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2023: Yorgos Lanthimos bringt mit Poor Things eine Neuinterpretation des Romans „Frankenstein“ von Mary Shelley in die Kinos. Der Film zeichnet sich vor allem durch seine Steampunk-Ästhetik aus und spielt in einer surrealen Fantasiewelt. Im Mittelpunkt steht die Figur Bella Baxter. Ihre Leiche wird von Dr. Godwin Baxter wiederbelebt und muss nun neu lernen, sich im Körper einer erwachsenen Frau in der Welt zurechtzufinden. Emma Stone in der Hauptrolle wurde für ihre Performance sogar mit dem Oscar für die beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.
Die öffentliche Meinung zum Film geht weit auseinander. Manche sehen ihn als künstlerisches Meisterwerk, andere an erster Stelle als feministisches Werk. Das liegt überwiegend daran, dass Bella ohne das Wissen über gesellschaftliche Konventionen wie Scham aufwächst, geschweige denn Konzepte wie das Patriarchat kennt. Dadurch erlebt sie die Welt unbeschwert und kann sich ihr zu Beginn mit kindlicher Naivität nähern. Gegenstimmen sehen die Inszenierung Bellas kritischer. Für viele verkörpert die Figur vor allem weibliche Lust im Blickwinkel männlicher Fantasien. Ihre sexuellen Erfahrungen, unter anderem in einem Bordell, werden als reiner Selbstbestimmungsakt dargestellt, anstatt die tatsächliche emotionale Lage von Frauen in Betracht zu ziehen.
2025 dann die nächste Adaption des Klassikers: „Frankenstein“ von Guillermo del Toro erscheint in den Kinos. Der Film wird bei den Oscar-Verleihungen sogar drei Mal ausgezeichnet. In dieser Inszenierung geht es mehr um das Wissenschaftler-Monster-Verhältnis. Oder mehr noch: die Beziehung von Schöpfer und Schöpfung. Besonders Themen wie Verantwortung, Angst und Schuld beschäftigen hier die Hauptcharakter:innen.
Und nun vor Kurzem erschienen: der Film „The Bride!“ von Maggie Gyllenhaal - eine weitere Neuinterpretation des Romans, welche sowohl Horror-, Krimi- und Romanzen- als auch Thriller-Elemente vereint. Im Mittelpunkt der Inszenierung steht hier die wiederbelebte Frau namens Ida, gespielt von Jessie Buckley, und ihr Liebesverhältnis mit ihrem Schöpfer. Ähnlich wie Poor Things ist auch dieser Film in den Themen und Charakteraufstellungen stark feministisch gefärbt. Ida bricht ebenfalls aus den patriarchalen Strukturen der 1930er-Jahre aus und kämpft für Autonomie und Selbstbestimmung.
Auch das Schauspielhaus Bochum hat Gefallen an dem über 200 Jahre alten Klassiker gefunden und ihm ein neues künstlerisches Gewand verliehen. Im seit diesem Jahr aufgeführten Stück ist die Herangehensweise dabei eine etwas andere als in den zuvor genannten Filmen.
In der Inszenierung von Tom Schneider begleitet das Publikum nämlich Mary Shelley selbst. Dabei fließen viele autobiografische Fakten der Autorin und tatsächliche historische Ereignisse der Zeit in die Handlung ein.
Die Autorin bekam die ersten Ideen für ihre Geschichte im Jahr 1816. Das Jahr war im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr düsteres für die Menschen jener Zeit. Im April 1815 kam es nämlich zum Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien. Der Austritt von Asche und Schwefelgas verdunkelte den gesamten Erdball, wodurch das Jahr auch ,,Jahr ohne Sommer“ genannt wurde. In genau diesem Sommer verbrachte (die damals noch unverheiratete) 18-jährige Mary Godwin mit ihrem Geliebten Percy Shelley und dem Poeten Lord Byron ihre Zeit am Genfer See. Dort kam es eines schicksalhaften Abends dazu, dass Lord Byron und Mary Shelley sich gegenseitig zu einem Schreibwettbewerb herausforderten. Die Aufgabe, inspiriert von der allgemeinen düsteren Atmosphäre: Wer kann die bessere Geistergeschichte verfassen? Die wesentliche Inspiration für die Handlung von Frankenstein bekam die Autorin von neuen Praktiken der Wissenschaft ihrer Zeit. Es gab öffentliche Vorführungen von Tieren und Menschen, die mit hoher Elektrizität berührt wurden, was zu Zuckungen und teilweise lebensecht aussehenden Muskelbewegungen führte. Die Unsterblichkeit von Menschen schien auf einmal nicht mehr undenkbar. Die Idee von Frankenstein und seiner Kreatur war geboren. Der Wissenschaftler Victor Frankenstein erweckt seine zusammengebaute Kreatur durch Elektrizität zum Leben.
