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In den Gängen der Kunstsammlungen verstecken sich viele geschichtsträchtige Schätze. Zwischen alten Münzsammlungen und antiken menschlichen Kreationen wie zum Beispiel Lampen und Vasen finden sich Gemälde und Konstruktionen, die eher der Gegenwart zugeordnet werden können. Dabei ist gerade die Sammlung der Moderne etwas Besonderes, denn ihr Ursprung liegt in einer Stiftung des Bochumer Kunstkritikers Albert Schulze Vellinghausen, die später durch den Kunsthistoriker Max Imdahl um weitere Kunstwerke erweitert wurde.
Max Imdahls Verbindung zur Ruhr Universität Bochum ist tief. Als erster Professor für Kunstgeschichte an der RUB brachte er den Studierenden nicht nur die Kunst näher, sondern legte auch die Grundlage für die Zukunft des kunsthistorischen Lehrstuhls in Bochum. Seine Mitarbeit an den Kunstsammlungen ermöglichte es ihm, die eigenen Lehren auf direktem Wege mit der Kunst der Gegenwart (ab ca. 1945) zu verbinden. So wurde er schließlich zu einem der wichtigsten Mitgestalter des Campusmuseums und verhalf diesem zu neuer Größe. Das wirkte sich positiv auf das Image der damals noch jungen Ruhr-Uni aus. Die Konfrontation von Moderner Kunst mit Antiker wurde immer deutlicher, bis sie schließlich zum Konzept der Kunstsammlungen heranwuchs.
Im Rahmen des 100. Geburtstages Max Imdahls und dem 50-jährigen Bestehen des Museums findet seit dem 5. Juni 2025 eine kostenlose Ausstellung statt, die Ihr bis zum 11. Januar 2026 besuchen könnt: „Vergangene Gegenwart. Max Imdahl und die Kunstsammlungen moderne und zeitgenössische Kunst.“
Das Jubiläum stellt auch die Frage nach der Bedeutung dieser gesammelten Kunstwerke für unser Hier und Jetzt.
Zwischen den Stücken der Dauerausstellung kann man verschiedene Werke der Ausstellung entdecken, die Vellinghausen und Imdahl im Laufe vieler Jahrzehnte zusammengetragen haben. So zum Beispiel Josef Albers Hommage to the Square – eine Sammlung von Gemälden, die verschachtelt Quadrate in ihrer Farbvielfalt porträtieren und häufig mit Ölfarben gemalt wurden. Rechtecke und Farben aus Acryl findet man auf den Bildern von Camille Graeser.
Geometrische Formen und farbliche Buntheit dominieren die Leinwände der Ausstellung und lassen uns in eine andere Welt abtauchen. Die Kunstsammlungen zeigen dabei, dass sich Moderne Kunst nicht allein auf Papier, sondern ebenfalls in Skulpturen ausdrücken kann. Adolf Luthers Hohlspiegelobjekt Licht und Materie – eine Wandskulptur aus einem Hohlspiegel, Holz und Aluminium – aus dem Jahr 1965 lehrt uns auf eindrucksvolle Weise, dass Licht mehr als ein einfaches physikalisches Phänomen ist. Die spiegelnden Flächen machen es als künstlerisches Ausdrucksmittel erfahrbar und ziehen den/die Betrachter:in aktiv ins Werk hinein, in dem sie mit dem Sinn des Sehens spielen.
Dem Spiel mit den Augen scheint sich auch François Morellet zu widmen. Sein Trois Grilles se déformantes von 1975 aus Motoren und Alluminium vereint mit seinen geometrischen Gittern und der maschinellen Komponente Dynamik und Zeitgeist. Morellet fordert mit seinem Kunstwerk die Wahrnehmung heraus und kommentiert sie gleichzeitig auf ironische Weise, in dem er die strengen mathematischen Formen der Gitter in Bewegung versetzt.
