Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Doku | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:58:24 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Doku | BSZ https://bszonline.de 32 32 Achtung, Brandgefahr! https://bszonline.de/2021/06/19/achtung-brandgefahr/ https://bszonline.de/2021/06/19/achtung-brandgefahr/#respond Sat, 19 Jun 2021 14:24:36 +0000 https://bszonline.de/2021/06/19/achtung-brandgefahr/ Serie. Der WDR zeigt mit seiner TV-Doku „Feuer und Flamme“ den Arbeitsalltag der Feuerwehr im Ruhrgebiet. Spannend, nahbar und vor allem eines: authentisch.

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Serie. Der WDR zeigt mit seiner TV-Doku „Feuer und Flamme“ den Arbeitsalltag der Feuerwehr im Ruhrgebiet. Spannend, nahbar und vor allem eines: authentisch.

Serien über die Arbeit der Feuerwehr gibt es einige, TV-Dokus eher weniger. Eine der wenigen genau dieser TV-Dokus wurde für zwei Staffeln in Gelsenkirchen und seit drei Staffeln in Bochum gedreht. Zuletzt wurde die fünfte Staffel der WDR-Doku „Feuer und Flamme“ Ende Mai abgedreht. 47 Tage lang wurden die Feuerwehrleute der Innenstadtwache Bochum und der Hauptfeuer- und Rettungswache Bochum-Werne bei ihren alltäglichen Einsätzen begleitet. Ab Frühjahr 2022 ist die fünfte Staffel im Fernsehen zu sehen. 

Das Besondere an der TV-Doku: die erzählte Geschichte wird nicht überdramatisiert dargestellt, es werden ausgebildete Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit begleitet. Auch kommentiert keine Stimme aus dem Off die Geschehnisse, sondern nur die Feuerwehrleute selbst. Bei der TV-Doku sieht man nicht nur, wie ein Einsatz abläuft, auch wird über die psychische Belastung der Feuerwehr gesprochen und Aspekte thematisiert, inwiefern die Bevölkerung die Arbeit der Feuerwehr erleichtern kann. Die vierte und bald auch die fünfte Staffel thematisieren zusätzlich, wie die Pandemie den Arbeitsalltag der Feuerwehr verändert hat. 

Was den Macher:innen der Doku jedoch am Herzen liegt: mit ihren Dreharbeiten die Arbeiten der Feuerwehr in keiner Weise zu behindern. Denn das Feuerwehrteam wurde mit bis zu 60 Kameras gleichzeitig begleitet. Doch der Redakteur Philipp Bitterling beteuert in einem Interview mit dem WDR: „Von Anfang an war für uns eines wichtig: Nicht die Dreharbeiten bestimmen den Einsatz, sondern der Einsatz diktiert unsere Möglichkeiten als Fernsehmacher.“ Natürlich wurde das Feuerwehrteam nicht mit 60 Filmkameras gleichzeitig gefilmt. Einige der Feuerwehrleute trugen bei den Dreharbeiten Bodycams und Helmkameras, die extra für die Serie entwickelt wurden, damit die Kameras auch bei hitzigen Brandeinsätzen einsatzfähig sind. Quotentechnisch enttäuscht die TV-Doku auch nicht. Doch die größte Fangemeinde hat „Feuer und Flamme“ auf YouTube: Einige Folgen erreichen fast 3,8 Millionen Aufrufe.                         

  :Augustina Berger

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Nach:Gesehen https://bszonline.de/2017/06/19/nachgesehen-2/ https://bszonline.de/2017/06/19/nachgesehen-2/#respond Mon, 19 Jun 2017 15:44:42 +0000 https://bszonline.de/2017/06/19/nachgesehen-2/ Kaum gezeigt und doch ein Thema: Die Dokumentation Auserwählt und ausgegrenzt polarisiert schon vor der geplanten Ausstrahlung.

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Kaum gezeigt und doch ein Thema: Die Dokumentation Auserwählt und ausgegrenzt polarisiert schon vor der geplanten Ausstrahlung. Diese ist nun jedoch für den 21. Juni im WDR geplant. Eine große, ebenfalls polarisierende Tageszeitung zeigte den Film bereits für 24 Stunden im Internet. Genug Zeit, um „Auserwählt und ausgegrenzt“ ebenfalls zu schauen. Viel wird deutlich: So beispielsweise die Tatsache, dass Antisemitismus  längst kein exklusives Phänomen extremistischer Zirkel mehr ist, dies eigentlich niemals war. Antisemitismus ist seit Jahrhunderten Bestandteil unserer Gesellschaft. Dies bringt die Doku sehr deutlich zum Vorschein. Egal ob Frankreich, Deutschland oder der Gazastreifen. Der Hass auf Jüdinnen und Juden ist ein internationales Problem. Sei es ein Israel-Boykott, antisemitische Ressentiments oder radikaler Antizionismus, „Auserwählt und ausgegrenzt“ beleuchtet alle Facetten des Jüdinnen- und Judenhasses. Die Nichtausstrahlung durch ARTE ist ein falsches Zeichen, auch wenn die Dokumentation nicht selten mit künstlerischer Freiheit spielt.                                                                               

