Warning: Constant WP_DEBUG_DISPLAY already defined in /var/www/html/wp-config.php on line 111 WELT:STADT | BSZ https://bszonline.de Deine Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung Thu, 30 Jul 2026 05:22:34 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 https://bszonline.de/wp-content/uploads/2022/11/cropped-favicon-32x32.jpg WELT:STADT | BSZ https://bszonline.de 32 32 Robert Habeck beim Gutes Morgen-Festival: So war seine Rede https://bszonline.de/2026/07/07/robert-habeck-beim-gutes-morgen-festival-so-war-seine-rede/ https://bszonline.de/2026/07/07/robert-habeck-beim-gutes-morgen-festival-so-war-seine-rede/#respond Tue, 07 Jul 2026 05:07:37 +0000 https://bszonline.de/?p=26311 Wie können wir die Zukunft ändern – kollektiv und individuell? Diese Frage stand im Fokus des diesjährigen Gutes Morgen-Festivals, das am 6. und 7. Juni in der Jahrhunderthalle in Bochum stattfand. Im Innenbereich waren verschiedene Stände aufgebaut, die allesamt einen Bezug zur Zukunft hatten – sei es zu Ernährung, erneuerbaren Energien, nachhaltigem Wirtschaften, Bildung, Kultur, Sozialem und Gesundheit sowie Wohnen. 

Der Hauptgrund für den Besuch vieler war allerdings die Rede des ehemaligen Wirtschaftsministers Robert Habeck. Schon bevor der Einlass in die Halle begann, standen mehrere Hundert Menschen in der Schlange, um Habeck zuzuhören. Auffällig war, dass das Publikum über alle Altersgruppen hinweg sehr durchmischt war.

Schnell war klar, dass die Nachfrage so groß und der Platz so begrenzt war, dass Habecks Rede im Außenbereich auf große Leinwände übertragen wurde. So hatten alle vor Ort die Möglichkeit, die Rede zu verfolgen. 

Außerdem spielte Inklusion bei der Rede eine wichtige Rolle, da diese auch vor Ort in Gebärdensprache übersetzt wurde. Auf vier kleineren Bildschirmen, die in der ganzen Halle verteilt waren, waren die Dolmetschenden zu sehen.

Als Moderatorin Janine Steeger Habeck ankündigte, applaudierte das Publikum lautstark. Dazu gab es jubelnde Zwischenrufe, sowohl aus den vordersten als auch aus den hintersten Reihen. Das Publikum wirkte sehr positiv gestimmt gegenüber Habeck und dem, was er repräsentiert. Der Applaus hielt fast eine Minute an und wurde wieder lauter, als Habeck tatsächlich die Bühne betrat. Zunächst hielt er seine Rede, die zweite Hälfte bestand aus einem moderierten Dialog zwischen ihm und Moderatorin Steeger. Raum für Publikumsfragen? Fehlanzeige.

Habeck selbst definierte die Zukunft als „aktives Gestalten in der kommenden Zeit” in den wichtigsten Bereichen wie Politik, Gesellschaft, Familie und Unternehmen. 

Im Verlauf der Rede sprach er auch darüber, dass die Unterstützung für den Rechtspopulismus in Deutschland steige. Dabei betonte er, dass dies nicht die Schuld der ehemaligen Ampelkoalition gewesen sei. Denn dieses Phänomen sei auch in anderen Ländern wie beispielsweise Frankreich und England zu beobachten.

Im Dialog sprach Habeck darüber, wie Deutschland die Situation verbessern könne. Und zwar, indem die Politik die Bevölkerung mehr abhole und auf ihre Wünsche und Sorgen eingehe. Zum einen erwähnte der ehemalige Wirtschaftsminister nochmals die Sprache, die die aktuelle Regierung nutzt. Begriffe wie Arbeitskoalition suggerieren nämlich laut Habeck einen Fokus auf der Arbeit selbst, und damit auf den Status Quo, und nicht auf die Zukunft. Einen „Verzicht auf einen großen Plan” nannte er das.

Als ein Kernproblem sieht Habeck die fehlende Repräsentation der Arbeiter:innen in der Politik. Eine potenzielle Lösung könnte die Einführung einer Nicht-Akademiker:innen-Quote im Bundestag sein. 

Habecks Rede nahm die Zukunft als solche in den Fokus und zeigte, wie diese aktiv in den verschiedenen Aspekten der Gesellschaft gestaltet werden kann; sei es in der Politik, Wirtschaft oder Bildung. Das Publikum war während der Rede besonders aufmerksam und ruhig, es gab keine Zwischenrufe. Alle Anwesenden wirkten positiv gegenüber Habeck und dem Inhalt seiner Rede gestimmt. Das Publikum applaudierte mehrmals, insbesondere als Habeck über die aktuelle Koalition, erneuerbare Energien, Repräsentation und Bildung sprach. Ein Wermutstropfen blieb, als Fragen aus dem Publikum nicht möglich waren. Darin zeigt sich ein Widerspruch zu Habecks Aussage, dass Politiker:innen nicht nah an der Bevölkerung stehen würden. So wirkte die Rede sehr einkalkuliert und geplant, was jedoch auch dem straffen Zeitplan zuzuschreiben ist. 

Insgesamt wirkte die Rede teils optimistisch und auch recht realitätsnah, mit einigen Ansätzen, um die kommende Zukunft offener zu gestalten. Jedoch warnte Habeck auch davor, dass die Aussicht auf eine hoffnungslose Zukunft dazu führen könnte, dass konservative, populistische und extremistische Parteien mehr Zuspruch und Macht erlangen – nicht nur in Deutschland. Umso wichtiger sei es nun, dass die Politik anstrebe, realitätsnaher und zukunftsorientiert zu werden. 

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Hier gibt’s „Kultur gegen Kohle“: die Ruhrfestspiele 2026 https://bszonline.de/2026/05/11/hier-gibts-kultur-gegen-kohle-die-ruhrfestspiele-2026/ https://bszonline.de/2026/05/11/hier-gibts-kultur-gegen-kohle-die-ruhrfestspiele-2026/#respond Mon, 11 May 2026 21:55:11 +0000 https://bszonline.de/?p=26067 Die warme Zeit des Jahres hat endlich Einzug ins Ruhrgebiet gefunden. Die Vögel zwitschern, die Bäume werden immer grüner und die Blumen scheinen aus dem Blühen nicht mehr herauszukommen. Während wir das gute Wetter mit vielen Aktivitäten im Grünen begrüßen, laufen in ganz Recklinghausen die Vorbereitungen für die 80. Ruhrfestspiele. Bei den aufkommenden Sommergefühlen kann ein bisschen Kultur in Form von Theater und Literatur das Herz doch nur weiter auftauen lassen, denn ganz nach dem diesjährigen Motto „Erschrecken und Erstaunen“ werden euch die künstlerischen Vorstellungen der Ruhrfestspiele bestimmt nicht kalt lassen.  