Für Max Imdahl nimmt das Sehen bei Betrachten von Kunst eine zentrale Rolle ein. Es wird für Imdahl zu einem aktiven Prozess der Erkenntnis, der über das Sehen als passiven Sinnesvorgang hinaus geht.
Imdahl spricht von einem „sehenden Sehen“, das der als Methode im Zentrum seiner bildimmanenten Kunstinterpretation steht. Kunstobjekte werden dabei konzentriert in ihrer reinen Form betrachtet. Farben, Formen, Struktur und Komposition – also die Art, wie es sie gestaltet ist sind , erzählen oder viel mehr zeigen dem/der Betrachter:in ihre Geschichte und Bedeutung. Dabei wird bewusst darauf verzichtet, einen Kontext in Form von historischen Markern oder der Künstler:inbiografie miteinzubeziehen. Später entwickelt er daraus das Konzept der „Ikonik“.
Das Sehen wird für Imdahl zu einem aktiven Prozess der Erkenntnis, der über das Sehen als passiven Sinnesvorgang hinaus geht. Die Ausstellung rückt durch die Auswahl der Werke seinen interpretatorischen Ansatz in den Mittelpunkt.
Neben den Kunstobjekten finden sich auch Materialien aus dem Archiv, die über Max Imdahls Tätigkeit an der Ruhr-Uni erzählen. Dadurch können wir Einblicke in seine Aufzeichnungen und Erläuterungen erhaschen, die Aufschluss über seine Arbeit und seine Denkweise geben.
Ein kleines Quiz rund um die Ausstellung und ihre Hintergründe bietet die Möglichkeit, das eigene Wissen auf spielerische Weise zu festigen und sich intensiver mit der Kunstausstellung auseinanderzusetzen. Es beinhaltet zehn Fragen, die sich mit Imdahl und den Ursprüngen der Kunstsammlungen beschäftigt. Daneben habt Ihr auch die Chance, eine Kleinigkeit zu gewinnen, wenn Ihr alles korrekt beantwortet habt.
Begleitend zur Ausstellung haben Kunststudent:innen der RUB ein Heft erstellt. Das Begleitheft enthält Beiträge, die sich mit Max Imdahl und seinem wissenschaftlichen Nachlass befassen und einzelne Manuskripte und Dokumente kommentieren.
In der Universitätsbibliothek können Interessierte in der Max Imdahl-Lounge weitere Texte des Kunsthistorikers finden. Die Lounge ist zu den während der Öffnungszeiten der UB zugänglich und richtet sich an den nach dem Zeitraum der Ausstellung in den Kunstsammlungen.
Ob Kunstliebhaber:in oder nicht – die Ausstellung anlässlich der beiden Jubiläen bietet für alle Besuchenden einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Kunst an der RUB und der Gedankenwelt eines ihrer wichtigsten Mitbegründer: Kunsthistoriker Max Imdahl. Sie lädt dazu ein, die Entwicklung der modernen Kunst hautnah zu erleben und das Sehen als sinnlichen, reflektierten Prozess neu zu entdecken.
:Alina Nougmanov
]]>Ich starre den rußigen Glaskasten vor mir an. In seinem Inneren befindet sich ein kleiner Haufen schwarzes Pulver. Dann huscht mein Blick nach rechts. Neben dieser Installation steht auf einem kleinen Regal ein gläserner Behälter, in dem sich kleine Kohlestücke befinden und das Licht der vielen Lampen über meinem Kopf prismatisch reflektieren. Mit dem kleinen Kärtchen zwischen meinen Fingern fächere ich mir Luft zu. Es trägt die Beschriftung „18 C – Die Essenz der Kohle“ und gibt einen Duft ab, den ich zuvor noch nie gerochen habe, der mir aber gleichzeitig unaufhaltsam ein Bild vor Augen malt. Eine längst vergangene Epoche, Arbeiter beim Kohleabbau, schmale Tunnel und niedrige Decken, die nur bedingt mit Licht ausgestattet sind – eben das, wofür das Ruhrgebiet lange Zeit bekannt war. Das Kunstwerk stammt von Helga Griffiths und steht im Raum sechs „Lebenszeichen“ der Villa Hügel in Essen. Insgesamt stellt das prächtige Anwesen der Familie Krupp, welches heutzutage ein Ausstellungsort ist, in zehn Räumen über 100 Kunstwerke aus 21 Museen des Ruhrgebiets aus – darunter auch die Kunstsammlungen der Ruhr-Universität Bochum.
