Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 After Work | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 10 Nov 2022 08:55:49 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg After Work | BSZ https://bszonline.de 32 32 Abends in Bochum – Ein Requiem für den arbeitenden Menschen https://bszonline.de/2020/01/13/abends-bochum-ein-requiem-fuer-den-arbeitenden-menschen/ https://bszonline.de/2020/01/13/abends-bochum-ein-requiem-fuer-den-arbeitenden-menschen/#respond Mon, 13 Jan 2020 17:30:20 +0000 https://bszonline.de/2020/01/13/abends-bochum-ein-requiem-fuer-den-arbeitenden-menschen/ Vergangenen Samstag kam es zur Premiere von Tobias Staabs Theaterstück „After Work“ in den Kammerspielen. Was sagt uns das Stück über die Welt des arbeitenden Menschen?

Theater. 19:30 im Bochumer Schauspielhaus, das Publikum wartet gebannt auf den Beginn des Schauspiels. Auf der Bühne haben die Darsteller*innen bereits Platz genommen und starren ähnlich gebannt ins Publikum. Sie tragen Kleidungsstücke der Renaissance und sollen einen bunten Mix verschiedener Gesellschaftstypen darstellen. Das Requiem beginnt. Doch irgendwie scheinen die Menschen eher ausgestellt als arbeitend, irgendwann schleicht sich die Darstellerin Anne Rietmeijer aus der Gruppe weg, um dann wenig später in einem Affenkostüm wieder zurückzukehren. Denn der Mensch stammt vom Affen ab. So, oder so ähnlich, zumindest tanzt der Affe sehr modern über die Bühne, bis wir eine neue Zeit erreichen. Wie in einer Zooausstellung erkennt der tanzende Affe hinter eine Folie die Umrisse eines Menschen. Der Proletarier verbirgt sich hinter dem Folienvorhang und nutzt einen Stock, um gegen die Folie zu piksen. Erst zärtlich, dann bestimmter, bis er den Stock zu einer Flagge umformt und diese hisst. Man springt sehr szenenhaft von Bild, zu Bild, von denen manche besser, manche schlechter funktionieren, jedoch erzeugt dies eine leicht rauschhafte Erfahrung für die Zuschauer*innen. Man soll hier vermutlich einfach mal abschalten und den Tag nach der Arbeit ausklingen lassen, denn wirkliche Antworten was aus der Welt der arbeitenden Menschen wird, bekommt man hier nicht. Vielleicht insofern, dass wir am Ende einfach an ein System gefesselt bleiben, dass uns nach und nach obsolet macht, weil es automatisierter wird?

Diese Interpretationen bleiben allerdings den Zuschauer*innen überlassen. Der Theatertrip verzichtet größtenteils auf Dialoge oder direkte Rede, eher verdeutlicht es die Unruhen, die der Arbeitsalltag mit sich bringen kann, um dann ab und an mit ruhigeren Bildern zu kontern. Man sieht Momente der Versöhnung, die Geburt der Suits, schamanenhafte Motivationsredner*innen und Fitness Gurus, alles um die Menschen zu einer funktionierenden, arbeitenden Gesellschaft zu formen. Auch in Beziehungen wird innerhalb von quasi Performance-Gesprächen der Bezug zur Arbeiter*innenwelt hergestellt. „Akte der Liebe sind doch etwa so wie Akte der Arbeit, findest du nicht auch?“ Am besten funktionieren an diesem Abend aber die intimeren Momente und besonders entführen die leicht versetzten Gesangspassagen von Rietmeijer in kurze verträumte Minuten. Es wird viel getanzt und auf Modern Dance-Bewegungsmuster zurückgegriffen. Dabei sticht häufig die Musikauswahl besonders hervor und spielt mit Kontrasten zu den dargestellten Bildern. In den episodenartigen Fragmenten werden dabei immer wieder verschiedene Formen von Arbeiter*innen, Arbeitsmoralitäten oder Mittel der Selbstoptimierung und Disziplinierung dargestellt, manchmal nur nicht deutlich oder aggressiv genug. Vieles bleibt leider zu assoziativ. Aber vielleicht war das so gedacht, zumindest kann man sich vorstellen, dass die Regie dieser Szenenfragmente Spaß gemacht haben muss. Ob sich das allerdings auf das Publikum vollkommen übertragen kann, steht zur Debatte. Abgebildet wird hier zunächst ein surreales Schauspiel, das wie in einem Traum von Assoziation zu Assoziation springt und gipfelt schlussendlich in der Fesselung des Menschen, nachdem er zunächst noch romantisierend über eine Folterapparatur spricht. Am Ende des Stücks kehrt der Affe auf die Bühne zurück, allerdings in einem der Renaissance-Kleider. Kleider machen Leute? Oder bleiben wir Affen?