Auftakt des avantgardistischen Kulturfests war, wie jedes Jahr, am 1. Mai auf dem Hügel vor dem Ruhrfestspielhaus. Neben einem kleinen Programm auf mehreren Bühnen ist dieser Tag aber, aus eigener Erfahrung, eher bekannt für die Horden an angetrunkenen Jugendlichen, die die Wiese im Stadtgarten für sich beanspruchen. Wenn ihr mich fragt, ist das ein gebührender Start eines international angesehenen Kulturfestes. An einem Freitag unter dem Vorwand der Kultur sich mal ein paar alkoholische Spaßgetränke zu genehmigen – das geht vermutlich nur in unserem geliebten Pott.

Wer aber ein bisschen mehr Kunst und Kultur erleben möchte, wird bei dem diesjährigen Programm zwischen dem 2. Mai und dem 13. Juni fündig. Neben zahlreichen Theaterinszenierungen und Tanzeinlagen erwarten die Besucher:innen Lesungen, Kabarettvorstellungen und andere Performance-Shows national und international renommierter Künstler:innen. Und diese finden in verschiedenen Kulturstätten in ganz Recklinghausen fast täglich statt. Das Publikum variiert bei diesem breiten Programmangebot von Jung bis Alt sowie von ruhigeren bis hin zu bunteren Charakteren.

Meine persönlichen Highlights sind unter anderem die Vorstellung „Gala“ des französischen Choreografen Jérôme Bel, in der nicht nur die Tänzer:innen mit ihren unterschiedlichsten Lebenswegen, sondern auch die Choreografie mit Konventionen und Erwartungshaltungen bricht. Aber auch das Theaterstück „K.“, eine schrille und mit Musik unterlegte Inszenierung des „Prozesses“ von Kafka, das eingefleischte Kafka-Fans nicht missen dürfen, sowie die dokumentarische Inszenierung „Catladies“ über die von Klischees geprägte Gruppe alter, einsamer und katzennaher Damen stehen bei mir ganz oben auf der Liste. Genauso dürften sowohl die Lesung der Texte Erich Kästners über das Berlin der 20er- und 30er-Jahre als auch der Kabarettauftritt von Teresa Reichl viele Menschen ansprechen.

Wem davon bis jetzt nichts zusagt, findet vielleicht unter den restlichen 65 Produktionen etwas Passendes für sich. Und wer lieber auf den altbewährten Promistatus setzt: Bjarne Mädel, Joachim Król, Katharina Thalbach und Kathrin Bauerfeind werden alle während der Ruhrfestspiele bei verschiedenen Performances live auf der Bühne zu sehen sein. Während in der Vergangenheit auch schon Hollywoodstars wie Cate Blanchett oder Jeff Goldblum in Recklinghausen zu sehen waren, setzen die Ruhrfestspiele dieses Jahr vor allem auf deutsche Promis.

Über das Programm und die Vorstellungsorte könnt ihr euch, teils sogar durch Trailer, auf der Website der Ruhrfestspiele informieren. Tickets könnt ihr euch sowohl dort als auch an verschiedenen Verkaufsstellen in Recklinghausen besorgen. Studierende erhalten 50% Rabatt auf den normalen Ticketpreis und müssen selbst an den Abendkassen nur 10 Euro pro Vorstellung bezahlen. Und wer noch ein bisschen extra Wissen tanken will, solange die Speicherkapazitäten am Anfang des Semesters noch nicht so ausgelastet sind, kann sich auf der Website über den besonderen Ursprung der Ruhrfestspiele informieren. Also: Wer nun bereit ist, bis zum 13. Juni ein bisschen „Kultur gegen Kohle“ einzutauschen, der sollte sich beeilen – vielleicht sehen wir uns dann ganz bald in Recklinghausen.

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New year, new me: Deutschland-Edition https://bszonline.de/2026/02/03/new-year-new-me-deutschland-edition/ https://bszonline.de/2026/02/03/new-year-new-me-deutschland-edition/#respond Tue, 03 Feb 2026 17:51:25 +0000 https://bszonline.de/?p=26010 Der spirituelle Blick auf das Jahr 2026 prophezeit Neuanfänge und Transformation. Gar nicht so weit gefehlt, denn für die Bürger:innen Deutschlands ändert sich tatsächlich etwas mit dem Anbruch des neuen Jahres. Was Euch im Detail 2026 erwartet, haben wir für Euch in einer kleinen Auswahl zusammengefasst.

Finanzielles Aufatmen?

Ab Januar 2026 steigt der Mindestlohn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro brutto. Die monatliche Verdienstgrenze bei Minijobs steigt damit von 556 Euro auf 603 Euro, was gerade Studierende freuen könnte. Denn durch den steigenden Einkommensfreibetrag für BAföG-Empfänger:innen fallen keine Abzüge an, wenn Ihr bei Eurem Minijob an der neuen Grenze kratzt. Darüber hinaus will der Bund die Wohnpauschale im BAföG ab dem Wintersemester 2026/27 von 380 Euro auf 440 Euro erhöhen. Genaueres ist noch nicht bekannt.

Eine kleine Erhöhung gibt es außerdem beim Kindergeld: Das steigt von 255 Euro auf 259 Euro monatlich pro Kind.

Die (Strom-)Rechnung, bitte

Des Weiteren sieht die Bundesregierung vor, die Gasspeicherumlage abzuschaffen und private Haushalte sowie Unternehmen durch einen Bundeszuschuss bei ihren Stromkosten zu entlasten. Letzteres soll die Verbraucher:innen über die Stromlieferanten erreichen. Die Gasspeicherumlage ist ein Aufschlag, den der Bund 2022 einführte, um die Kosten für die Befüllung der Gasspeicher zu decken.

Kostspielige Krankenkassen

Nicht ganz so rosig sieht es bei den Krankenkassen aus, das dürften viele bereits gespürt haben. Für 2026 wurde der durchschnittliche Zusatzbeitrag auf 2,9 Prozent festgelegt, was eine Erhöhung um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2025 darstellt.

Gesetzlich versicherte Studierende über dem 30. Lebensjahr müssen in Zukunft damit rechnen, dass sie durch die steigende Bezugsgröße nicht mehr zum günstigeren Studierendentarif versichert sein können. Das liegt daran, dass die Altersgrenze von 30 Jahren gesetzlich festgelegt ist, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass Studierende über 30 nicht mehr zur „typischen“ Erstausbildung gehören und finanziell leistungsfähiger sind. Steigt die Bezugsgröße, trifft das vor allem über-30-Studierende, weil sie meist nicht mehr in den günstigen Studierendentarif dürfen, sondern freiwillig versichert sind.

Für ausführlichere Informationen, fragt Ihr am besten bei Eurer Krankenkasse nach.