:juma

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„Der See hat alles kaputt gemacht“ https://bszonline.de/2014/09/01/der-see-hat-alles-kaputt-gemacht/ https://bszonline.de/2014/09/01/der-see-hat-alles-kaputt-gemacht/#respond Mon, 01 Sep 2014 16:15:08 +0000 https://bszonline.de/2014/09/01/der-see-hat-alles-kaputt-gemacht/ Gesellschaftskritik am Zaun: Arm und Reich prallen in Ulrike Frankes und Michael Loekens Doku-Highlight „Göttliche Lage“ über den Gentrifizierungs-Meilenstein Phönixsee aufeinander. Die Dokumentation trifft den Nerv der Zeit und füllt bei der Filmvorführung und das anschließende Publikumsgespräch mit den beiden RegisseurInnen den Saal im Endstation Kino.
 

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Gesellschaftskritik am Zaun: Arm und Reich prallen in Ulrike Frankes und Michael Loekens Doku-Highlight „Göttliche Lage“ über den Gentrifizierungs-Meilenstein Phönixsee aufeinander. Die Dokumentation trifft den Nerv der Zeit und füllt bei der Filmvorführung und das anschließende Publikumsgespräch mit den beiden RegisseurInnen den Saal im Endstation Kino.

Kinobetreiberin Nina Selig hat alle Hand zu tun: Die letzten freien Sessel werden durchgezählt, Stühle aus dem Eingangsbereich werden in den Saal getragen – das Endstation-Kino in Bochum Langendreer platzt aus allen Nähten. „Wir haben noch nie ein Filmgespräch gehabt, bei dem es zu Tumulten an der Kasse kam. Bis jetzt war jede Vorstellung ausverkauft“, kommentiert Selig die neue Erfahrung. Für die nächsten Tage werden weitere Vorstellungen gebucht, der Film „Göttliche Lage“ scheint einen Nerv getroffen zu haben. Das drückte sich auch in dem anschließendem Publikumsgespräch mit den anwesenden RegisseurInnen Ulrike Franke und Michael Loeken aus. Beide überzeugten schon 2006 mit dem mehrfach preisgekrönten Doku-Film „Losers and Winners“, der den Abbau des Stahlwerks Phönix Ost, das 18.000 Menschen beschäftigte, schildert. „Wir sind einfach dran geblieben an dem Thema“, erläutert Michael Loeken die filmische Auseinandersetzung mit dem Wandel in Hörde. „Jetzt geht es um den Wandel in der ,Freizeitgesellschaft‘“, fügt Ulrike Franke hinzu. „Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Grundlage ist die Metapher, die der See bildet – für die Schere, die herrscht.“

Metapher der Schere: Kontrast von Arm und Reich

„Keine Angst vor dem Neuen, man arrangiert sich“ , sinniert ein Streifenpolizist, der am Phönixsee patrouilliert, über  die Veränderungen und starrt nachdenklich auf den See. Wie diese Neue aus dem Alten entsteht, wird in dem Film gut beobachtet – etwa in diesem „ruhrgebietsspezifischen am-Zaun-Plaudern“, wie es Franke im Publikumsgespräch beschreibt. Fünf Jahre wurden gefilmt. Zunächst ist es eine Mondlandschaft, über die die Kamera gleitet. Wo einst das Werk stand, klafft ein schlammiges Loch, durch das sich Bagger wühlen. Um dieses Nichts siedelt sich Hörde an: Eine ArbeiterInnensiedlung mit maroden und leerstehend Buden – die soziale Ungleichheit wird treffend eingefangen. Das drückt sich auch in dem Perspektivenwechsel zwischen den AnwohnerInnen, einfachen Leuten, und den neoliberalen Planern des Luxusviertels rund um den See aus. Da sind die typischen Ruhrpott-Opas, die den Wandel mit kauzigen Kommentaren begleiten, der Streifenpolizist, der sich um die AnwohnerInnen sorgt und eine Kioskbesitzerin, die ihren Laden aufgeben muss und ihre Lage verzweifelt auf den Punkt bringt: „Der See hat alles kaputt gemacht.“ Spannend sind die Einblicke in die Besprechungen und Planungen der StrippenzieherInnen, die das Luxusviertel am See bauen. „Die haben uns wirklich Tor und Tür geöffnet“, erläutert Loeken den Hintergrund. „Göttliche Lage“  ist keine Fingerzeig-Inszenierung, keine Polemik à la Michael Moore; die ideologische Verblendung ist Realität. Das unterstreicht auch Loeken, als ein Zuschauer fragt, warum die Gentrifizierung mit allen Folgen keine Zweifel bei den Verantwortlichen weckt: „Sie unterschätzen die Leute, die das machen. Die sind völlig überzeugt von ihrer Arbeit.“                               

:Benjamin Trilling

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