Das Schauspielhaus schreibt über Mary Shelley selbst: „Hier […] erobert sich eine junge weibliche Stimme künstlerischen Raum.“ Und genau das finde ich am Stück, das zwangsläufig durch den Fokus auf die Autorin als machtvolle Frau ihrer Zeit feministisch diskutiert werden kann, sehr erfrischend und wertvoll. Mary Shelley selbst wird im Rampenlicht für ihr Werk zelebriert. Nicht das Monster ist das primäre Zentrum der Handlung, sondern die Frau, die hinter der Idee steht. Sie selbst veröffentlichte die ersten Auflagen des Buches noch anonym, da sich Werke von Frauen zu dieser Zeit schlechter verkauften und mit Stereotypen versehen waren. Eine Frau, die über wissenschaftlich inspirierte Fantasmen schrieb, hätten damals wahrscheinlich nur wenige ernst genommen. Doch heute, 200 Jahre später, begeistert ihre Geschichte immer noch Menschen auf der ganzen Welt.
,,Monster“ waren als Figuren schon immer beliebt. Seien es Vampire, Werwölfe oder auch einzelne Figuren wie Graf Dracula. Das Monster von Frankenstein unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Punkt von den anderen. Es wurde bewusst von einem Menschen erschaffen, indem ein toter menschlicher Körper zum Leben erweckt wird. Der Mensch wird gottgleich und überwindet die Grenzen der Sterblichkeit allein durch seinen Verstand mithilfe der Wissenschaft. Der Mensch wird unsterblich, eine Vorstellung, die Menschen zu Zeiten Mary Shelleys, wie auch heute fasziniert.
In Zeiten von KI gibt es Personen wie Elon Musk, der davon träumt, das menschliche Gehirn auf einen Chip zu überspielen, sodass das Bewusstsein auch nach dem Sterben des Körpers überlebt. Ein Mann, der sich gleich dem Wissenschaftler Frankenstein mit den aktuellen Umständen und Möglichkeiten der Zeit über die Grenzen der menschlichen Sterblichkeit hinaussetzt. Doch auch Themen wie Selbstbestimmung, mit denen sich die Kreatur auseinandersetzt, beschäftigen aktuelle Gesellschaften. Sei es in anhaltenden Diskussionen über die Wehrpflicht in Deutschland oder in aktuellen Debatten über die Rechte von trans Personen in den USA, dem Land, in dem die meisten genannten Filme produziert wurden.
Mittlerweile haben bereits über die Hälfte der Bundesstaaten geschlechtsangleichende Behandlungen für trans Jugendliche verboten, ein Akt der Verletzung der Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung, der vom Supreme Court selbst als rechtens erklärt wurde. Oder auch Frauenrechtsdebatten wie die um Abtreibungsrechte in den USA, die bei den Wahlen 2024 eine wesentliche Rolle gespielt haben. Sie sind ebenfalls im Kern Debatten darüber, wie weit eigene Selbstbestimmung reicht bzw. reichen „darf“ und wer genau das bestimmt. Diese Frage kann für manche bis ans Existenzminimum und die eigene Menschenwürde gehen.
Ein momentan wieder viel besprochenes Beispiel dafür ist die Lage von Frauen in Afghanistan. Dort dürfen Frauen außerhalb ihres Hauses nicht einmal laut sprechen. Diese Frauen haben nicht das Privileg, aus Konventionen ausbrechen zu können, so wie es Figuren wie Ida oder Bella in ihren erdachten Welten können. Die Charaktere scheinen nun plötzlich nicht mehr so skurril und überzogen, sondern fungieren als Projektionsfläche für Sehnsüchte nach Freiheit und Autonomie in einer Welt, in der der absolute Gegenentwurf tagtäglich gelebt wird.
Diese Umstände nun in einem Werk zu verarbeiten, das von einer Frau vor 200 Jahren geschrieben wurde, die ebenfalls mit den sexistischen Umständen ihrer Zeit zu kämpfen hatte, erscheint fast wie eine universelle weibliche Verbundenheit, die aus den geteilten Erfahrungen erwächst. Der neuzeitliche Begriff ,,Sisterhood“ über zeitgeschichtliche und örtliche Grenzen hinaus bringt dieses Gefühl auf den Punkt. Shelley verfasste ihr Buch ebenfalls in einer düsteren Zeit, sowohl den Umständen der Natur entsprechend als auch im Hinblick auf die Position weiblicher Autorinnenstimmen in der Literatur. Und doch ist ihr Werk eines der erfolgreichsten jemals!
Dies birgt Hoffnungen für alle Frauen, die nach ihr kamen, und erklärt mit Sicherheit den Großteil der Kraft, die ihrem Werk ,,Frankenstein“ in heutigen Zeiten erneut verliehen wurde.
PS: Wer Interesse an der Vorstellung im Schauspielhaus bekommen hat, kann sich für die Termine im Juni und Juli Karten holen. Wie immer ist der Eintritt für Studierende der RUB kostenlos!