Bei Raum sechs handelt es sich um eine ganze Raumkette, die durch die ausgestellten Kunstwerke das Leben in seinen unterschiedlichen Ausprägungen festhält. Eine Abfolge von Aufnahmen eines laufenden Fernsehers, auf dessen Oberfläche immer wieder andere Gegenstände drapiert sind, zieht sich durch die Durchgänge. In einer Ecke steht ein alter Fernseher auf einem Runden Holztisch. Mein Blick bleibt an dem Ausstellungsstück hängen und stimmt mich nachdenklich. Aus dem Fernseher ragen lange Nägel aus Stahl, als hätte der Fernseher versehentlich einen Kaktus berührt. Auf einer Seite wurde er mit weißer Farbe übergossen, die sich in die Zwischenräume frisst. Aus dem Begleitheft erfahre ich, dass das Werk von Günther Uecker namens „TV“ eine kritische Anspielung auf die Massen- und Unterhaltungsmedien sein soll.
Ich setzte zum Gehen an und meine Augen wandern zum Begleitheft in meinen Händen. Der nächste Raum trägt die Überschrift „Fenster zur Welt“ und soll einen Einblick in die Wahrnehmung der Welt von gestern, heute und auch morgen geben. An den Wänden hängen Gemälde und Aufnahmen. Eine Konstruktion aus Leuchtstoffröhren von Molitor & Kuzmin trägt den einfachen Titel „Fenster“ und stammt der Beschilderung nach ursprünglich aus dem Zentrum für internationale Lichtkunst Unna. Die ruhige Luft wird von den Geräuschen eines Schwarz-Weiß-Films unterbrochen, der unterschiedliche Aufnahmen von Menschen und Orten zeigt und dabei mit Licht und Schatten spielt. Licht soll hier „als bedeutungstragendes Motiv, das Räume, Strukturen und Emotionen formt“, eingesetzt werden, verrät mir das Heftchen.
Raum acht strahlt in einem hellen Farbton und versetzt mich ins Staunen. Ich bleibe stehen, um die Umgebung auf mich wirken zu lassen. An den Wänden befinden sich Spiegel und Stuckaturen, die Decke ist mit goldenen Schnörkeln verziert auf denen weiße Engel sitzen. Die Vorstellung des Himmels ist hier stimmungsgebend. Wie passend, dass der Raum den Titel „Atmosphäre“ trägt. Von der Decke hängt ein großes weißes Konstrukt, das augenscheinlich aus den Scheiben verschiedener Baumstämme zusammengesetzt und als schwebende und sich langsam drehende Wolke inszeniert ist. Es heißt „Konturenwolke“ und wurde von Ulrich Möckels geschaffen. Ich erfahre, dass es sich bei den Holzscheiben eigentlich um Konturen aus Hartschaum handelt, die durch die Imitation diverser heimischer Baumarten Himmel und Erde verbinden sollen.
Ich wandere durch die letzten beiden Räume – „Dynamik“ und „Tradition im Wandel“ – und nutze auf dem Rückweg die Gelegenheit, nochmal alle Räume zu passieren. Einige davon ziehen erneut meine Aufmerksamkeit auf sich.