Vom High zum Bye

Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf hervorgebracht, der vorsieht, dass die Rezepte von medizinischem Cannabis nur noch nach persönlicher Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin ausgestellt werden dürfen. Die Importe von medizinischem Cannabis seien durch Online-Versandanbieter und die Ausstellung privater Rezepte laut der Bundesärztekammer deutlich gestiegen.

Für minderjährige Lachgaskonsument:innen hat es sich voraussichtlich ab April ausgelacht. Die Abgabe von Lachgas soll verboten und der wachsende Missbrauch eingedämmt werden.

Eine ausführliche Liste an Themen, die die Bundesregierung angeht oder angehen will, findet Ihr unter: https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/gesetzliche-neuregelungen-januar-2026-2399838.

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U35 Social Line: Speed-Kennenlernen statt Kopfhörer und Handy https://bszonline.de/2026/01/19/u35-social-line-speed-kennenlernen-statt-kopfhoerer-und-handy/ https://bszonline.de/2026/01/19/u35-social-line-speed-kennenlernen-statt-kopfhoerer-und-handy/#respond Mon, 19 Jan 2026 10:29:30 +0000 https://bszonline.de/?p=25972 Am 22.01 kannst Du ganz einfach neue Menschen kennenlernen – und musst dafür nicht einmal dein gewohntes Umfeld verlassen.

Du sitzt in der Bahn und schaust die ganze Fahrt gebannt auf Dein Handy? Und hast keinen Kontakt mit den anderen Menschen in der Bahn? Dann ist die neue Initiative von „Vereint Bochum“ eine ganz neue Möglichkeit für Dich. Der Verein macht es sich zum Ziel, Begegnungen zwischen Menschen zu organisieren und fördert das Knüpfen von Kontakten unter Menschen in Bochum. Er organisierte bereits eine Workshop-Reihe und einen Abend gegen Einsamkeit im Schauspielhaus Bochum – auch in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum. Zudem arbeitet Prof. Dr. Maike Luhmann, die an der RUB psychologische Methodenlehre unterrichtet, an diesem Projekt mit und bringt ihr Fachwissen zur Einsamkeitsforschung ein.

Die neue Aktion der Initiative heißt „U35 Social Line: Raus aus dem Tunnel und Anschluss finden“. Am Donnerstag, den 22. Januar, um 17 Uhr startet die Social Line. Kern des Projekts ist das Speed-Kennenlernen mit sechs Runden, die jeweils ca. 15 Minuten dauern. Dabei sind auch Guides anwesend, die helfen, dass neue Gespräche leicht zustande kommen, und das Event moderieren.

Du möchtest teilnehmen? Dann kannst Du Dir kostenlose Slot-Tickets sichern. Es gibt auch die Möglichkeit, spontan an fast allen Stationen der U35 zuzusteigen. Die Route der U35 Social Line geht von der Haltestelle Hustadt bis zur Haltestelle Riemke Markt und umgekehrt. Die erste Fahrt beginnt um 17:07 Uhr an der Haltestelle Riemke Markt, die letzte Fahrt endet dort voraussichtlich um 19:16 Uhr. Die genauen Uhrzeiten für die sechs Fahrten, alle Haltestellen und weitere Infos zum Ablauf findest Du auf der Website von Vereint Bochum.

Das Projekt richtet sich besonders an Studierende und Auszubildene, wie an neu zugezogene Bochumer:innen. Alle Haltestellen sind barrierefrei zugänglich.

Dir reicht eine kurze Fahrt mit der U-Bahn nicht und Du möchtest mehr Zeit haben, um neue Menschen kennenzulernen? Dann bietet Vereint Bochum am 22. Januar. noch eine weitere Option an: das Deep Dive Foyer im BOGESTRA-Gebäude an der Haltestelle Oskar-Hoffmann-Straße (Universitätsstraße 58). Von 17-21 Uhr gibt es Snacks, Getränke und die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen.

Mitgründer Tim Kramer, der die Idee für Vereint Bochum hatte, erzählt uns, dass die Idee für die U35 Social Line von ganz persönlichen Erfahrungen herrührt: „Ich selbst nutze [die U35] schon mein Leben lang und fand es immer faszinierend: Wir sitzen dort oft dicht an dicht, sind gedanklich aber meist weit weg und scrollen am Handy.“ Zudem habe er selbst auch die Erfahrung gemacht, dass es gar nicht so leicht ist, in einer neuen Stadt Anschluss zu finden. Wieso findet diese Aktion denn gerade in der U35 statt? „Die U35 verbindet die größten Hochschulen Bochums und ist so etwas wie die Herzschlagader unserer Stadt“, erzählt Tim.

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Wie kann ich obdachlosen Menschen im Winter helfen? https://bszonline.de/2025/12/22/wie-kann-ich-obdachlosen-menschen-im-winter-helfen/ https://bszonline.de/2025/12/22/wie-kann-ich-obdachlosen-menschen-im-winter-helfen/#respond Mon, 22 Dec 2025 17:25:14 +0000 https://bszonline.de/?p=25962 Innerhalb der letzten Jahre erreichte die Zahl der obdachlosen Menschen in Deutschland immer wieder neue Hochpunkte. Das Land NRW gehört zu den Bundesländern mit den meisten obdachlosen Personen. Aktuell sind ca. 122.000 Menschen in NRW wohnungs- bzw. obdachlos. Menschen, die auf der Straße leben, haben es zu jeder Jahreszeit sehr schwer, im Winter aber nochmal besonders. Hier drohen im schlimmsten Fall Kältetode. Doch mit einfachen Mitteln kannst Du ihnen helfen.

Hilfsmöglichkeiten

Hilfsorganisationen wie die Johanniter und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) bieten Hilfe an festen Standorten in Bochum an. Die Johanniter befinden sich donnerstags von 19-21 Uhr am Hauptbahnhof, der ASB am Dienstag von 18-21 Uhr. Beide bieten von November bis März warme Mahlzeiten für hilfsbedürftige Menschen an. Der ASB gibt zudem warme Getränke, Hygiene-Artikel und Kleidung aus. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bietet ganzjährig Hilfe an – ebenfalls am Hauptbahnhof Bochum – und versorgt bedürftige Menschen montags ab 19 Uhr mit notwendigen Ressourcen. Auch wenn die meisten hilfsbedürftigen Personen diese Möglichkeiten bereits kennen – wenn sie es aber nicht wissen, kannst Du sie darauf hinweisen, wann und wo genau diese Organisationen ihre Unterstützung anbieten.

Diese Hilfsangebote sind jedoch an einen Ort gebunden. Wenn Personen akut Unterstützung benötigen, gibt es noch andere Möglichkeiten zu helfen.