]]>Ein Konklave ist immer ein besonderes Event. Nachdem Tod oder dem Rücktritt eines Papstes kommen alle Kardinäle unter 80 Jahren zusammen und wählen in einem sehr klar koordinierten und ritualisierten Verfahren aus ihren eigenen Reihen einen Nachfolger. So beginnt auch die Geschichte des Filmes mit dem Tod eines Papstes. Dabei treffen wir auf unseren Hauptcharakter Kardinal Lawrence (Ralph Fiennes), der nach dem Tod des Papstes zu dessen Wohnung in den Vatikan gerufen wird, um der Zeremonie zum Feststellen des Todes beizuwohnen. Dem verstorbenen Papst wird drei Mal leicht auf die Stirn mit einem Hammer geklopft, wenn er nicht reagiert, wird sein Siegelring genommen und zerstört. So soll verhindert werden, dass dieser noch nach dem Tod des Heiligen Vaters benutzt wird.
Der Film gibt sich hierbei die größte Mühe, so akkurat wie möglich zu sein. Vom SetDesign bis zu den Ritualen und Handlungen ist alles sehr nahe an dem dran, was wir über diese ganze Prozedur wissen. Lawrence bekommt hier in den Gemächern des Vatikans auch die Nachricht, dass er das nächste Konklave leiten soll. Die Aufgabe nimmt er sehr ernst und er macht sich an die Arbeit, sie zu erfüllen. Der Film macht hier einen Zeitsprung von zwei Wochen und überspringt die Beisetzung des verstorbenen Vertreter Christi. Wir stehen kurz vor dem Konklave und kriegen die Kardinäle vorgestellt: Kardinal Bellini (Stanley Tucci), ein liberaler Mann und Vertrauter des letzten Papstes, Kardinal Tremblay (John Lithgow), einer der Favoriten und ein verschlagener und geheimnisvoller Typ, Kardinal Tedesco (Sergio Castellitto), ein erzkonservativer Radikaler und Kardinal Adeyemi (Lucian Msamati) aus Nigeria, der ebenfalls äußerst konservative Ansichten hat.
Alles scheint bereit zu sein für einen Kampf um den heiligen Stuhl; unterschiedliche Weltansichten und Vorstellungen vom Glauben kollidieren hier. Doch dann trifft jemand unerwartetes ein, ein neuer Kardinal, den noch niemand kennt. Kardinal Benitez aus Mexiko (Carlos Diehz) wurde kurz vor dem Tod des Papstes von ihm ernannt, aber nicht öffentlich verkündigt. Der Grund dafür ist das Gebiet, über das er den Bischofssitz bekommen hat: Kabul Afghanistan. Nach der anfänglichen Verwirrung um die Rechtmäßigkeit wird von Lawrence entschieden, dass er am Konklave teilnehmen darf.
Und so beginnt der Film und eine Reihe von Intrigen, Machtspielen und Affären. Wem kann Lawrence vertrauen? Wer wird der nächste Papst? Was hat es mit dem geheimnisvollen Kardinal aus Kabul auf sich? Der Film bietet für Dramafans alles, was man sich nur wünschen kann. Die Spannung ist im gesamten Film zu spüren und von den Dialogen bis hin zum Screenplay kommt alles in diesem Film authentisch und stimmig rüber. Nicht umsonst bekam der Film den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch. Auch die realistische Darstellung im Film ist nahezu perfekt. So wurde dieser Film vor dem echten Konklave im Mai 2025 einigen der Kardinäle empfohlen, um sich mit der Prozedur vertraut zu machen. Der verstorbene Papst Franziskus hatte nämlich viele neue Kardinäle während seiner Amtszeit ernannt, diese hatten also wiederum keine Erfahrung wie ein Konklave genau abläuft. Man sieht also, der Film ist wirklich in die Vollen gegangen, um dieses Drama so nahe wie möglich an der Realität zu halten, zumindest so weit es für ein fiktives Werk möglich ist.
Ich habe für diesen Film nur Lob übrig und bin absolut begeistert. Es gibt von mir also eine „Must Watch“ Empfehlung. Übrigens nicht nur für Kardinäle war der Film ein absoluter Hit im Mai, bei Amazon und anderen Streaming Anbietern war der Film rund um das Konklave einer der beliebtesten auf den Plattformen. Sogar im Kino gab es nochmal ein paar Zusatzvorstellungen wegen der plötzlichen hohen Nachfrage.
Wenn Ihr also Amazon Prime habt, gönnt Euch diesen Film unbedingt.
