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Wenn die Lage gerade anders wäre, wäre dieser Artikel über ein Schauspiel mit dem Namen „Herbert“ von Herbert Fritsch und über Herbert Grönemeyer, dass im Schauspielhaus Bochum Premiere gefeiert hätte. Es hätte sich natürlich ganz Bochum-typisch um Herbert Grönemeyers Musik, aber auch um seine Person gedreht. Allerdings wäre der Artikel, dann auch schon vor ein paar Wochen erschienen, weil Euer Semester dann früher angefangen hätte. Jetzt können wir aber nur darauf hinweisen, dass unsere Kulturstätten hoffentlich bald wieder gut erholt zurückkommen, hätten dann erwähnt, dass Ihr bald wieder mit der Studierendenflatrate kostenfrei ins Schauspielhaus Bochum könnt und überlegen derweil, was man in der Zwischenzeit unternehmen kann. Also hätte, hätte Fahrradkette, nur eben manchmal mit einem anderen Gefährt, denn da bekommt eine Form der Unterhaltung ein kleines Revival, die trotz Kontaktsperre und Mindestabstand noch möglich ist. Filme gucken, auf der großen Leinwand, vom Auto aus. Das Autokino erfreut sich gerade immer größerer Beliebtheit.
Düsseldorf, Köln, Essen, Münster, Kleve und auch ganz in Uni-Nähe in Herne am Gysenberg. In Oberhausen gibt es sogar jetzt ein Drive-In-Theater. Aber dies sind nur ein paar der Städte, in denen die Autokinos gerade wieder große Erfolge feiern. Die meisten Vorstellungen sind ausverkauft und das obwohl sich an den Spielabenden große Staus vor den Parkschauplätzen bilden. Das Programm erfreut sich großer Vielfalt, genauso wie das Publikum. Über die Osterfeiertage wurde im Düsseldorfer Autokino sogar ein Ostergottesdienst übertragen, inklusive Hupkonzert für den empfangenen Segen. Denn alle sind hungrig darauf, etwas zu unternehmen. Die Regeln während der Corona-Krise sind jedoch etwas verschärft: Maximal zwei Personen pro Auto plus die eigenen Kinder bis zu 14-Jahren, Snacks werden gerade nicht verkauft und Karten müssen online erworben werden. Außerdem, so wie es immer sein sollte, Handys weg beim Film (ist natürlich nicht Pflicht, aber pssst!) Und wenn es ein Horrorfilm oder was romantisches ist: Kuscheln. Natürlich nur wenn es Euer Special-Quarantäne-Buddy*Buddiette ist, Ihr wisst schon.
Das Autokino in Herne am Gysenberg hat seit dem 10. April seine Pforten geöffnet. Ins Leben gerufen wurde es ganz frisch auf einem Parkplatz von dem städtischen Veranstaltungsservice, sowie von „Joe Studios“. Das Kino befindet sich am Revierpark 20, in 44628 Herne. Täglich laufen dort zwei Filme, in der Regel um 16:30 Uhr eher Familienkinofilme wie innerhalb der vergangenen Spielwochen: Die Eiskönigin 2, oder auch Der König Der Löwen und Aladdin als Live-Action-Variante. Um 19:30 beginnen dann häufiger mal die Filme, bei denen die kleinen Racker zuhause bleiben müssen, wie bei Parasite (sehr zu empfehlen), Joker (natürlich auch), Toy Story 4 (ich weiß ja nicht) und beispielsweise am 23. März, wie Ruhrgebiet könnte etwas sein: Bang Boom Bang. Der Bochum-/Pottklassiker en perfectto, mit dem besten Ralf Richter. Totaler Kult und Bochum-Experience schlechthin, wenn auch in Herne. Nehmt Currywurst mit! Der Eintritt kostet in Herne 16,50 Euro, das zählt allerdings für das Auto inklusive zwei Personen, plus der im Haushalt lebenden Kinder. Gebt Euch einfach nicht als Clownsfamilie aus!