Das Deutsche Rote Kreuz ist von Oktober bis März mit einem Kältebus unterwegs, sobald die Temperaturen Minusgrade erreichen. Kältebusse können warme Mahlzeiten und Schlafsäcke austeilen und, falls nötig, Menschen in Notunterkünfte bringen. Das DRK bietet die Möglichkeit an, hilfsbedürftige Personen bei dem DRK-Kältebus zu melden. Siehst Du also eine Person bei kalten Temperaturen auf der Straße übernachten, melde diese unter der Kältebus-Hotline (0163 3375402). Auch wenn eine obdachlose Person nicht akut gefährdet scheinen mag, kann sie es dennoch sein. Hilfe können obdachlose Menschen immer gebrauchen – erst recht zu kalten Jahreszeiten.

Wenn Du selbst tätig werden willst, gibt es zahlreiche Möglichkeiten dies zu tun, auch ohne viel Aufwand. Hilfsorganisationen wie die Johanniter, das DRK und der ASB arbeiten ehrenamtlich und sind auf Spenden angewiesen. Ehrenamt lebt besonders von Unterstützung und solche Organisationen suchen oft weitere ehrenamtliche Mitarbeiter:innen. Auf den Websites der Hilfsorganisationen findest Du entsprechende Informationen, Kontaktmöglichkeiten und Spendenlinks. Auch Sachspenden, wie Schlafsäcke, warme Kleidung und Schals und Mützen kannst Du beim DRK abgeben. Das kannst du am besten bei den örtlichen DRK-Stellen machen; in Bochum befindet sich der DRK-Kreisverband an der Adresse „An der Holtbrügge 8“.

Begegnest Du selbst einem obdachlosen Menschen, welcher bei kaltem Wetter auf der Straße lebt, kannst Du ihm auch direkt helfen, empfiehlt die Diakonie. Jedoch sollte man grundlegende Prinzipien beachten. Es ist wichtig, hilfsbedürftigen Menschen mit Respekt und Verständnis zu begegnen und diese auf keinen Fall zu verurteilen. Frag die Person lieber zuerst, ob sie Hilfe braucht und wenn ja, was sie gerade am meisten braucht – vielleicht ist das etwas anderes, als Du denkst. Begegnest Du einer Person, die auf Ansprache nicht reagiert und sich nicht oder nur kaum rührt, dann zögere nicht, die 112 zu wählen.

Zu guter Letzt noch eine Sache, die das ganze Jahr über gilt, aber nicht oft genug gesagt werden kann: Pfandflaschen gehören neben den Mülleimer. Besonders hier auf dem Campus gibt es viele Menschen, die Pfandflaschen sammeln, deren Leben Du einfacher machen kannst.

Zusammenfassung der Angebote von Hilfsorganisationen

Am Hauptbahnhof

Montag ab 19 Uhr – DRK

Dienstag 18-21 Uhr – ABS

Donnerstag 19-21 Uhr – Johanniter

Kontaktmöglichkeiten

DRK – Kältebus Hotline: 0163-3375402

Deutsches Rotes Kreuz Kältehilfe: https://www.drk-bochum.de/angebote/hilfe-in-der-not/kaeltehilfe.html

Arbeiter-Samariter-Bund Kältehilfe: https://www.asb-bochum.de/kaeltehilfe/

Johanniter Bochum Kältehilfe: https://www.johanniter.de/dienste-leistungen/angebote-fuer-privatpersonen/lokale-angebote/dienstleistung/kaeltehilfe-5887/

DRK Kreisverband Bochum: An der Holtbrügge 8

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Zwischen Sonne, Sound und Sauerstoffmangel https://bszonline.de/2025/10/31/zwischen-sonne-sound-und-sauerstoffmangel/ https://bszonline.de/2025/10/31/zwischen-sonne-sound-und-sauerstoffmangel/#respond Fri, 31 Oct 2025 16:21:02 +0000 https://bszonline.de/?p=25929 Gutes Essen, ausgelassene Stimmung und Musik, die dazu auffordert, mal so richtig das Tanzbein zu schwingen: Das Sunset Picknick auf der Halde Hoheward in Nordrhein-Westfalen lädt zum Feiern ein und verspricht den Bewohner:innen des Ruhrgebiets einen aufregenden Samstag voller Energie und Lebensfreude. Wie die Atmosphäre war und ob es sich letztendlich lohnt, unter Schweiß und Atemnot (falls Ihr genauso unsportlich seid wie ich) den bewachsenen Hügel zu erklimmen – das müsst Ihr am Ende selbst entscheiden. Ein bisschen Orientierung bekommt Ihr aber hier. 😉

Am 6. September ist auf dem großen grünen Hügel mitten in Herten mehr los als an gewöhnlichen Tagen: Stände werden aufgebaut, Grillplatten vorgeheizt und Lautsprecher eingestellt, bevor es an den letzten Soundcheck geht. Der Himmel ist klar und nahezu wolkenlos, eine leichte Brise trägt den Duft der letzten warmen Sommertage durch die Luft und erfüllt den Platz mit steigender Vorfreude und dem Klang aufgeregter Stimmen. Sonnenstrahlen wandern über den Boden und wärmen die Rücken der hölzernen Bänke und Tische.
Jedes Jahr im September wird das Sunset Picknick Festival veranstaltet und zieht Tausende Besucher:innen an, die einen Tag lang unter freiem Himmel zu elektronischer Musik tanzen und gutes Essen genießen wollen. Um 15:00 Uhr werden die Boxen angeschmissen und erst um 23:00 Uhr wieder die Stecker gezogen.
Eintrittskarten braucht es dafür nicht, denn das Fest im Grünen ist bis auf Getränke und Snacks kostenlos. Während einige zum ersten Mal den Aufstieg auf die Bergehalde aus den 1980ern wagen, ist es für viele bereits eine moderne Tradition. Man trifft sich mit Freunden und Bekannten und gemeinsam nimmt man entweder den Weg oder die Treppen hinauf, immer dem Bass und den Stimmen hinter her.
Doch Vorsicht: Für Couchpotatoes und Menschen mit wenig Ausdauer könnte der Weg nach oben zu einem Wettkampf gegen sich selbst werden, denn man kommt ordentlich ins Straucheln – besonders dann, wenn man gedenkt auf kleine Atempausen zu verzichten. Kommt man dann, nach Luft schnappend und mit Beinen wie Pudding, auf der Spitze an, kann man ruhig stolz auf sich sein. Belohnt wird man dafür am Ende mit einer atemberaubenden Aussicht über Herten und Recklinghausen, die gerade bei Sonnenuntergang einen magischen Charm versprüht. Bei dem ganzen Sauerstoff-Verlust wird einem auch ohne Alkohol ganz schwummrig.