:Steven Schöpper
]]>Wenn man an das Ruhrgebiet denkt, dann vielleicht nicht unbedingt an Filmstudios und Dreharbeiten. Doch auch hier gibt es eine lebhafte Kultur rund um die Bewegtbilder. Die Ausstellung im Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein zeigt unter anderem die Darstellungen des Ruhrgebiets in verschiedenen deutschen und europäischen Produktionen. Das Interesse an der Region, die für Kohle und Stahl, Fußball etc. steht war immer groß. Von Dokumentarfilmen, bis hin zu Blockbuster Spielfilmen wurde hier schon fast alles gedreht. Aber auch die Kinokultur wird bei der Ausstellung thematisiert. Früher gab es unzählige davon in ganz Deutschland und eben auch hier bei uns. Das Aussterben der kleinen Kinos und die Geschichte der Filme die im Ruhrgebiet spielen, werden den Besucher:innen natürlich nicht nur durch Dinge in Schaukästen erklärt, sondern auch durch viele kleine Kinovorstellungen in der Ausstellung.
Daneben gibt es aber auch ein umfangreiches Kinoprogramm sowie Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Einer davon ist eine praktische Übung, die für die angehenden Historiker:innen der Ruhr-Uni Bochum angeboten wird – und zwar als Blockseminar. Über das Filmprogramm und auch alle anderen Programmpunkte zur Ausstellung, kann man sich auf der Website des Ruhrmuseums informieren Link. Es werden unter anderem Klassiker gezeigt wie „Das Wunder von Bern“, „Manta-Der Film“ und „Der junge muss an die frische Luft“. Besonders sind hierbei die internationalen Filme, die im Ruhrgebiet spielen und in der originalen Vertonung gezeigt werden.
:Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets. Die neue Sonderausstellung auf Zeche Zollverein
Gladiator setzte im Jahre 2000 ein sehr gutes Beispiel dafür, wie ein Action Film mit antikem Setting auszusehen hat. Der Film spielt zur Zeit des Kaiser Komodos und folgt der Geschichte von Maximus, einen Römischen Feldherren, welcher verraten wird und später als Sklave in der Arena kämpfen muss. Die Musik und die praktischen Effekte halten sich auch noch über 20 Jahre später sehr gut im Vergleich zu modernen Filmen. Auch wenn heutzutage die Computer-Effekte und Kulissen etwas eingestaubt wirken, kann der Film immer noch durch seine epische Szenerie und Geschichte überzeugen. Doch wie sieht es nun mit dem zweiten Teil aus?
In Gladiator II folgen wir der Geschichte von Hanno, gespielt von Paul Mescal, ein Soldat und Befehlshaber im Heer des Nubischen Königs, ein Königreich an der Mittelmeerküste von Afrika. Hanno kam als Kind nach Nubien, doch niemand weiß so genau, woher er ursprünglich stammt. Das Königreich widersetzt sich dem Römischen Reich und den beiden Kaisern, Geta und Caracalla. Dafür entsenden diese den Tribun Justus Acacius, gespielt von Pedro Pascal, um das Königreich zu unterwerfen. Bei der darauffolgenden Schlacht wird Hannos Frau Arishat getötet und er selbst als Sklave genommen. Er wird nach Rom verschleppt und vom Sklavenhändler Macrinus, gespielt von Denzel Washington, gekauft. Eben dieser erkennt Hannos Stärke und Zorn und bildet ihn zum Gladiator aus, um im Kolosseum anzutreten.
Der Film beeindruckt, wie auch der Vorgänger, durch seine Inszenierung. Schiffskämpfe im gefluteten Kolosseum, mit Haien im Wasser, große Schlachten und blutige Kämpfe. Das CGI muss sich hier definitiv nicht verstecken, auch wenn man bei einige Sachen doch schon sehr die Animationen sieht. Genug praktische Effekte sind aber auch vorhanden, um Fans bei Laune zu halten. Die Charaktere des Films sind wieder großartig gespielt und klassisch ausgearbeitet. Es ist nicht kompliziert zu verstehen, welche Charaktere hier die Guten und welche die Bösen sind. Es gibt auch nicht wirklich eine Vielschichtigkeit und der Film folgt eher der Spannungskurve des klassischen Dramas.
Doch Gladiator II ist natürlich hauptsächlich gefragt wegen der Action, Gladiatoren, die sich in blutigen Kämpfen zur Belustigung der Massen töten. Dies macht der Film ausgezeichnet, die Choreografien sehen gut aus und sowohl die Zweikämpfe als auch die großen Schlachten machen Lust auf mehr. Ein Film, den man versteht, ohne groß im Thema drin zu sein und der ein Bildspektakel auf die Leinwand bringt.