:Christian Feras Kaddoura
Rundbild: fufu
]]>Vom 12. Juli bis zum 26. August verwandelt sich der Innenhof der Fiege-Brauerei in der Bochumer Innenstadt in Bochums größten Open-Air-Kinosaal. Ob Gartenstuhl, Sonnenliege oder Sitzsack – hier findet jedeR ihren/seinen Platz. Und dann lässt man es sich mit kühlem Bier, heißen Fritten und neuen sowie alten Filmen gut gehen. Was sich nach etwas ganz Besonderem anhört, ist in Bochum längst Tradition. Und so wird auch 2018 wieder ein bisschen Normalität einkehren, vor allem bei Ruhrpott-Klassikern wie „Bang Boom Bang“. Aber auch neuere Filmhighlights warten auf Bochumer Filmfans. Maximal 800 von ihnen erwartet jeden Abend nicht nur volldigitaler Filmgenuss auf der mit 14 mal 9 Metern größten Leinwand Bochums, sondern ein wechselndes Warm-Up-Programm regionaler KünstlerInnen. Einlass ist ab 20 Uhr, die Filme starten bei Anbruch der Dunkelheit. Bei leichtem Regen wird weiter geschaut und bei widrigen Wetterverhältnissen behalten die Karten ihre Gültigkeit.
„Let‘s do the Time Warp again!“ Wenn eins nicht fehlen darf beim alljährlichen Kinospektakel in Bochum, dann die Kinofassung von Richard O’Briens wahnwitzigem Musical „The Rocky Horror Picture Show“. Der grandiose Tim Curry in seiner Paraderolle als Dr. Frank N. Furter brilliert und lädt die ZuschauerInnen in eine bizarre Welt aus Travestie, Menschenversuchen und Tanz ein. Absoluter Kult, auch wenn das Bochumer Publikum nicht allzu mitmachfreudig ist und auf eigene Einlagen aus dem Publikum verzichtet werden muss.
:juma
Mit dem Bier in der Hand und den FreundInnen an der Seite kann die vorlesungsfreie Zeit angemessen begrüßt werden. Warum das Ende der Plackerei also nicht im Open Air Kino feiern? Mit „Das schweigende Klassenzimmer“ (2018) kommt am 20. August der Bildungsauftrag aber ebenfalls nicht zu kurz: Darin solidarisiert sich eine DDR-Schulklasse mit einer Schweigeminute mit den TeilnehmerInnen des Ungarischen Aufstandes von 1956. Unter freiem Himmel kann der Film danach herrlich diskutiert werden. Auf den Sommer!
:lor
Open Air Kinos haben viel mehr zu bieten als nur Filme. Es sind kleine Filmpartys mit Snacks, Getränken, guter Stimmung und netten Menschen. Nicht in stickigen Kinos mit schlechter Klimaanlage sitzen, sondern draußen mit einem kühlen Bier in der Hand und der Sonne im Nacken vor einem Film, den man bei Erscheinen verpasst hat oder den man sich immer wieder anschauen kann. Mein Tipp: Der Film „Bang Boom Bang“ von 1999. Die humorvoll-irre Ruhrpott-Komödie mit dem großartigen Schauspieler Oliver Korittke wird am 19. Juli und 22. August gezeigt.
:mag
Im Sommer sind Open Air Kinos immer eine schöne Alternative, da man bei gutem Wetter nicht zwei bis drei Stunden in einem Raum sitzt. Zudem sind es bei älteren Streifen wirkliche Fans des Films, mit denen man über Dinge fachsimpeln und sich über unnützes Wissen austauschen kann. Außerdem entsteht mit der Musik aus der Region eine Art familiärer Flair.
Mein Tipp: Am 11. August läuft „Die Verlegerin“, ein Drama von Steven Spielberg mit Meryl Streep als Kathrine Graham, eine Publizistin, die sich in den 70ern entgegen der Meinung anderer an die Spitze der Washington Post setzte.
:bena
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