Das Fest lebt von Vielfalt – und davon, dass sich alle Generationen willkommen fühlen. Familien mit Kindern genießen den Nachmittag auf Decken im Gras, Gruppen junger Leute feiern ausgelassen vor der Bühne und wer es ruhiger mag, sucht sich ein Plätzchen am Rand, um einfach nur der Sonne bei ihrem Lauf zuzusehen.
Für viele ist das Sunset Picknick bereits fester Bestandteil des Spätsommers und das Datum trägt schon ein Jahr im Voraus einen roten Kreis im Kalender. Aber nur weil etwas jährlich stattfindet, ist es noch längst keine Geschichte über copy and paste. Die Veranstalter:innen bemühen sich, mit neuen Konzepten und Ideen zu überzeugen. So gibt es dieses Jahr ein überarbeitetes Bezahlsystem, bei dem Ihr Geld gegen Wertmarken tauschen könnt, um es für aller Hand von Leckereien auszugeben. Ein Umtausch der Wertmarken in Euros ist jedoch nicht mehr möglich, weshalb die Devise, „weniger ist mehr“, gilt.
Wollt Ihr lieber selber etwas zum Essen oder zum Trinken mitbringen, könnt Ihr das natürlich auch tun. Achtet bloß darauf, dass Ihr keine Glasflaschen oder alkoholischen Getränke einpackt. Auch das Grillen ist aus Sicherheitsgründen auf dem Gelände untersagt.
Wie die Auswahl an Essen, ändert sich auch das Line-Up von Jahr zu Jahr und bringt bekannte als auch weniger bekannte Artists auf die Bühne. 2025 wartet das Sunset mit Künstlern wie Klanglos, Ante Perry, Man at Arms und Tiko Palmfax auf, von denen einige dem einen oder der anderen vertraut sein dürften. Ihre elektronischen Beats hallen über die Halde und bringen die Menschen zum Jubeln. Sie bewegen sich im Takt der Melodien, während bunte Lichter aufblitzen und in ihrem eigenen Tempo über die Menge hinweg tanzen. Alte Freunde treffen sich wieder, neue Bekanntschaften werden geschlossen und der Platz ist erfüllt von Gesprächen und Gelächter. Irgendwo wird gepöbelt, doch die Rangelei verliert schnell an härte und zerfließt im Gewusel der Umherstehenden.

Wenn die Sonne schließlich im Schatten des Horizonts versinkt, verwandelt sich das Gelände in ein Meer aus flackernden Lichtern und vibrierenden Klängen. Fremde liegen sich in den Armen und für einen Moment scheint das Geschehen auf der Welt eine Pause einzulegen – wie ein fröhliches Stillleben malt sich der Augenblick in die Erinnerungen der Besucher:innen und verbleibt dort, bis es im nächsten Jahr wieder zum Leben erweckt wird. Das ist der Zauber des Sunset Picknicks: ein bisschen Festival, ein bisschen Ruhrpott-Romantik und ganz viel Herz.

:Alina Nougmanov

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Bei Meme-Duell: Essen stellt neuen deutschen Rekord auf https://bszonline.de/2025/10/28/bei-meme-duell-essen-stellt-neuen-deutschen-rekord-auf/ https://bszonline.de/2025/10/28/bei-meme-duell-essen-stellt-neuen-deutschen-rekord-auf/#respond Tue, 28 Oct 2025 14:49:46 +0000 https://bszonline.de/?p=25925 Zum zweiten Mal startete der Radiosender 1Live dieses Jahr auf Instagram das Meme-Duell zwischen verschiedenen Städten aus Nordrhein-Westfalen. Das hieß für die sechs teilnehmenden führenden Meme-Seiten der ausgewählten Städte: Innerhalb von jeweils 48 Stunden gilt es, unter einem geposteten Meme möglichst viele Kommentare zu sammeln.

Bei dem Wettbewerb gewinnt der Post mit den meisten Kommentaren pro Follower auf der Meme-Seite. Dabei sind dieses Mal Gelsenkirchen, Münster, Bonn, Aachen, Paderborn und Essen.

Es galt zu klären, wer auf Münster folgt, dem Sieger des ersten Meme-Duells von 1Live im vergangenen Jahr. Wer die Titelverteidigung der Münsteraner Meme-Seite @muenster_dings verhindern wollte, für die hieß es zwei Tage lang so viel in die Tasten zu hauen, wie nur möglich. Denn: Mehrfach kommentieren war ausdrücklich erlaubt. Und das taten unzählige Menschen.

In Essen waren das am Ende die meisten Leute, denn sie holten sich die meisten Kommentare aller 6 sechs Städte. Und nicht nur das: Weil sie sich so ins Zeug legten, holten sie sich einen deutschen Rekord. Der Post zum Meme-Duell ist nun offiziell der am meisten kommentierte deutsche Beitrag aller Zeiten auf Instagram – eine unglaubliche Leistung der Follower:innen von @essendiese, der Essener Meme-Seite. Mit über 21,7 Millionen Kommentaren ließen die Essener:innen den bisherigen Spitzenreiter, einen Post von @bibisbeautypalace mit knapp 16 Millionen Kommentaren, problemlos hinter sich. Der Konzern Meta bestätigte 1Live den Rekord auf Anfrage, für dessen Einstellung sie gerade einmal knapp 40 Stunden gebraucht hatten. Auch weltweit dürften sie damit mindestens in die Top 5 vorgedrungen sein. Laut @essendiese sei man aktuell auf Rang 2 weltweit. Sie erreichten so ein Verhältnis von 169,35 Kommentaren pro Follower:in.

Wie war das möglich?

Eine Rolle spielten dabei sicherlich einige Anreize: Die Sparkasse Essen kündigte etwa an, je nach Platzierung eine hohe Summe Geld an einen guten Zweck zu spenden, für den ersten Platz 100.000, für den zweiten 75.000 und für den dritten 50.000 Euro. @essendiese kündigte zudem mehrere Hundert Liter Freibier in einer Essener Kneipe im Falle eines Sieges an. Der offizielle Instagram-Account der Stadt Essen bot der Meme-Seite zudem an, ihren Account für eine Stunde zu übernehmen, sollten sie fünf Millionen Kommentare erreichen. Die Band Scooter verloste Tickets für ihre Show, Rot-Weiß Essen für Ligaspiele.

Am Ende war es aber wohl vor allem der Wille und die Verrücktheit der Essener:innen, die den Rekord möglich machten. @essendiese repostete Storys von Follower:innen, auf denen mehrere Essener:innen zusammen in größeren Gruppen saßen und sekündlich aufs Handy tippten, um Emojis und Buchstaben möglichst schnell abzuschicken. Man sah dort selbst auch Menschen bei der Arbeit fleißig am Kommentieren – egal, ob im Büro, im Krankenhaus oder im Friseursalon.

Die Meme-Seite lobte deshalb in einem selbst veröffentlichten Statement ausdrücklich die »Zusammenarbeit in der Stadt, aber auch über die Stadtgrenzen hinaus«. Diese habe sie für einen kurzen Moment daran glauben lassen, dass »wir alle eine Einheit sind und gemeinsam Großes schaffen können«.