Jedoch gibt es auch etwas zu kritisieren. Gladiator II hat wie bereits erwähnt einige Schwächen beim CGI, auch wenn das schon Meckern auf hohen Niveau ist. Mehr Abzüge muss ich hier bei der Musik machen, auch wenn sie im Ganzen gut zum Film passt. Die Musik kommt bei weitem nicht an den ersten Teil heran, auch wenn ein bis zwei alte Titel wiederverwendet werden. Auch die Charaktere sind nicht so gut ausgearbeitet wie im ersten Teil. Alle Schauspieler machen ihren Job super, aber leider ist die Interaktion zwischen manchen Schlüsselcharakteren sehr begrenzt, weswegen zwischenmenschliche Beziehungen manchmal etwas gehetzt wirken. Dafür ist aber wie gesagt hauptsächlich das Screen Play verantwortlich.
Im Großen und Ganzen ist der Film aber gelungen, er wäre wahrscheinlich besser, wenn man ihn nicht mit den Vorgänger vergleichen würde. Aber auch so muss er sich nicht verstecken. Mit einem Boxoffice von 153 Millionen Dollar ist er auch aus finanzieller Perspektive nicht unerfolgreich. Es bleibt nur abzuwarten, wie er bei den Oscars abschneidet. Der erste Teil konnte fünf Oscars gewinnen, darunter den für den besten Film.
Für Fans von Action Filmen in historischen Settings definitiv zu empfehlen, aber eine Sache möchte ich noch erwähnen, der Film ist keine Doku und nimmt sich viele Freiheiten, um eine Geschichte zu erzählen, welche grob auf historischen Begebenheiten basiert. Es ist wichtig zu erwähnen, weil solche Filme die Vorstellung der meisten Leute über die Antike beeinflussen. Das heißt nicht, dass der Film diesbezüglich schlecht ist oder einen besseren Job hätte machen müssen. Der Film ist lediglich eine fiktive Geschichte und Kostüme, Kulissen, Dialoge und Personen spiegeln nicht die realen historischen Begebenheiten wider.
Ich hatte mit dem Film viel Spaß! Dieses Action-Spektakel voller Blut und Intrigen ist definitiv einer der besseren Kinofilme des Jahres 2024.
: Steven Schöpper
Diese Artikel und noch einige mehr finden alle ihre Premiere in der Ausgabe Nummer 1336. Rollen wir also den roten Teppich aus für Wort und Papier, die euch gewissenhaft wie jede Woche präsentiert werden von
:Der Redaktion
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Es war nicht die erste Premiere, die in der Lichtburg zu sehen war, und auch nicht die erste Premiere des Films selbst. Dennoch warteten am 13.06.2022 viele Menschen gespannt am roten Teppich auf die Stars des Abends.
Das Liebesdrama „A E I O U – Das schnelle Alphabet der Liebe“ ist der vierte realisierte Spielfilm von Regisseurin und Drehbuchautorin Nicolette Krebitz und eine deutsch-französische Koproduktion. Die beiden Hauptfiguren Anna und Adrian werden von Schauspielerin Sophie Rois und Neuentdeckung Milan Herms dargestellt. Uraufgeführt wurde der Film auf der Berlinale 2022, er war dort nominiert für den Goldenen Bären. Nun kann er auch in den Kinos angesehen werden.
Ein schwarzer Wagen fuhr vor. Sie waren da – Nicolette Krebitz, Sophie Rois und Milan Herms. Eifrig wurden Kameras bereitgehalten und die professionell posierenden Filmstars abgelichtet. Vor einer Fotowand wurde das Ganze wiederholt. Die Besuchenden hatten derweil schon im großen Kinosaal Platz genommen.
Der Film startete und damit eine ungewöhnliche Liebesgeschichte. Anna, eine alternde ehemalige Schauspielerin, nimmt widerwillig den Job als
Sprechlehrerin eines jugendlichen Waisenjungen an. Obwohl sie diesen als einen Taschendieb wiedererkennt, gewinnt sie den jungen Mann gern. Auch Adrian verliebt sich in seine Lehrerin. Er klaut ihr Geschenke und versucht, ihr näherzukommen. Nachdem er sogar des Nachts auf der Straße vor ihrer Haustür liegt und laut nach ihr ruft, gibt Anna schlussendlich nach und lässt ihre Gefühle zu. Damit beginnt für beide ein großes Abenteuer. Insgesamt kam der Film mit sehr wenigen Darstellenden aus und bot eindrucksvolle Bilder.
Regisseurin Nicolette Krebitz erklärte im nach dem Film erfolgenden kurzen Gespräch auf der Bühne, dass es im Film versteckte Hinweise auf französische Filme der 60er/70er-Jahre gebe. Zu dieser Zeit hätten sich Frauen in die Welt aufgemacht und frivole Dinge getan, dabei aber ihre Würde behalten. Laut Sophie Rois ist Annas Tugend die Arroganz. Sie und ihr Schüler seien beide arrogant und eroberten sich somit ein Stück Leben. Der Film zeige auf elegante Weise, wie sie auf die Verhältnisse pfiffen. Milan Herms verriet über seinen Charakter Adrian, dass dieser viele Ängste habe und daher Distanz zu seiner Umwelt wahre. Beim Dreh habe er daher Selbstwertprobleme zulassen müssen. Anna sei nicht nur Sprechlehrerin, sondern auch Adrians Lehrerin in Arroganz, Selbstwert und Außenseitertum.