So zum Beispiel Raum drei, „Kauflust“, welcher sich mit der Entwicklung des Konsums und des Kaufverhaltens in unterschiedlichen Epochen beschäftigt, besonders zu Zeiten der DDR. Ich bestaune die verschiedenen Fotografien, Zeichnungen und Gemälde, die teilweise über 100 Jahre alt sind. Auch in Raum eins bleibe ich stehen und blicke mich um. Im Zentrum steht hier das „Bild der Frau“ und neben Skulpturen finden sich hier auch bildliche Darstellungen von Müttern mit ihren Töchtern von den Künstler:innen Gerhard Richter und Paula Modersohn-Becker. In einem weiteren Raum sind auf dem Boden bunte Kleidungsstücke ausgebreitet. Bei näherem Hinsehen stelle ich fest, dass es sich dabei um Flusen aus dem Trockner handelt, die in die Form Hosen und Oberteilen gebracht wurden. Das Schild an der Wand verrät mir, dass es ein Werk aus den Kunstsammlungen der RUB ist, das 1989 von Ingeborg Lüscher erstellt wurde.
Ich verlasse die Ausstellung mit einem positiven Gefühl und bin beeindruckt von der Kreativität und Aussagekraft, die hinter den Ausstellungsstücken steckt. Im Gedächtnis bleibt mir ich auch die Wahl ihrer Positionen sowie die Einrichtung der Werke in thematisch bestimmten Räumen erhalten. Die Ausstellung „21x21“ besteht vom 11. April bis zum 27. Juli und kostet ermäßigt fünf Euro pro Person und biete auch Führungen an. Neben der Ausstellung könnt Ihr auch der Villa selbst – wobei sie weniger einer Villa und viel mehr einem Schloss gleicht – einen Besuch abstatten, in der ihr einen Einblick in das Leben im 19. Und 20. Jahrhundert bekommt. Wenn Ihr lieber an die frische Luft wollt, bietet der „Hügelpark“ mit seinen langen Pfaden und der blühenden Natur einen guten Anlaufpunkt.
:Alina Nougmanov
]]>Wenn man an das Ruhrgebiet denkt, dann vielleicht nicht unbedingt an Filmstudios und Dreharbeiten. Doch auch hier gibt es eine lebhafte Kultur rund um die Bewegtbilder. Die Ausstellung im Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein zeigt unter anderem die Darstellungen des Ruhrgebiets in verschiedenen deutschen und europäischen Produktionen. Das Interesse an der Region, die für Kohle und Stahl, Fußball etc. steht war immer groß. Von Dokumentarfilmen, bis hin zu Blockbuster Spielfilmen wurde hier schon fast alles gedreht. Aber auch die Kinokultur wird bei der Ausstellung thematisiert. Früher gab es unzählige davon in ganz Deutschland und eben auch hier bei uns. Das Aussterben der kleinen Kinos und die Geschichte der Filme die im Ruhrgebiet spielen, werden den Besucher:innen natürlich nicht nur durch Dinge in Schaukästen erklärt, sondern auch durch viele kleine Kinovorstellungen in der Ausstellung.
Daneben gibt es aber auch ein umfangreiches Kinoprogramm sowie Vorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops. Einer davon ist eine praktische Übung, die für die angehenden Historiker:innen der Ruhr-Uni Bochum angeboten wird – und zwar als Blockseminar. Über das Filmprogramm und auch alle anderen Programmpunkte zur Ausstellung, kann man sich auf der Website des Ruhrmuseums informieren Link. Es werden unter anderem Klassiker gezeigt wie „Das Wunder von Bern“, „Manta-Der Film“ und „Der junge muss an die frische Luft“. Besonders sind hierbei die internationalen Filme, die im Ruhrgebiet spielen und in der originalen Vertonung gezeigt werden.
:Film ab! Kino- und Filmgeschichte des Ruhrgebiets. Die neue Sonderausstellung auf Zeche Zollverein
Am 11. Dezember hat die Eröffnung einer Miniausstellung zum 175. Jubiläum des VfL Bochum stattgefunden. Eigentlich gab es schon letztes Jahr eine Ausstellung dazu im Stadtarchiv, aber nun gibt es auch eine in der Eingangshalle des Sportwissenschaft- Gebäude, am Gesundheitscampus. Bei der Eröffnung waren der Dekan der Sportwissenschaft Pablo Nolte, Prof. Dr. Andreas Luh vom Bereich Sportgeschichte und die Kanzlerin der RUB Dr. Christina Reinhardt anwesend. Außerdem waren Dr. Henry Wahlig vom Deutschen Fußballmuseum, Bernd Kreienbaum (Stifter der Sammlung) und mehrere Vertreter:innen des VfL Bochum dabei.
