0000 https://bszonline.de/2017/04/11/bis-zur-ueberfluessigkeit/ Reportage. Im Rahmen der Foodsharing-Bewegung sagen um die 30 Bochumer Aktiven der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Redakteurin Andrea hat sich im Alsenstraßenwohnzimmer umgesehen und mit FoodsharerInnen gesprochen.

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Reportage. Im Rahmen der Foodsharing-Bewegung sagen um die 30 Bochumer Aktiven der Lebensmittelverschwendung den Kampf an. Redakteurin Andrea hat sich im Alsenstraßenwohnzimmer umgesehen und mit FoodsharerInnen gesprochen.

Mit Jutebeuteln in der Hand und dem Rucksack auf dem Rücken geht es gegen Abend zusammen mit Georg, Bochumer Foodsharer der ersten Stunde, Richtung City. Unser Ziel: Ein Biosupermarkt. Die Mission: Lebensmittel mitnehmen, die sonst in der Tonne landen, obwohl sie essbar sind. Um diese Uhrzeit ist kaum etwas los in dem Laden. Strahlend werden Georg und ich von den Mitarbeiterinnen begrüßt und schon geht es auch an die Arbeit: Unter anderem Zucchini, Äpfel und Radieschen sind unter den Lebensmitteln, die übriggeblieben sind. Gemeinsam packen wir das bereits sortierte Gut ein und ab geht es zum Alsenstraßenwohnzimmer, wo in „Fair-Teilern“, kleinen Schränken, die Lebensmittel in Körben ausgelegt werden. Es ist ein Spagat. Einerseits freut man sich, etwas vor dem Wegwerfen zu retten und mitzunehmen. Andererseits wurden eben doch wieder Lebensmittel aussortiert. Und wäre es nicht idealerweise besser, wäre Foodsharing obsolet, weil keine Lebensmittelverschwendung am besten wäre?

Heterogene Initiative

Seit 2012 wird Foodsharing deutschlandweit organisiert. Aufmerksam wurde Georg, der Tanz und Bewegung unterrichtet, auf das Phänomen vor drei Jahren über einen Zeitungsartikel. Lebensmittelverschwendung ist ein Thema, was den gebürtigen Aachener schon länger beschäftigt.

Seit der Gründung des Fair-Teilers 2013 in der Bochumer Alsenstraße sind jede Woche Menschen verschiedenen Alters und Backgrounds unterwegs, kooperieren mit Wochen- und Supermärkten und sind auf hiesigen Straßenfesten präsent. Die heterogene Gruppe ist auch das, was Georg an der Initiative schätzt. Obwohl doch größtenteils Studierende auf der Mailing Liste stehen und sich jede Woche eintragen, um beim Abholen zu helfen. Die Flexibilität sei ein Vorteil dieses Ehrenamts, so Janine. Die Umwelttechnikstudentin ist seit zwei Monaten dabei und hat zunächst einmal die Woche umliegende Supermärkte besucht. Das Schöne für sie ist, dass man sich einfach, ohne viel Aufwand, engagieren kann, obwohl sie weiß, dass sie und die anderen FoodsharerInnen „nur einen winzigen Beitrag leisten.“ 

Bewusstsein schaffen 

Neben den Fair-Teilern direkt vor dem Alsenstraßenwohnzimmer bietet die Initiative auch einen Kühlschrank, der zu den Öffnungszeiten des Raumes zugänglich ist. Foodsharing ist aber mehr als sich nur im Mikrokosmos ehrenamtlich zu engagieren. Gemeinsame Plenumstreffen und Kochsonntage, jeweils einmal im Monat, stärken die Gruppe, die auch immer wieder Nachwuchs sucht. Wie Georg es treffend formuliert: „Wenn doppelt so viele Leute helfen, kann doppelt so viel gerettet werden.“ Interessierte können sich auf der Facebook-Seite (tinyurl.com/foodsharingBo) melden oder sich direkt in die Mailing-Liste eintragen lassen (foodsharing-bochum@lists.riseup.net). Gesucht werden nicht nur AbholerInnen. JedeR kann sich engagieren: Ob in der Organisation oder im Texten und Designen von Flyern. 

Was sich Georg und Janine für die Zukunft wünschen? „Dass wir als Foodsharer irgendwann überflüssig werden.“  

         :Andrea Lorenz

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Taste the Waste https://bszonline.de/2013/02/04/taste-waste/ https://bszonline.de/2013/02/04/taste-waste/#respond Mon, 04 Feb 2013 15:02:44 +0000 https://bszonline.de/2013/02/04/taste-waste/ In den westlichen Industriestaaten landen Unmengen an kostbaren Lebensmitteln im Müll. Der Schwund lauert überall: Bei der Produktion, beim Transport, Verkauf und nicht zuletzt auch in den Haushalten wird weggeschmissen, was gegessen gehört. Die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ des Ernährungsministeriums rät, Übriggebliebenes aufzuwärmen, einzufrieren oder kreativ wiederzuverwenden. Der Journalist und Filmemacher Valentin Thurn („Taste the Waste“) will das Bewusstsein für Lebensmittel in der Gesellschaft verändern und die Verwendungsmöglichkeiten von „Resten“ um eine soziale Komponente erweitern: Auf foodsharing.de kann man sehen, wer in der Nähe Lebensmittel zu verschenken hat.

