Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 Djelem | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 09:04:43 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg Djelem | BSZ https://bszonline.de 32 32 Djelem Djelem – Roma-Kultur in Dortmund https://bszonline.de/2017/10/09/djelem-djelem-roma-kultur-dortmund/ https://bszonline.de/2017/10/09/djelem-djelem-roma-kultur-dortmund/#respond Mon, 09 Oct 2017 14:58:57 +0000 https://bszonline.de/2017/10/09/djelem-djelem-roma-kultur-dortmund/ Festival. Zum nun vierten Mal in Folge fand das Roma Kulturfestival statt. Das einwöchige Festival vom 3. bis 9. Oktober verteilte sich über die ganze Nordstadt und drüber hinaus.

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Festival. Zum nun vierten Mal in Folge fand das Roma Kulturfestival statt. Das einwöchige Festival vom 3. bis 9. Oktober verteilte sich über die ganze Nordstadt und drüber hinaus.

Der AWO-Unterbezirk Dortmund ist zusammen mit dem Kulturdezernat der Stadt, dem Theater im Depot, den Roma-Selbstorganisationen Carmen e. V., Planerladen e. V. und Junge Roma Aktiv  und weiteren Initiator des Roma-Kulturfestivals „Djelem Djelem“.

Das Festival richtet sich sowohl an alteingesessene und neuzugewanderte Roma als auch an die Aufnahmegesellschaft – Nicht-Roma. Das Programm war wie in den Jahren zuvor vielfältig: Theater, Film, Podiumsdiskussionen und Lesungen. Jedes Interesse wurde bedient. Auch für die Jüngsten war einiges dabei. Mit einem Tanzwettbewerb, dem persönlichen Highlight des Dortmunder Stadtdirektors Jörg Stüdemann, bewegten sich nicht nur Roma-Kinder rhythmisch zur Musik, auch palästinensische, türkische und deutsche tanzten und spielten stundenlang gemeinsam.

Keinen Grund zu feiern?

„Die Vorurteile sind immer noch da“, bestätigt Gamze Çalişkan von Planladen e. V. Seit 2013 kümmert sie sich um die Probleme und Schwierigkeiten der Roma; die Vorurteile seien aber nicht mehr so schlimm wie am Anfang, also  vor „Djelem Djelem“. Denn das Festival diene auch zur Aufklärung der Aufnahmegesellschaft und habe hier seine Enstehungsgeschichte, erklärt Çalişkan. Die kulturellen Angebote des Festivals, besonders Film- und Theaterveranstaltungen sowie Leseabende wurden schon in den ersten Jahren von der Aufnahmegesellschaft in Anspruch genommen und erfreuen sich immer an großem Interesse. Dies führe auch zur allmählichen Akzeptanz der Roma-Gemeinschaft.

Das Fest trage neben der Aufklärung auch zu einer Annäherung zwischen alteingesessenen und neueingewanderten Roma und der Aufnahmegesellschaft bei. „Daher veranstalten wir das Djelem Djelem am Nordmarkt; da wohnen viele Neueingewanderte“.

Gerda Kieringer, Vorsitzende der AWO, erklärte am Sonntag auf dem großen Familienfest am Dietrich-Keuning-Haus, was aus der Sicht der AWO so wichtig an Djelem Djelem ist: „Das Besondere ist, dass wir alle gemeinsam feiern können und dass wir nochmal deutlich machen, dass Dortmund eine weltoffene Stadt ist, in der alle miteinander gemeinsam gut leben können.“ Weitere wichtige Aspekte erklärte Aida Demirović-Krebs vom Dietrich-Keuning Haus Dortmund. Arbeitsstellen und Wohnungen haben sich durch das Fest vermitteln lassen. Auch ein neuer Verein gründete sich. Der Verein Romano Than, Haus der europäischen Roma e. V. ist bisher selbstorganisiert durch Roma. Unter anderem bietet er Deutschkurse für Kinder an und die hauseigene Band gab am Sonntag anlässlich des Fests ihr muskalisches Können zum Besten.

2018 – kleines Jubiläum

Ein kleines Jubiläum feiert „Djelem Djelem“ nächstes Jahr – und dass es stattfinden wird, ist sicher. Die Planung werde wieder zusammen gemacht, versprach Kieringer. Was zum fünfjährigen Bestehen angedacht ist, wird aber noch nicht verraten. Was auf jeden Fall nicht fehlen wird, verspricht Kieringer, seien die Werte der fast 100-jährigen AWO: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz. „Wenn wir das alle gemeinsam tun, leben wir in einer friedlichen Gesellschaft.“                  

:Sarah Tsah

 
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(Nicht) Willkommen in Deutschland? https://bszonline.de/2017/10/09/nicht-willkommen-deutschland/ https://bszonline.de/2017/10/09/nicht-willkommen-deutschland/#respond Mon, 09 Oct 2017 14:58:48 +0000 https://bszonline.de/2017/10/09/nicht-willkommen-deutschland/ Integration. Zwischen Willkür und Willkommenskultur: Wir haben mit Dortmunder Organisationen über Sinti und Roma in der Stadt gesprochen.