In den Reden auf der Eröffnungsveranstaltung wurde betont, wie gut es ist, dass die Ausstellungsstücke nicht direkt wieder in irgendein Archiv wandern, sondern auch weiterhin ausgestellt werden können. Denn eigentlich sollten die Sammlerstücke nach Ende der Ausstellung im Stadtarchiv wieder an Bernd Kreienbaum zurückgegeben werden. Der VfL wünscht sich aber, nun für die Zukunft einen dauerhaften Ort zu schaffen, um die Vereinsgeschichte zu präsentieren und zu zelebrieren. Man wolle so nicht nur den Fans einen solchen Raum schenken, sondern sich so auch wieder an die alten Stärken des Vereins erinnern und hoffentlich bald nicht mehr die „Fahrstuhl-Mannschaft“ sein.
Gefeiert wurde nicht nur mit netten Worten und ein paar Fotos, sondern anschließend auch mit Pilz und Currywurst, also richtigem Stadion Essen. Im Gespräch mit der Kanzlerin mit der :bsz, betonte diese auch nochmal die lange bestehende Zusammenarbeit zwischen Ruhr-Uni und VfL Bochum. So würden die Sportmedizinischen Untersuchungen der Spieler:innen von Mitarbeiter:innen der Fakultät durchgeführt, außerdem gäbe es medizinische Studien, welche in Kooperation beider Institutionen gemacht würden. Des Weiteren erzählt sie uns auch, dass viele ehemalige Studis der Ruhr-Uni heute beim VfL Bochum arbeiten. So ist man dann auch die Idee gekommen, die Ausstellung an der Sportfakultät zu machen und unseren Studierenden hier die Möglichkeit zu geben, sich die Exponate anzuschauen.
Die Exponate sind für die nächsten sechs Monate an der Ruhr-Uni zu sehen und können während der regulären Öffnungszeiten des Gesundheitscampus angeschaut werden.
:Steven Schöpper
Wer lieber an der Erdoberfläche bleiben möchte, kann sich auf rund 8.000m² Ausstellungsfläche an einem der zahlreichen Rundgänge erfreuen. Insgesamt vier Rundgänge führen Euch mit dem Themen Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst durch das Haus. Zu bestaunen gibt es dabei um die 3.000 Exponate in den Dauerausstellungen. Auch die Sonderausstellungen können sich sehen lassen. So gibt es bis zum Mai 2025 die Sonderausstellung „Doppelbock auf Museum”, in der die bewegte Geschichte des Fördergerüsts aufgearbeitet wird, wenn es zum Beispiel darum geht, dass Rost das industrielle Erbe bedroht. Eine weitere Sonderausstellung namens „Wir machen Platz!” widmet sich der Grünfläche vor dem Bergbau-Museum und zeigt Gestaltungsentwürfe von Studierenden der Hochschule Bochum. Die Entwürfe zeigen den Vorplatz und die Grünfläche in neuer Gestalt.
Stichpunkt Hochschule: Am Deutschen Bergbau-Museum wird auch fleißig geforscht. Dabei ist ganz aktuell ein neues Forschungs- und Depotgebäude in Arbeit. Den offiziellen Spatenstich gab es erst im Juli. Das Gebäude wird Teil des Leibniz-Forschungsmuseums für Georessourcen. Das neue Gebäude soll die dringend benötigte Infrastruktur zur Aufbewahrung der Sammlungen des eigenen Dokumentationszentrums bereitstellen. Denn die Archiv-Bestände und Objekte befinden sich zurzeit noch in externen Lager- und Büroräumen. Das Gebäude soll 2026 fertiggestellt werden.