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In den westlichen Industriestaaten landen Unmengen an kostbaren Lebensmitteln im Müll. Der Schwund lauert überall: Bei der Produktion, beim Transport, Verkauf und nicht zuletzt auch in den Haushalten wird weggeschmissen, was gegessen gehört. Die Kampagne „Zu gut für die Tonne“ des Ernährungsministeriums rät, Übriggebliebenes aufzuwärmen, einzufrieren oder kreativ wiederzuverwenden. Der Journalist und Filmemacher Valentin Thurn („Taste the Waste“) will das Bewusstsein für Lebensmittel in der Gesellschaft verändern und die Verwendungsmöglichkeiten von „Resten“ um eine soziale Komponente erweitern: Auf foodsharing.de kann man sehen, wer in der Nähe Lebensmittel zu verschenken hat.

Laut Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) „werfen wir jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, weg“. Das macht jährlich pro BundesbürgerInnenkopf 82 Kilogramm und absolut 6,7 Millionen Kilo. In finanziellen Dimensionen gesprochen, so lernt man aus der Dokumentation „Taste the Waste“ (die man sich auf Youtube in voller Länge ansehen kann) von Valentin Thurn, sind das bundesweit pro Jahr Lebensmittel im Wert von 20 Milliarden Euro – das entspricht dem Jahresumsatz von Aldi in Deutschland.
Thurn, der schon mehrere Dokumentationen zu dem Thema gedreht hat, will mit der Internetplattform foodsharing.de seinen praktischen und ideellen Beitrag dazu leisten, diesen Müllberg, der ja keiner ist, weil er aus verwertbaren Lebensmitteln besteht, zu reduzieren. Das Prinzip von Foodsharing ist schnell erklärt. „Wer was übrig hat, zum Beispiel weil er kurz vorm Urlaub steht oder gerade eine Party gemacht hat, dann kann er das auf seinem PC oder Smartphone eintippen“, erklärt Thurn in einem Video zur Seite, „und die anderen Leute sehen das dann auf ihrem Smartphone und können sich die Lebensmittel abholen.“ Projektmanager Sebastian Engbrock ergänzt und betont auch die soziale Komponente des Portals: „Die Community soll als Kommunikationszentrale dazu dienen, Menschen zu verbinden.“

Essen ist nicht nur Nahrungsaufnahme

Es geht den MacherInnen der Seite aber um mehr, als bloß darum, den Brokkoli nicht verschimmeln zu lassen. In einem Gespräch für den Podcast des Hamburger Lebensmittelkontrolleurs Frank Döblitz, geschmacks-muster.eu, der auch Mitglied im Foodsharing-Förderverein ist, beklagen beide Gesprächspartner, Thurn und Döblitz, die Entfremdung der Gesellschaft von ihren Lebensmitteln. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird oft missverstanden, gleichzeitig aber auch als Schablone für normatives Konsumverhalten gebraucht. Die hohe Lebensmittelverschwendung in den Industriestaaten sei unter anderem darin begründet, dass wir keinen sinnlichen und auch keine rationalen Bezug zu unserer Nahrung mehr hätten. Wir hätten uns von unserer Nahrung entfremdet. Von „Kulturverlust“ ist da die Rede. Es fehle bei vielen „die Grundfertigkeit, sich Gedanken zu machen: ‚Was nehme ich da überhaupt zu mir?‘“ Diese Grundfertigkeit gelte es wiederherzustellen; die Einsicht, dass unsere Lebensqualität „erodiert“ ist in unserer Gesellschaft, gelte es großflächig hervorzurufen.

Foodsharing, Containern, Freeganismus

Foodsharing ist dabei Produkt einer modernen, konsumkritischen Geisteshaltung. Das Bewusstsein für gesunde Ernährung, die Beziehung zu unserem Essen ist durchaus vorhanden und auf einem guten Weg. Bio-Produkte und Bio-Läden haben seit Jahren Konjunktur. Immer mehr Menschen plündern nachts die Abfallcontainer von Supermärkten und füllen so ihre Kühlschränke mit Lebensmitteln, die schmackhaft und gesund sind. Wieso werden sie dann weggeworfen? Weil sie nicht mehr einwandfrei aussehen: Kleine Druckstellen auf der Paprika sind für die Supermärkte oft schon ein Ausschlusskriterium, genauso wie eine Beule in der Konserve.
Gerade diese Tatsache aber, dass es anscheinend profitabler ist, Produkte kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatum wegzuschmeißen statt im Sonderangebot zu verkaufen, dass die Läden ihre Container vor den „MülltaucherInnen“ verschließen statt ihre „Abfälle“ zu verschenken, zeigt, dass diese Geisteshaltung erst am Rand und noch lange nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Eine Gesellschaft, die geschälte, exakt gleich große, vorgekochte Kartoffeln im Glas einkauft, ist immer noch von ihren Lebensmitteln entfremdet.

Auf ein 5,0-Bier nach Dortmund

Auf dem am 11. Dezember gestarteten Portal warten zurzeit über 200 Essenskörbe in der ganzen Republik darauf, abgeholt zu werden. Das Ruhrgebiet steht mit seinen knapp 20 Angeboten im Vergleich mit den anderen Ballungsräumen gar nicht mal so schlecht da. Am Sonntag, den 3. Februar hätte man sich 20 Kaffeepads in Essen-Rüttenscheid abholen können, vier Flaschen HP-Soße in Duisburg. Oder man hätte in die Dortmunder Innenstadt fahren können für eine Dose kostenloses 5,0-Pils.
Auch in der Bochumer Hustadt gab es zwei Körbe abzuholen. Leider kann man nur als regisitrierteR NutzerIn tief genug in die Karte zoomen, um nachzuschauen, was in den Körben zu finden ist. Das ist schade und unverständlich, soll das ganze Konzept jetzt aber nicht in Frage stellen. Wenn nun aber genug Leute sich anmelden, können auch in Uninähe fleißig Lebensmittel getauscht werden. Vielleicht wird dann auch wieder mehr gemeinsam gekocht.
 

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