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Integration. Zwischen Willkür und Willkommenskultur: Wir haben mit Dortmunder Organisationen über Sinti und Roma in der Stadt gesprochen.

800 Euro für eine 110-Quadratmeter-Wohnung? So schon teuer genug. Doch statt der 110 sind es in der Realität nur 50 Quadratmeter. Nur ein Beispiel aus der langen Liste von Situationen, die Sinti und Roma in einer Stadt wie Dortmund erleben.  

7.977 BürgerInnen aus Rumänien und Bulgarien lebten laut Sachstandbericht Zuwanderung aus Osteuropa 2016 in Dortmund, was 1,3 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Die Roma, von denen viele aus der bulgarischen Stadt Plowdiw stammen, kommen aus „sehr diskriminierenden Armutslagen“, so Katrin Gattinger von „Willkommen Europa“, einer Anlaufstelle für Erstberatung. Viele stecken in einem Teufelskreis, ohne Einkommen und Sozialleistungen. Die Integration auf dem Arbeitsmarkt und Familie sind wichtige Punkte. Konkret begleiten die Beratenden die Ratsuchenden über Jobcoaching, Sprachkurse oder auch Anmeldungen für beispielsweise Kindergarten oder Schule. 

Antiziganismus? 

Neben der Arbeitssituation sorgen auch korrupte VermieterInnen und problematische Wohnbauten für Ärger. Laut Ali Sirin vom Planerladen e.V. leben viele Familien in Problemhäusern. Bei der Behördenarbeit stoßen gerade Roma auf Schwierigkeiten. So würden „manchmal Formulare gefordert, die es bei anderen [AntragstellerInnen, Anm. d. R.] nicht gibt“. Sirin spricht von „Behördenwillkür“. Vonseiten der Dortmunder Bevölkerung gebe es laut Gattinger „durchaus diskriminierende oder vorurteilsbehaftete Verhaltensweisen.“ 

Hoffnungsschimmer

Doch „es wird besser“, konstatiert Sirin. Neben städtischen Angeboten wie der Clearingstelle Gesundheit für Menschen ohne Krankenversicherung, „Willkommen in Europa“ oder „Initiativen in Richtung der Heimatländer“ (Unterstützung der Menschen in Plowdiw) bietet unter anderem Planerladen e. V. Leseabende oder Festivals, damit „die Aufnahmegesellschaft sensibilisiert“ wird, erklärt Gamze Çalişkan von der Migrationsberatungsstelle. Katrin Pinezki, Pressesprecherin der Stadt Dortmund, unterstreicht, dass „das Festival ’Djelem Djelem’ zeigt, dass Dortmund auch die kulturelle Bereicherung wahrnimmt, sichtbar macht und fördert.“

Doch: Es bleibt noch viel zu tun, bevor Sinti und Roma ohne Vorurteile in der Gesellschaft ankommen. 

:Andrea Lorenz

 

INFO:BOX

• Hinter Sinti und Roma verbergen sich zwei ethnische Minderheiten: Sinti aus West- und Mitteleuropa und Roma aus Südosteuropa. 

• Der Begriff des „Zigeuners“ stammt aus dem Spätmittelalter. Angehörige der Ethnie bezeichnen sich selbst nicht so. 
•  Momentan leben in Deutschland 70.000 Menschen, die der nationalen Minderheit der Sinti und Roma zugehören. 
•  Schon im 15. Jahrhundert kommt es zur Kriminalisierung und religiös-politischen Ausgrenzung.
• Bis 1933 waren Sinti und Roma ein integrierter und sesshafter Teil der Bevölkerung.  Dennoch wurden sie während des Nationalsozialismus verfolgt.  Insgesamt verloren 500.000 Menschen ihr Leben.
• Heutzutage sind Sinti und Roma die am meisten diskriminierte ethnische Minderheit in Europa.
• Institutionen wie der Zentralrat der Deutschen Sinti und Roma e. V. arbeiten gegen Rassismus gegen Sinti und Roma (Antiziganismus) und klären darüber auf. Weitere Informationen auch unter tinyurl.com/sintiundroma 
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