Das Bergbau-Museum ist besonders jetzt in der Ferienzeit einen Besuch wert, und auch perfekt für einen Ausflug mit der Familie oder dem Freundeskreis. Habt Ihr Lust bekommen? Ihr findet das Deutsche Bergbau-Museum an folgender Adresse: Am Bergbaumuseum 28 in 44791 Bochum. Mit der U-Bahn kommt Ihr vom Hauptbahnhof mit der Linie U35 direkt an die Station Deutsches Bergbau-Museum. Erwachsene bezahlen für den Eintritt 10 Euro, mit dem Studierendenausweis gibt es eine Ermäßigung auf 5 Euro.
:Artur Airich
:Die Redaktion
]]>Eine Ausstellung wie keine andere, diese Ausstellung ist was für Kunstliebhaber und auch für all die, die Kunst und Ausstellungen normalerweise „langweilig“ finden. Im Technikum Mülheim, dem Ausstellungs- und Handlungszentrum der Stadt, findet vom 07. Mai bis zum 18. August 2022 „Monets Garten – ein immersives Kunsterlebnis“ statt. Die Ausstellung ist bunt, neu und ganz wichtig: modern. Sie verbindet „alte“ Kunst, Kunst von einem der bedeutsamsten Künstler seiner Zeit, mit moderner und digitaler Kunst.
Was ist immersive Kunst?
Nur ein weiterer Trend, der sich nicht etablieren wird? Immersive Kunst, auch „immersive art“ auf Englisch, ist eine Kombination aus virtueller und begehbarer Kunst. Begründet und bekannt wurde dieser Kunststil unter anderem 1965 mit Yayoi Kusama, eine der bedeutsamste Künstlerinnen Japans und unserer Zeit. Mit der Zeit gewann das Konzept immer mehr an Bedeutung, denn es geht dabei darum, sich völlig auf die Kunst einzulassen und für eine kurze Zeit das Selbstgefühl zu verlieren. Die Kunst ist nicht nur visuell betrachtbar, sondern auch über alle anderen äußeren Sinne. Förmlich ein Ganzkörpererlebnis, das mithilfe von Videoprojektion, Lichtshows und Soundtechnologien erzeugt wird, um den Betrachter in die Kunst einzuschließen. Ein Konzept, das besonders junge Betrachter:innen anzieht und sie zu Kunstliebhaber:innen macht. Doch dieser kulturelle Wandel, der Kunst und Marketing verschmelzen lässt, wird von vielen traditionellen Kunstliebhaber:innen kritisiert. Denn das moderne Konzept ändert nicht nur das Erlebnis in den Galerien und Museen, sondern auch das Publikum, das eventuell nur zum Knipsen von Bildern und Videos für TikTok, Twitter oder Instagram vor den Kunstwerken steht. Sicher lässt sich aber sagen, dass immersive und experimentelle Kunst sich schon längst etabliert hat und sicher nicht so schnell „aussterben“ wird. Anders als „alte“ Kunst, treibt sie nämlich wieder Kundschaft in die Museen.