Über die Stadtgrenzen hinaus? Damit spielte die Meme-Seite auf die Solidarität innerhalb des Ruhrgebiets an. Denn als Essen Gelsenkirchen vorzeitig überholte, war klar, dass es zu einem Kopf an Kopf-Rennen zwischen Essen und Aachen kommten würde. Menschen aus anderen Ruhrgebietsstädten wie aus Gelsenkirchen und auch aus Bochum – so las man in Storys von Meme-Seiten sowie in den Kommentaren – eilten zur Unterstützung. Der Tenor war klar: Gegen andere hält der Pott zusammen. Der Titelkampf hieß am Ende also nicht Essen gegen Aachen, sondern Aachen gegen das Ruhrgebiet. Ein eigentlich aussichtsloser Kampf, sollte man meinen.

Doch das Kuriose und die unerwartete Wendung in der Geschichte ist: Den Sieg holten sich am Ende die Aachener:innen mit über 16,7 Millionen Kommentaren. Ein gigantisch hoher Wert, beachtet man die Follower:innenzahl der Meme-Seite @acbushofmemes von 95.000. Zum Vergleich: Essen hat aktuell 131.000 Follower:innen. Der Sieg ging letztlich aufgrund des besseren Verhältnisses von Kommentaren und Follower:innenanzahl an Aachen.

Gleichzeitig sollte es aber nicht darüber hinwegtäuschen, welch unglaubliche Leistung die Essener:innen vollbracht haben – berücksichtigt man zusätzlich, dass mit einer höheren Follower:innenzahl auch eine höhere Anzahl an inaktiven Accounts einhergeht. Zudem kämpfte die Meme-Seite – aufgrund der ausufernden Beteiligung der Community – mit Einschränkungen seitens Meta, die etwa die Kommentare sowie die Sichtbarkeit des Posts zeitweise für viele einschränkte. Klar ist zudem: Den deutschen Rekord für die meisten Kommentare nimmt @essendiese und seiner Community so schnell niemand, wenn es selbst die übermotivierten Aachener:innen nicht schaffen konnten.

Und: Durch den 2. Platz sicherten sie die Spende der Sparkasse Essen in Höhe von 75.000 Euro. Nach eigenen Angaben befindet sich @essendiese aktuell im Austausch mit Vertreter:innen der Sparkasse, um das Ziel der Spendensumme möglichst sinnvoll auszuwählen. Allein darauf kann die Community der Meme-Seite stolz sein. Hinter all den Accounts der Kommentierenden steckten unzählige Menschen, die in den 48 Stunden des Wettbewerbs »auf seltsame Art und Weise miteinander verbunden waren«, so beschreibt es @essendiese in seinem Statement. Sie alle haben etwas geschafft, das im ersten Moment sinnlos und stumpf klingt, aber bei näherem Hinsehen eine ganze Stadt für zwei Tage (und darüber hinaus) näher zusammengeschweißt, Solidarität innerhalb des Ruhrgebiets ausgelöst und eine sechsstellige Spendensumme herbeigeführt hat – und all das ist sowie so viel mehr wert als der erste Platz in einem Meme-Wettbewerb. Deshalb beendet auch @essendiese sein Statement mit folgendem Appell: „Seid bitte stolz auf das, was ihr da abgerissen habt. Es hat vielen Menschen – auch uns – echt was bedeutet.“

:Gastartikel von Leon Hartmann

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Sorgenkind an‘a Castroperstraße https://bszonline.de/2025/10/27/sorgenkind-ana-castroperstrasse/ https://bszonline.de/2025/10/27/sorgenkind-ana-castroperstrasse/#respond Mon, 27 Oct 2025 17:12:07 +0000 https://bszonline.de/?p=25914 Der VfL Bochum steckt nach dem Abstieg aus der Bundesliga im Umbruch – und in der Krise. Vier Spiele, drei Niederlagen: Der Start in die Zweitligasaison ist misslungen. Verletzungen, ein großer Kaderumbruch und fehlende Konstanz prägen das Bild. Vor dem Duell beim SC Paderborn wächst der Druck, endlich die Trendwende zu schaffen.

Der Auftakt in die 2. Bundesliga hätte für den VfL Bochum kaum schwieriger verlaufen können. Zum Start gab es ein deutliches 1:4 gegen Darmstadt, — ein Spiel, das die Schwächen der Mannschaft sofort offenlegte. Danach folgte zwar ein 2:0-Heimsieg gegen Elversberg, doch die erhoffte Stabilität stellte sich nicht ein. Gegen Schalke verlor Bochum 1:2, gegen Preußen Münster setzte es beim 1:2 die nächste Niederlage. Drei Pleiten aus vier Spielen, Tabellenkeller statt Aufbruchsstimmung – so hatten sich Fans und Verantwortliche den Neuanfang nicht vorgestellt.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Trainer Dieter Hecking musste im Sommer einen großen Umbruch moderieren. Rund 30 Kaderbewegungen gab es, zahlreiche Abgänge und Neuzugänge veränderten das Gesicht des Teams. Gleichzeitig schlug das Verletzungspech zu. Langzeitverletzte wie Sissoko, Kwarteng und Miyoshi fehlen ebenso wie die Defensivkräfte Strompf, Kleine-Bekel und Wittek. Auch der junge Koscierski ist angeschlagen. „Im Moment ist es so, dass wir in der Aufstellung keine Kontinuität reinkriegen durch immer wiederkehrende Veränderungen“, sagte Hecking.

Die Folge: Bochum wirkt anfällig in der Abwehr, gerade bei Standards und Kontern, während im Angriff oft die Durchschlagskraft fehlt. Zwar verpflichtete der Klub kurz vor Transferschluss mit Farid Alfa-Ruprecht und Michael Obafemi zwei Stürmer, die mit Tempo für mehr Tiefe sorgen sollen. Doch beide sind nach Verletzungen und ohne vollständige Vorbereitung noch nicht bei hundert Prozent und deshalb zunächst nur Kandidaten für Kurzeinsätze. Hoffnungsträger, aber noch keine Sofortlösung.

Der schwache Start blieb auch abseits des Rasens nicht ohne Folgen. Das Präsidium um Andreas Luthe, das im Sommer mit dem Anspruch „Team Zukunft“ angetreten war, sah sich gezwungen, die Fans direkt anzusprechen. In einem offenen Brief bat man um Geduld, bekannte die Enttäuschung über die Ergebnisse, betonte aber das Vertrauen in den eingeschlagenen Weg. „Wir wissen, was wir tun, aber auch, dass dieser Weg keine gerade Linie sein wird“, hieß es. Gleichzeitig stellte der Verein seine Strukturen neu auf und erweiterte den Aufsichtsrat um drei zusätzliche Mitglieder, die Expertise aus Finanzen, Marketing und Politik einbringen sollen. Die Botschaft: Der VfL will nicht nur sportlich, sondern auch organisatorisch breiter aufgestellt sein, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.