Es ist ein künstlerischer Film, der vielfältige emotionale Reaktionen bei den Zuschauenden wecken kann. Nicht nur die außergewöhnliche Beziehung der beiden Hauptfiguren, auch die kleinen liebevollen Details bleiben im Gedächtnis.
:Alissa Wolters
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Wer mit Bridgerton seine Liebe zum indischen Film und Fernsehen neu entdeckt hat, dem wird der neue Netflix Film, mit der indischen Schauspielerin Alia Blatt in der Hauptrolle, sicher nicht enttäuschen. Bunt, stilvoll und ganz viel Kultur – der Film stellt eine der schlimmsten Seiten Indiens, gesellschaftskritisch, relativ wahrheitsgetreu und dennoch wunderschön dar. Die junge und hoffnungsvolle Ganga aus gutem Elternhaus verliebt sich und wird von ihrem Verlobten hinters Licht geführt. Sie hofft, als große Schauspielerin herauszukommen und endet im größten Rotlichtbezirk des Landes – verkauft von ihrer großen Liebe für 1.000 Rupien, umgerechnet 12,26 €. Die Handlung spielt in den 1950er-Jahren Indiens und greift die großen gesellschaftlichen Probleme Indiens und vieler anderer Länder auf: die Zwangsprostitution und den Wert und die Stellung von Sexarbeiterinnen in der Gesellschaft. Obwohl der Film in der Vergangenheit spiel zeigt er, dass sich dennoch vieles nicht verändert hat. Sexarbeiterinnen in Indien stehen nach wie vor nicht viele Rechte oder Möglichkeiten zu. Der Film zeigt auch die Aussichtslosigkeit der Frauen, die in die Zwangsprostitution gedrängt beziehungsweise gezwungen werden. Frauen, die Zwangs-prostituiert werden und es schaffen zu entkommen, werden von ihren Familien ausgestoßen, sogar umgebracht, denn sie bleiben ein „Schandfleck“ für die Familie. Die meisten Frauen haben keinen Abschluss und keinen Zugang zur Bildung. Doch es kommt noch schlimmer, wegen ihres Rufes stellt sie kein anderer ein und sogar ihren Kindern bleibt oftmals der Zugang zur Bildung verwehrt. Somit verbleiben die meisten in dem Bordell, an das sie verkauft werden und sterben auch dort. Hinzu kommt, dass die wenigsten Zuhälter sich um die Gesundheit und Sicherheit der Frauen scheren. Aber nicht unter der Leitung von Ganga aka Gangubai Kathiawadi. Denn aus Ganga wird Gangubai. Eine gefürchtete Frau in ihrem Viertel, die für die Emanzipation der Frauen kämpft und auf diesem Weg ihr eigenes Glück opfert. Für eine dramatische Darstellung ist Bollywood zwar bekannt, aber in diesem Film ist sie angebracht!
:Miena Momandi
Explorer: The Last Tepui ist der Titel der Disney+-Original-Naturdokumentation unter der Regie von Renan Ozturk, Drew Pulley und Taylor Rees. Sie bezeugt die tief in den Amazonas-Dschungel führende Reise eines Bergsteiger:innen- und Biolog:innenteams rund um den Bergführer Mark Synnott, den Profikletterer Alex Honnold und den National Geographic-Forscher Dr. Bruce Means. Bei diesen drei Persönlichkeiten handelt es sich bereits um Personen, die einer eigenen Dokumentation würdig wären: Mark Synott ist nicht nur Bergführer, sondern auch professioneller Felskletyterer und Mitglied im The North Face-Athletenteam. North Face Kollege Alex Honnold, der 2017 durch die Doku Free Solo über seinen legendären ungesicherten Kletterakt am El Capitan schlagartig Berühmtheit erlangte und sich seit dem mit seiner Honnold Foundation weltweit für Solarenergie einsetzt, ist ein Ass der Kletterszene. Und der 80-jährigen Forscher Dr. Bruce Means widmet sich Zeit seines Lebens hingebungsvoll dem Schutz der ganz kleinen – der winzigsten Frösche.
Das Ziel der Expedition um die drei Männer ist ein Tepui – ein in den Himmel ragendes Felsplateau, das bisher noch nicht bestiegen worden ist und aufgrund seiner Unerforschtheit eine bisher unbekannte Artenvielfalt (vor allem an kleinen Fröschen) zu bieten hat, welche nach Dr. Means den Ausschlag dafür geben könnte, das Gebiet im Amazonas unter Naturschutz zu stellen. Doch dafür muss die Biodiversität des Tepuis bewiesen werden; ein Lebensprojekt, dem Dr. Bruce Means seine Forschungen gewidmet hat. Für ihn ist es daher von besonderer Bedeutung, das Plateau des Tepuis zu erkunden, der „Insel im Himmel“, welche er mithilfe des Kletterteams, für das der Amerikaner Alex Honnold vorangehend die Felsen besteigt, entsprechend eine sogenannte Erstbesteigung leistet, erreichen soll.