Ein kleiner Durchlauf durch die Ausstellung:
Die Ausstellung präsentiert Claude Monets bedeutsamsten Kunstwerke und seine Lebensgeschichte. Wer möchte, kann über Monets nachgebaute Brücke laufen oder sein von Blumen umgebenes Haus betrachten oder einfach in seinem nachgebauten Garten sitzen. Das Highlight der Ausstellung ist definitiv der Film über sein Leben, den man sich in einem der riesigen Sitzsäcke anschauen kann. Riesige Bildschirme über den ganzen Raum verteilt, die über die Höhe- und Tiefpunkte seiner Karriere und die Geschichte seiner Kunstwerke erzählen. Für einen Moment ist man ein Teil von seinen „Seerosen“ oder auf einem Spaziergang in „Frau mit dem Sonnenschirm“ und der Wow-Effekt schlägt ein. Am Ende der Ausstellung ist natürlich noch ein kleiner Fanshop für die ganz besonderen Fans, mit Monet Büchern, Socken oder Postern. Eine Stunde Zeit sollte man auf jeden Fall für das volle Erlebnis einplanen. Trotz eines einmaligen und außergewöhnlichen Erlebnisses gibt es einen Kritikpunkt. Eintrittspreise liegen für Erwachsene bei 20 € und trotz Ermäßigung für Student:innen und Schüler:innen sind 18 € vergleichsweise sehr teuer und schließen somit automatisch viele von dem Erlebnis aus. Das heißt aber nicht, dass der Eintrittspreis nicht das Erlebnis wert wäre.
Wer an der Ausstellung interessiert ist, kann sich Tickets vor Ort kaufen oder über den nachfolgenden Link reservieren: reservix.de/tickets-monets-garten/t16730
:Miena Momandi
Konzipiert von Nana Oforiatta Ayim, wird in dieser die Frage gestellt, und Antworten geboten, wie ein Ausstellungsraum für die gezeigten Werke ein „Zuhause“ werden können. Als Kunsthistorikerin, Autorin und Filmemacherin kombiniert Ayim dafür verschiedenste Medien und Werke von sieben zeitgenössischen Künstler*innen sowie historische Objekte. Vor allem wird eine europäische und eurozentrische Wahrnehmung des Museums und seines Verhältnisses zur ausgestellten Kunst, den dahinterstehenden Kunstschaffenden und den Kulturen und Nationen, denen sie entstammen, in Frage gestellt. Es werden alternative Konzepte entworfen, wie man in Zukunft anders auf Kunst zugehen und Kunst präsentieren kann. Der Ausstellung fehlen nicht nur die üblichen, weitläufigen Säle, sondern auch erklärende Tafeln an den Kunstwerken. Stattdessen gibt es verschachtelte Räume und, vom Architekten DK Osseo-Asare, Konstruktionen aus Stahl und Bambus, die eigene Räume für die verschiedenen Werke bilden. Erklärt wird, wenn überhaupt, in Video-Form. Der einzige eher traditionell gestalte Ausstellungsraum, der auch die einzigen Werke bildender Kunst enthält, existiert nur in der virtuellen Realität und kann in einem mit verschiedenen Pflanzen gerahmten Raum mit einer VR-Brille betreten werden. Die nicht-digitalen zeitgenössischen Kunstwerke sind Handwerkskunst, geflochten, gewebt oder modelliert. Auch die historischen Artefakte, welche auf den ersten Blick wenig an der Zahl und eventuell unspektakulär wirken, kommen ohne Erklärungstexte aus. Eingeordnet in den historischen Kontext des Kolonialismus wird dies alles in einem abschließenden Film, der nicht nur erzählt, sondern auch fordert: Die geraubte Kunst muss zurück in die Hände derer, deren Vorfahr:innen sie gefertigt haben! Schwer in Worten wiederzugeben, lädt die höchst konzeptuelle Prämisse der Ausstellung zu einer eigenen Betrachtung und Begehung ein. Leicht zu übersehen ist dabei auch die Ausstellung „Streams of the Diaspora“, die derzeit einige Asafo-Flaggen ausstellt, welche in den Kunstwerken der Ausstellung Efie rezipiert werden. In Kombination mit einem Film geben diese einigen interessanten Kontext zur Ausstellung. Diese findet ihr auf Ebene 4, der Eintritt ist frei.
EFIE. The Museum as Home. Dortmunder U, Ebene 6. 10.12.2021 bis 06.03.2022. Eintritt 7€, 5€ ermäßigt.