:Christian Feras Kaddoura

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Eine Welt nach der Arbeit https://bszonline.de/2018/12/03/eine-welt-nach-der-arbeit/ https://bszonline.de/2018/12/03/eine-welt-nach-der-arbeit/#respond Mon, 03 Dec 2018 15:58:43 +0000 https://bszonline.de/2018/12/03/eine-welt-nach-der-arbeit/ Vortrag. Tobi Rosswog lebte zweieinhalb Jahre geldfrei und gründete Initiativen für ein neues Miteinander. Nun stellte er sein neues Buch vor.

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Vortrag. Tobi Rosswog lebte zweieinhalb Jahre geldfrei und gründete Initiativen für ein neues Miteinander. Nun stellte er sein neues Buch vor.

Er wolle „Utopien schon jetzt leben und nicht auf einen gesellschaftlichen Wandel warten“, sagt der Aktivist Tobi Rosswog.  Als freier Dozent und Redner vermittelt er seit 2009 Ideen und Wege für eine sozial-ökologische Transformation. Er ist Mitbegründer von Initiativen wie dem Kollektiv für gelebte Utopie oder der Utopie-Ökonomie-Konferenz Utopikon sowie Verfechter geldfreier, alternativer Gesellschaftsmodelle. Auf Einladung des Arbeitskreis Plurale Ökonomik Bochum war er am Donnerstag, den 29. November, auch an der Ruhr-Universität Bochum zu Gast. Im Rahmen des Vortrags „After Work: Über die Zukunft der Arbeit“ stellte Rosswog sein gleichnamiges Buch vor, das seit dem 1. Oktober diesen Jahres im Handel erhältlich ist. Der Aktivist versucht, der Frage auf den Grund zu gehen, warum wir arbeiten und was Arbeit mit uns und unserer Umwelt macht. Arbeit sei, entgegen dem allgemeinen Konsens, kein Naturgesetz. Rosswog kritisierte, dass man von anderen Menschen aufgrund von Qualität und Nutzen seiner Arbeit bewertet wird und sich so eine Daseinsberechtigung schaffen müsse: Wer kennt nicht die Frage: „Und, was machst du so?“

Demo und Büro

Besondere Spannungsfelder sieht Rosswog auch im Verhältnis von Arbeit und Gehorsam, Konkurrenz und eigenem, ehrenamtlichen Engagement. Am Beispiel des Hambacher Forst zeigt er, dass gerade am Wochenende viele aktiv werden, unter der Woche jedoch wieder im Büro zu finden seien. Als Lösungsansätze hatte er verschiedene Ideen. Neben eigenen Erfahrungen rief er die Zuhörer*innen dazu auf, mehr mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren und sich neben Markt und Staat zu organisieren. Durch eine stärkere Unabhängigkeit soll mehr  Fokus auf das eigene Potential gelegt werden. Rosswog  betont, dass eine Gesellschaft jenseits von Arbeit jedoch nicht bedeutet, gar nichts zu tun. Vielmehr sollte der einzelne, anstatt von äußeren Umständen motiviert, aus innerer Motivation eigenverantwortliche Tätigkeiten annehmen.

:Philipp Kubu

Info:Box

Tobi Rosswogs Buch „After Work“ ist im oekom Verlag München erschienen und für 15 Euro sowie als e-Book erhältlich.

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