Die Reise der Forscher:innen begleiten die Kameras des National Geographic-Teams bei Tag und bei Nacht, und sie liefern eindrucksvolle Bilder von (beinah) unberührten Amazonasterrain in üppigem Grün, scharfe Nahaufnahmen von kleinen Säugetieren und natürlich Szenen der Spannung, als sich die Kletterer an den Aufstieg am brüchigen Tepui-Fels machen, der bis in die Wolken hinauf aufragt.
Aufgrund ihrer Thematik, dem Schutz der Erde und ihrer unberührten Orte, wurde The Last Tepui am Earth Day 2022 veröffentlicht – nichtsdestotrotz bleibt die Naturdokumentation darüber hinaus aktuell, schließlich ist Artenschutz ein tagtäglich aktuelles (und immer aktueller werdendes) Thema. Außerdem geht es weiterhin um so viel mehr: Der Film handelt von der Differenz zwischen alt und jung, von letzten Reisen, von einem letzten Wiedersehen, von den eigenen Grenzen und von einem drückenden Vermächtnis und unsicheren Zukünften.
Obwohl The Last Tepui mit einer Spielzeit von einer Stunde vergleichsweise kurz ist, liefert er auf diese Dauer potenten Inhalt. Wer also über ein Disney+-Abonnement verfügt und den ehrfurchtgebietenden Amazonas-Dschungel durch die Linse der Kameras erleben möchte, sollte sich diese kleine Dokumentation nicht entgehen lassen. Biologie-Interessierte, (Hobby-)Forscher:innen und auch Klettersportler:innen dürften nicht enttäuscht werden.
:Rebecca Voeste
]]>Der amerikanische Regisseur Robert Eggers durfte in seinem erst dritten Spielfilm „The Northman“ zum ersten Mal über ein höheres Budget verfügen. Sein Debüt „The Witch“ und der darauffolgende Überraschungserfolg „Der Leuchtturm“ lebten von einer Intimität, die durch die Begrenztheit ihrer Mittel gefördert wurden, wenn auch eine gewisse inhaltliche Leere der größtenteils bezaubernden Optik gegenüberstand. Nun durfte er sich einem neuen Mythos widmen und verwendete die Finanzen, die ihm anvertraut wurden, zunächst erstmal für eine auffallend prominente Besetzung. Alexander Skarsgård spielt an der Seite von Nicole Kidman, Anya Taylor-Joy und Ethan Hawke, während Willem Dafoe oder Björk nur Platz für winzige Auftritte finden.
Die Geschichte ist lose an die altdänische Sage um den Prinz Amleth angelehnt, die auch Grundlage für Shakespeares Hamlet war. Was Eggers zeigen will, erinnert auch stark an einen shakespeareschen Pathos rund um bestialische Gewalt und fließendes Königsblut. Prinz Amleth will den Mörder seines Vaters rächen, der zu allem Überfluss auch noch seine Mutter geheiratet hat, und geht als Kind ins Exil um Jahre später als ausgewachsene Killermaschine zurückzukehren. Kein Hehl wird aus der maßlosen Grausamkeit dieser Zeit, circa am Anfang des zehnten Jahrhunderts, gemacht, denn reihenweise wird sowohl sinnlose als auch völlig übertriebene Gewalt handwerklich geschickt in Szene gesetzt. Dabei gelingt jedoch eine Sache ganz und gar nicht: natürlich muss dem Publikum nicht explizit gesagt werden, dass es die gezeigte Auslöschung ganzer Dörfer zu verurteilen hat, aber durch die Imposanz seiner Bilder macht Eggers den überlegenen Krieger Amleth zu einer Heldenfigur, die die ein oder anderen Zuschauenden in Begeisterung versetzt. Die Gewaltpornographie wird begleitet von Kamerafahrten, die immer schon wissen, was als nächstes passiert, denn die Vorherbestimmung der Geschehnisse wird durchgehend in Erinnerung gerufen. Amleth führt bei seinem Massenmord lediglich den Willen des Schicksals aus.