:Jan-Krishan Spohr
]]>Thematisch bietet diese Ausstellung keinen alleinstehenden Konsens, sondern richtet sich an mehreren Eckpunkten aus. Die sieben Künstler:innen und ihre Werke behandeln verschiedene Zugänge zum Verschwinden, Übersetzungsversuche, Wiederholung, Zeitloops, Gewalt und Körperlichkeit. Daran ist erkennbar, wie vielschichtig diese Ausstellung ist und dass die Besucher:innen immer wieder in eine neue Energie und Möglichkeiten gerufen werden, mit denen sie auf eine individuelle Art umgehen können. Das hat einen besonderen Charakter, da Ausstellungen oftmals an einem Thema, einer Epoche oder einem:einer Künstler:in teilhaben lassen wollen.
Diese erste Zusammenarbeit des Kunstmuseums Bochum und Situation Kunst beherbergt einiges aus dem Nachlass von der Künstlerin Ingeborg Lüscher. Dazu zählt das sogenannte „Bernsteinzimmer“, welches den Ausgangspunkt der Ausstellung bildet. Es knüpft an das historische Exemplar des Preußischen Königs Friedrich I. an. Geschaffen ist die Installation aus Sole-Seife, welche als Kommentar auf den Prunk des Originals gelesen und gedeutet werden kann. Das Bernsteinzimmer wird als das verschollene achte Weltwunder gesehen.
Nicht alle Werke in der Ausstellung sind von dieser haptischen Installationskunst. Chantal Akerman ist eine Experimentalfilmerin und in dem Werk „La Chambre“ selbst zu sehen. Doch es sind noch weitere Installationen in der Ausstellung beheimatet, wie die von Silvia Bächli, die mit „Rotes Zimmer“ ein Liniengebilde darstellt, welches unsere eigene Verortung hinterfragt. Zudem sind packende Schwarz-Weiß-Fotomontagen von Zofia Kulik zu betrachten, die vielseitig ansprechend sind.
Für wen ein Besuch des Kunstmuseums nichts ist, der:die kann sich im Casablanca Kino in Bochum trotzdem ergötzen. Hier gibt es vier Filmvorführungen von Chantal Akerman, Ingeborg Lüscher, Joëlle Tuerlinckx und Laure Prouvost zu sehen. Dann kann ein Mensch zwar nicht die Werke von Silvia Bächli, Alexandra Bircken und Zofia Kulik betrachten, aber man kann sich entspannt zurücklehnen und cineastisch an der Kunst teilhaben.
:Lukas Simon Quentin
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Die neue Ausstellung ist bis zu dem 22. Mai 2022 zu sehen. Unter anderem kann man dort die Arbeit von Arno Gisinger „History Matters /
Konstellation Benjamin“ bestaunen. Damit spielt er auf den großen Philosophen und Kulturkritiker Walter Benjamin und dessen Wissen um die Kunst- und Medientheorie an. In dem Werk verarbeitet er dieses Wissen und die Möglichkeit der Darstellbarkeit von der Historie im fotografischen Medium mit einer Bild- und Text-Komponente.
Aber er ist nicht der einzige Künstler, der dort zu finden sein wird. Außerdem gehören dazu Christian Boltanski, Jochen Gerz und Elisabeth Neudörfl. Darüber hinaus gibt es Werkgruppen wie die von Thomas Ruff und Thomas Struth. Die Arbeiten von Gisinger wurden aktuell vor Ort im stetigen Dialog mit der Sammlung installiert.
Wie kam es zu der Kunstsammlung? Den Anfang haben Privatsammler gemacht. Ende der 1960er Jahre gab es einen Spender, welcher ein großes Sammelsurium an moderner und zeitgenössischer Kunst gespendet hat. Seine Bedingungen waren ein Ausstellungsort in der Uni, ein Fortbestehen der Sammlung und ein Ausbau ebendieser. Danach ging es weiter mit Spenden und Schenkungen unter anderem von Künstler:innen oder engagierten Bürger:innen. Damit war der Fortbestand gesichert. Anschauen kann ein Mensch sich die Sammlungen dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, wobei der Eintritt frei ist.
:Lukas Simon Quentin
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