Am 12. September steht das nächste Spiel nach der Länderspielpause an. Beim SC Paderborn will der VfL endlich die Wende schaffen. Für Hecking ist die Partie gleich doppelt besonders: Zum einen trifft er auf seinen ehemaligen Klub, bei dem er in den 1990er-Jahren selbst spielte, zum anderen feiert er am Spieltag seinen 61. Geburtstag. Doch auf Paderborner Geschenke sollte der Fußballtrainer nicht hoffen. Paderborn ist zwar ebenfalls holprig gestartet, präsentierte sich spielerisch dennoch stabil. Einzig die Chancenverwertung ist ein Manko der Mannschaft von Ralf Kettemann.

Die Bochumer reisen mit erheblichen Personalproblemen nach Paderborn und muss müssen vor allem in der Abwehr improvisieren. Immerhin gibt es kleine Lichtblicke. Kapitän Matus Bero kam mit Rückenwind von der Länderspielpause zurück, Erhan Masovic steht nach monatelanger Pause wieder im Kader, wenn auch nur für Teileinsätze. Ein Sieg in Paderborn wäre deshalb weit mehr als nur ein Geburtstagsgeschenk für den Trainer. Er könnte den Druck mindern, neues Selbstvertrauen freisetzen und die aufgeheizte Stimmung im Umfeld beruhigen. Eine weitere Niederlage dagegen würde die Sorgen vergrößern und die Zweifel verstärken, ob der eingeschlagene Weg tatsächlich Früchte trägt.

:bsz

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Wohnst Du noch oder verzweilsft Du schon? https://bszonline.de/2025/08/05/wohnst-du-noch-oder-verzweilsft-du-schon/ https://bszonline.de/2025/08/05/wohnst-du-noch-oder-verzweilsft-du-schon/#respond Tue, 05 Aug 2025 06:23:15 +0000 https://bszonline.de/?p=25878 Wenn die Suche nach einem Dach über dem Kopf zur Odyssee wird, ahnt man: Der Wohnungsmarkt ist kein Markt – sondern ein Untier. Ich spreche aus Erfahrung: Fast ein Jahr hat es gedauert bis ich eine Wohnung ohne Untermiete bekommen habe. Ja, einige würden sagen, dass sei ein Großstadtproblem, aber das stimmt nicht mehr so ganz! Wohnen ist Luxus geworden und kostet nicht nur Geld, sondern Nerven.

Kapitel 1 – Die Tauschhöhle

Tauschwohnungen sind mein Feind! Du siehst die perfekte Wohnung für einen echt guten Preis und ZacK liest du folgendes: “Ich tausche meine 40 m² gegen 60 m², du suchst das Gleiche?” Nein, nein, nein! Hört auf damit! Blockiert nicht Wohnungen! Ja, ihr wollt eine größere, aber es verlangsamt den Prozess. Ihr besetzt einen Raum, den ihr nicht mehr wollt, weil ihr auf das eine Tauschangebot wartet. Manche Angebote sind schon Jahre online, dann lasst es doch einfach! Unpopular Opinion: Das gehört verboten! Und ich bin nicht allein damit! In einigen Städten laufen schon Petitionen gegen Tauschwohnungen. Und ich finde es richtig so! Gönnt uns doch allen einen einfacheren Prozess!

Kapitel 2 - Möbliertes Wohnen als Luxusfalle

Es ist der neuste Scheiß auf dem Wohnungsmarkt – möbiliertes Wohnen! Man darf mindestens ein Jahr darin leben und wenn man ganz lieb ist, sogar zwei! Toll, wirklich toll. Der Airbnb-Abklatsch ist nicht nur für einen längeren Zeitraum ist wirklich Kacke! Die Vermieter kennen einfach die Not der Menschen und einigen bleibt nichts anderes übrig als ein solches Angebot anzunehmen. Versteht mich nicht falsch, hier geht es nicht um Wohnungen von Menschen, die nur einen kurzen Zeitraum zum Arbeiten an einen Ort kommen. Mitlerweile gibt es ganze Häuserblöcke, die das anbieten. Und nein, das ist nicht nur ein Großstadt-Ding. Das ist auch schon im Pott angkommen und insbesondere Uni-Städte sind davon betroffen, nur nicht immer zu studifreundlichen Preisen!

Kapitel3. Wenn die WG‑App zum Goblin‑Safari‑Game wird

WG‑Gesucht? Klingt gut. Doch das funny kleine Unternehmen, das junge Menschen zusammen in eine Wohnung gebracht hat, ist nicht mehr so studifreundlich wie es mal war. Mittlerweile muss man auch zahlen, damit diejenigen, die ein WG-Zimmer anbieten, deine Nachricht lesen und wenn du selbst ein Gesuch aufstellst, tummeln sich ständig ältere Herren in deinen Nachrichten. Mal im WG‑Business‑Anzug, der Rentner, der support und eine Gespielen sucht oder der Vater, der Hilfe bei der Kindererziehung braucht – alles am besten von einer jungen Dame unter 30! “Das hat immer ganz gut geklappt. H3h3!” Wenn das nicht schon zu viel ist, winkt die nudistische Abenteuer-WG und ich hätte nie gedacht, dass ich es mal sage, aber so schlimm hört sich das gar nicht mehr an. :/

Kapitel 4: Die Vermieter‑Mentalität: Kettenhund statt Türsteher

In Großstädten Gang und Gebe: Vermieter:innen stellen WGs selbst auf! Neutrale Überschrift, aber dahinter versteckt sich eine Goldgrube. Mindestens 800 EUR pro Zimmer, das sollen die Mieter:innen bezahlen. Neben der hohen Miete für ein kleines Zimmer mit gemeinsamer Küche? Austauschbare, gestresste Bewohner:innen inklusive. Ach ja! Ich liebe den modernen Wohnungs‑Kapitalismus.

Kapitel 5: Letzte Chance Social‑Media

Immoscout Premium hat nichts gebarcht? Öffentliche Besichtigungen haben gestresst? Da empfehle ich die Social‑Media‑Hunter‑Taktik: Insta‑Reels und Posts, WhatsApp‑Gruppen oder das Intranet der Arbeit. Denn hier gibt es tatsächlich irgendwen, der jemanden kennt, der jemanden kennt. Ihr wisst ja!