Hinzu kommt der esoterische Umgang mit den Mythen dieser Zeit, denn die Götter und Gestalten, an die Eggers Figuren glauben, lässt er als real erscheinen. Permanent gibt er dem Geschehenen Recht und lässt den heute furchtbar albern wirkenden Pathos so als legitim stehen. Das unaufhörliche Gebrüll der stählernen Männerkörper steht unter dem Stern einer höheren Macht, die die irdischen Geschehnisse zu lenken scheint. Die Rache manifestiert sich in einer Abscheulichkeitsästhetik, die fälschlicherweise der Hand eines Gottes angerechnet wird. Eggers scheint selbst an diese Götter zu glauben, denn sie leiten tatsächlich die gesamte Handlung, wenn Menschen nicht mehr weiterwissen. Innerhalb der eigenen Filmlogik ist Amleth also tatsächlich ein gerechter Held. Die Schauspielenden, denen man absolut ansieht, dass ihnen der Schmutz ins Gesicht geschminkt wurde, sagen hirntot ihre geschwollenen Zeilen auf und wandeln durch das von CGI-Tieren und Schiffen besetzte Island, als warteten sie nur darauf, dass der Drehbuch-Gott sie endlich durch einen extravaganten Tod erlöst. Wer diesen Film als intelligenten Blockbuster feiert, weil er:sie froh ist, dass es wenigstens nicht schon wieder ein Marvel-Film ist, hat die Hoffnung ins Kino wohl
endgültig aufgegeben.
:Henry Klur
]]>George Hosato Takei ist vieles – Internierungslagerüberlebender, Geflüchteter, engagierter LGBTQ+-Unterstützer, und vor allem Schauspieler mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.
Takei, am 20. April 1937 in Los Angeles, Kalifornien geboren, brachte es rund 30 Jahre später in dem Serienklassiker Star Trek des Produzenten Gene Roddenberry neben Schauspielerikon:innen wie Leonard Nimoy als Commander Spock, William Shatner in der Rolle des Captain J. T. Kirks und Nichelle Nichols als Lieutenant Nyota Uhura in der Rolle des Lieutenant Hikaru Sulu zur Berühmtheit. Star Trek, das damals durch die Zukunftsvisionen Roddenberrys revolutionär erscheint – sprechende Computer, Kommunikator (heute nennen wir sie Handys), Beamen, einer der ersten Fernsehküsse zwischen einer schwarzen Frau und einem weißen Mann und natürlich eine Mannschaft, in der sich Menschen aus unterschiedlichsten Nationen zusammenfinden –, hat seinen Kultstatus, aber eben auch jenen Schauspieler:innen zu verdanken, die schon damals ihrer Zeit voraus waren.
So hat sich beispielsweise Leonard Nimoy während der Serienproduktion dafür eingesetzt, dass das weibliche Crewmitglied Nichelle Nichols das gleiche Gehalt wie ihre männlichen Kollegen erhält. Es wird deutlich: Star Trek war Fortschritt. Und es erscheint nur passend, dass ein engagierter Mann wie George Takei in dieser Serie verwurzelt ist, denn Takei wurde bereits nach seinem Schauspielabschluss an der University of California politisch aktiv und wurde 1973 beinah in den Stadtrat von Los Angeles gewählt. Über die Jahre hat sich sein politisches Engagement zunehmend auf die LGBTQ+-Szene konzentriert: Takei, der sich erst im Oktober 2005 mit 68 Jahren als homosexuell outete, setzt sich bis heute für die Rechte von Homosexuellen ein. Vor allem auf seiner Facebook Seite, die Stand 2022 über 8,5 Millionen Abonnenten hat, teilt und schreibt er Beiträge zu Homosexualität, Rassismus, Diskriminierung und Politik. Auch sein Outing war unter anderem politisch motiviert: Er wollte die Forderungen nach der gleichgeschlechtlichen Ehe unterstützen. Nachdem das Oberste Gericht von Kalifornien das Verbot für die gleichgeschlechtliche Ehe aufgehoben hatte, heiratete Takei seinen Partner und Manager Brad Altman, mit dem er bis heute zusammen ist.
Seit 2020 ist es ihm außerdem ein Anliegen, auf die Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkriegs aufmerksam zu machen. Im Kindesalter war er während des Kriegs mit über 120.000 japanischstämmigen Amerikaner:innen für drei Jahre in einem Internierungslager inhaftiert – sie galten als Enemy Alien, als feindliche Ausländer:innen, da sich Amerika mit Japan im Konflikt befand. Seine Erlebnisse dort verarbeitete Goerge Takei in der seit 2020 erhältlichen Graphic Novel They Called Us Enemy – Eine Kindheit im Internierungslager, in der er sich damit auseinandersetzt, dass seine in Japan lebende Familie nun „Der Feind“ ist. Die Novel wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021 nominiert und bleibt bis heute aktuell. George Takei bleibt auch mit 85 Jahren nicht müde, mit dem Finger in gesellschaftlichen Wunden zu puhlen und sich dafür einzusetzen, die Welt ein kleines Stück besser zu machen, ebenso wie die Crew des Raumschiffs Enterprise, mit Hikaru Sulu auf der Brücke: „ … to boldly go where no one has gone before … “
In diesem Sinne, Alles Gute und Leben Sie lang und in Frieden, Mr. Takei!
:Rebecca Voeste
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