Ich bin nicht verbittert – nur realistisch zynisch. Wohnungssuche heißt Schlange stehen, selektieren oder rutschen. Wer nicht aufpasst, lebt in einem Mini-Airbnb‑Abklatsch, zahlt Wuchermieten, misshandelt seine Privatsphäre und hat am Ende trotzdem nichts. Das System braucht mehr als #HousingTips! Wohnen ist scheiße teuer geworden, doch unsere Politik tut so als wäre es ein Problem der absolutten Großstädte. SchMerz I am looking at you! Aber naja erstmal Drecksarbeit und so… Bis dahin bleibt uns nur eines: die Ironic Survival Taktik. Kopf hoch – oder runter, aber Hauptsache, das Netzwerktreffen am WG‑Kühlschrank stimmt.

:Steven Schöpper

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Wenn das Leben vorbeizieht – Wovor haben Gefangene Angst? https://bszonline.de/2025/07/07/wenn-das-leben-vorbeizieht-wovor-haben-gefangene-angst/ https://bszonline.de/2025/07/07/wenn-das-leben-vorbeizieht-wovor-haben-gefangene-angst/#respond Mon, 07 Jul 2025 05:30:00 +0000 https://bszonline.de/?p=25844 Der Weg zurück in die Freiheit führt durch Langendreer, jedenfalls für die Gefangenen der JVA Bochum-Langendreer, die hier im offenen Vollzug eine Ausbildung machen. Die Gefangenen Mo und Mr. Y teilen ihre Geschichte und erzählen von ihren Gefühlen im Gefängnis.

Mo sagt, er sei kein Verbrecher: „Ich kann keiner Fliege was tun. Ich hab was Falsches gemacht und jetzt muss ich dafür geradestehen." Mo ist Gefangener in der JVA Bochum-Langendreer. Neben Kleinkriminellen sitzen hier auch Sexualstraftäter und Mörder. Aber die Sonne scheint und im Hof zwitschern die Vögel, nichts erinnert an das typische angsteinflößende ‚Prison Break‘-Bild eines Gefängnisses.

Die JVA Langendreer ist besonders: Wer hier eine Ausbildung im offenen Vollzug machen will, muss sich bewerben. Das heißt, es besteht keine Fluchtgefahr und alle können das Gelände verlassen, wenn sie die Regeln befolgen.

Ohne seinen Aufenthalt in Langendreer hätte Mo keine Ausbildung gemacht: „Ich hab mir das immer gewünscht, hab‘s immer bereut, dass ich direkt angefangen habe zu jobben. Vielleicht war das Schicksal.“ Mittlerweile darf er fast jedes Wochenende seine Familie besuchen. Seiner kleinen Tochter und den Nachbarn sagt Mo, er sei auf Montage: „Man schämt sich schon.“

Andere Gefangene dürfen nur mit einem Beamten von ihren Angehörigen besucht werden. „Das geht auf Lasten der Familie und der Ehe, davor haben viele – glaube ich – Angst.“, erzählt Mo.

Ausweise und auch Handys müssen die Studierenden beim Hineingehen in ein Schleusenfach legen. Der Pressesprecher Alexander Auferkamp führt die Studierenden heute durch die Ausbildungsstätten der JVA. Er hat Spaß an seinem Job: „Man kommt morgens an und weiß nie, was einen erwartet.“

Los geht es in die Elektrowerkstatt. In einem Raum voller großer Fenster sitzen fünf Gefangene auf Drehstühlen an großen Schreibtischen. Die Tische sind voller Kabel, Schalter und Computer. Versteckt hinter einem Bildschirm sitzt auch Mo. Die Gefangenen tragen beigefarbene Hosen und einen tannengrünen Pullover, ihre Arbeitskleidung, und beachten die Besucher mal mehr, mal weniger.

Weiter geht es in einen kleinen Park voll mit Steinen und Erdhaufen, vorbei an Baggern und Gefangenen, die Schutt in Schubkarren durch die Gegend schieben, hinein in den Bereich Gartenbau. Es läuft Musik von Phil Collins und eine Gruppe Gefangener präsentiert ihr laufendes Projekt: Ein Outdoor-Klassenzimmer für den Sommer.

Wie ein Ort, vor dem viele Menschen Angst haben, sieht es hier nicht aus – bis jetzt. In einem Raum mit Milchglasfenstern, einer einfachen Matratze, einer Toilette und einem Waschbecken aus Metall lehnt sich Auferkamp ans Fenster und erklärt, dass in dieser Zelle Gefangene untergebracht werden, bei denen Fluchtgefahr besteht. Zum Beispiel, wenn ein neues Ermittlungsverfahren für einen Gefangenen eröffnet wird. „Für die Gefangenen ist es sehr schwer hier zu sein.“, erklärt der Pressesprecher: „Zum einen müssen sie sich komplett entkleiden und Anstaltskleidung anziehen, damit sie keine gefährlichen Gegenstände bei sich haben können, und zum anderen bricht für die Gefangenen eine Welt zusammen, wenn klar wird, dass sie vielleicht zurück in den geschlossenen Vollzug müssen.“

Vor seiner Ausbildung zum Fachlagerist in Langendreer war auch Mr. Y für 13 Monate im geschlossenen Vollzug und weiß: „Da sind Welten dazwischen. 23 Stunden eingesperrt. Hier kann man rumlaufen, Schlüssel hat man selber in der Hand, kann rausgehen. Würd ich jetzt nicht nochmal tauschen wollen.“

Mr. Y sitzt in einem Sessel in der Leselounge und erzählt, dass er während der Corona-Pandemie seinen Job verloren hat und dann wegen Internetbetrug aufgefordert wurde, sich selbst zu stellen. Durch das große Fenster hinter ihm scheint immer noch die Sonne. Seine Geschichte wollte er nicht der ganzen Gruppe erzählen, aber für ein Einzelgespräch ist er bereit.

Ein Moment war für Mr. Y besonders schlimm: „Einen Tag nachdem ich mich gestellt habe, wurde mir gesagt ‚Sie müssen in die Geschlossene‘. Als dann die Tür zuging, wo ich die Gitter gesehen habe, ist mein ganzes Leben an mir vorbei gezogen. Das Schlimmste, was ich je erlebt habe, muss ich echt sagen.“

Alexander Auferkamp glaubt, dass alle Gefangenen hier Angst haben - vor allem Zukunftsängste. Aber nicht gerne darüber reden.

Auch Mr. Y möchte sich nicht von seiner Angst leiten lassen. Er denkt: ‚Es soll ja nichts Schlimmes passieren‘ – denn wenn er sich zu sehr auf negative Gedanken konzentriert, könnten sie am Ende Wirklichkeit werden. Er konzentriert sich lieber auf das, was ihn motiviert und geht immer weiter seinen Weg zurück in die Freiheit.

Fußnote: Die Namen der Gefangenen wurden für diesen Beitrag geändert. Aus Datenschutzgründen können die echten Namen nicht genannt werden. Ein Kontakt ist über den Pressesprecher Alexander Auferkamp möglich.

:Gastartikel von Lena Dillenburg

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